MAK
Nr. 23 
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Internationale Sammler-Zeitung 
plaren bekannt, ferner den reichen Goldfund von Pilsen, der 
damit zm Ausbietung kommt und dem Katalog eine besondere 
Note verleiht, und behandelt schließlich in einer beträchtlichen 
Sammlung von Freimaurer-Medaillen auch dieses Gebiet. 
Philatelie. 
(Neuheiten.) Bosnien-Herzegowina hat nunmehr 
auch seine neue, aus 18 Werten bestehende Freimarkenreihe 
mit dem wohlgelungenen Kopfbildnis des Kaiser Karl er 
halten. Die Neuheiten sind in der gewohnten tadellosen Weise 
in Kupferdruck ausgeführt; die Farben sind prächtig. In 
Griechenland gelangen weitere ,,Fürsorgemarken“ zur Aus 
gabe. Fine Aufdruckmarke zu 5 Paras erschien in der 
'lürkei. Tn der Schweiz wurde die Farbe der Freimarke zu 
3 Rp. von violett in orange abgeändert. Für Mesopotamien, 
das zurzeit von den anglo-indischen Truppen besetzt gehalten 
wird, sollen besondere Postwertzeichen hergestellt werden. 
Ebenso soll der finnländische Senat die Wiedereinführung 
eigener Postwertzeichen für Finnland beschlossen haben, 
ln Norwegen ist eine erhebliche Erhöhung der Post 
gebühren in Aussicht genommen, was die Schaffung neuer 
und die Abschaffung gegenwärtiger Markenwerte zur Folge 
haben wird. 
(Neue Feldpostmarken in Rumänien.) Für den 
Gebrauch der in Rumänien befindlichen k. u. k. Feldpost 
anstalten wurden Feldpostmarken der neuesten Ausgabe 
mit dem Bildnis Kaiser Karls und dem Überdruck „Lei" 
und „Bani“ aufgelegt. Von diesen Überdrucksmarken bestehen 
die nachfolgenden Werte: 3, 5, 6, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 40, 
•*>0, 60, 80, 90 Bani, 2, 3 und 4 Lei. Diese Marken können bei 
den Verschleißstellen des Hauptfeldpostamtes 520 (gestempelt 
oder ungebraucht) und des Feldpostamtes Nr. 51 (nur unab- 
gestempelt), und zwar vorläufig nur in vollständigen Sätzen 
(Verschleißpreis K 16-83) oder in Banisätzen 3 Bani bis 90 Bani 
(Verschleißpreis K 5-58) gegen Voreinsendung des Kaufpreises 
zuzüglich des Portos für die Zusendung bezogen werden. 
Plakate. 
(Das Plakat der Mustermesse Basel 1918.) Vor 
Monatsfrist hat die Leitung der Mustermesse Basel einen Wett 
bewerb zur Erlangung eines Plakats ausgeschrieben. Die 
Aufgabe war nicht leicht gestellt, da die Umschreibung nicht 
besonders bestimmt und das Verlangen nach einer symbolischen 
Darstellung der beteiligten Gebiete miteingeschlossen war. 
Zudem war die ausgeschriebene Gesamtsumme von Fr. 1000 
für einen allgemeinen Wettbewerb zu knapp bemessen. Die 
Jury hat denn auch angesichts der großen Zahl von Einsen 
dungen die Preissumme um ein wesentliches erhöht und damit 
weitere Arbeiten ausgezeichnet. Das Gesamtergebnis der 
Konkurrenz sowohl, als die Preisverteilung haben der Fassung 
in einem sachlichen Schriftplakat den Vorzug gegeben. 
Der 1. Preis: Edwin Müller, Zürich, bietet die Schrift weiß 
ausgespart- auf schwarzem Grund mit einer dekorativen far 
bigen Einrahmung. Die stark betonte schwarze Fläche wird 
das Blatt an der Plakatwand herausheben; das ist sein Vorzug, 
während wir im 4. Preis, W. Kienzle, Zürich, unstreitbar 
eine feinere dekorativ sichere Überlegung finden: ein weißes 
Blatt in vertikaler Teilung mit einer Reihung von silhouetten 
mäßig gehaltenen Handwerkerzeichen in schwarz und der 
dazwischen gestreuten stark vereinfachten’ Zeichnung von 
Ähren in braungelb. Schrift in schwarz. Es bietet eine vornehme, 
neuartige reine Flächenwirkung, die auch eine Verkleinerung 
wohl verträgt und überdies mit zwei Steinen auszuführen 
ist. Der Entwurf von Hugo Laubi, Zürich, 2. Preis., im wesent 
lichen ebenfalls Schriftplakat, ist auffallend in der eigenartigen 
Flächenaufteilung, im Charakter der Schrifttypen aber zu 
wenig sicher und kräftig hingezeichnet. Ed. Euggensperger, 
Schönenwerd, 3. Preis, hat eine symbolische Figur gewählt, 
die er geschickt in die schwarze Fläche einbaut; er hat zum 
Weiß ein wenig Gelb beigemischt und damit eine sichere, 
weittragende Wirkung erreicht. 
