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Internationale Sammler-Zeitung
plaren bekannt, ferner den reichen Goldfund von Pilsen, der
damit zm Ausbietung kommt und dem Katalog eine besondere
Note verleiht, und behandelt schließlich in einer beträchtlichen
Sammlung von Freimaurer-Medaillen auch dieses Gebiet.
Philatelie.
(Neuheiten.) Bosnien-Herzegowina hat nunmehr
auch seine neue, aus 18 Werten bestehende Freimarkenreihe
mit dem wohlgelungenen Kopfbildnis des Kaiser Karl er
halten. Die Neuheiten sind in der gewohnten tadellosen Weise
in Kupferdruck ausgeführt; die Farben sind prächtig. In
Griechenland gelangen weitere ,,Fürsorgemarken“ zur Aus
gabe. Fine Aufdruckmarke zu 5 Paras erschien in der
'lürkei. Tn der Schweiz wurde die Farbe der Freimarke zu
3 Rp. von violett in orange abgeändert. Für Mesopotamien,
das zurzeit von den anglo-indischen Truppen besetzt gehalten
wird, sollen besondere Postwertzeichen hergestellt werden.
Ebenso soll der finnländische Senat die Wiedereinführung
eigener Postwertzeichen für Finnland beschlossen haben,
ln Norwegen ist eine erhebliche Erhöhung der Post
gebühren in Aussicht genommen, was die Schaffung neuer
und die Abschaffung gegenwärtiger Markenwerte zur Folge
haben wird.
(Neue Feldpostmarken in Rumänien.) Für den
Gebrauch der in Rumänien befindlichen k. u. k. Feldpost
anstalten wurden Feldpostmarken der neuesten Ausgabe
mit dem Bildnis Kaiser Karls und dem Überdruck „Lei"
und „Bani“ aufgelegt. Von diesen Überdrucksmarken bestehen
die nachfolgenden Werte: 3, 5, 6, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 40,
•*>0, 60, 80, 90 Bani, 2, 3 und 4 Lei. Diese Marken können bei
den Verschleißstellen des Hauptfeldpostamtes 520 (gestempelt
oder ungebraucht) und des Feldpostamtes Nr. 51 (nur unab-
gestempelt), und zwar vorläufig nur in vollständigen Sätzen
(Verschleißpreis K 16-83) oder in Banisätzen 3 Bani bis 90 Bani
(Verschleißpreis K 5-58) gegen Voreinsendung des Kaufpreises
zuzüglich des Portos für die Zusendung bezogen werden.
Plakate.
(Das Plakat der Mustermesse Basel 1918.) Vor
Monatsfrist hat die Leitung der Mustermesse Basel einen Wett
bewerb zur Erlangung eines Plakats ausgeschrieben. Die
Aufgabe war nicht leicht gestellt, da die Umschreibung nicht
besonders bestimmt und das Verlangen nach einer symbolischen
Darstellung der beteiligten Gebiete miteingeschlossen war.
Zudem war die ausgeschriebene Gesamtsumme von Fr. 1000
für einen allgemeinen Wettbewerb zu knapp bemessen. Die
Jury hat denn auch angesichts der großen Zahl von Einsen
dungen die Preissumme um ein wesentliches erhöht und damit
weitere Arbeiten ausgezeichnet. Das Gesamtergebnis der
Konkurrenz sowohl, als die Preisverteilung haben der Fassung
in einem sachlichen Schriftplakat den Vorzug gegeben.
Der 1. Preis: Edwin Müller, Zürich, bietet die Schrift weiß
ausgespart- auf schwarzem Grund mit einer dekorativen far
bigen Einrahmung. Die stark betonte schwarze Fläche wird
das Blatt an der Plakatwand herausheben; das ist sein Vorzug,
während wir im 4. Preis, W. Kienzle, Zürich, unstreitbar
eine feinere dekorativ sichere Überlegung finden: ein weißes
Blatt in vertikaler Teilung mit einer Reihung von silhouetten
mäßig gehaltenen Handwerkerzeichen in schwarz und der
dazwischen gestreuten stark vereinfachten’ Zeichnung von
Ähren in braungelb. Schrift in schwarz. Es bietet eine vornehme,
neuartige reine Flächenwirkung, die auch eine Verkleinerung
wohl verträgt und überdies mit zwei Steinen auszuführen
ist. Der Entwurf von Hugo Laubi, Zürich, 2. Preis., im wesent
lichen ebenfalls Schriftplakat, ist auffallend in der eigenartigen
Flächenaufteilung, im Charakter der Schrifttypen aber zu
wenig sicher und kräftig hingezeichnet. Ed. Euggensperger,
Schönenwerd, 3. Preis, hat eine symbolische Figur gewählt,
die er geschickt in die schwarze Fläche einbaut; er hat zum
Weiß ein wenig Gelb beigemischt und damit eine sichere,
weittragende Wirkung erreicht.
