MAK
Nr. 3 
Seite 45 
Internationale Sammler-Zeitung 
Referenten, Oberlehrer Hau der. Die Säugetiere sind nun 
beisammen in einem Saale aufgestellt, die übrigen Wirbeltiere 
mit der Vogelabteilung, welche ganz neu geordnet wurde und 
deren Bestimmung eine Reihe wertvoller Funde ergab. Die An 
lage und der Beginn zu einem Öberösterreichischen Fundbuch 
ist gemacht. Die Bearbeitung des Vorkommens der Flußperl 
muschel im Flußgebiet der Donau wurde mit sehr großem 
Erfolg begonnen, welcher aber durch die Kriegswirren bald 
gestört wurde. Die letzten Monate haben auch den Grund für 
eine wissenschaftlicheBälgesammlung gelegt. Eine umfangreiche, 
neu hinzugekommene Käfersammlung wurde in insektenfraß 
sichere Kästen übertragen. Erfreulicherweise wird aber die 
Tätigkeit der naturhistorischen Abteilung in neuester Zeit 
durch Anfragen in Anspruch genommen, wie dies bei der kultur 
historischen Abteilung seit langem schon geschieht. Es wurden 
von seiten des Kustos drei Gutachten über menschliche Para 
siten an Ärzte abgegeben, darunter ein Fall, welcher in der 
medizinischen Literatur wenig bekannt ist, ein Gutachten über 
Borstenwürmer, die in einem Brunnen vorkamen und ein Gut 
achten der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft über die Schädlich 
keit eines Schmetterlings erstattet, der in der Gegend von Sier- 
ning in großen Massen vorkam. Die Tätigkeit unseres Museums 
ist also auch in der Kriegszeit nicht erlahmt. Leider leidet 
dasselbe in finanzieller Hinsicht und die begründete Hoffnung, 
die finanzielle Not des Museums mit Ende des Jahres 1914 
endgültig beendigt zu sehen, ist durch das Ausbleiben großer 
Subventionen zunichte gemacht worden. 
(Die Mannheimer Kunsthalle) hat von dem in Mün 
chen lebenden Schweizer Maler A. H. Pellegrini einen weib 
lichen Akt (Ölgemälde) erworben. Der Künstler wird im Monat 
April im Züricher Kunsthaus eine Kollektivausstellung 
veranstalten. 
(Tod des Gründers des Leipziger Völkerschlacht- 
Museums.) In Leipzig starb, wie uns von dort geschrieben 
wird, der Begründer und Leiter des Historischen Museums 
der Völkerschlacht Johann Martin Bartsch im Alter von 
65 Jahren. Bartsch war Inhaber des vielbesuchten Gasthauses 
zum Napoleon-Stein, das auf dem Gelände der Leipziger 
Schlacht nahe dem Napoleon-Stein und dem Völkerschlacht- 
Denkmal gelegen ist. Das Museum ist in einem geräumigen 
Anbau des Gasthauses untergebracht. Bartsch hatte in einer 
Zeit zu sammeln begonnen, in der in Leipzig und Umgebung 
noch außerordentlich zahlreiche Erinnerungen an die Völker 
schlacht vorhanden waren. Mit großem Verständnis für die 
Sache brachte er eine Sammlung zusammen, die in ihrer Art 
einzig ist. Im Jahre 1891 eröffnete er sein Historisches Museum 
der Völkerschlacht, das er dann im Laufe der Jahre immer mehr 
vergrößert und erweitert hat. Es enthält unter anderem eine 
umfangreiche Napoleon-Sammlung und stellt alle die 
Feldherren, Staatsmänner, Dichter und Schriftsteller in den 
Vordergrund, die in Deutschlands schwerer Zeit zum Wohle 
des Ganzen gewirkt haben. An Autographen und historischen 
Dokumenten enthält das Museum allein über 3000 Stück, die 
vielfach als Quellen für historische Werke benutzt werden. 
Ferner in großer Zahl Waffen, Uniformen, Kriegsmaterial und 
Geräte, Zeugnisse der Kriegswissenschaft und Gesetzgebung 
jener Zeit, der Kunst und des Gewerbes, der Dichtung und 
Musik. Der Zettelkatalog des eigenartigen Museums enthält 
über 20.000 Nummern. 
(Märkisches Museum in Berlin.) Der letzte Bericht 
des Märkischen Museums in Berlin gibt einen Überblick über 
die Neuerwerbungen in fast allen Sammelgebieten. Den bedeu 
tendsten Zuwachs erhielt die vorgeschichtliche Abteilung, 
Ergebnisse der von dem Prähistoriker des Museums Dr. Kieke 
busch vorgenommenen Ausgrabungen in der Mark. An die 
kunstgewerbliche Abteilung kamen besonders Gläser der 
Zechliner und Potsdamer Hütten, Fayencen von Potsdam und 
Rheinsberg und Berliner Porzellane, auch solche der von der 
Königlichen Manufaktur gegründeten Wegelyschen Fabrik. 
