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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 10 
Persönlichkeiten veröffentlicht werden dürften. Vorerst wurden 
sie in dem Schlosse Pickel des Barons Bernhard von Uexküll, 
dessen Archivraum als vollkommen feuersicher galt, hinter 
legt. Dann starb auch Graf Keyserling, und die Briefe Bis 
marcks harrten weiter ihrer Urständ (entgegen. Allein da kam 
die Revolution von 1905, von den Russen aufgestachelte 
.estnische Banden zogen sengend und brennend durchs Land, 
und unter den Adelssitzen, die sie in Asche legten, befand 
sich auch Schloß Fickel; leider wurden durch den Brand auch 
.das Archiv und mit ihm die Briefe Bismarcks vernichtet und 
so diese wichtigen Zeitdokumente der Ivenntnis der Nachwelt 
unwiederbringlich entzogen. 
Vom Kunstmarkt. 
(Die Graphiksammlung Dr. Ottokar Maschas.) 
'Vom 14. bis 16. Mai kommt bei Prestel in Frankfurt a. M. 
die umfangreiche und wertvolle Sammlung moderner Graphik 
des Dr. Ottokar Mascha (Wien) zur Versteigerung. Die 
Sammlung umfaßt das ganze 19. Jahrhundert in seinen besten 
graphischen Leistungen. Aus dem Anfänge des vorigen Jahr 
hunderts interessieren in erster Linie die seltenen Druck 
werke des Erfinders der Steinzeichnung Aloys Senefelder 
und die (17) Radierungen Goyas. Die klassischen fran 
zösischen Lithographen sind fast vollzählig vertreten, neben 
Delacroix, Daumier, Gericault und den anderen be 
rühmten Namen besonders gut Toulouse-Lautrec( 24 Blatt) 
und Odilon Redon. Auch die Bildhauer Maillol und Rodin 
sind hier als Lithographen zu sehen. Starke Nachfrage -wird 
nach den seltenen Radierungen Meryons und nach den 
Holzschnitt-Illustrationen Gauguins zu seiner „Noa-Noa" 
sein. Die Engländer brillieren durch sehr seltene Blätter von 
Seymour Haden, viele Radierungen von Whistler und fast 
das ganze Werk Beardsleys. Neben den Schweizern Welti 
und Stauffer - Ber n, den Niederländ_crn Israels und Ensor 
treten natürlich die großen deutschen Graphiker vollzählig 
auf: Menzel, Klinger, Greiner, Thoma und Liebermann. 
>—• Der Sammlung Mascha ist noch eine Kollektion Skizzen 
aus dem Nachlasse Wilhelm Altheims angeschlossen. Aus 
norddeutschem Privatbesitz stammen schöne Handzeich 
nungen von W. Busch, Feuerbach, Guys, Leibi, Maries, 
Millet und Rodin, sowie eine Anzahl Entwürfe der Naza 
rener Cornelius, Overbeck, Schnorr von Carolsfeld und Steinle. 
(Die erste Versteigerung des Kunstauktionshauses 
August Johannes Schelle.) Mit einem ermunternden 
Erfolge hat das neugegründete Wiener Kunstauktionshaus 
August Johannes Schelle auf dem Kunstmarkte debütiert. 
Von dem gediegenen Katalog angezogen, strömten Sammler 
und. Händler in den reizenden Auktionssaal im Musikvereins 
gebäude, -wo an allen drei Tagen der Versteigerung der Wett 
bewerb ein ungemein lebhafter war. Die erzielten Preise 
entsprachen durchaus den Erwartungen. Es notierten: 
Alte Meister. Plastik. Nr. 1, Bellano, Madonnen 
relief, K 31.000 (Ersteher: Dr. Otto Fröhlich). Ölgemälde, 
Handzeichnungen, Pastelle: Nr. 10, Feistenberger, 
Felspartie im Fluß, und Nr. 10 a, Gegenstück dazu, K 870; 
Nr. 15, Französische Schule um 1650, Vornehme Gesellschaft 
bei Spiel und Trank, und Nr. 16, Gegenstück dazu, K 700; 
Nr. 18, Französische Schule um 1780, Die Gokhvägerin, 
K 3000; Nr. 25, Italienische Schule um 1650, Der verwundete 
Odysseus vor Troja, K 1000; Nr. 27, Italienische Schule um 
1700, Die heil. Familie mit dem kleinen Johannes, K 130; 
Nr. 28, Italienisch, Art des Albani, Venus, von Delphinen 
gezogen, K 580; Nr. 29, Italienisch, 1724, Selbstbildnis des 
Malers Resani, K 400; Nr. 33, Filippo Lippi, Madonna, mit 
dem Kinde auf einer Steinbank rastend, K 20.000 (Maxim. 
Ritter von Mautner); Nr. 34, Murillo Schule, Der Gemüse 
verkäufer, K 2300; Nr. 35, Niederländisch, um 1640, Die 
Kinderschule, K 620; Nr. 36, Niederländisch, um 1700, Nieder 
ländische Tanzszene, K 310; Nr. 38, Art d.es Brouwer, Lesende 
Bauern, K 1100; Nr. 40, Art des Pauditz, Bildnis eines jungen 
Mannes, K 620; Nr. 43, Ridinger, a) Damhirsch und Tier, 
b) Tier mit Kalb, K 1300 (Dr. Bloch); Nr. 45, Peter Roos, 
Schafe, Ziegenbock und Hund., K 350; Nr. 46, Rubensschule, 
Porträtstudie, K 500; Nr. 48, Spanische Schule um 1680, 
Landschaftsmotiv, K 420; Nr. 50, Art des Tischbein, Eltern 
und Sohn, K 1600. 
