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Seite 162 
Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 18 
Maler Hans Viertelberger in Wien übertragen, der sich 
seines Auftrages auch diesmal mit hohem künstlerischen 
Geschick entledigte. Pie restaurierten Gemälde sind dieser 
Tage aus Wien angelangt und bereits wieder an ihren Platz 
gebracht. Das eine Gemälde hat zum Vorwurf: „Der heilige 
Franziskus empfängt die Wundmale Christi“, das andere 
stellt eine wunderbare Heilung durch den heiligen Josef von 
Cupertino vor. Besonders das erstere ist ein würdiges Gegen 
stück zu Schmidts vielbewundertem Bilde: „Christus stirbt 
am Kreuze“ auf dem Kreuzaltare der Kirche. 
Numismatik. 
(Das montenegrinische Geld.) Aus Cetinje wird 
uns geschrieben: Die Nachricht, daß die Militärverwaltung 
in Montenegro eigenes Notgeld ausgegeben habe, ist unrichtig; 
es wurden nur die alten Noten zu 1, 2, 5 und 10 Perper, die 
früher den österreichisch-ungarischen Noten zu 1, 2, 5 und 
10 Kronen entsprachen, abgestempelt und gelten jetzt 
die Hälfte des früheren Betrages. Dagegen haben sich die 
alten Paramünzen in ihrem Werte nicht geändert. Für 
Sammler hätten die von unserer Militärverwaltung (beider 
seitig) abgestempelten Noten Interesse, da sie ja Übergangs 
werte vorstellen, die später eingezogen werden sollen. 
Philatelie. 
(Neue Marken der Niederlande.) Es verlautet, daß 
auch die Niederlande eine Erhöhung ihrer Postgebühren 
einzuführen gedenken, was natürlich die Schaffung neuer 
Markenwerte, sei es mittels Aufdruck oder in definitiver Aus 
führung, zur Folge hätte. 
(Eine Flugsport-Abstempelung von Milwaukee.) 
Amerikanische Blätter berichten von einer Flugsport-Ab 
stempelung von Milwaukee. Es ist ein Rundstempel mit 
anhängender Fahne, anscheinend ein Maschinenstempel. Der 
Stempel ist einkreisig und trägt folgende Inschriften: Im 
oberen Halbrund: Aeroplane Station, im unteren Halbrund: 
M. L. MILWAUKEE, Wis. In der Mitte dreizeilig das Datum. 
Verschiedenes. 
(König Ferdinand von Bulgarien als Sammler.) 
Das bulgarische Konsulat in Berlin hat ein kleines Heftchen 
„Bulgarien, was es ist und was es wird“ erscheinen lassen. 
Darin schildert u. a. der Direktor des Berliner Zoologischen 
Gartens Prof. Dr. Heck das Verhältnis des Königs der Bul 
garen zur Naturwissenschaft. Danach lenkt die Geschichte 
Bulgariens ein zünftiger Naturwissenschaftler, ein Ornithologe. 
Schon als Schüler besaß Prinz Ferdinand eine Sammlung 
lebender Vögel, die ihresgleichen suchte. Bereits 1874 war 
Prinz Ferdinand ordentliches Mitglied der Deutschen Ornitho- 
logischen Gesellschaft, wie jeder andere wirkliche Jünger 
der wissenschaftlichen Ornithologie. 1879 unternahm er ge 
meinsam mit seinem Bruder August eine Reise nach Brasilien, 
die reiche Früchte für die Sammlung trug. Eine Abhandlung 
Ferdinands I. über die Einwanderung des Rosenstars in Bul 
garien ist in den Mitteilungen des Dresdener Museums er 
schienen. Dank der Sammler- und Forschernatur seines Zaren 
besitzt Bulgarien in Sofia ein Museum für Naturkunde und 
-einen Zoologischen Garten, der sich mit den entsprechenden 
Anstalten Westeuropas durchaus messen kann. Heck spricht 
die Ansicht aus, daß der König der Bulgaren wegen seiner 
fachmännischen Kenntnisse ohne weiteres eine leitende Stelle 
an einem Museum oder Zoologischen Garten einnehmen und 
ausfüllen könnte. An einem der sogenannten billigen Sonntage 
erschien der Herrscher der Bulgaren im Berliner Zoo und 
auch bei der Führung konnte sich Heck davon überzeugen, 
daß er einem Fachgelehrten seine Schätze zeigte. 
