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Internationale Sammler-Zeitung
Seite 187
Straße 124 mit denjenigen kunstgewerblichen und Kunst
gegenständen, die sich zur Zeit seines Todes vorfinden würden,
als eine Art Museum erhalten wird. Dabei soll das Haus jeden
Charakter als Wohnhaus verlieren. Der Aktivbestand des
Nachlasses beträgt rund T5 Millionen, die Kunstschätze werden
auf M 320.000 geschätzt. Das Haus mit seinem ganzen kost
baren Inhalte soll berufen sein, eine lang ersehnte Ergänzung
des Breslauer Kunstgewerbemuseums, ja, in gewissen Grenzen
ein neues Museum für das Kunstgewerbe der Gegenwart zu
bilden. Nach einem Gutachten von Professor Maßner soll
durch die Verbindung von Kunst und Natur eine Sehens
würdigkeit von Breslau, eine neue Art des Museumsbaues,
geschaffen werden.
(Eine Menzelzeichnung gestohlen.) Aus Düsseldorf
wird uns berichtet:-Nachdem erst kürzlich in der hiesigen
Kunsthalle ein Bilderdiebstahl verübt worden war, ist dort
jetzt wieder ein Bild der Menzelsammlung aus dem Rahmen
lierausgenommen und gestohlen worden. Es handelt sich um
eine Bleistiftzeichnung mit Wasserfarben, die eine Dame in
ganzer Figur darstellt.
Vom Kunstmarkt
(Der zweite Teil der Sammlung Beckerath.) Am
20. und 21. November d. J. findet in Rudolph Lepkes Kunst-
Auktionshaus Berlin W. 35, Potsdamerstr. 122 a/b die Ver
steigerung des 11. Teiles aus dem Nachlaß des bekannten
Sammlers Adolf von Beckerath (Berlin) statt. Der mit
zahlreichen Lichtdruckabbildungen versehene Katalog
{Nr. 1765) bringt in seinem ersten Teil die 44 alten italieni
schen Miniaturen des 13. bis 15. Jahrhunderts, die zum
Teil noch in den alten, von Beckerath dazu gesammelten
florentinischen und venezianischen Originalrahmen sich be
finden. Es sind sowohl ganzseitige Buchillustrationen wie
auch einzelne Initialen von hervorragenden Meistern des
13. bis 15. Jahrhunderts, darunter auch einige deutsche Stücke
und eine wundervolle kleine niederländische Arbeit vom
Beginn des 16. Jahrhunderts. Den Schluß des ersten Vor
mittags bildet eine große Kollektion von alten Rahmen,
die den zweiten Teil der schon im Mai d. J. zum Teil ver
kauften umfangreichen Rahmensammlung ausmacht. Auch
hier wiegen wieder die Stücke florentinischer, venezianischer
und oberitalienischer Herkunft vor. Am zweiten Vormittag
endlich kommen Arbeiten aus den verschiedensten Sammel
gebieten Beckeraths zum Ausgebot: Arbeiten in Stein und
Holz, Bronzen und Majoliken, darunter eine große Anzahl
von Stücken, die wegen der Überfülle des damaligen An
gebotes in der großen Maiauktion nicht gleich den richtigen
Liebhaber fanden. Wir möchten noch besonders darauf hin-
weisen, daß wegen des in diese Woche fallenden Bußtages
die Auktion ausnahmsweise diesmal bereits am Montag
beginnt.
(Gemälde alter Meister.) Eine sehr interessante und
reichhaltige Sammlung von Gemälden alter Meister des
15. bis 18. Jahrhunderts kommt am 7. November in
Rudolph Lepkes Kunstauktionshaus, Berlin W. 35, Potsdamer
straße 122 a/b unter den Hammer. Sie setzt sich zusammen
aus. den Nachlässen des Herrn Alex. Schönlank (Berlin),
Carl Franze (Tetschen a. E.) und einigen Beiträgen aus
anderem Privatbesitz. Die Schönlanksche Kollektion (im
Kataloge mit einem Kreuz bezeichnet) ist nicht sehr umfang
reich, enthält aber Gemälde vorzüglicher Qualität, so z. B.
