MAK
Nr. 13 
Internationale Sammler - Zeitung 
Seite 113 
Amerlings Van Dyck. 
Fig. 1. Anton von Triest, 
Knapp vor Saisonschluß versammelten sich noch 
einmal Bilderliebhaber und Kunsthändler im Wiener 
Dorotheum zur Teilnahme an einer interessanten 
Auktion. Zur Versteigerung kam nur ein Bild, aber eines, 
das Anton van Dyck zugeschrieben wird. 
Unsere Leser werden sich noch erinnern, daß im 
Zuge der vorjährigen Amerling-Auktion im Doro 
theum ein Gemälde ausgeschieden wurde, dessen 
Qualitäten auf den großen niederländischen Meister 
hinwiesen. Die Experten, die neuerlich an die Prüfung 
des Bildes gingen, konnten zwar zu keinem ab- 
Van Dyck zugeschrieben. 
schließenden Urteil gelangen, neigten aber der Meinung 
zu, daß es sich um ein Werk van Dycks handle. Immer 
hin genügte dies, um einen bekannten Wiener Kunst 
händler zu bestimmen, das Bild um den Betrag von 
47.000 Kronen zu erwerben. 
Das Gemälde, das wir in Fig. 1 in einer Reproduktion 
; vorführen, stellt Anton von Triest dar, der einem 
vornehmen Patriziergeschlechte der Stadt Gent ent 
stammend, vom 9. Juli 1617 bis zum 25. März 1622 
Bischof von Brügge und von dieser Zeit bis zu seinem 
am 28. Mai 1657 erfolgten Tode Bischof von Gent war.
	        
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