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MAK

Full text : Jahrgang 7 (1915) (2)

Seite  30

Internationale  Sammler-  Zeitung

Nr.  2

(Ein  originelles  Schachbrett.)  Unter  den  letzten
Neuerwerbungen  dos  Berliner  Antiquariats  Paul  Graupe
befindet  sich  ein  Schachbrett  mit  Figuren  aus  Eisen,  das  nach
Entwürfen  des  Malers  Gustav  Schc.  lz  aus  Potsdam  zirka  1850
hergestellt  wurde.  Die  Figuren  sind  preußische  und  französische
Truppen  unter  dem  Oberbefehl  Friedrichs  II.  und  Napoleons.
Die  französischen  Truppen  sind  mit  dem  Dreispitz  bekleidet
und  bronziert,  die  preußischen  Figuren  tragen  eine  Schlafmütze.
Das  Schachbrett,  das  mit  einem  Holzrahmen  versehen  ist,
mißt  42  cm  im  Quadrat.  Der  Preis  ist  mit  150  Mark  angegeben.

Museen.
(Der  neue  Direktor  der  Wiener  Antikensammlungen.) ­
  Mit  der  Eeitung  der  Antikensammlungen  des  Wiener
Hofmuseums  ist  jetzt  nach  dem  Abgänge  des  Professors
Hans  Schräder  nach  Frankfurt  a.  M.  der  Archäologe  Doktor
Julius  Ran  ko  betraut  worden.
(Personalien.)  Der  Kunsthistoriker  Professor  Lionello
Venturi,  der  bisherige  Leiter  der  Gemäldegalerie  zu  Urbino,
wurde  zum  Leiter  der  Galerie  in  Turin  ernannt.  An  seine  Stelle
tritt  Professor  Luigi  Serra.
(Drei  Brahms-Zimmer  im  Wiener  Stadtmuseum.)
Der  Wiener  Stadtrat  hat  beschlossen,  von  der  Brahms-Gesellschaft ­
  alle  in  deren  Besitz  befindlichen  Bauteile  und  Wohnungseinrichtungsgegenstände ­
  der  Brahmswohnung  sowie  Manuskripte ­
  und  sonstige  Erinnerungsgegenstände  zu  übernehmen,
und  sie  im  dortigen  Kaiser  Franz  Joseph-Stadtmuseum  unterzubringen. ­
  Es  sollen  unter  Verwendung  aller  Bauteile  und  Ein
richtungsgegenstände  drei  Zimmer  so  ausgestattet  werden,
daß  sie  ein  möglichst  genaues  Bild  der  alten  Brahmswohnung
bilden.

Vom  Kunstmarkt.
(Der  künstlerische  Nachlaß  Kuehls.)  Wie  man  uns
aus  Dresden  berichtet,  ist  Gotthard  Kuehls  künstlerischer
Nachlaß  von  der  Dresdener  Kunsthandlung  Richter  erworben
worden.
(Versteigerung  in  Frankfurt  a.  M.)  Man  schreibt
uns  aus  Frankfurt  a.  M.:  Das  Eis  ist  gebrochen!  Der  gute
Erfolg,  den  Rudolf  Bangel  mit  seiner  ersten  Auktion  'm  Kriegsjahre ­
  erzielte,  wird  gewiß  nicht  nur  diese  Firma  ermuntern,
in  ihren  Versteigerungen  fortzufahren,  sondern  auch  andere
Auktionsinstitute  zur  Nachahmung  aneifern.  Es  hatten  sich
zur  Auktion  außer  den  bekannten  Frankfurter  Sammlern  auch
zahlreiche  Liebhaber  von  auswärts  eingefunden,  die  den  Einheimischen ­
  manches  Stück  streitig  machten.  Für  die  relativ
kleine  Kollektion  von  Bildern  und  Kunstblättern  wurden  25.000
Mark  vereinnahmt;  für  Gaben,  die  man  zugunsten  der  Kriegsfürsorge ­
  veräußerte,  wurden  1200  Mark  erlöst.  St.

Ausstellungen.
Berlin.  Kunsthandlung  Viktor  Rh  ei  n  s.  Unter  den  Linden
Nr.  71.  Herbstausstellung.
■—  Galerie  Eduard  Schulte.  Bilder  von  Prof.  Hans
v.  Haydek-Dachau,  Prof.  Heinrich  Reiffesrcheid,  Prof.  Heinrich
v.  Zügel  u.  a.
Dresden.  Brühls  che  Terrasse.  Ausstellung  Dresdener
Künstler.
Leipzig.  Galerie  del  Vecchio.  Werke  von  Stuck,  Thoma,
Stadler,  Liebermann,  A.  Possin,  Roegge,  Hengeler  u.  a.
Wien.  Militärkasino,  I.,  Schwarzenberg-Platz.  Ausstellung ­
  „Unser  Kaiser“.

