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MAK

Full text : Jahrgang 8 (1916) (22)

Nr.  22

Internationale  Sammler-  Zeitung

Seite  193

Handschriften.
(Auffindung  einer  wertvollen  polnischen  Handschrift.) ­
  Die  Bibliothek  der  Familie  Raczynski  in  Posen
ist,  wie  die  in  Wien  erscheinende  Wochenschrift  „Polen"  mitteilt, ­
  in  jüngster  Zeit  durch  eine  wertvolle,  bisher  unbekannte
Handschrift  aus  dem  17.  Jahrhundert  bereichert  worden.  Es
ist  dies  das  Tagebuch  des  Adam  Rey,  eines  Urenkels  des
Dichters  Mikolaj  Rey  aus  Naglowice.  In  diesem  Tagebuche  verzeichnete
  der  Verfasser  getreu  und  emsig  die  Eindrücke  seiner
•Reisen  in  Deutschland,  Holland,  Dänemark  und  auch  im  Heimatlande ­
  selbst,  wobei  er  sich  trotz  einer  gewissen  Neigung
zur  Phantasterei  als  ein  gebildeter  Geist  zeigt,  der  sich  über
die  Erscheinungen  Rechenschaft  abzulegen  imstande  ist.  Das
Tagebuch  enthält  auch  zahlreiche  Einzelheiten  über  höfische
Dinge,  über  die  der  Verfasser,  anscheinend  durch  seinen  Bruder
Stanislaus,  Sekretär  des  Königs  Sigismund  III.,unterrichtet
wurde.  Unter  anderem  ist  mit  der  Genauigkeit  eines  modernen
Berichterstatters  das  Leichenbegängnis  des  Königs  Sigismund
und  seiner  Gemahlin,  die  Krönung  Königs  Wladislaw  IV.  beschrieben. ­
  Äußer  dem  Tagebuch  Reys  enthält  die  Handschrift
noch  ein  „Silva  rer  um“,  worin  sich  Briefe  und  Reden  des
Thronfolgers  Kasimir,  des  Thomas  Zamoyski  und  Raffael
Leszczynski  sowie  allerlei  Beschreibungen  und  Gedichte  befinden. ­
  Diese  bisher  uiibekannte  Handschrift  rührt  von  dem
Breslauer  Gymnasialprofessor  Bauch  her,  der  einer  Pastorenfamilie ­
  in  Oberschlesien  entstammt,  wo  sich  angeblich  noch
ein  bedeutender  handschriftlicher  Nachlaß  befinden  soll.

Medaillen.
(Polnische  Denkmünzen.)  Die  zur  Zeit  der  Russenherrschaft ­
  von  Zensurvorschriften  eingeengte  polnische  Medaillenkunst ­
  beginnt  trotz  der  Kriegszeit  sich  energisch  zu
entwickeln.  Die  deutsche  Verwaltung,  die  alle  Bestrebungen
der  Polen  auf  dem  Gebiete  der  Kunst  und  Wissenschaft  fördert,
ließ  auch  hierin  den  Künstlern  freie  Hand.  So  sind  im  vergangenen ­
  Jahre  nach  „Kurjer  Warszawski“  6  Kunstmedaillen
erschienen:  1.  auf  die  Feier  des  85.  Jahrestages  des  Novemberaufstandes, ­
  2.  auf  den  125.  Jahrestag  der  Konstitution
vom  3.  Mai,  3.  auf  die  Feier  des  Jahrestages  der  Schlacht  bei
Grochow,  4.  zum  Andenken  an  die  Hinrichtung  der  Mitglieder
des  letzten  Nationalrates,  5.  auf  den  1.  Feuerwehrkongreß  zu
Warschau,  6.  auf  den  Heldentod  des  Generals  Sowinski.  Außerdem ­
  haben  zahlreiche  Öraveuranstalten  verschiedene  Denkmünzen ­
  von  mehr  kulturgeschichtlichem  als  Kunstwert  herausgegeben. ­
  In  diesem  Jahre  erschienen  bereits  drei  Medaillen  von
Kunstwert,  die  erste  auf  Anbringung  einer  Gedenktafel  an  die
Ruinen  der  geschichtlichen  Kapelle  im  Botanischen  Garten,
die  zweite  zur  Erinnerung  an  die  Wiedereröffnung  der  Warschauer ­
  Hochschulen,  die  dritte  auf  die  von  den  Russen  gesprengte ­
  Fürst-Poniatowski-Brücke.

