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MAK

Full text : Jahrgang 8 (1916) (19)

Seite  172

Nr.  19

Internationale  Sammler-Zeitung

Stadt  Lotzen“.  Die  Russen,  die  im  Winter  1914/15  in  Masuren
gehaust  haben,  gruben  in  den  alten  .Ordensschlössern  und  in
anderen  mittelalterlichen  Gebäuden  systematisch  in  Kellern
nach  verborgenen  Schätzen.  Lyk  und  Soldau  sahen  in
ihren  Ordensschlössern  solche  plündernde  russische  Schatzgräber, ­
  die  aber  dort  ohne  Erfolg  bei  der  Arbeit  waren.  Dagegen
fanden  sie  in  einem  Keller  in  J  ucha  (zwischen  Lyck  und
Widwinncn)  einen  Silbermünzenschatz,  den  selbst  der  Besitzer
nicht  kannte.  Als  der  Besitzer  zurückkehrte,  fand  er  200  Stück
prächtig  erhaltene  Münzen  der  Jahre  1658  bis  1675.  Weil  es
nicht  mehr  gültige  Münzen  waren,  wurden  sie  von  den  Russen
nicht  mitgenommen.  Es  sind  fünfmarkstückgroße  Silbermünzen ­
  der  Städte  Zwalle  und  Deventer,  talergroße  Silbermünzen ­
  des  Königs  Johann  Kasimir  von  Polen,  in  Thofn
und  Danzig  geprägt.  Darunter  zeigten  sich  pommersche
Münzen  des  Königs  Karl  XT.  von  Schweden,  vom  Großen
Kurfürsten  von  Brandenburg.  Alle  die  Schätze  sind  vom  Finder
der  „Vaterländischen  Gedenkhalle“  in  Lötzen  überwiesen
worden.

Museen.
(Sequestration  des  deutschen  kunsthistorischen
Instituts  in  Florenz.)  Nach  einer  Meldung  des  „Corriere
della  Sera“  aus  Florenz  ordnete  der  dortige  Präfekt  an,
daß  sämtliche  Sammlungen  und  Kunstgegenstände  des
deutschen  kunsthistorischen  Instituts  im  Palazzo  Guadagni
unter  die  Aufsicht  Giovanni  Poggis,  des  Direktors  der  Uffizien,
gestellt  werden,  damit  nichts  von  den  kostbaren  Sammlungen
aus  Florenz  fortgeschafft  werden  könne.

Vom  Kunstmarkt.
(Altes  Zinn  und  Holzskulpturen.)  Gleichzeitig  mit
der  Glassammlung  Philipp  Schwarz  (Stuttgart),  von  der
an  anderer  Stelle  die  Rede  ist,  gelangt  in  der  Galerie  Helbing
in  München  noch  eine  zweite  bekannte  Stuttgarter  Sammlung, ­
  und  zwar  diejenige  des  verstorbenen  Direktors  Karl
Nestel  zur  Versteigerung,  die  im  wesentlichen  altes  Zinn
und  alte  Holzskulpturen  umfaßt.  Wir  behalten  uns  vor,
auf  diese  das  Durchschnittsmaß  beträchtlich  übersteigende
Sammlung  noch  ausführlicher  zurückzukommen.

Ausstellungen.
—  Baüen  bei  Wien.  Kunstverein.  Erste  Ausstellung.
Berlin.  Ausstellungshalle  im  Zoologischen  Garten.  Waffen
und  Ausrüstung  von  den  Schlachtieldern.
—  Freie  Sezession.  Ausstellung.
—  Kunstgewerbemuseum.  Ausstellung  böhmischer
Kunstgläser.
Genf.  Kriegskunstausstellung.
Lemberg.  Kr  egsausstellung.
New-York.  Kunstausstellung.
Wien.  Prater,  Kriegs:.u:stellung.
—  Gemäldesalon  Lebel,  I,  Kolowratiing  6.  Guardi
Schindler,  Pettenkoien,  Rumpler,  Alt  u.  a.
—  III.,  Löwengasse  47,  Kunstsammlung  des  Invalidenfonds. ­

—  Österreichisches  Museum.  Uhrensammlung  der
Baronin  Marie  Ebner-Eschenbach.

Auktionen.
Anfangs  Oktober.  Wien.  C.  J.  Wawra.  Sammlung  des
Generaldirektors  Viktor  Zuckerkandl  (Wien).  Moderne  Gemälde, ­
  Zeichnungen  von  österreichischen  und  deutschen  Mei-•stern,
  Miniaturen,  farbige  Kupferstiche  usw.

