MAK
Nr. 10 
Internationale Sammler-Zeitung 
.Seite 85 
„Promethidenloses“ brachte M 180. Der erste Inselalmanach 
für 1900 mit dem Programm des Verlages wurde mit M 19—- 
bezahlt. 
Die Geschichte der Familie Lessing, ein Privatdruck in 
sehr schöner Ausstattung, wurde für M 155 versteigert. 
Lessin gs „Minna von Barnhelm“, in einer Prachtausgabe 
von 1890, stieg bis auf M 56—. Eine Erstausgabe von Catulle 
Men des „Contes choisis“ mit Widmung des Verfassers brachte 
M 55-—, Octave Mirbeaus „Farces et Moralites“ in der Erst 
ausgabe, ebenfalls mit Widmung, M 46-—. Für zwei Erst 
ausgaben Christian Morgensterns zahlte man M 22—. 
Verhältnismäßig niedrig im Preis waren Erstausgaben von 
Nietzsche. „Die Geburt der Tragödie“, mit dem Vorwort 
an Richard Wagner, brachte nur M 17- . Dagegen wurde 
Schnitzler sehr hoch bewertet. Für eine Luxusausgabe der 
„Plirtenflöte" vom Jahre 1912 zahlte man M 95—, für die 
Erstausgaben des „Grünen Kakadu", „Paracelsus“ und „Die 
Gefährtin", M 88— und für die „Frau des Weisen“ in der 
Erstausgabe, M 32-^-. „Das Königreich" und der „Weibs- 
teufel" von Schönherr fanden in der Erstaugabe für M 95 — 
einen Käufer. Schlenthers Handexemplar des „Hamlet“, 
eine kleine zerlesene englische Ausgabe mit Anmerkungen des 
verstorbenen Besitzers, wurde mit M 65— bezahlt. 
Professor Pniower vom Märkischen Museum kaufte die 
Sammlung von zirka 50 Werken zur Geschichte der deutschen 
Bühnen für M 165. Vischers „Auch Einer" in der Erst 
ausgabe ging für M 35-—- fort, Wedekinds „Erdgeist“ für 
M 41 ■ . Das im Buchhandel selten gewordene Lustspiel 
„Kinder und Narren" von Wedekind brachte M 130. Die 
„Vossische Zeitung“, Geschichtliche Rückblicke auf drei 
Jahrhunderte von A. Buchholtz, mit 1 I zum Teil farbigen 
Bildbeilagen und zahlreichen Textbildern wurde für M 66—- 
ersteigert. 
Eine Alt-Berliner Sammlung. 
Wir haben schon in unserer vorigen Nummer auf O. P. A. Alte Wiederholung der Figur vom Weihwasser- 
die hervorragende Alt-Berliner Sammlung hin- becken im Dom zu Pisa, die nach alter Tradition nach 
gewiesen, die am 15. d. bei Lepke in Berlin unter einem Entwurf von Giovanni Bologna (dann wohl 
Giovanni 
Fig- 3. 
da Bologna, 
Christus. 
F lg . 4. 
Troger, Landsknecht. 
den Hammer kommt. Einige der Hauptstücke können 
wir heute im Bilde vorführen. 
Fig. 3 zeigt den Christus von Giovanni da Bologna 
(1529 bis 1606). Der Katalog gibt von ihm folgende 
Beschreibung: „Nach links blickend, hält er mit 
beiden Händen den ihm über die eine Schulter 
fallenden Mantel über der Brust zusammen. Am 
alten Holzsockel mit Engelsköpfen die Inschrift 
1559/96) von Felice Palma Fiorentino gegossen wurde. 
Als Gegenstück findet sich im Pisaner Dom ein Johannes 
der Täufer. Die Inschrift „opera“ deutet darauf hin, 
daß auch das vorliegende Exemplar einer Kirche 
gehörte. Schwarze Lackpatina. Ausgestellt München, 
1901, Nr. 263“. 
Fig. 4. Ein Hauptwerk von Troger. Landsknecht. 
Mit der Hellebarde im Arm, sitzt er mit dem Rücken
	        
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