(Kunstarbeiten aus sibirischen Kriegsgefan 
genenlagern.) In Stockholm sind unlängst die Kunstarbeiten 
eingetroffen, die Dr. Hallström von seinem Roten-Kreuz- 
Besuche in den sibirischen Kriegsgefangenenlagern bis an 
die Grenze der Mandschurei eingebracht hat. Es handelt sich 
dabei um Arbeiten von Deutschen, Österreichern, Ungarn 
und Türken, die in Kriegsgefangenschaft geraten waren und 
sich die endlosen Stunden des sibirischen Winters und die 
glühendheißen Sommertagc durch einen Zeitvertreib zu ver 
kürzen gesucht haben, oder mit ihrer Kunstfertigkeit Geld 
verdienen w-ollten, um sich den lang entbehrten Tabak ver 
schaffen zu können. Alle möglichen Rohstoffe sind bei den 
Kunstarbeiten der Kriegsgefangenen verwendet, und wenn 
man bedenkt, daß sie sich auch die notdürftigsten Werkzeuge 
selbst herstellen mußten, muß man ihre Geschicklichkeit 
um so mehr anerkennen; manche der Arbeiten können ohne 
weiteres den Vergleich mit solchen aushalten, wie sie in guten 
Werkstätten für angewandte Kunst erzeugt werden. Am 
zahlreichsten vertreten sind Uhrketten, Rosenkränze und 
Halsschmuck aller Art; ferner haben die Kriegsgefangenen 
kleine Bürsten, Aschenbecher, zierliche Kästchen und Musik 
instrumente hergestellt. Bei den Ketten sind fast immer 
Pferdchaare verwendet worden, die oft zu den niedlichsten 
Filigranarbeiten verflochten sind, zu deren Ausführung eine 
unendliche Geduld nötig ist. Als Schmuck der Ketten dienen 
häufig bearbeitete russische Silbermünzen, und w t o die Kriegs 
gefangenen sich von Uniform- oder Ausrüstungsteilen Alu 
minium verschaffen konnten, haben sie dieses Metall zu be 
arbeiten verstanden. Die Kettenanhängsel tragen zuweilen 
Inschriften; so zeigt ein münzenähnliches Anhängsel auf einer 
Seite die Inschrift „Erinnerung an meine schwersten Tage“, 
während die andere zwei vereinigte Hände mit dem Texte 
„Viribus unitis“ aufweist; dem Wahlspruche nach handelt 
es sich also um die Arbeit eines österreichischen Kriegs 
gefangenen. Wenn die Kriegsgefangenen Fleisch als Kost 
bekamen, behielten sie die Knochen, um sie zu Schnitzarbeiten 
zu verwenden. Auch die Schnitzarbeiten sind zuweilen ganz 
hervorragend gelungen. Dies gilt ganz besonders von einer 
Skulptur, die einen deutschen und einen österreichich-ungari 
schen Soldaten nebeneinanderstehend darstellt. Die Musik 
werkzeuge, die die Kriegsgefangenen hergestellt haben, machen 
äußerlich einen guten Eindruck; will man sie als Musikwerk 
zeuge richtig beurteilen, so kann dies erst nach einer Auf 
arbeitung geschehen, denn auf der langen Reise — Hallström war 
acht Monate lang unterwegs — haben sie ihren Ton eingebüßt. 
(Die Kunstwerke von Rimini) haben, wie wir einem 
Aufsatz des Grafen Francesco Malaguzzi-Valeri im 
„Resto del Carlino“ entnehmen, durch das letzte Erdbeben 
schwere Schädigungen erlitten. Die ältesten Bauten vom 
Augustusbogen bis zum „Tempio Malatestiano“ (der Kirche 
S. Francesco) vermochten Widerstand zu leisten, -während 
die Kirchen aus der Barockzeit derart zerstört sind, daß an 
ihre Restauration gar nicht zu denken ist, so z. B. die Theatiner 
Kirche, die Kirchen des heil. Bartholomäus, des heil. Augu 
stinus und der heil. Agnes. Zum Glück blieben die Gemälde 
und Skulpturen zum größten Teil unbeschädigt; die Bilder 
Franceschinis und Schiavones haben keinen Schaden ge 
nommen. Von Zivilbauten erfuhren die schlimmsten Verwüstun 
gen das Stadthaus und die Paläste Letimi und Cima-Anguissola. 
(Der Altmeister der französischen Landschafter.) 
Henri Harpignies, der Altmeister der französischen Land 
schaftsmaler, ist, 97 Jahre alt, in Saint Prive an der Yonne 
gestorben. Verhältnismäßig spät, mit 34 Jahren, stellte Har 
pignies zuerst im Pariser Salon aus, doch gewann er bald 
große Beliebtheit. Er ist in den meisten größeren Museen 
in Frankreich vertreten. Harpignies schloß sich in seiner 
Kunst der Schule von Barbizon an, ohne zu den führenden 
Geistern zu gehören. Seine Motive holte er vielfach aus Italien. 
Stille melancholische Hügellandschaften mit Wiesen und 
Baummassen, beleuchtet von dem Schein des aufgehenden 
Mondes, gehörten zu seinen Lieblingsvorwürfen.
	        
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