3.  Oktober.  München.  Galerie  Helbing.  Nachlaß  Professor
Julius  Adam  (München)  sowie  Gemälde  hervorragender
moderner  Meister  aus  anderem  Besitz.
3.  und  4.  Oktober.  Frankfurt  a.  M.  Rudolf  Bangel.  Gemälde, ­
  Kunstblätter,  Antiquitäten  und  Kunstgegenstände,
Ausgrabungen,  Francofurtcnsien.
3.  bis  6.  Oktober.  Berlin.  Rudolph  Lepke.  Nachlaß  des
Freiherrn  Hugo  von  Mecklenburg  auf  Santlitz.  i.  Teil,
Deutsche  Kunstgegenstände,  Fayencen,  Silber,  Porzellan.
Glas,  Möbel  und  anderes.
4.  und  5.  Oktober.  Berlin.  Karl  Ernst  Henrici.  Französische ­
  und  englische  Kupferstiche  aus  einem  pommerischen
Nachlaß.  Radierungen  und  Handzeichnungen  Chodowieckis
aus  dem  Besitz  eines  Kunsthistorikers,  Handzeichnuhgen,
Ölbilder  u.  a.
9.  Oktober.  Frankfurt  a.  M.  F.  A.  C.  Prestel.  Handzeichnungen
  deutscher  Meister.  Kupferstiche  des  18.  Jahrhunderts
und  moderne  Graphik.
17.  Oktober.  Berlin.  Kunstsalon  P.  Cassircr,  unter  Leitung
von  Hugo  Helbing,  München.  Gemäldesammlung  Hugo
Schmeil  (Dresden).  Hochbedeutende  moderne  Gemälde.
.19.  und  20.  Oktober.  Berlin.  Max  Perl.  Moderne  Graphik,
Handzeichnungen  aus  dem  Besitz  eines  Münchner  Kunstfreundes. ­

24.  Oktober  und  folgende  Tage.  Berlin.  Rudolph  Lepke.
Antiquitäten  aus  verschiedenem  Besitz.
25.  Oktober.  München.  Galerie  Helbing.  Sammlung
Architekt  Philipp  Schwarz  (Stuttgart).  Bedeutende  alte
Gläser.
26.  Oktober.  München.  Galerie  Helbing.  Nachlaß  Direktor
Karl  Nestel  (Stuttgart).  Hervorragende  Sammlung  von
Edel-Zinnarbeiten,  Holzskulpturen,  dabei  Altäre.
Ende  Oktober.  Berlin.  Karl  Ernst  Henrici.  Eine  Goethe-Sammlung.

Ende  Oktober.  Wien.  C.  J.  Wawra.  Alte  und  moderne
Gemälde  aus  Wiener  Privatbesitz.
20.  und  21.  November.  Berlin.  Max  Perl.  Kupferstiche
alter  Meister  aus  Berliner  Privatbesitz.
November.  München.  Galerie  LIelbing.  Nachlaß  Kunstmaler ­
  Hugo  Kauffmann  (München)  und  hervorragende
Gemälde  aus  anderem  Besitz.
November.  München.  Galerie  Helbing.  Nachlaß  Professor ­
  Frank  Kirchbach  (München).
November.  München.  Galerie  Helbing.  Sammlung  Doktor
Georg  Hirth  (München).  Hervorragende  Antiquitäten,  alte
und  moderne  Gemälde,  Textilien,  Teppiche  usw.
November.  München.  Galerie  Helbing.  Sammlung  Moritz
Seligmann  (Köln  a.  Rh.).  Bedeutende  Antiquitäten,  Möbel,
Skulpturen.
Dezember.  München.  Galerie  Helbing.  Nachlaß  Professor
Louis  Braun  (München).
Dezember.  München.  Galerie  Helbing.  Sammlung  Oberstabsarzt ­
  Dr.  Karl  Rittershausen  (München).  Antiquitäten,
alte  und  moderne  Gemälde.
9.  Dezember.  Berlin.  Max  Perl.  Moderne  Luxusdrucke
und  illustrierte  Bücher.
Ende  Dezember.  Köln.  Math.  Lempertz  (P.  Harnstein
&  Söhne).  Nachlaß  C.  Luck  (Düsseldorf).  Abt.  I.  Mobiliar
und  Antiquitäten.  Abt.  II.  Gemälde  erster  Meister  unserer  Zeit.

Briefkasten.
Sammler  in  Innsbruck.  Wert  etwa  5  Kronen.
Medaillen.  Anfangs  des  16.  Jahrhunderts.
L.  von  M.  in  S.  In  natürlicher  Größe.
Kunstfreund  in  Düsseldorf.  Der  Zeitpunkt  wäre  nicht
ungünstig.  Die  Nachfrage  ist  eine  starke.
            
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