Einen besonders wertvollen Zuwachs der Bilderabteilung bilden 
zwei Ölporträts von Franz Krüger, von dein auch zahlreiche 
Zeichnungen in den Besitz des Museums kamen, 
(Byzantinische Museen in Griechenland.) Aus 
Athen wird uns gemeldet: König Konstantin Unterzeichnete 
ein Dekret, mit welchem die Gründung je eines byzantinischen 
Museums in Athen und Saloniki angeordnet wird. Der Sitz 
des ersteren wird sich am Zapeion, des letzteren in der antiken 
Moschee Aya Paraskevi befinden. Als Direktor des Athener 
Instituts ist der Professor für byzantinische Kunst Adamtion 
in Aussicht genommen. 
Vom Kunstmarkt. 
(Auktion im Dorotheum.) Das Wiener Dorotheum, 
das den Sammlern auch in der Kriegszeit Gelegenheit bietet, 
ihre Bestände zu bereichern, tritt am 5. Februar mit einer, 
größere Beachtung verdienenden Versteigerung hervor. Unter 
den älteren Arbeiten des österreichischen, beziehungsweise 
Wiener Kunstgewerbes, die da unter den Hammer kommen, 
wären insbesondere die aus der Theresianischen Epoche stam 
menden Schreibtischkommoden aus Nußholz mit Bronzebeschlä 
gen hervorzuheben. Der Biedermeierzeit gehört unter anderem 
ein kleiner, silberner Weihbrunnkessel an, der Maria mit dem 
Jesukinde zeigt. Gut sind die Gemälde vertreten. Wir finden 
da einen Gauermann („Waldinneres“), eine Ölskizze von 
Ranftl, „Der Schutzengel“ betitelt, zwei signierte Kupel 
wieser (Porträts des Malers Thaddäus Aigner und der 
Frau Agnes Aigner), ein Ölgemälde auf Holz von Bensa 
(„Spazierritt“), zwei Mädchenbildnisse“ von Heinrich Johann 
Schramm, ferner Landschaften von C. Grefe („Land 
schaft mit bewölktem Himmel“), C. Hasch („Am Chiemsee“), 
Alfred W. Kowalski („Schlittengefährt in einer Schneeland 
schaft"), Otto Heinrich („Villa am Meer“), Möhsmer 
(„Hochgebirgslandschaft“), Albert Zimmermann („Winter 
im Walde“) und andere. Ein Studienkopf weist auf Füger 
irin, ist aber als solcher nicht sichergestellt. 
(Versteigerungen bei Lepke in Berlin.) In Rudolph 
Lepkes Kunst-Auktions-Haus in Berlin findet vom 23. bis 
25. Februar eine Versteigerung von Antiquitäten und alten 
Gemälden statt. Den Hauptbestandteil bildet die erste Abtei 
lung des Nachlasses des bekannten Berliner Kunsthändlers 
Hecht, dem Beiträge aus anderen Nachlässen und sonstigem 
Privatbesitz hinzugefügt worden sind. Dem Sondergebiet 
Hechts entsprechend, füllen einen großen Teil des Kataloges 
die Stoffe, Kirchengewänder und alten Möbel des 17. bis 18. Jahr 
hunderts. Eine Anzahl hervorragend schöner, alter Orient 
teppiche schließen sich hier an. Kunstgewerbe aller Art vom 
16. bis 19. Jahrhundert, als Porzellan, Fayence, Miniaturen, 
vervollständigen die Auswahl von Antiquitäten nach dieser 
Seite hin. Alte Gemälde des 16. bis 18. Jahrhunderts, vor 
wiegend aus der niederländischen, deutschen und italienischen 
Schule sowie englische und französische Farbendrucke und 
Kupferstiche vor allem des 18. Jahrhunderts sind ebenfalls 
in reicher Auswahl und zum Teil hervorragender Qualität vor 
handen. Der mit mehreren Abbildungstafeln versehene Katalog 
ist kostenlos durch Rudolph Lepkes Kunst-Auktions-Haus, 
Berlin W 35, Potsdamerstraße 122 a/b, zu beziehen. 
(Verkauf eines gotischen Holzplafonds.) Der 
Zentralkommission für Denkmalpflege in Wien wird aus Feld 
kirch geschrieben: ln einem Hause, das den Ferdinand Müller- 
sclien Kindern gehört, befand sich ein gotischer Holzplafond, 
der von der Vormundschaftsbehörde angeblich aus Gründen 
der Sicherheit an den Ant'quitstenhändler Sagemeister in 
Bregenz verkauft wurde. Sagemeister besitzt aus derselben 
Gegend einen schönen Renaissanceprunkofen. 
(Vom amerikanischen Kunstmarkt.) Die Lage auf 
dem amerikanischen Kunstmarkt spiegelt ein. Artikel wider, 
den die „American Art News“ in ihrer Neujahrsnummer ver-
	        
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