eine Rubensskizze, den Kampf an der Mulvischen Brücke
darstellend, ein Hauptwerk das Jacob Salomon Ruysdael
und ein Replik des bekannten Jacob Ruysdaelschen Bildes,
die ,,Buchenallee aus der Oppenheim-Sammlung“, zwei vor
zügliche Landschaften von Jan Siebcrechts und Jan Wij-
nants, ein prächtiges Damenporträt von Nie. Maes und eine
Anzahl Bauernszenen von P. de Bloot, D. Codde, C. Dusart,
A. van Ostade, D. Teniers: und andere mehr. Auch ein
Werk von Albert Cuyp, ein Reiter bei seinem Pferde stehend,
ist von großem Werte. In der Sammlung Carl Franze (mit
einem Sternchen im Katalog bezeichnet) sind besonders
italienische Meister des 16. und 17. Jahrhunderts berücksich
tigt und Werke von Carletto Caliari, Seb. Conca, V. Toppa,
L. Massari, B. de Pitati, F. Solimana, Ippolito Scarsello,
Marco di Tiziano, F. Zanganelli sind nebst vielen anderen
im Kataloge verzeichnet. Aber auch Holländer nehmen in
dieser Kollektion einen stattlichen Raum ein. Man findet außer
einer prächtigen Hirtenszene von Job. H. Roos, ein reizendes
Landschaftsbild von Salomon Ruysdael, eine Kirchweih
von Dusart, zwei Porträts von Janssen van Keulen und
Willem Kay und anderes. Aus den Beiträgen aus Privat
besitz ragen ein männliches Bildnis von Lievensz, eine Land
schaft von C. Decker, ein Porträt der Madame des Valliere
als Diana von P. Mignard, eine madonnenartige Darstellung
von Kneller, ein Mädchenbrustbild von A. Palamedesz
nebst Arbeiten von Heemberk, van Daten, H. Swanevelt
und anderen durch Qualität und Erhaltung hervor. Die
Besichtigung findet am Sonntag den 5. und Montag den 6. No
vember in der Zeit von 10 bis 2 Uhr statt. Der Katalog wird
auf Wunsch kostenlos abgegeben.
(Die Auktion Victor Zuckerkand I.) Die Verstei
gerung der Sammlung des Generaldirektors Victor Zuckcr-
kandl, die die Kunsthandlung C. J. Wawra in Wien am
26. Oktober und den folgenden Tagen durchführte, stand
in Bezug auf das Ergebnis kaum der letzten großen Wiener
Versteigerung nach. Besondere Attraktion übten die Alt-
wiener Meister, die durchwegs sehr gut abgingen.
Nachstehend die Preise:
Ölgemälde, Aquarelle und Handzeichnungen.
Nr. 1, Agricola, Das Konversationshaus in Baden-Baden,
K 350; Rudolf von Alt: Nr. 2, Stephansdom, K 12.000; Nr. 3,
Blick auf die Mölker- und Burgbastei vom Exerzierplatz aus,
K 10.000; Nr. 4, Platz in Gastein, K 5000; Nr. 5, Markusplatz,
K 5100; Nr. 6, Kirche in Klosterneuburg, K 5300; Nr. 7,
Ein Gebirgsdorf, K 2300; Nr. 8, Oberösterreichischer See,
K 3200; Nr. 9, Dalmatinische Hochzeit, K 1800; Nr. 10,
Zigeuner aus Galizien, K 1300; Nr. 11, Allee im Schönbrunner-
park, K 550; Nr. 12, Blick auf Berchtesgaden, K 350; Nr. 13,
Motiv bei Reichenau, K 500; Nr. 14, Burg Kreuzenstein,
K 480; Nr. 15, Der Fleischmarkt mit dem Tempel, K 650;
Nr. 16, Die alte Jägerzeile in Wien, K 700; Nr. 17, Der alte
Mehlmarkt, K 500; Nr. 18, Der Bankbasar in der Herren
gasse, K 420; Nr. 19, Das Arsenal in Wien, K 270; Nr. 20,
Alter Turm an einer Festungsmauer, K 260; Nr. 21, die Figur
des hl. Georg in der Kirche von St. Wolfgang, K 280; Nr. 22,
Detail vom Dom in Regensburg, K 300 und Nr. 23, Detail
vom Turm in Trau, K 250.
Nr. 25, Anreiter, Frauenporträt, K 220; Nr. 26, Wilhelm
Bernatzik, Der Briefschreiber, K 3000; Daffinger: Nr. 27,
Porträt des Jules de Maillardotz, K 3600; Nr. 28, Leonce
Grand d’ Ilauteville, K 2500; Nr. 29, Porträt des A. Wend
land, K 1900; Nr. 30, Iphigenie, K 550; Nr. 31, Mannesbildnis,
K 240; Nr. 32, Frauenbildnis, K 500; Nr. 33, Danhauser,
Dame auf einer Balustrade, K 1600; Nr. 34, D’ Auria, Mädchen -
bildnis, K 560; Nr. 35, Ender, Damenporträt, K 1400; Nr. 36,
Franz Eybl, Porträt eines Kardinals, K 3100; Nr. 37, ders.,
Amalie Haitzinger, K 600; Peter Fendi: Nr. 38, Mutter
mit ihren Kindern, K 2600; Nr. 39, Bauernweib mit zwei
Kindern, K 950; Nr. 40, Porträtstudien, K 230; Nr. 41, Der
Gang zur Mette, K 420; Nr. 42, Halt einer Prozession in einem
Walde, K 300; Nr. 43, Der Schutzengel, K 130; Nr. 44, Leopold
Fischer, Damenporträt, K 1100; Nr. 45, Rud. Gaupmann,
Herrenporträt, I< 800; Nr. 46, Carl Göbel, Bäuerinnen vom
Königsee, K 250; Nr. 47, Carl Heinisch, Ernte in Südbayern,
K 2210; Nr. 48, Laurenz Herz, Kaiser Ferdinand, K 100;
Nr. 49, ders., Kaiserin Karolina Augusta, K 500; Nr. 50,
Ludwig von Hofmann, Frühling auf Korfu, K 400; Nr. 51,