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Internationale S ammler - Zeit ung
Nr. 14
der Luftgeister des Venustages bedeutet, dessen Bei
zeichen, das kleine gestrichene Dreieck, sich unter
dem Kupido befindet.
Das'' treppenförmige Zeichen links vom Beschauer
deutet auf das ,,Haus der Venus" (Himmelszeichen
Wage), das Zeichen darunter (beim Kopf des Kupido)
weist auf den Genius dieses Hauses hin.
Die anderen Worte und Abkürzungen von Wörtern
auf dieser Medaillenseite in lateinischen und griechischen
Schriftzeichen enthalten Namen und Beschwörungs
formeln, deren Erklärung uns hier zu weit führen würde.
Die Hauptfigur auf der Rückseite der Medaille
bildet das magisch-astrologische „Planetensiegel der
Venus"; es ist dies das sogenannte „Magische Quadrat“
von der Zahl sieben, dessen Seitenzahlen sieben, dessen
natürliche Zahl (das heißt die Zahl der Felder): 49,
dessen Summe jeder Horizontal- und Vertikalreihe
sowie die Summen jeder der zwei Diagonalen 175 und
dessen Gesamtsumme aller Zahlen 1225 beträgt. Dieses
„Siegel der Venus“ wurde im Mittelalter als eines der
kräftigsten Remcdien zur Erzeugung von Liebe an
gesehen.
Oberhalb dieses „Planetensiegels“ befinden sich die
Worte „Pülcher Anael“. Anael bedeutet den Engel des
Venustages (des Freitags), der bei der Anrufung auf
diesem Amulette mit pulcher (schön, vortrefflich)
ezcichnet wird. Sein Zeichen in Hinsicht zum Planeten
und in seiner Bezeichnung zur Bedeutung „vom
Mädchen“ ist das kleine Kreuz links oben. Die daneben
stehenden Zeichen von „Stier“ und „Wage“ habenBezug
zu den „Häusern“ des Planeten Venus. Die Charaktere
des Engels Anael und die Sphäre seiner Wirkung, der
„dritte Himmel“, der Venushimmel, der mit dem
Namen „Sagum“ bezeichnet wurde, finden sich unter
halb des Quadrates.
Links neben diesem Planetensiegel sehen wir das
Charakterzeichen des „Venusplanetenengels“ selbst in
seinen Zeichen (linksseitig sichtbar) dargestellt. Hierbei
ist zu bemerken, daß der Schöpfer dieses Amulettes
bei der Wiedergabe dieses Charakterzeichens etwas
flüchtig gearbeitet hat. Er vergaß nämlich an der
linken Seite das Symbol für „Venus im zunehmenden
Lichte“ einzuzeichnen, denn die vollständige Wiedergabe
dieses thcurgisclien Zeichens mußte in dem linken
Felde noch das Zeichen des aufnehmenden Mondes
enthalten.
Liber diesem Charakter nun steht ein s-förmiges
Zeichen, das nach der orientalischen Schreibweise
eigentlich umgekehrt stehen müßte. Dieses Signum
bedeutet aber laut der ältesten Originalausgabe des
VII. und VIII. Buches Mosis, das durchaus „in l'oter
Schreibschrift nur wiedergegeben werden durfte“, den
Charakter des Erzengels Anael, dessen Name und Kraft
wirkung wir schon vorher kennen gelernt haben und von
welchem dieser Charakter nach zuletztgenannter Quelle
bewirken soll, daß „das Erwünschte von selber komme"
Rechts vom Planetcnsiegel befinden sich zwei
andere Charakterzeichen. Diese bedeuten die Charaktere
der Venus in ihren „Geistesintelligenzen“. Der Ver
fertiger des vorliegenden Amulettes hat das vorher
gehende Zeichen in neuer Variante gebracht, indem
er es umgekehrt stellte und etwas veränderte.
Die Bedeutung dieser Medaille sollte, wie schon
das Hauptbild, die Venusdarstellung, bezeugt, bei einer
weiblichen Person zu dem männlichen Eigner des
Talismans Liebe erzeugen.
Zu diesem Zwecke werden alle möglichen Geister
und Engel dieses Planeten (der Venus) beschworen.
