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Full text : Jahrgang 10 (1918) (11)

Nr.  11

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  1Ö1

kennen,  der  sich  mir  zugleich  als  Schriftsteller  vorstellte. ­
  Und  ein  solcher  war  er  auch,  wenngleich  kein
selbständiges  Werk  von  ihm  erschienen  ist,  in  ausgedehntestem ­
  Maße  und  mit  glücklicher  Begabung.“
Außer  einer  Reihe  von  an  ihn  gerichteten  Briefen
von  Adami,  Bauernfeld,  Braun  v.  Braunthal,
Castelli,  Ebersberg,  Anastasius  Grün,  Hammer-Purgstall,
  Ullepitsch  u.  a.  birgt  seine  Sammlung
eine  besondere  Spezialität:  eine  von  ihm  angelegte
Sammlung  von  Stammbuchblättem  in  geschmackvoller
lithographischer  Ausführung.  Von  solchen  seien  hier
angeführt:  Bäuerle,  Bauernfeld,  Castelli,  Draexler,
Ebert,  Grillparzer,  Grün,  Halm,  Holtei,  Kerner,
Lenau,  Liszt,  Raimund,  Schober,  Schwind,  Stifter,
Uhland  u.  a.
Während  aber  die  Sammlungen  Bauernschmicl-Weigl
  im  großen  und  ganzen  zumeist  wichtige  Beiträge
zur  Geschichte  der  geistigen  Bewegung  des  Vormärz
enthalten  —  die  meisten  derselben  sind,  vielleicht  mit
Ausnahme  der  Beethoven-Briefe,  in  der  Literatur  nicht
verwertet  —,  stellt  die  Sammlung  aus  dem  Nachlasse
der  Frau  Helene  Sueß-Rath  in  ihrer  modernen  Anlage
eine  etwas  universellere  Sammlung  dar.  Frau  Sueß-Rath,
  die  am  17.  Juni  1915  im  75.  Lebensjahre  verstorbene ­
  Witwe  nach  dem  Generalrat  der  Österreichisch-Ungarischen
  Bank  Friedrich  Sueß,  legte  ihre  Autographensammlung, ­
  vielleicht  angeregt  durch  einen  ihr
von  Grillparzer  gewidmeten  Stammbuchvers,  in  den

fünfziger  Jahren  des  vorigen  Jahrhunderts  an.  Auch
diese  Sammlung  enthält  eine  große  Anzahl  seltener
und  inhaltsreicher  Stücke,  darunter  einen  interessanten,
wenn  auch  nur  fragmentarisch  erhaltenen  Brief  von
Beethoven,  Autographen  von  Blücher,  Bulwer,  Darwin,
Dickens,  Disraeli,  Kaiserin  Elisabeth,  Friedrich  dem
Großen,  Gleim,  Gneisenau,  Gottsched,  Grillparzer,
Hebbel,  Heine,  Herder,  Anna  Louise  Karschin,  Liszt,
Marlborough,  Cosimo  Medici,  Moltke,  Oxenstierna,
Herzog  von  Reichstadt,  Schiller,  Stifter,  Johann
Strauß,  Grafen  St.  Szechenyi,  Uhland,  Wallenstein,
Kaiser  Wilhelm  I.,  Hugo  Wolf,  Zieten  u.  v.  a.
Den  drei  Sammlungen  sind  noch  Beiträge  aus  verschiedenem ­
  Besitz  beigefügt,  unter  denen  sich  wertvolle ­
  historische  Urkunden,  wie  zum  Beispiel  der
Originalentwurf  des  berühmten  Patents  Ferdinand  I.
gegen  die  „Sectleerer  Martinus  Luther,  Karlstadt,
Zwingli,  Decolampadium“  befinden.  Es  sind  weiters
da  zahlreiche  schöne  Musikerbriefe  und  musikalische
Albumblätter  von  Bellini,  Berlioz,  Brahms,  Goldmark, ­
  Gounod,  Ilerbeck,  Liszt,  Rossini,  Sarasate,
Johann  Strauß  usw.  Unter  den  Musikmanuskripten
findet  sich  als  das  hervorragendste  Stück  das  schöne
Lied  Franz-Schuberts  „An  Laura“,  datiert  1814.
Nebenbei  sei  bemerkt,  daß  dem  Herausgeber  der
bei  Breitkopf  &  Härtel  erschienenen  Gesamtausgabe ­
  nicht  das  Originälmaauskript,  sondern  eine
Abschrift  von  der  Hand  Stadlers  Vorgelegen  war.

