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Volltext: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Tirol und Vorarlberg

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eines Stils, sondern auch wegen seiner Originalität vollauf verdient. Die Gänsbachersche 
Musik erfreut sich in den Kirchen Tirols seit Jahrzehnten allgemeiner Beliebtheit. 
Wenn es sich um kleinere Festmessen handelt, läßt sich Günsbacher nicht umgehen. 
Musikalische Abendandachten mit lauretanischer Litanei und Ts veurn sind ohne Gäns 
bacher kaum denkbar, denn er hatte den Localton ganz und gar getroffen; „man lauscht 
einem lieblich-innigen »^.Ainrs vsi« mit eben solcher Freude und Befriedigung wie jenem 
.ksAirmZwo das Kaiserjägerregiment triumphirend indenHimmel einzumarschiren sch eint, 
um seiner heiligen Patronin die 
begeisterte Huldigung der Tiroler 
Sänger und Schützen darzu 
bringen." In seinen Messen und 
namentlich in dem tiefernsten 
Requiem in Ts-äur (1811 der 
Gräfin Firmian-Althan dedicirt 
und zu ihrer Todtenfeier in Prag 
aufgeführt) legte Gänsbacher 
dem frohen Schwung seines ur 
wüchsigen Naturells Zaum und 
Zügel an, aber wo es sich um 
denAusdrnck einer volksthümlich 
festlichen Stimmung handelte, 
da stimmte er solche Töne an, 
wie sie ihm aus der Tiroler 
Brust kamen und weder durch 
Vogler noch durch Albrechts 
berger zurückgedrängt werden 
konnten. Im Allgemeinen sprechen sich in Gänsbachers Coinpositionen, die über 
haupt mehr männliches Gefühl als überschwellende Phantasie verrathen, auf das 
entschiedenste aus: treffliche Kenntnis; des Satzes, klarer und runder Stil, volle, doch 
nie überladene Jnstrumentirung, in welcher Gänsbacher seinem Mitschüler Weber ver 
wandt ist. 
In dem freundlich gelegenen Dörfchen Zains, eine kleine Stunde unter Landeck am 
Inn, wurde der Componist Josef Netzer am 18. März 1808 als Sohn des dortigen 
Schullehrers geboren. Auch er kam später nach Wien, wo ihn in der Compositionsleher 
Gänsbacher, im doppelten Contrapunkt der berühmte Theoretiker Simon Sechter unter 
richtete. 
Johann B. Gänsbacher
	        
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