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MAK

Full text : Jahrgang 8 (1916) (22)

Nr.  22

Internationale  Sammler-Zeit

Seite  191

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Neue  Radierungen
Max  Klinger  hat  in  Leipzig  nach  langer  Pause  I
einen  neuen  Zyklus  von  Radierungen  vollendet.  Nicht
weniger  als  45  Blatt  umfaßt  die  Folge,  die  er  jetzt  als
Opus  XIY r  unterm  Titel  „Das  Zelt“  herausgegeben  hat.
Die  „Leipziger  Neuesten  Nachrichten“  versuchen
an  Hand  der  lakonischen  Unterschriften  (dem  einzigen
Fingerzeig,  den  Klinger  gab),  den  Gang  der  Handlung
in  ihren  wesentlichen  Zügen  zu  deuten.  Ein  wunderbar
schönes  Weib  wohnt  fern  im  Osten  in  einem  Zelt  am
See,  auf  dem  schwarze  Schwäne  hausen.  Der  Ruf  ihrer
Schönheit  dringt  weit  in  die  Lande  und  lockt  allerhand
Freier  an.  Aber  sie  liebt  nur  den  einen,  der  sie  einst  vor
einem  wilden  Stier  gerettet.  Den  rufen  ihre  Mädchen
auch  zur  Hilfe,  als  sie  von  dem  wild  entbrannten
Schwanenprinzen  bedroht  wird.  Er  greift  zum  Bogen
und  tötet  den  Begehrlichen;  als  Dank  wird  ihm  eine
Rose  und  ihre  Liebe  zuteil.  Inzwischen  naht  ein  anderer,
noch  gefährlicherer  Bewerber.  Mit  blankem  Schwert
bricht  er  ins  Zelt  ein  und  raubt  die  Schöne,  die  sich
ihm  vergebens  durch  einen  unsichtbar  machenden
Zaubertrank  zu  entziehen  sucht.  Durch  Sumpf  und
Gebirge  entführt  er  sie.  Da  wird  er  durch  einen  Bergsturz ­
  erschlagen.  Sic  entflieht  und  gerät  in  die  Gewalt
eines  Sklaven,  der  sie  gefangen  hinwegführt.  Bis
hierhin  geht  der  erste  Teil  des  Werkes,  der  in  der
Bugra  bereits  einmal  gezeigt  wurde.  Der  zweite  Teil
entfesselt  noch  tolleren,  abenteuerlichen  Wirbel.  Er

von  Max  Klinger.
führt  uns  zur  Königin  eines  Weiberstaates,  der  jener
Sklave  dienstbar  ist.  Die  Schöne  gerät  hier  in  noch
ärgere  Bedrängnis.  Da  sie  der.  großen  Göttin  dieses
Weiberstaates  nicht  opfern  will,  so  wird  sie  auf  schwindelnd ­
  hohem  Turm  gefangengesetzt  und  mit  dem  Tode
bedroht.  Umsonst!  Die  Königin  wendet  sich  nun  um
Beistand  an  die  Göttin  selbst,  diese  ihrerseits  an  einen
Zauberer.  Der  lockt  den  Geliebten  der  Schönen  herbei,
der,  stets  nur  sie  vor  Augen  sehend,  den  Weg  zu  ihrem
Turm  findet.  Da  stellt  der  Zauberer  ihm  die  Bedingung:
Nur  wenn  du  ein  anderes  Weib  tötest,  sollst  du  sie
wieder  haben!  Aus  Sehnsucht  begeht  er  den  Mord.
In  toller  Luftfahrt  holen  des  Zauberers  Diener  die
Geliebte  vom  Turm;  sie  haben  sich  wieder,  und  jubelnd
vom  Volke  empfangen,  führt  er  sie  als  seine  Königin
in  sein  Reich  ein.  Aber  ihr  Glück  ist  von  kurzer  Dauer.
Der  Schatten  der  Ermordeten  steht  drohend  zwischen
ihnen  und  jagt  beide  in  den  Tod.
Ob  Klinger  hier  einem  bestimmten  orientalischen
Märchenstoff  gefolgt  ist,  ob  er  seiner  eigenen  Phantasie
gehorchte,  es  ist  schwer  zu  entscheiden.  Manches
Blatt  scheint  darauf  zu  deuten,  daß  er  den  aufregenden
Vorgängen  noch  eine  tiefere  symbolische  Bedeutung
unterlegte.  Wie  dem  auch  sei,  er  hat  in  diesem  an
Handlung  überreichen  Stoff  eine  unvergleichliche
Gelegenheit  gefunden,  den  schöpferischen  Reichtum
seiner  Phantasie  spielen  zu  lassen.

Die  Auktion  Victor  Zuckerkandl.