Numismatik.
(Lagergeld.)  Deutsches  Kriegsgefangenengeld  wird
weiters  ausgegeben  von:  Ahlen  in  Westfalen,  Gewerkschaft
Westfalen:  1,  2,  5,  10  Pf.  Bielschowitz.  Königliche  Berginspektion
  III:  5,  10,  50,  100  Pf.  Dorstfeld,  Gewerkschaft:
5,  10,  50,  100  Pf.  Glückfried  :  5,  10,  100,  200,  500  Pf.  Langendreer, ­
  Zeche  Mansfeld:  5,  10,  50  Pf.  Lechfeld,  Küchenverwaltung, ­
  Speise-Marke.  Leverkusen:  5,  10,  50  Pf.  Mewe,
Offiziersgefangenenlager:  100  Pf.  Minden  II:  1,  5,  10,  20,
50  Pf.  Minden  (vereinigt):  1,  5,  10,  20,  50  Pf.  Münstei:
50  Pf  (zweiseitig).  Münster:  1,  2,  5,  10,  50  Pf,  einseitig,  gelocht. ­
  Münster  III:  I,  2,  5,  10,  50  Pf.  Neuenkirchen  Land:
1,  2,  5,  10  Pf,  y 2  M.  Neurode,  Kohlen-  und  Tonwerke:  1,  2,
5,  10,  50  Pf.  Phönix:  1,  2,  5,  10,  25,  30,  40,  50,  100,  200,  500  Pf.
Ribbertwerke:  100,  200  Pf.  Rottweil:  3,  4  Pf,  achteckig.

