MAK
Nr. 16 
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 139 
Kriegserinnerung betrachten ? Da bleibt wohl 
nichts übrig, als Kunstgewerbe von Kunst zu 
trennen oder auf die Grundstoffe zurückzugreifen, 
aus denen die Gegenstände hergestellt sind, oder 
sich auf andere Äußerlichkeiten zu stützen. Man 
könnte auch geschmacklose und geschmackvolle 
Sammelobjekte scheiden, wobei leider die zweite 
Rubrik weniger umfangreich würde als die erste. 
Man kann sich ferner auf einzelne Gebiete beschränken 
und Munition, Lautenbänder, Medaillen und Plaketten, 
Kriegsmarken, Feldpostkarten, Ansichtskarten, Briel- 
papier sammeln, sich auf Ersatzmittel, Kund 
machungen, Abzeichen usw. beschränken und hat 
dennoch immer mehr als genug zu tun. Ja, ich möchte 
dem Kriegssammler den dringenden Rat geben, sich 
sein Gebiet möglichst klein zu wählen; denn nur auf 
diese Weise kann er hoffen, seine Sammlung halbwegs 
vollständig zu gestalten. Ich denke, daß schon jemand, 
der bloß die Gegenstände sammeln wollte, die das 
Abzeichen einer bestimmten Armee haben, genug zu 
tun hätte, von den Kriegsbüchern gar nicht zu reden; 
jenen, der Ansichtskarten sammelt, kann man direkt 
bedauern. 
Man sieht, Kriegs^ammler haben nicht nur ein 
weites Gebiet der Betätigung, sondern auch Sorgen. 
Sorgen, die, an den Geschehnissen des Weltkrieges 
gemessen, kleinlich erscheinen mögen, aber doch be 
rechtigt sind. Denn die Wahl des Gesichtspunktes, 
von dem aus die Sammlung geschaffen wurde, kann 
für die Sammlung selbst von größter Bedeutung werden. 
Eine unrichtige Wahl, eine schlechte innere Organisation 
der Sammlung ist imstande, ihren Wert ganz wesent 
lich herabzudrücken, aus ihr trotz aller Mühe und allen 
Aufwandes nur einen ungegliederten Haufen zu machen. 
Auch Sammlungen müssen einen Plan, eine klare Idee, 
einen logischen Aufbau zeigen, wenn sie einen Wert 
haben sollen. 
Zum Schlüsse möge noch auf einige seltene Erschei 
nungen hingewiesen werden. So erscheint jetzt in 
Skutari eine Zeitung in albanischer Sprache. Vor 
züglich redigiert sind die „Belgrader Nachrichten“, die 
einen wahren Schatz von Studien über Serbiens 
Land und Volk bringen. (Illustrierte Beilage: Avalla.) 
Recht interessant ist die Cetinjer Zeitung, die ebenfalls 
eine illustrierte Beilage hat. 
Sehr hübsch sind manche der Abzeichen, die in Kärnten 
und Krain zu verschiedenen wohltätigen Zwecken . in 
Verkehr gesetzt wurden, so zum Beispiel das kärnt- 
nerische Wilhelmabzeichen, das Kärntner Kriegskreuz 
und das Abzeichen der Kriegspatenschaft, während 
in Krain das Landeswappen sehr geschmackvoll als 
Abzeichen verwendet wurde. 
Originell ist auch die Technik mancher Arbeiten 
russischer Kriegsgefangener, die Splitter klein ge 
schlagener Bierflaschen, Milchgläser mit selbst ge 
fertigten Rahmen und dergleichen in eine dicke Leim 
schichte zu farbigen Mustern einlassen. Manchen 
dieser Arbeiten, die ich sah, kann man trotz des merk 
würdigen Anstriches unleugbar eine stark ornamentale 
und fertige Qualität zubilligen. Weit verbreitet sind 
in dem Heere die aus Aluminiumstücken hergestellten 
Fingerringe, die zumeist an oder knapp hinter der 
Front erzeugt werden und ganz gut aussehen. Fast 
ebenso verbreitet sind Feuerzeuge, die aus italienischer 
Tnfantericmunition hergestellt werden. Sehr schön 
ist ferner die leider vollkommen vergriffene Sturm 
truppenkarte der 10. Armee, die vom Maler Jonesch 
gezeichnet worden ist. Die Karte vom Infanterie 
regiment Nr. 7, die Architekt Winkler entwarf, ist 
bereits erwähnt worden. Endlich mag noch darauf 
hingewiesen werden, daß in Kärnten auch ganz reizende 
Trachtenfiguren eines Klagenfurter — Hafner mag man 
nicht sagen — also Töpfers für Kriegsfürsörgezwecke ver 
kauft wurden, die man aber nur mehr vereinzelt sieht. 
