Seite 120
Internationale Sammler-Zeitung
Nr. 12
Die ganze Kollektion gewährt einen wohl schwerlich wieder
kehrenden Einblick in eine römische Privatsammlung. Der
Katalog mit 20 Lichtdrucktafeln ist zum Preise von M 3- -
durch die Galerie Helbing in München zu beziehen.
(Versteigerung der Sammlung H. Schmeil.) Im
kommenden Herbst wird durch die Kunsthandlung Hugo
Helbing in München, eine der bedeutsamsten deutschen
Kunstsammlungen zur Versteigerung gelangen, nämlich die
Galerie Kommerzienrat H. Schmeil, Dresden, die in der
Hauptsache auserlesene Werke deutscher Maler umfaßt.
In erster Linie ist da die Künstlergruppe glänzend vertreten,
die man gewöhnlich den Lei bl-Kreis nennt, so Leibi selbst
durch fünf Bildnisse und etliche Handzeichnungen, Charles
Schuch durch einige hervorragende Stilleben und ein großes
Hauptbild mit Figur, Trübner durch glänzende frühere
Werke, Karl Haider durch sein bedeutendstes Figurenbild
„Der neue Stutzen“, dann Hagemeister, Hans Thoma und
viele Andere. Auch ein berühmter Böcklin, die ,,Susanna“
gehört zur Galerie, ferner ein paar sehr frühe und hervor
ragend schöne Bilder von Liebermann und anderen deut
schen Meistern, wie v. Uhde, Habermann, A. v. Keller,
Welti, Stäbli, v. Zügel, W. v. Diez und Spitzweg. Von
Nichtdeutschen sind Munkacsy, Courbet, Segantini ver
treten, alle drei durch Arbeiten von Rang.
Ausstellungen.
Berlin. Ausstellungshalle im Zoologischen Garten. Waffen
und Ausrüstung Von eien Schlachtfeldern.
•— Freie Sezession. Ausstellung.
— Kunstgewerbemuseum. Ausstellung böhmischer
Kunstgläser.
Budapest. Nemzeti Szalon. Frühjahrsausstellung.
Genf, Kriegskunstausstellung.
Linz. Lan d h au s p av i 11 o n. Sonderausstellung des
Malers Konrad Mein dl.
New-York. Kunstausstellung.
Prag. Rudolfinum. Kriegsbilderausstellung.
Wien. Gemäldesalon L e b e 1, I, Kolowratring 6. Guardi
Schindler, Pettenkofen, Rumpler, Alt u. a.
— III., Löwengasse 47, Kunstsammlung des Invaliden
fonds.
Auktionen.
15. Juni. Frankfurt am Main. Rudolf Bangel. Kupfer
stiche, Radierungen, Schabkunst.
. 27. und 28. Juni. München. Galerie Helbing. Sammlung
O. E. Messinger (München) I. Abt. Antiquitäten, Knnst-
und Einrichtungsgegenstände, Gemälde alter Meister usw.
30. Juni. Wien. Dorotheum. Waffen und Musikinstru
mente.
7. und 8. Juli. München. Galerie Helbing. Nachlaß der
Gräfin Landberg, Schloß Tutzing (Starnbergersee), Anti
quitäten, Kunst- und Einrichtungsgegenstände, Gemälde
alter und moderner Meister.
Herbst. München. Galerie Helbing. Sammlung Kommer
zienrat H. Schmeil (Dresden), Gemälde moderner Meister.
Literatur.
* Die soeben zur Versendung gelangte neue Jahresgabe
des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft ist
dem Andenken eines lange vernachlässigten großen deutschen
Künstlers und dem Gedächtnisse eines trefflichen Freundes
Deutschlands und der deutschen Kunst im Auslande gewidmet.