Auktionen.
22.  Jänner.  Wien.  Dorotheum.  Musikinstrumente.
28.  Jänner.  Frankfurt  a.  M.  Rudolf  Bangel.  Gemälde
moderner  und  älterer  Meister,  Kunstblätter,  Kunstmappen,
Münzen  und  Medaillen,  meist  Frankfurtensien,  alte  Perserteppiche, ­
  Möbel,  Arbeiten  in  Metall,  Porzellan,  Fayence  usw.
29.  Jänner.  Frankfurt  a.  M.  Rudolf  Bangel.  Zwei
Kunstblättersammlungen  aus  nord-  und  süddeutschem  Privatbesitz. ­

9.  Februar.  Berlin.  Rudolf  Lepke.  Gemälde  neuerer  Meister. ­
  Nachlaß  Professor  K.  Frenzei  (III.  Abteilung)  u.  a.
10.  und  11.  Februar.  Berlin.  Rudolf  Lepke.  Bibliothek.
Nachlaß  Professor  K.  Frenzei,  Baumeister  P.  Hentschel
(II.  Abteilung)  und  Beiträge  aus  anderem  Besitze.
23.  und  25.  Februar.  Berlin.  Rudolf  Lepke.  Gemälde  des
16.  bis  18.  Jahrhunderts  der  niederländischen,  deutschen  und
italienischen  Schule,  Farbendrucke  und  Kupferstiche  des
18.  Jahrhunderts.
Wien.  Dorotheum.  In  Vorbereitung  der  Nachlaß  des
Direktors  der  Länderbank,  Eduard  Palmer.
Februar.  New-York.  American  Art  Association.
Kunstsammlung  des  verstorbenen  Scliabod  T.  Williams,
umfassend  Bilder  der  Barbinzonschule,  moderne  Holländer  und
Amerikaner,  griechische  Vasen,  Bronzen,Terrakotten,  venezianische ­
  Gläser  usw.

Literatur.
*  Mitteilungen  der  k.  k.  Zentralkommission  für  Denkmalpflege. ­
  Band  XIII,  Nr.  718.  III.  Folge.  Wien,  Juli-August.
Aus  dem  Inhalt:  Erzherzog  Franz  Ferdinand  von  Max  Dvorak.
—  Kritische  Betrachtungen  zu  den  Sicherungsbauten  auf
Forum  und  Palatin.  Von  Dr.  Hans  Folncsics.  —  Die  freigelegten ­
  Wandmalereien  der  St.  Wenzels-Kapelle  im  Prager
Dome  von  Dr.  Anton  Matejcek.  —  Neue  Untersuchungen  und
Grabungen  in  Parenzo  von  Dr.  Dagobert  Frey.
Neue  Kataloge.
*  Rudolf  Hönisch,  Buchhandlung,  Leipzig.  Katalog  10,
enthaltend  die  Bibliothek  des  verstorbenen  Professors  Dr.  Strctzely
  in  Graz.  Slavica.  Archäologie,  Religion,  Kunst,  politische
und  Kulturgeschichte,  Sprachen  und  Literatur  der  slawischen
Völker  (3275  Nummern  mit  Preisen).
*  Rudolf  Ban  gel,  Frankfurt  a.  M.  Auktionskatalog  Nr.  893.
Gemälde  moderner  und  älterer  Meister,  Kunstblätter,  Münzen
und  Medaillen  usw.  (429  Nummern).  •—  Auktionskatalog
Nr.  894.  Verzeichnis  über  zwei  Kunstblättersammlungen,
Kupfer-  und  Stahlstiche,  Schabkunstblätter,  Lithographien,
Aquarelle  usw.  (384  Nummern).
*  Paul  Graupe,  Antiquariat,  Berlin.  Katalog  Nr.  72.  Die
letzten  Neuerwerbungen  (206  Nummern).

Briefkasten.
Auf  mehrere  Anfragen.  Wir  haben  der  Ordnung  wegen
mit  der  Dezembernummer  den  Jahrgang  1914  abgeschlossen;
selbstverständlich  läuft  das  Abonnement  für  jene  P.  T.  Abonnenten, ­
  die  den  ganzen  Jahrgang  1914  vorausbezahlten,
bis  Ende  März  d.  J.
Sch.  G.,  Brünn.  Das  Allgemeine  Lexikon  der  bildenden
Künstler  von  Ulrich  Thieme  ist  bis  zum  10.  Bande  (Dubulon-Erlwein)
  gediehen.  Antiquarisch  dürften  die  Bände  kaum  noch
zu  haben  sein.
Grillnarzer.  Etwa  100  Kronen.

SW-  Der  heutigen  Nummer  liegt  das  Inhaltsverzeichnis  des
6.  Jahrganges  (1914)  bei.
            
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