Der dritte Teil der Sammlung Hirth. 
(Schluß der Auktionspreise.) * 
Nr. 222, Halbschrank, M 2600; Nr. 223, Viertüriger 
Architekturschrank, süddeutsch, 17. Jh., M 15.000; Nr. 224, 
Großer Schrank, deutsch, Ende 17. Jh., M 8600; Nr. 225, 
Großer Schrank, Ende 17. Jh., M 9000; Nr. 226, Großer 
Schrank, süddeutsch, Anfang 18. jh., M 16.500; Nr. 227, 
Großer Schrank, süddeutsch, 18. jh., M 31.000; Nr. 228, 
Großer Schrank, deutsch, Ende 18. Jh., M 10.000; Nr. 229, 
Großer Schrank, deutsch, zweite Hälfte 18. jh., M 6100. 
Kredenz, Sekretäre, Kommoden: Nr. 230, Buffet, fran 
zösisch, 17. Jh., M 10.500; Nr. 231, Abstelltisch, süddeutsch, 
gegen 1600, M 950; Nr. 232, Niedere Kredenz, 17. jh., M 3900; 
Nr. 233, Kredenz, süddeutsch, Anfang 18. Jh., M 4500; Nr. 234, 
Sekretär, süddeutsch, Mitte 18. jh., M 3600; Nr. 235, Große 
Vitrine, Ende 18. Jh., M 12.500 mit Nr. 646; Nr. 236, Puppen 
sekretär, deutsch, 18. Jh., M 500; Nr. 237, Sekretär, um 1830, 
M 2000; Nr. 238, Schreibtischgarnitur, um 1830, M 410; 
Nr. 239, Zwei Kommoden, deutsch, Mitte 18. Jh., M 23.000; 
Nr. 240, Kommode, deutsch, Ende 18. Jh., M 6000; Nr. 241, 
Kommode, deutsch , 18. Jh., M 3100; Nr. 242, ZweiKommoden, 
deutsch, um 1800, M 3000. Stühle, Bänke: Nr. 243, Sechs 
* Siehe Nr. 15 der „Internationalen Sammler-Zeitung''. 
Armlehnstühle, Italien, 17. Jh., M 16.000; Nr. 244, Faltstuhl, 
Italien, 17. Jh., M 1250; Nr. 245, Armlehnstuhl, Italien, 
18. Jh., M 2200; Nr. 246, Armlehnstuhl, deutsch (?), 17. Jh., 
M 4100; Nr. 247, Armlehnstuhl, 18. jh., M 520; Nr. 248, 
Vier Armlehnstühle, deutsch 18. Jh., M 10.000; Nr. 248, a 
Zwei Armlehnstühle, deutsch 18. Jh., M 2700; Nr. 249, Zwei 
Armlehnstühle, Anfang 18. Jh., M 13.000; Nr. 251, Garnitur 
von vier Stühlen, Nußbaumholz, französisch, Ende 18. Jh., 
M 4000; Nr. 253, Lehnstuhl, Empire, M 2500; Nr. 254, Zwei 
Armlehnstühle, Empire, M 1900; Nr. 255, Scherenstuhl- 
Betstuhl, 17. Jh.,M 310; Nr. 256, Zwei Stühle, deutsch, 17. Jh., 
M 150; Nr. 257, Zwei Stühle, deutsch 17. Jh., M 910; Nr. 258, 
Stuhl, deutsch, Anfang 18. Jh., M 320; Nr. 259, Vier Stühle, 
deutsch, 17. Jh., M 2850; Nr, 260, Sechs Stühle, 18. Jh.; 
M 3800; Nr. 261, Zwölf Stühle, deutsch, Ende 18. Jh., M 6100; 
Nr. 262, Drei Bauernstühle, zweite Hälfte 16. Jh., M 320- 
Nr. 263, Zwei Bauernstühle, 17. Jh., M 1200; Nr. 264, Bauern, 
stuhl, 17. bis 18. Jh., M 450; Nr. 265, Bauernstuhl, deutsch, 
18. Jh., M 510; Nr. 265 a, Bauernstuhl, deutsch, 18. Jh., 
M 700; Nr. 266, Bauernstuhl, deutsch, 18. Jh., M 650; Nr. 267, 
Sechs Bauernstühle, süddeutsch, 18. Jh., M 900; Nr. 268, 
Fünf Bauemstühle, süddeutsch, 18. Jh., M 210; Nr. 269,
	        
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