MAK
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Internationale Sammler- Zeitung 
Nr. 5 
erworben hat. Unter den wenigen Teppichen dieser 
Sammlung sind sehr wertvolle Stücke. 
Auch Rudolf Bernt war ein gebürtiger Wiener. 
In der Akademie war er zuerst Schüler Karl Rösners 
— das Andenken dieses trefflichen Künstlers ist durch 
Fig. 2. 
Altorientälischer Wandbehang. 
W. Paukers „Rösnerkinder" erst in jüngster Zeit 
wieder zum Leben erweckt worden —•; dann van der 
Nülls; das war eine Schule, die Bernt während der 
ganzen Zeit, die er als Architekt tätig war, nicht ver 
leugnet hat. Im Jahre 1872 trat er zu Otto Wagner 
in enge Beziehungen; er blieb mit ihm durch volle 
zwanzig Jahre in fruchtbarster künstlerischer Tätigkeit 
verbunden und hat seinen unbestrittenen Anteil an 
den in dieser Zeit entstandenen Bauten Wagners, 
welche allseitige Anerkennung fanden. Als er im Jahre 
1982 Otto Wagner verließ, waren es prinzipielle Fragen, 
die ihn von seinem bisherigen Kunstgefährten trennten; 
Wagner sagte, er habe in ihm seine rechte Hand ver 
loren. 
Als Architekt war Bernt seither nicht mehr tätig, 
nur den Entwurf zu einer Idealvilla hat er noch in 
meisterhafter Federzeichnung geschaffen, der sich unter 
den Auktionsgegenständen befindet. 
Bernt ergab sich seitdem ganz der Malerei. Schon 
seit 1874 war er auf graphischem Gebiete tätig. Er 
wurde damals vom verewigten Kronprinzen Rudolf 
zur Illustrierung von „Österreich-Ungarn in Wort und 
Bild" berufen und der glänzende Zeichner hat Hunderte 
von Architekturen und Städtebildern in dem Werke 
für den Holzschnitt gezeichnet. Die echt künstlerische 
Auffassung, der Malerblick und die bei aller Festigkeit 
leichte Hand des Zeichners bewährten sich 
dann bei dem Aquarellisten, der in den 
25 fahren, da der Baurat zu bauen auf 
gehört hatte, kaum eine Ausstellung im 
Künstlerhause vorübergehen ließ, auf der 
er nicht einige seiner lebensfrischen Bild 
chen zur Schau gebracht hätte, in denen, 
er schöne und charakteristische Motive 
aus Österreich wiederzugeben liebte. Auch 
von seinen Studienreisen brachte er reiche 
Früchte, die reichsten wohl aus Japan, 
wohin er in seinen letzten Lebensjahren gereist 
war, ein ihm dort geborenes Enkelkind zu be 
grüßen. Nach der Heimkehr von Japan 
kränkelte Bernt und am 24. August 1914 
erlöste ihn der Tod in Pottenstein von 
schwerem Leiden. 
Außer seinen eigenen Arbeiten enthält der 
Nachlaß noch Gemälde und Radierungen ihm 
befreundeter Künstler, anerkannter Meister, 
wie Hans Makart, Ed. von Lichtenfcls, 
Ditscheiner, Adolf Kaufmann, Zoff, 
Bernatzik (zwei Landschaften), Sch waiger, 
William Unger und Julius Unger. Auch 
eine Architekturzeichnung Otto Wagners 
finden wir im Katalog angeführt. Unter den 
Antiquitäten, die aus seinem Besitz zur Ver 
steigerung gelangen, sind auch interessante 
etruskische Öbjekte. 
Aus Ludwig Hans Fischers Nachlaß, der 
in der „Internationalen Sammler-Zeitung“ 
seinerzeit beschrieben wurde, begegnen wir 
in der Sammlung über 200 Nummern, 
zumeist feine Landschaftsbilder, für welche 
die Heimat ebenso zahlreiche Motive geliefert 
hat, wie der Orient, vornehmlich Indien, 
das er seinerzeit als Begleiter des Grafen 
Lanckoronski kennen lernte. Er war im 
Jahre 1848 in Salzburg geboren, besuchte 
aber hier die Akademie, wo er Schüler 
von Jacoby, Lichtenfcls und William Unger 
war und wo er heimisch wurde und bis zu 
seinem Tode (April 1915) verblieb. Die 
Namen seiner Lehrer sagen es;schon: er war 
Stecher, Radierer und Maler, und jeder 
dieser Kunstzweige hat in ihm einen vorzüglichen 
Vertreter gefunden. Seine Reisen, die ihn nach 
Italien, Spanien, Griechenland, Ägypten, an die 
afrikanische Nordküste führten, können wir an der 
Hand seiner charakteristischen, die Freude an den. sich 
ihm überall bietenden malerischen Motiven wider 
spiegelnden Arbeiten verfolgen. Aus den letzten Lebens 
jahren stammen die zahlreichen Blätter, in denen er 
sich vollständig den Schönheiten Wiens widmete, den 
Plätzen, Straßen, Bauten der Stadt, die seine Heimat 
geworden war. * * 
* 
Unsere Abbildungen zeigen: 
big. ]. Schiffzieher am Nil. Ölgemälde auf Leinwand 
von Rudolf Swoboda. Höhe 132 cm, Breite 196 cm. 
big. 2. Wand behäng aus cremefarbigem Schafwollgewebe 
mit Applikation verschiedenfarbiger Stoffausschnitte. Innen 
feld eine Gebetnische aus dunkelgelbem Seidenplüsch. Seltenes 
Stück altorientalischer Applikationsarbeit in Gestalt der 
Gebetteppiche. 18. Jahrh., Länge 183 cm, Breite 130 cm 
(Nachlaß Swobo.da).
	        
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