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Internationale Sammler-Zeitung
Nr. 10
* Bibliotheca Geographica. Soeben ist der neun
zehnte, die Jahrgänge 1911 und 1912 umfassende Band der
von der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin herausgegebenen
Jahresbibliographie der Geographischen Literatur erschienen.
Trotz Einberufung des ursprünglichen Bearbeiters, cand.
phil J. Müller, zum Heeresdienst ist es dem Vorstand der Ge
sellschaft, abgesehen von einer kleinen Verzögerung des Aus-
gabetcrmins, doch gelungen, obwohl auch sonst die sachlichen
und persönlichen Schwierigkeiten, die der Krieg im Gefolge
hat, nicht gering waren, den stattlichen Band von 600 Seiten
in der herkömmlichen Anordnung des Stoffes den Mitgliedern
und der Öffentlichkeit darzubieten.
* Mit der vor kurzem erfolgten norwegischen Aus
gabe der beiden letzten Bände ist das große Unternehmen
der Ausgabe der in der Königl. Bibliothek zu Windsor auf
bewahrten anatomischen Zeichnungen Lionardo da
Vincis glücklich vollendet. Je weiter das große Werk fort-
schritt, um so überraschender enthüllte sich die Genialität,
die Lionardo auch als anatomischem Forscher zuerkannt
werden muß. Der fünfte Band gilt hauptsächlich dem System
der Blutgefäße, der Muskeln und der Nerven sowie der topo
graphischen und vergleichenden Anatomie, während der
letzte Band auf einer Reihe von Blättern das Ergebnis zahl
reicher eingehender Untersuchungen über die Proportionen-
lehre, das heißt über das innere Verhältnis zwischen den
Größenverhältnissen der verschiedenen Körperteile enthält
und weiter die Funktionen der Muskeln und die Oberflächen
anatomie des menschlichen Körpers umfaßt. Auch auf diesen
Blättern hat Lionardo nach seiner allgemeinen Gewohnheit
allerlei gelegentliche Bemerkungen aufgezeichnet, um die
Gedanken festzuhalten, die seinen Geist bewegten. So findet
man z. B. auf einem Blatte, das in der Hauptsache mathe
matische Figuren und Sätze enthält, längs des oberen Randes
die folgenden lakonischen Worte: „Die Sonne bewegt
sich nicht." Hiernach ist es in hohem Grade wahrscheinlich,
daß auch Lionardo zu den Vorläufern des Kopernikus zu
zählen ist, die schon vor der Beweisführung des Frauenburger
Domherrn an der alten Lehre von der Bewegung der Sonne
um die Erde zweifelten. An anderer Stelle findet man eine
Horaz-Reminiszenz, indem der Meister die Aufzeichnung
macht: „Gott verkauft uns alle Güter um den Preis der Mühe."
Wenn einer, so hatte Lionardo das Recht, diese Erfahrung
auszusprechen.
* Meißners Klijigerwerk von Willy Pastor. Tägliche
Rundschau, 4. Mai 1917.
* Ein deutsches Kriegswirtschaftsmuseum. Vom Gehei
men Regierungsrat Dr. Stegemann (Braunschweig). Leip
ziger Neueste Nachrichten, 29. April 1917.
* Der Monogrammist M. W. und der Meister von Meß-
kirch. Von Dr. Heinrich Feurstein. „Frkf. Ztg,“ vom
22. März 1917. Erstes Morgenblatt.
Briefkasten.
Dr. E. Mischen Sie sich einen Kitt aus fein gepulverter
Bleiglätte und Leinöl, mit irgend einem Farbstoff gemengt,
der der Farbe des zu kittenden Marmors entspricht. Nach
dem Trocknen wird die gekittete Stelle mit Alabasterpulver
politiert und mit ein paar Tropfen reinen Tafelöls „eingelassen."
Gräfin M. Mehr als K 800 ist es nicht wert.
Fl. T. in C. Nr. 1 brachte 4600, Nr, 20 42,000 und Nr. 36
18.500 Mark.
Phil. v. B., Salzburg. Die „Madonna mit den Engeln" von
Bicci erzielte M 9000.
L. R, Etwa K 500.
K. H- Vcrsteigerutigsatnt
DOROTHEUM — WIEN.
Slaffenauktlon.
Naehlaßsammlungen des Schriftstellers
J)t. Karl Von Thal«,
Redakteurs der „Neuen Freien Presse“,
der Maler
ItHdolf 5wobo4a,
Alexander v. peKoVicti
und verschiedener Privatbesitz.
24. und 25. Mai 1917.
Frachtvoller
antiker Bronzeluster
aus fürstlichem Besitz
ist preiswert zu verkaufen. Nähere
Auskünfte bei der „Internationalen
Sammler-Zeitung“.
Violet-Le-Duc
Dictionnaire Raisonne
du
Mobilier Fran^ais, Paris 1872
6 Bände, tadellos, zu verkaufen
bei L. E., IV., Schelleingasse 10
3. Stock 20, 10 bis 11 Uhr vor
mittags, 5 bis 6 Uhr nachmittags.
l^ricgszcitMttggti
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