Die  Viennensiasainmiung  Bermann.

Die  Versteigerung  der  Vienirensiasarmnlirrig  Bermann
durch  das  Wiener  Dorotheum  fand  ein  dankbares
Publikum,  das  die  anmutigen  Schöfpungen  Altwiener  Graphik
nach  Gebühr  zu  schätzen  wußte.  Wii  geben  nachstehend
ein  ziemlich  vollständiges  Verzeichnis  der  gezahlten  Preise,
die  bei  der  Seltenheit  derartiger  Auktionen  Sammlern  als
Richtlinie  gelten  können.
Es  erzielten:
Altwiener  Gratulationskarten.  Nr.  5,  Sechs  ölkoloiierte
  Karten  von  J.  Eder,  K  64;  Nr.  15,  Fünf  kolorierte
Originalentwürfe,  K  70;  Nr.  16,  Zwölf  aquarrellierte  Öriginalentwürfe,
  K  60;  Nr.  26,  Sechs  Karten  mit  Koloratur,  J.  Edel,
K  100;  Nr.  27,  Sechs  Karten,  Entwürfe  von  Eisenmann,
Bl.  Höfel,  Renard,  K  90;  Nr.  46  bis  49,  je  zwei  aquarellierte
Vorlagen  für  Karten,  K  105;  Nr.  57  bis  60,  je  zwei  aquarellierte
Vorlagen  für  Karten,  K  105;  Nr.  70,  Goldener  Blumenkorb,
Karte  von  Job.  Endletzberger,  K  180;  Nr.  72,  Brieftaube  mit
Füllhorn,  K  130;  Nr.  73,  Blumenkörbchen,  K  140;  Nr.  75,
Büste  auf  Postarhent,  K  120;  Nr.76,  Blumenkränze  mit  Spruch,
K  110;  Nr.  77,  Gartengeräte,  Blumenkörbe,  Spruch  usw.,
Ii  180;  Nr.  78,  Enbleme  des  Herbstes  mit  Spruch,  K  105;
Nr.  79,  Blumenbukett,  K  210;  Nr.  80,  Blaue  Vase  mit  Ziffernblatt, ­
  K  390;  Nr.  81,  Zwei  Karten  J.  Bermann,  K  95;  Nr.  82,
Blumenvase  mit  Spruch,  K  160;  Nr.  83,  Toilettegegenstände
usw.,  J.  Bermann,  K  220;  Nr.  84,  Kränze,  Blumengirlanden,
K  160;  Nr.  85,  Fliegende  Tauben,  K  90;  Nr:  86,  Säulenpostament, ­
  K  190.
Wiener  Kaufrufe  und  Straßentypen.  Nach,  Opitz.
Von  Ponheim;r  und  Piringer  gestochen.  Nr.  130,  Der
Tintenmann,  K  130;  Nr.  131,  Strohschneider,  K  160;  Nr.  132,
Milchweib,  K  200;  Nr.  133,  Kaiserlicher  Kanonier,  K  100;
Nr.  134,  Holzhauer,  K  70;  Nr.  135,  Blinder  Lumpensammler,
K  90;  Nr.  136,  Kellner,  Faßzieher  und  ein  Dienstmädchen,
K  130;  Nr.  137,  Nachtwächter,  K  400;  Nr.  138,  Gewölbwächter,
K  110;  Nr.  139,  Kastanienbraterin,  K  110;  Nr.  140,  Der  österreichische ­