Waffen.
(Abgesagte Auktion.) Das Kunstauktionshaus Rudolph
Lepke in Berlin teilt uns mit, daß die für Dezember angesetzte
Versteigerung der Waffensammlung Dr. R. wegen ander
weitiger Verfügungen des Eigentümers-nicht stattfindet.
Verschiedenes.
(Leopold Horowitz.) In Wien ist der Maler Leopold
Horowitz im Alter von 80 Jahren gestorben. Er war Schüler
von Emerich Roth, bekannt als Porträtmaler der Wiener
Hof- und Künstlerkreise. Er errang sich als solcher eine große
Popularität, die aber um die Jahrhundertwende, als durch
die sezessionistische Bewegung neue künstlerische Anschau
ungen emporkamen, allmählich zu verblassen anfing. Doch
blieb Horowitz stets ein Maler von Formgebung und Schliff,
der jederzeit die Eleganz, manchmal auch das Charakteristische
zu treffen wußte und mit einer gewissen Gedämpftheit und
Kühle der Farbe einen wohlabgewogenen kompositioneilen
Aufbau verband. Die Münchener Akademie ernannte ihn
zu ihrem Ehrenmitgliede.
(Rodins Antikensammlung.) Wie aus Paris gemeldet
wird, hat der berühmte französische Bildhauer Auguste Rodin,
der am 17. November hochbetagt starb, seine prachtvolle
Antikensammlung dem Nationalmuseum vermacht, dem
übrigens auch alle Marmor- und Bronzewerke zufallen. Nur
einige seltene Gegenstände sind für seine Familie bestimmt.
(Eine Vereinigung der Weltkriegssammler.) Im
Anschlüsse an das Hindenburgmuseum in Posen, der Geburts
stadt des Generalfeldmarschalls, hat sich eine „Vereinigung
der Weltkriegssammler“ gebildet, die unter dem Vorsitze des
Museumsleiters Konsul Bothmer die Pflege des Tausch Ver
kehres zwischen den Kriegssammlern der Mittelmächte anstrebt.
Sie lädt alle Kriegssammler zum Beitritt em und bittet gleich
zeitig alle Behörden und Körperschaften, ihr für das Museum
alle Arten von Kriegsdrucksachen, wie Kundmachungen,
Lebensmittelkarten, Maueranschläge, Notgeld usw. zukommen
zu lassen.
(Klaus Berg von' Lübeck.) Diesen bisher unbekannten,
aber, wie es scheint, sehr bedeutenden altdeutschen Bildhauer
führt der Direktor des Lübecker Museums, Karl Schäfer im
„Jahrbuch der preußischen Kunstsammlungen“ in die Kunst
wissenschaft ein. Anlaß zu dieser Entdeckung gab der ge
waltige holzgcschnitzte Altar in Odense auf der dänischen
Insel Fühncn, dessen Herkunft lange Zeit in Dunkel gehüllt
war. Ein Enkel dieses Klaus Üerg nämlich, der als Kaplan des
Domkapitels in Upsala lebte, hat in seinen Erinnerungen
aufgezelehnet, daß dieser Meister von der Königin Christine ins
Odenser Klarakloster berufen worden sei, wo er mit zwölf
Gesellen das kostbare Altarwerk geschaffen habe. Die,Arbeit
habe weit und breit solche Bewunderung erregt, daß hierauf
Berg auf Drängen der Königin im Lande geblieben und dort
gestorben sei. Dieser prachtvolle Altar und, ungefähr gleich
zeitig, der Grabstein des Königs Hans und der Königin Christine
müssen ums Jahr 1520 entstanden sein. Schäfer gelangte aber
in seinen Untersuchungen noch weiter, indem er die Spuren
auffand, die zu des Meisters früherem Wirken in Deutschland
zurückleiten. Aus der Übereinstimmung der Apostelgestalten
am Dom zu Güstrow, des Altars der Dorfkirche zu Lanken
(in der Nähe von Parchim), ferner des Hochaltars der Witt-
stocker Pfarrkirche und des Sippenaltars in der Lübecker
Burgkirche mit jenem Hauptwerke auf Fühnen schließt der