Im  nachstehenden  setzen  wir  die  Ergebnisse  der  Auktion
Victor  Zuckerkandl  in  Wien  (siehe  Nr.  21.  der  „Internationalen ­
  Sammler-Zeitung“)  fort:
Kupferstiche.
Nr.  126  und  127,  Barnard,  Disobedience  Detectev  und
Disobedience  in  Danger,  K'1200;  Nr.  1.28,  J.  Barney,  Evening,
K  1700;  Nr.  129,  H.  Cardon,  Hebe,  K  230;  Nr.  130,  Debucourt,
  Der  Herzog  von  Orleans,  K  150;  Nr.  131,  H.  Füger,
Die  drei  Prinzessinnen  Radziwill,  geschabt  von  Kininger,
K  1350;  Nr.  132,  W.  N.  Gardiner,  January,  K  650;  Nr.  133
und  134,  J.  H.  Hauer,  Vul  de  la  place  de  Prenestino  und  Vue
du  temple  de  la  fortune  a  Palestrina,  K  150;  Nr.  135  und  136,
Knight,  The  Landlords  Family  und  The  Tenants  Family,
K  1150;  Nr.  137,  Augustin  le  Grand,  nach  Reynolds,  K  800;
Nr.  138,  A.  Le  Grand,  The  Death  of  General  Wolfe,  K  180;
Nr.  139,  J.  Mixelle,  La  Beaute  de  St.  Giles,  K  300;  Nr.  140,
Monsaldy,  Mme.  Ougazon,  K  330;  Nr.  141,  G.  Morland,
Bauern  und  Bäuerinnen  mit  Milchkarren,  K  900;  Nr.  142,
W.  Nutter,  The  Moralist,  K  550;  Nr.  143,  C.  Pfeiffer,  Therese
Gräfin  Kinsky,  geb.  Gräfin  Dietrichstein,  K  1.60;  Nr.  144  und
145,  J.  Pichler,  Stilleben,  K  900;  Nr.  146,  C.  Schütz,  Ansicht
vom  Graben  gegen  den  Kohlmarkt,  K  380;  Nr.  147,  YV.  Ward
Extravagance  and  Dissipation,  K  1750;  Nr.  148und  149,  Ward,
Stable  Amüsement  (Nr.  XII)  und  The  Farm  Yard  (Nr.  5),
K  6800;  Nr.  150,  Ward,  Outside  of  a  Country  Allhouse,
I<  1700;  Nr.  151  und  152,  J.  Whessel,  Peace  und  War,
K  4000,  Nr.  153,  J.  Ziegler,  Die  Grenadierkaserne  und  der
kaiserliche  Marstal],  K  200;  Nr.  154,  J.  Ziegler,  Ansicht
vom  Glacis  gegen  die  Alstergasse,  K  340  und  Nr.  155,  Ziegler,
Ansicht  vom  Glacis  gegen  Sankt  Karolikirche,  K  180.
Miniaturen  und  Dosen.
Nr.  156,  Junge  Dame  mit  Lockenfrisur,  französisch,  Elfenbein, ­
  K  900;  Nr.  157,  Herr  mit  Schnur-  und  Knebelbart,  Elfenbein, ­

  signiert  Gaye,  K  1500;  Nr.  158,  Dame,  Harfe  spielend,
französisch,  Elfenbein,  K  250;  Nr.  159,  Älterer  Herr  mit  einem
Buch  in  der  Linken,  K  180;  Nr.  160,  Bartloser  Herr  mit  grauen
Haaren,  signiert  Kitty  Tomatis,  1821,  K  2000;  Nr.  161,  Porträt
einer  Künstlerin,  Elfenbein,  K  520;  Nr.  162,  Dame,  als  Cleopatra ­
  dargesfellt,  französisch,  K  300;  Nr.  163,  Porträt  eines
glattrasierten  alten  Herrn,  K  400;  Nr.  164,  Französischer  Feldherr ­
  in  Rüstung,  K  360;  Nr.  165,  Herr  in  mittleren  Jahren,
Aquarell,  E.  Cramolini,  K  340;  Nr.  166,  Junge  Dame
mit  weißem  Spitzenhäubchen,  K  430;  Nr.  167,  Prinzessin
Amalie  von  Bourbon  und  deren  zweiter  Gemahl,  Graf  Rossi,
signiert  Emilie  de  Loqueysis  1841,  K  1800;  Nr.  168,  Porträt
der  Prinzessin  Lapoukin,  K  4100;  Nr.  169,  Französischer
Staatsmann,  K  410;  Nr.  170,  Dame  mit  hoher,  gepuderter
Frisur,  K  1200;  Nr.  171,  Porträt  einer  Dame,  K  180;  Nr.  172,
Älterer  Herr,  signiert  Favre,  I<  700;  Nr.  173,  Porträt  eines
kleinen  Mädchens,  signiert  Voullemier  1833,  K  2000;  Nr.  174,
und  175,  Dame  mit  hoher  Frisur  und  französischer  Staatsmann,
Iv  2000;  Nr.  1.76,  Junges  Mädchen,  signiert  Teltscher,  K  1700;
Nr.  177,  Emailminiatur,  K  1200;  Nr.  178,  Französischer  Marschall, ­
  K  420;  Nr.  179,  Dame  mit  Lockenfrisur,  K  800;  Nr.  180,
Junge  Dame  in  gelbem  Empirekleid,  K  1000;  Nr.  181,  Porträt
eines  Herrn,  signiert  Mansion,  K  1800;  Nr.  182,  Knabe  im
Kostüme  der  französischen  Revolutionszeit,  K  620;  Nr.  183,
Porträt  eines  Malers,  K  1400;  Nr.  184,  Porträt  eines  Herrn,
K  120;  Nr.  .185,  Kleines  Peluchestableau  mit  drei  Miniaturen,
K  1500;  Nr.  186,  Dame  mit  turbanartigem  Kopftuch,  K  350;
Nr.  187,  Zwei  Miniaturen,  deutsch,  K  900;  Nr.  188,  Älterer,
bartloser  Herr,  signiert  Peter,  K  1800;  Nr.  190,  Dame  im  Fmpirekleid,
  K  270;  Nr.  191,  Junges  Mädchen,  signiert  Robert
Theer,  K  1660;  Nr.  192,  Älterer  Mann,  signiert  Plotz  und
Hornemann,  K  320;  Nr.  193,  Mädchen  mit  blonden  Haaren,
englisch,  K  1300;  Nr.  194,  Porträt  eines  Herrn,  signiert  Rob.
Theer,  Wien  1840,  K  960;  Nr.  195,  Ludwig  XVI.  bei  einem
Tisch  ein  seiner  Uhrmacherwerkstätte  sitzend,  signiert  Ga-
            
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