Der letztere ist der norwegischeKunstforsclier Andreas Aubert,
dem ein tragisches Geschick vor zwei Jahren gerade in dem
Augenblicke die Feder entrissen hat, als er sich nach zwanzig
jährigen Vorarbeiten anschickte, sein großes Werk über Kaspar
David Friedrich zur Niederschrift zu bringen. Die Wieder
entdeckung dieses großen Malers der deutschen Romantik,
der nach seinem Tode im Jahre 1840 bald völliger Vergessenheit
anheimgefallen ist, ist Auberts Werk, der unermüdlich den
Spuren von Friedrichs Leben und Schaffen nachgegangen
ist und deutsche Kunstforscher und Museumsleiter, wie Tschudi
und Lichtwark, für Friedrich interessiert hat. In Auberts
Nachlaß fand sich druckfertig nur ein erster Abschnitt des
geplanten Friedrich-Werkes vor, freilich ein besonders inter
essanter. In diesem „Gott, Freiheit, Vaterland“ betitelten
Kapitel behandelt Aubert Friedrichs früher arg mißverstandene
patriotische Bilder und schildert dabei weit ausgreifend das
Verhältnis des Künstlers zu den deutschen Patrioten der
Befreiungskriege und beider Stellung zur deutschen Romantik.
Dies im gegenwärtigen Zeitpunkte so besonders aktuelle Kapitel
ist es, das der Deutsche Verein für Kunstwissenschaft seinen
Mitgliedern als Jahresgabe überreicht. Den Text begleiten und
ergänzen 30 Tafeln nach Gemälden und Zeichnungen Friedrichs;
das Ganze ist von dem Verlage von Bruno Cassirer in Berlin
mustergiltig ausgeführt worden und bildet einen höchst wert
vollen Beitrag zur deutschen Kunstgeschichte der Romantik,
wie zugleich die Einlösung einer Ehrenpflicht Andreas Auberts
gegenüber.
Neue Kataloge.
* Karl Ernst Henrici, Berlin W 35, Aukt.-Kat. XXXI,
Stammbücher und Autographen (573 Nummern).
* Rudolph Ban ge 1, Frankfurt a. M., Kat. 022, Gemälde,
Studien, Kunstblätter usw. (690 Nummern).
* F. A. C. Prestel und Joseph Baer & Co., Frank
furt a. M. Kunstbibliotheken aus den Nachlässen Gute
kunst, Stuttgart, und Adolf v. Becke rat h, Berlin
(1254 Nummern).
* Rudolph Lepke, Berlin, Kat. 1755. Nachlaß Adolf
v. Beckerath, Berlin (1178 Nummern).
* Dorotheum, Wien. Nachlaß Hofrat Professor Emil
Zuckerkandi (272 Nummern).
* Hugo Helbing, München, Ölgemälde moderner
Meister, Nachläße Münchener Künstler. Professor Adolf
Eberle, Kunstmaler Josef WilroiderI, und aus anderem
Privatbesitz (300 Nummern).
* Richard Borek, Braunschweig. Neuheiten, Preisliste
Nr. 70, 10. Mai 1916.
* Paul Graupe, Berlin. Kat. LXXIX, Kalender und
Almanache. Der Katalog, der selbst die Form eines zierlichen
Almanachs hat, wird besonders Gotha-Sammler befriedigen,
da er eine große Anzahl zudem ziemlich seltener Exemplare
der Adelsalmanache enthält. Von sonstigen Raritäten sei auf
den 6. Jahrgang der „Aglaia“ hingewiesen, in dem die
Seiten 303—308 fehlen. Sie enthielten Grillparzers Gedicht
„Die Ruinen des Campo vaccino“. Der Zensor nahm aber
Anstoß an dem „gottlosen Poem“ ließ alle Exemplare der
„Aglaia“ einziehen, das Gedicht entfernen und ein neues
Inhaltsverzeichnis dem Almanach anlügen.
* Joseph Baer ’& Co., Frankfurt a. M., Kat. 641. Kunst
historische Bibliothek, V. Teil, Kunststätten (1523 Nummern).
* G. Schoden, Antiquariat, München, Nr. 37 (379 Num
mern).
Briefkasten.
Philatelie, Bern. Nr. 225 erzielte 35, 884 21, 1109 160 und
1214 14 Kronen.
G. S. in R. Vor dem Herbst nicht mehr.
G. B. Wien. 1. Der Blumenmaler Franz Xaver Petter
wurde am 22. Oktober 1791 in Wien geboren, wo er am II. Mai
1866 starb. 2. Die Preise, die Petter erhielt, bewegten sich
zwischen 200 und 1000 Kronen, heute ist ihr Wert ein größerer.