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Volltext: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 4

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Thongefäße von sorgfältigerer Arbeit und gefälligerer Form kommen in den 
einheimischen Sammlungen nur ausnahmsweise vor. Auch die Terra Sigillata gehört zu 
den Seltenheiten. Verhältnißmäßig das Beste sind die massenhaften, ungezählten Lampen, 
die größtentheils den Stempel des Fabrikanten tragen. Die Glasindustrie der Gegend war 
im Verhältniß zu jener Zeit ungewöhnlich entwickelt und beweist dies durch die bedeutende 
Größe, wenn auch keineswegs gefällige Form ihrer Glasgefäße. Die schönsten Stücke 
finden sich in der Gegend von Raab und Steinamanger. Das ans farbigen Schichten 
bestehende sogenannte Millefiori-Glas, dieses eigenthümliche Erzeugniß der römischen 
Glasindustrie, kommt seltener vor. 
Erwähnen wir schließlich den fast unvergleichlichen Reichthum des Landes jenseits 
der Donau an Münzen der römischen Kaiserzeit; dies allein genügt, um uns einen Begriff 
von der Lebhaftigkeit des dortigen Verkehrs, wie überhaupt von der Wichtigkeit dieses 
Theiles der Provinz zu geben. 
Der größte und werthvollste Theil der bisher ans Tageslicht geförderten römischen 
Denkmäler ist im ungarischen Nationalmusenm gesammelt. Außerdem befinden sich noch 
sehr beachtenswerthe römische Alterthümer im Museum des Eisenburger Comitats zu 
Steinamanger, im Museum des Gymnasiums der Benedictiner zu Raab und in den beiden 
Museen zu Ödenburg. 
Diese große Zahl von Funden hat indeß den Boden jenseits der Donau noch keines 
wegs erschöpft. Immer neue kommen hinzu und mehren den Schatz römischer Denkmäler, 
so daß man gar nicht ahnen kann, was Alles die Erde noch deckt. 
Die Geschichte des pannonischen Christenthums ist nicht genauer bekannt. Die ersten 
Verbreiter des neuen Glaubens waren, wie die des Mithrascultus, wahrscheinlich römische 
Soldaten, die theils aus dem Süden, theils von Osten kamen. Schon in den ersten Jahr 
hunderten mögen sich unter den Legionären einzelne Gläubige gefunden haben. Später, 
als die Römer hier heimisch wurden und die keltischen Stämme mit dem Römerthum 
verschmolzen, ging die Verbreitung des Christenthums mit der Romanisirung sozusagen 
Hand in Hand und es faßte zuerst in den alten Colonien tiefer Wurzel. In der Save 
gegend, wo die Romanisirung raschere Fortschritte gemacht hat, verbreitete sich von der 
Mitte des III. Jahrhunderts an auch das Christenthum schneller in der Civilbevölkerung; 
zu derselben Zeit waren im Lande jenseits der Donau Christen noch immer blos unter 
den Soldaten zu finden. 
Auch die frühe Geschichte der kirchlichen Organisation des hiesigen Christenthums 
ist dunkel. Manche halten den Apostel Andreas, Andere den Apostel Petrus für den 
Begründer der pannonischen Kirche. Die Organisation der kirchlichen Verwaltung 
Pannoniens entstand schwerlich vor Ende des II. Jahrhunderts und gelangte erst im
	        
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