Neuere Meister: 'Aquarelle, Bleistiftzeichnungen, Guache; 
Nr. 53, Friedrich L'Allemand, a) 22 Originalentwürfe zu 
„Wiener bewaffnete Bürgerschaft von der ältesten Zeit bis 
zur Gegenwart" K 1250 (Museum der Stadt Wien), b) Aqua 
rellskizze „Erstürmung des Burgtores, 31. Oktober 1848 in 
in Wien“, K 500 (Dr. August Heymann), d) Aquarellskizze, 
Bataillonskommandant Fröhlich, K 380; h) Aquarellskizze,’ 
Der letzte Appell, K 270, m) Porträt des Fürsten Lichnowsky 
als Karlistengeneral, K 500 (Graf Karl Lanckoronski); Nr. 56, 
Ant. Altmann, b) Gebirgspartie, K 280, c) Motiv aus einem 
süddeutschen Städtchen, K 380; Nr. 57, Karl von Blaas, 
Maria, Arme tröstend, Bleistift, K 400 (Graf Lanckoronski); 
Nr. 58, Casanova, Soldatentypen der österreichischen Armee, 
K 200 (Dr. Heymann); Nr. 67, Schieffer, Schweizer See, 
K 380. Ölgemälde: Nr. 70, Andr. Achenbach, Schwere See, 
K 8300; Nr. 71, Amerling, Kopfstudie, K 2200; Nr. 77, 
Canon, Weiblicher Studienkopf, K 640 (Maxim, von Mautner); 
Nr. 80; Chod.owiecki zugeschrieben, Porträtstudie, K 3800; 
Nr. 83, Fendi zugeschrieben, Hero und Leander, K 860; 
Nr. 85 c Fr. Gauermann, Lagernde Herde mit Hirten, 
K 900; Nr. 87, Gr an b ach er, Holländische Fischer, K 440; 
Nr. 89, Hermann Herzog, Norwegischer Fjord, K 23.000 
(Fr. Kühlemann); Nr. 105, Thoren, Waldpartie, I\ 600; 
Nr. 106, Vautier, Herzeleid, K 18.000. 
Gläser und Keramik: Nr. 121, Mildnerglas, K 2100; 
Nr. 124, Zwei Biedermeier-Glaspokale, K 320; Nr. 128, Zwei 
Porzellanschalen mit Untertassen, Marke Frain um 1840, 
K 230; Nr. 135, Neue Wiener Porzellanplatte, K 100; Nr. 141, 
Altwiener Schale, 1820, K 460; Nr. 145, Altwiener Schale, 
1827, K 490; Nr. 147, Altwiener Schale, 1811, K 300; Nr. 148, 
Altwiener Schale um 1820, K 450; Nr. 151, Altwiener Teller, 
um 1770, K 700; Nr. 152, Altwiener Teller, um 1770, K 480; 
Nr. 153, Altwiener Teller, um 1770, K 900; Nr. 154, Alt 
wiener Teller, um 1770, K 1350. 
Antiquitäten, Kunstsachen, Tücher, Teppiche: 
Nr. 159, Sammlung von 48 Kupferstichen, K 250; Nr. 162, 
Barock-Vitrine, K 250; Nr. 166, Holzkassette, K 150; Nr. 167, 
Desgl., K 150; Nr. 168, Damentäschchen, 18. Jahrh., K 150, 
und Nr. 178, Altwiener Tüch, K 440. 
(Versteigerung der Sammlung Messinger.) Bei der 
Versteigerung der Sammlung Messinger in der Galerie 
Helbing in München erzielten: Nr. 5, Oberitalienisch gegen 
1520, Bildnis des Condottiere Giovan Paolo Baglione, gestorben 
1520, M 910; Nr. 10, Venezianisch um. 1580, 'Halbfigur eines 
dunkelbärtigen Mannes, M 1000; Nr. 12, Bolognesisch, Erste 
Hälfte des 17. Jahrh., Lebensgroßes Kniestück eines älteren 
Mannes, M 690; Nr. 21, Römische Schule um 1645, Donna 
Olympia Doria Pamphili, M 5100; Nr. 27, Codagora (Codazzi), 
Vivianio, Das Gastmahl Belsazars, M 5200; Nr. 28, Gaulli, 
Papst Alexander VII., und Nr. 29, Bildnis des Mario Chigi, 
M 15.500; Nr. 29a, Bolognesische Schule, 17. Jahrh., Ab 
schied des Aneas von Dido (?), M 4100; Nr. 30, Torregiani, 
Landschaft mit Staffage, M-3100; Nr. 31, Giordano, Christus 
nach dem Verhör vor Pilatus, M 3100; Nr. 32, Ders., Ecce 
liomo, M 2900; Nr. 34, Ajellö, Stilleben, Artisclioken und Nr, 
35, Ders., Stilleben, Trauben, M 2300; Nr. 35 a, Solimena, 
Martertod einer Heiligen, M 2100; Nr. 36, Neapolitanische 
Schule, 17. Jahrh., Stilleben mit Trauben und Granatäpfeln, 
M 4000; Nr. 37, Ders., Stilleben mit Trauben und Melonen, 
M 1900; Nr. 37 a Cerquozzi, Der tote Esel, M 950; Nr. 39, 
Amorosi, Der Geizhals, und Nr. 40, Die Geizige, M 3850; Nr.
	        
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