Die Darstellungen auf den Flächen der Medaille aber
bezeugen einerseits viel Gelehrtheit in theurgischen
Dingen, anderseits aber scheint der Verfertiger des
Amulettes doch nur mehr wenig vom eigentlichen Wissen
der mittelalterlichen Magier besessen zu haben.
Zum Schlüsse muß ich noch dem Privatgelehrten
Ernst Tiede in Marienwerder meinen herzlichen Dank
für Beihilfe und Belehrung abstatten.
Die Versteigerung des Trübner-Nachlasses.
(Fortsetzung.)
Im nachstehenden setzen wir die Ergebnisse der
Trübner- Auktion*) fort:
Gobelins und Stickereien.
Nr. 288, Flandrischer Gobelin, Ende 16. Jlr., M 5000;
Nr. 289, Desgl., M 2000; Nr. 290/91, Dcsgl., M 18.000; Nr. 292,
Flandrischer Gobelin, Mitte 17. Jh., M 8500; Nr. 293, Spanischer
Gobelin, Mitte 16. Jh., M 18.000; Nr. 294, Fragment eines
niederländischen Renaissancegobelins, 1. Hälfte 16. Jh.,
M 6000; Nr. 295, Fragment eines gotischen Gobelins, Tournay,
um 1460, M 8500; Nr. 296, Flandrischer Gobelin, M 8500;
Nr. 297, Gobelin, 16. und 17. Jh., M 8500; Nr. 208, Gobelin
fragment, um 1700, M 190; Nr. 199, Aubusson-Kissen, Franzö
sisch, 19. Jh., M 430; Nr. 300, Stickereibild, Schweiz, um 1540,
M 800; Nr. 301, Fragment eines Kaselstreifens, M 400; Nr. 302,
Rauclimantelkappe, um 1500, M 610; Nr. 303, Große Decke,
spanisch, 16. Jh., M 720.
Antike Orient- und Aubusson-Teppiche. Nr. 304,
Gebetteppich, Ende 17. Jh., M 1260; Nr. 305, Knüpfteppich,
Kleinasien, 1. Hälfte 17. Jh., M 3800; Nr. 306, Desgl., M 1750;
Nr. 307, Desgl., M 1300; Nr. 308, Desgl., M 4000; Nr. 309,
Dcsgl., M 5000; Nr. 310, Desgl., M 5000; Nr. 311, Desgl.,
M 8500; Nr. 312, Großer Uschakteppich, M 10.300; Nr. 313,
Knüpfteppich aus farbiger Wolle, Persien, um 1600, M 8500;
Nr. 314, Desgl., M 17.200; Nr. 318, Dcsgl., M 11.000; Nr. 316,
Fragment eines Knüpfteppichs, Persien, um 1600, M 3000;
Nr. 317, Bordürenfragment eines Tierteppichs, Persien, 17. Jh.,
M 2500; Nr. 318, Desgl., M 3300; Nr. 319, Großer Aubusson-
Teppich,Mitte 19. Jh., M 7400; Nr. 320, Desgl., M 3100; Nr. 321,
Desgl., M 2800; Nr. 322, Kleiner Aubusson-Teppich, 1. Hälfte
19. Jh., M 560.
Samte, Seiden und Brokate.
Nr. 323, Roter Samt, Florenz, 2. Hälfte 15. jlu, M 510;
Nr. 324, Stahlblauer gotischer Seidensamt, Italienisch, 15. Jh.,
M 2500; Nr. 325, Dunkelgrüner gotischer Seidensamt,Italienisch,
16. Jh., M 900; Nr. 326, Großer Rauchmantel, Ende 15. Jh.,
M 1050; Nr. 327, Kasel, 15. Jh., M2500; Nr. 328, Großer
Rauchmantcl, Italien, um 1840, M 8800; Nr. 329, Kasel,
M 1050; Nr. 330, Grüner Seidensamt, Italien, Anfang 16. Jh.,
M 1050; Nr. 331, Große Samtbrokatdecke, Italien, Anfang
16. Jh., M 3800; Nr. 332, Kasel, M 300; Nr. 333, Grüner Samt,
Spanien, 16. Jh., M 730; Nr. 334, Samtbrokat, Kleinasien,
1. Hälfte 16. Jh., M 800; Nr. 335, Desgl., M 850; Nr. 336,
') Siehe Nr. 13 der „Internationalen Sammler -Zeitung