Nr. 20
Internationale Sammler-Zeitung
Seite 177
Der zweite große Sittenschilderer des vormärzlichen
Wien, Josef Danhauser ist in der Sammlung
Zuckerkandl durch ein Bild vertreten, das heiß umstritten
werden dürfte, zeigt doch die „Dame auf einer
Balustrade“ alle jene geheimen Zauberspiele der Farbe,
durch die sich der Künstler so rasch in die Gunst der
Wiener hineingeschmeichelt hat.
Zu den Lieblingen der Altwien-Sammler zählt mit
Fug und Recht auch Johann Mathias Ranft 1, von
dem wir die vortreffliche Bleistiftzeichnung „Der
findet. Wir reproduzieren in Fig. 6 eines davon, vom
Künstler einfach „Mutter mit ihren Kindern“ betitelt.
An dem dem Wiener von heute nur dem Namen
nach bekannten Glacis hat sich eine junge Frau mit
ihren drei Kindern häuslich niedergelassen. Ihr Jüngstes
hält sie auf dem Schoße, während ein kleiner Knabe
mit einem Apfel in der Hand neben ihr sitzt. Das
dritte der Kinder, mit einer roten Kappe auf dem
Kopfe, sitzt abseits, dem Beschauer den Rücken
zuwendend.
Fig. 4.
Ranftl, Der verliebte Alte.
verliebte Alte“ vorführen (Fig. 4). An einem Wirtshaustische
sieht man einen Bauer mit der Pfeife in
der Hand. Vor ihm steht die Kellnerin, ein schmuckes
Bauernmädchen, die Augen zu Boden geschlagen und
reicht ihm ein Gläschen Schnaps. Außer dieser „Aussee
1849“ datierten und signierten Zeichnung kommt von
Ranftl auch ein sehr effektvolles Aquarell „Schulkinder
vor dem Dorfe“ zur Versteigerung.
Von Peter Fendi kommen in der Sammlung sechs
Bilder vor, meist Aquarelle, die mit einer farbigen
Delikatesse behandelt sind, wie sie sich nur bei den
besten englischen und französischen Aquarellisten
Blättern wir in dem Katalog weiter, so stoßen
wir auf Namen, bei denen das Herz eines jeden Sammlers
höher schlägt, Namen wie Agricola (Das Konversationshaus
in Baden-Baden), Daffinger (Porträt
des Jules de Maillardotz), Ender (Damenporträt),
Franz Eybl (Amalie Haitzinger und Porträt eines
Kardinals), Kriehuber (Porträts und Landschaften),
Pettenhofen (Vor einem ungarischen Bauernhaus),
Friedrich Lieder jun., vor allem aber Rudolf Alt,
der uns eine unvergängliche Häuserchronik Wiens
in Aquarellen hinterlassen hat.
In der Sammlung Zuckerkandl sind von Wiener