MAK
Seite 158 
Internationale Sammler- Zeitung 
Nr. 18 
Zivilbehörden in der Heimat wie in den besetzten 
Gebieten. Besondere Gruppen bilden Privat- und 
Gelegenheitsdrucke. 
Eine eigenartige Gruppe ist die Sammlung der 
Doktordiplome, die die deutschen Universitäten 
in diesem Kriege ehrenhalber ausgestellt haben. 
Obenan steht das Diplom für Hindenburg, auf 
dem die vier Fakultäten der Königsberger Universität 
Hindenburg ihren Dank für „die Befreiung der Heimat 
flur von den Moskowiterscharen“ aussprechen. In die 
ernsten schwarzen Antiquabuchstaben mischt sich da 
das leuchtende Gold glänzender Namen. Grüne Eichen 
kränze umrahmen das Diplom. Ähnlich ist das philo 
sophische Doktordiplom von Königsberg für Luden 
dorff gehalten. Als die rechts- und staatswissen 
schaftliche Fakultät von Breslau Hindenburg den 
Titel eines Dr. rer. pol. verlieh, nannte sie ihn „den 
Mann, der in der Kriegskunst mit höchster Genialität 
festes Gottvertrauen verbindet, der die Scharen des 
nordischen Pharao in die masurischen Sümpfe, gleich 
sam in ein Rotes Meer, versenkt hat.“ Von den anderen 
Diplomen, denen für Falkenhayn, Breitenbach, 
Bissing, Freytag von Loringhoven, Gaede, 
Gallwitz, sei das für den ersten Generalquartier 
meister Hermann von Stein hervorgehoben. Als 
Hallischer Dekan nennt da der Philologe Kern den 
General, der der Sohn eines Pfarrers aus der Provinz 
Sachsen ist, Sachsen-Preußens Zier und preist seine 
Heeresberichte, die die glänzenden Taten unserer 
Truppen nicht minder glänzend in scharfen und knappen 
Worten der Welt verkünden wie die Lügen unserer 
Feinde in wahrhaftiger Treue zunichte machen. In 
dem Latein der althergebrachten Laudatio findet 
sich ja manche, in kurzen Worten schlagende. Cha 
rakteristik der Führer unserer Kriege. 
Von den Ehrendiplomen an Techniker seien die 
an Generalmajor Groener, den Leiter des Feldeisen 
bahnwesens, an den Artilleriemajor Max Bauer, an 
Wilhelm von Siemens hervorgehoben. Die Techni 
schen Hochschulen schließen sich in der Sammlung 
mit den Diplomen von Tirpitz, Skoda, General 
von Bailer u. A. an. In der Sammlung befindet sich 
auch das Ehrendiplom der Breslauer Juristenfakultät 
für Sven Hedin, den schwedischen „eifrigen Ver 
teidiger der Wahrheit und treuesten Freund Deutsch 
lands“. 
Auch Abschriften solcher Diplome von österreichi 
schen Hochschulen sind dabei, so die Verleihungen 
des Ehrendoktorats an Erzherzog Eugen und an 
General Dankl durch die Universität in Innsbruck 
und durch die Wiener technische Hochschule an die 
Erzherzoge Friedrich und Leopold Salvator. 
An die Ehrendiplomc reiht sich eine Sammlung 
der Diplome, die die Universitäten Berlin, Heidel 
berg und München den Kandidaten nachträglich 
verliehen, die nach Ablegung ihres Examens vor dem 
Feinde fielen. Es heißt da: „Den fürs Vaterland in 
Treue Gefallenen zum Gedächtnis geweiht“; in einem 
anderen: „Er hat mit seinem Tod fürs Vaterland 
einen Ruhm über jedes Lob erhaben sich errungen“; 
in einem dritten: „Er vergoß sein Blut für die Heimat, 
zum Denkmal ehrenvollen Lebens und ruhmvollen 
Todes“. 
W*L ÄS:- 
-vT 
Neuentdekte Werke Rembrands. 
Die stattliche Reihe der in den jüngsten Jahrzehnten 
neuentdeckten Werke Rembrandts hat sich nach 
Berichten der „Kunstchronik“ wieder um zwei vermehrt. 
Zunächst war einer der bekanntesten englischen 
Privatsammler, Sir Herbert Cook in Richmond, 
so glücklich, einen bisher völlig unbekannten Rembrandt 
zu erwerben. Es ist dies eine bezeichnete und von 
1633 datierte Darstellung des Apostels Petrus, dessen 
ehrwürdige Greisengestalt ungefähr bis zu den Knien 
sichtbar ist. Sie ist in einen weiten, orangebraunen 
Mantel gehüllt, der über ein dunkelgrünes Unterkleid 
geworfen ist; in der linken Hand hält der Apostel 
zwei große Schlüssel, einen silbernen und einen goldenen; 
der schöne edle Kopf mit der mächtigen Stirn, der 
von weißem Haar und Bart umwallt ist, ist in ernstem 
Nachdenken ein wenig gesenkt, der Blick links seit 
wärts zu Boden gerichtet und die Rechte wie vor 
schmerzlicher Reue beteuernd an die Brust geschlagen. 
Die Figur steht vor grauem Hintergründe. 
Das Modell, dessen sich Rembrandt hier bedient 
hat, ist von anderen, ungefähr derselben Zeit ange 
hörenden Werken des Meisters her bekannt; wir be 
gegnen demselben Typus z. B. dem Apostel Paulus 
in Nürnberg, mit dem er auch den Ausdruck tiefen 
Nachdenkens und einen ähnlich gesenkten Blick teilt 
sowie in dem Halbbildnis des Greises mit der Kupfer 
nase in Kassel und anderen Werken in Stockholm 
und Petersburg. 
Eines anderen neuen Werkes Rembrandts ist die 
Amsterdamer Kunsthandlung Asscher u. Koetser 
in England habhaft geworden. Es ist dies eine Dar 
bringung im Tempel, die wahrscheinlich als ein 
Spätwerk des Meisters anzusehen ist. Es handelt sich 
um ein Bild von beträchtlichem Abmessungen, das in 
einem sehr schlechten Zustande entdeckt wurde, jetzt 
aber vorsichtig wieder hergestellt worden ist. Glück 
licherweise hat die alte Farbschicht kaum gelitten. 
An dem Ausdruck und der Haltung der Haupt 
figuren, Simeons und Marias, zeigt das Bild Anklänge 
an Rembrandts Radierung der Darbringung im Tempel; 
die Figur des alten Simeon erscheint übrigens auf 
verschiedenen Werken Rembrandts in ähnlicher Gestalt 
wieder. Komposition und Ausführung sind von großer 
Einfachheit; nur um das innerliche Verhältnis der 
Figuren und ihr inneres Leben ist . es dem Künstler 
hier zu tun, und auf malerische Nebenwirkung ist 
daher verzichtet. Auch in der Farbe hat sich der Meister 
weise Beschränkung auferlegt; das Ganze ist auf dunkle 
schwere Töne gestimmt, kaum daß sich die Gestalten 
deutlich von dem dunklen Hintergründe abheben.
	        
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