  und  die  ungarischen  Schiffsknechte,  K  70;  Nr.  141,
Senftenträger,  K  130;  Nr.  142,  Gassenkehrerjungen,  K  120;
Nr.  143,  Sicherheitswache,  K  140;  Nr.  144,  Lorbeerblätter,
Kramer  usw.,  K  180;  Nr.  145,  Bandelkrämer  und  Ni.  146,
Bürgersflau  mit  Küchenmagd,  K150;  Nr.  147,  Salamihändler,
K  100;  Nr.  148,  Köchin,  Kellermeister  usw.,  K  140;  Nr.  149,
Kässtecher,  K  100;  Nr.  150,  Altes  Eisen-,  Messingsammleiinnen,
  K  170;  Nr.  151,  Geschworener  Oberträger-  der  Hauptmauth,
  K  100;  Nr.  152,  Ungarischer  Edelmann  mit  Zögling
der  Theresianischen  Akademie,  K  152;  Nr.  155,  Herumziehende
Musikanten,  K  120;  Nr.  157,  Kutscher  und  Heubauer,  K  95;
Nr.  158,  Griechische  Kaufleute,  K  110;  Nr.  159,  Die  polnischen
Juden,  K  100;  Nr,-  160,  Gesellschaft  von  Handelsjuden,  K  110;
Nr.  163,  Türkischer  Jude,  K  105;  Ni.  165,  Zettelträger,  Iv  95;
Nr.  163,  Tirolerin,  Hausmeister  usw.,  K  100;  Nr.  167,  Bilderund ­
  Liederkrämer,  K  130;  Nr.  168,  Grundgerichtsdiener,  I\  95;
Nr.  169,  Stadtöbstlerin,  K  95;  Nr.  170,  Rauchfangkehrer,
K110;  Nr.  171,  Müllerin  mit  Mühlknecht,  K100;  Nr.  172,  Edelknabe ­
  und  Leiblakei,  K  100;  Nr.  174,  Bilderverkäuferin,
K  320;  Nr.  175,  Hühner-  und  Gänseverkäufer,  K  160;  Nr.  176,
Fischhändler,  K  140;  Nr.  177,  Italiener  mit  Galanteriewaren,
K  160;  Nr.  178,  Zitronenmann,  K  150;  Nr.  179,  Rosenkranzkrämer, ­
  K  160;  Nr.  1§0,  Rostflechter,  K  160;  Nr.  181,  Ponheimer,
  Rauchgesellschaft,  K  300;  Nr.  182,  Lanzedelli,
Obstweibei,  K  180;  Nr.  183,  Wasserträger,  K  160;  Ni.  184,
Die  Fiaker,  K  300;  Nr.  185,  Der  Schornsteinfeger,  K  170;
Nr.  186,  Die  Holzhauer,  K  210;  Nr.  187,  Die  Milchweiber,
K  310;  Nr.  188,  Waschweiber,  K  250;  Nr.  189,  Neckereien,
K  200;  Ni.  190,  Gassenbubenstreich,  K  140;  Nr.  191,  Musikalische ­
  Unterhaltung,  K  110;  Nr.  192,  Aquarelle  mit  Darstellungen ­
  aus  dem  Wiener  Leben,  K  900/Nr.  193,  Lanzedelli,
Acht  Blätter  satyrische  Federzeichnungen,  K  90;  Nr.  194,
Zampis;  sechs  Blätter  Lithographien  vom  Wiener  Fasching,
K60;  Nr.  195,  Ponheimer  und  Boehm,  42  Blätter  figuraler
Radierungen  in  Kupferstich,  K  28;  Nr.  196,  Gesellschaftsscenen
            
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