Waffen. 
(Abgesagte Auktion.) Das Kunstauktionshaus Rudolph 
Lepke in Berlin teilt uns mit, daß die für Dezember angesetzte 
Versteigerung der Waffensammlung Dr. R. wegen ander 
weitiger Verfügungen des Eigentümers-nicht stattfindet. 
Verschiedenes. 
(Leopold Horowitz.) In Wien ist der Maler Leopold 
Horowitz im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war Schüler 
von Emerich Roth, bekannt als Porträtmaler der Wiener 
Hof- und Künstlerkreise. Er errang sich als solcher eine große 
Popularität, die aber um die Jahrhundertwende, als durch 
die sezessionistische Bewegung neue künstlerische Anschau 
ungen emporkamen, allmählich zu verblassen anfing. Doch 
blieb Horowitz stets ein Maler von Formgebung und Schliff, 
der jederzeit die Eleganz, manchmal auch das Charakteristische 
zu treffen wußte und mit einer gewissen Gedämpftheit und 
Kühle der Farbe einen wohlabgewogenen kompositioneilen 
Aufbau verband. Die Münchener Akademie ernannte ihn 
zu ihrem Ehrenmitgliede. 
(Rodins Antikensammlung.) Wie aus Paris gemeldet 
wird, hat der berühmte französische Bildhauer Auguste Rodin, 
der am 17. November hochbetagt starb, seine prachtvolle 
Antikensammlung dem Nationalmuseum vermacht, dem 
übrigens auch alle Marmor- und Bronzewerke zufallen. Nur 
einige seltene Gegenstände sind für seine Familie bestimmt. 
(Eine Vereinigung der Weltkriegssammler.) Im 
Anschlüsse an das Hindenburgmuseum in Posen, der Geburts 
stadt des Generalfeldmarschalls, hat sich eine „Vereinigung 
der Weltkriegssammler“ gebildet, die unter dem Vorsitze des 
Museumsleiters Konsul Bothmer die Pflege des Tausch Ver 
kehres zwischen den Kriegssammlern der Mittelmächte anstrebt. 
Sie lädt alle Kriegssammler zum Beitritt em und bittet gleich 
zeitig alle Behörden und Körperschaften, ihr für das Museum 
alle Arten von Kriegsdrucksachen, wie Kundmachungen, 
Lebensmittelkarten, Maueranschläge, Notgeld usw. zukommen 
zu lassen. 
(Klaus Berg von' Lübeck.) Diesen bisher unbekannten, 
aber, wie es scheint, sehr bedeutenden altdeutschen Bildhauer 
führt der Direktor des Lübecker Museums, Karl Schäfer im 
„Jahrbuch der preußischen Kunstsammlungen“ in die Kunst 
wissenschaft ein. Anlaß zu dieser Entdeckung gab der ge 
waltige holzgcschnitzte Altar in Odense auf der dänischen 
Insel Fühncn, dessen Herkunft lange Zeit in Dunkel gehüllt 
war. Ein Enkel dieses Klaus Üerg nämlich, der als Kaplan des 
Domkapitels in Upsala lebte, hat in seinen Erinnerungen 
aufgezelehnet, daß dieser Meister von der Königin Christine ins 
Odenser Klarakloster berufen worden sei, wo er mit zwölf 
Gesellen das kostbare Altarwerk geschaffen habe. Die,Arbeit 
habe weit und breit solche Bewunderung erregt, daß hierauf 
Berg auf Drängen der Königin im Lande geblieben und dort 
gestorben sei. Dieser prachtvolle Altar und, ungefähr gleich 
zeitig, der Grabstein des Königs Hans und der Königin Christine 
müssen ums Jahr 1520 entstanden sein. Schäfer gelangte aber 
in seinen Untersuchungen noch weiter, indem er die Spuren 
auffand, die zu des Meisters früherem Wirken in Deutschland 
zurückleiten. Aus der Übereinstimmung der Apostelgestalten 
am Dom zu Güstrow, des Altars der Dorfkirche zu Lanken 
(in der Nähe von Parchim), ferner des Hochaltars der Witt- 
stocker Pfarrkirche und des Sippenaltars in der Lübecker 
Burgkirche mit jenem Hauptwerke auf Fühnen schließt der
	        
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