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Internationale Sammler-Zeitung
Nr. 24
Österreichische Staatsgalerie.
Die Österreichische Staatsgalerie, die zwei Jahre
lang geschlossen war, hat wieder ihre Pforte geöffnet.
Die Zwischenzeit ist fleißig benützt worden, um ein
ixn großen Ganzen einwandfreies Neuarrangement der
Bilder vorzunehmen. Ihr charakteristisches Gepräge erhält
die Neuordnung durch die Leihgaben des Hofmuseums,
die im Verein mit den Bildern der Staatsgalerie
ein abgerundetes Bild der Wiener Malerei der
Biedermeierzeit bieten. So fanden von Waldmüller,
Recht so hoch geschätzten Künstlers gehören und
ihn neben” dem feinen, der Galerie gehörenden Bilde
„Mutterliebe“ auch als Meister in der Wiedergabe
größerer Genreszenen zeigen, g!
Carl Schindler ist neben einem Bilde aus seiner
frühesten Zeit, der farbenkräftigen „Rekrutierung“
mit dem „Wachtposten“ vertreten, der diese Alltagsszene
mit entzückender Anmut festhält. Fendi begegnen
wir auf seinem eigentlichen Felde,, dem bür-Fig.
3. Waldmüller, Nach der Arbeit.
dem bedeutendsten Vertreter jener Epoche das frühe
„Selbstporträt“ aus dem Jahre 1828 und eine späte
„Landschaft aus dem Wienerwald“ Aufnahme, Stücke,
die eine würdige Ergänzung zum Besitzstand der Galerie,
dem „Porträt der Mutter des Künstlers“ und seinem
„Vorfrühling im Wienerwald“ sind. Von Waldmüller
ist ferner als Leihgabe des Erzherzogs Leopold Salvator
das Jugendbildnis des Kaisers Franz Joseph
ausgestellt, das durch die von der Gesellschaft für
vervielfältigende Kunst hergestellte farbige Reproduktion
weiteren Kreisen bekannt geworden ist.
Sehr dankenswert ist die Überlassung von Danhausers
„Testamentseröffnung“, „Prasser“ und
„Klostersupps“, die zu den Hauptwerken des mit
gerliehen Genre; von Amerling finden wir eine frühe
Arbeit, das Porträt des Malers Alcoviere, die erst
kürzlich erworben wurde. Rudolf von Alts „Ansicht
der Stephanskirche" und der „Strada Nuova in
Venedig“, Ölbilder aus den dreißiger Jahren des vorigen
Jahrhunderts, repräsentieren den Künstler so ausgezeichnet,
daß dafür die Aquarelle vorübergehend
eingezogen werden durften.
Eine angenehme Überraschung bedeutet das
Wiedererscheinen von Schwinds „Melusinenzyklus“,
über dem einige Zeichnungen von Führich, Steinle
und Feuerbach angebracht wurden. Führichs
„Gang Mariens über das Gebirge“ und „Jakob und
Rahel“ wurden mit den beiden Bildern des Künstlers