Sehneidemühl:  1,  2,  5,  10,  50  Pf.  Sennelager:  1,  2,  5,  10.
25,  50  Pf.  Sodingen,  Gewerkschaft  Mont  Cenis:  5,  10  Pf,
Ulm  a.  D.:  1,  2,  5,  10,  50,  100,  200  Pf.  Zawadski,  Hüttenverwaltung:
  5,  10,  25,  100,  200,  300  Pf.  Zeche  Mewissen:
I,  2,  5,  10,  25,  50,  100  Pf.  Zeche  Roland:  5,  10,  50  Pf.  K.  B.
J.  IIT:  5,  10,  50  Pf.
(Münzenfund.)  Ein  Fund  arabischer  Silbernuinzen  in
J'eseritz,  Kreis  Stoip,  wurde  vom  Münzkabinett  des  Stettiner
Museums  angekauft.  Die  teils  zerhackten  Münzen  entstammen
der  Dynastie  der  Samaniden  aus  der  Zeit  Ismail  ihn  Ahmeds,
Ahmed  ihn  Ismails  und  Nasr  II.  ihn  Ahmeds,  in  den  Jähren
der  Hedschra  279—331,  das  ist  892—942  n.  Chr.
Philatelie.
(Neuheiten.)  An  Neuheiten  werden  gemeldet:
Aitutaki.  Nach  einem  Berichte  des  „Austral.  Phil“
wurde  die  mit  Aitutaki  überdrucktc  Marke  zu  6  Pence  von
Neuseeland  mit  dem  Kopfe  des  Königs  Eduard  (Senf
Nr.  193)  in  einer  kleinen  Auflage  ausgegeben.
Kionga  -  Portugiesische  Besetzung.  Den  portugiesischen ­
  Truppen  von  Lourenco  Marques  gelang  die  Besetzung ­
  von  Kionga,  eines  kleinen  Gebietsstreifens  mit
gleichnamiger  Ortschaft,  südlich  der  Rovuma-Mündung  im
südöstlichen  Zipfel  von  Deutsch-Ostafrika.  Dieser  Erfolg
wurde  durch  die  Ausgabe  von  21.000  Sätzen  Aufdruckmarken
gefeiert.  Hierzu  wurde  die  Marke  zu  100  Reis,  (Senf  Nr.  86)
der  mit  REPUBLICA  überdruckten  Aufbrauchsausgabc  von
1911  verwendet  und  mit  einem  Aufdruck  KIONGA  und
der  neuen  Wertbezeichnung  y 2 ,  1,  2  y 2  und  5  Cent,  versehen.
Die  ursprüngliche  Wertziffer  wurde  schwarz  durchbalkt.
Aush.  B.  M.  KIONGA  (4  C.  rot  auf  1.00  Reis
blau/hellblau  Senf  Nr.  86,
,,  l  C.  rot  auf  100  Reis
blau/hellblau  Senf  Nr.  86,
,,  2  V 2  C.  rot  auf  100  Reis
blau/hellblau  Senf  Nr.  86,
,,  5  C.  rot  auf  100  Reis
blau/hellblau  Senf  Nr.  86.
Lithauen  —•  deutsche  Besetzung.  Das  neue  deutsche
Gesetz  über  die  Erhöhung  der  Post-Portosätze  ist  auch  auf
die  deutsche  Post  im  Etappengebiete  des  Oberbefehlshabers ­
  Ost  ausgedehnt  worden.  Demzufolge  wurden  die  für
die  deutsche  Reichspost  neugeschaffenen  Marken  zu  2%,
71/ 2  und  15  Pf  mit  dem  bisherigen  zweizeiligen  schwarzen
Aufdruck  Postgebiet  Ob.  Ost  versehen  und  am  1.  August
in  Kurs  gebracht.  Zu  gleicher  Zeit  wurde  der  bestehende
Markensatz  durch  die  beiden  Werte  zu  50  Pf  und  1  M  erweitert.
B.  M.  Postgebiet  Ob.  Ost  schw.  a.  2  y 2  Pf.  grau,  weiß.  Gr’d
,,  ,,  schw.  a.  7J4  Pf  rotg’b  weiß.  Gr'd
schw.  a.  15  Pf  rehbr.  weiß.  Gr’d
schw.  a.  50  Pf  viol.  u.  schw.  schraff.
schw.  a.  1  M  karmin  scliraff.
Luxemburg.  Am  14.  August  gelangten  zwei  Aushilfsbriefmarken ­
  zu  17)4  und  87)4  Centimes,  die  durch  Überdruck
der  kursierenden  Marken  zu  30  Centimes  und  1  Franc  mit
Kopf  der  Großherzogin  Adelheid  erstellt  worden  sind,  zur
Ausgabe.  Der  schwarze  kräftige  Aufdruck  befindet  sich  oberhalb ­
  der  Fußleiste,  in  der  Halsgegend.  Die  ursprüngliche  Wertbezeichnung
  ist  durch  zwei  Striche  blockiert.  Diese  beiden
Marken  sollen  nur  provisorischen  Charakter  haben  und  durch
eine  endgültige  Ausgabe  ersetzt  werden.
Aush.  B.  M.  =-  17  Y 2  schw.  a.  30  C.  br’oliv  Senf  Nr.  94
=  87)4  =  schw.  a.  1  F'r  braun  Senf  Nr.  100
Tunis.  Am  7.  August  wurde  eine  eigene  geschlossene  Rotkreuz-Markenserie ­
  von  9  Werten  zur  Ausgabe  gebracht.  Die
Bilder  entsprechen  denjenigen  der  laufenden  Briefmarken,
jedoch  in  andern  Farben.  Die  Marken  haben  den  bekannten
Rotkreuzaufdruck  "3-  10  c.  Die  Marken  werden  zum  Nennwert
            
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