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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 16 
ausgestellt. In der früheren Ausstellung „Der expressioni 
stische Holzschnitt“ machten die Graphische Sammlung Mün 
chen, die Kunsthalle Hamburg, das städtische Museum Erfurt, 
das Nationalmuseum Stockholm, das Rudolphinum in Prag 
sowie viele private Sammlungen namhafte Ankäufe. 
(Münchener Versteigerungen.) Am 16. September 
und den folgenden Tagen gelangt in der Galerie Helbing in 
München eine umfangreiche, aus verschiedenem Privat 
besitz stammende Sammlung zur Versteigerung. Den ersten 
Teil des ungefähr 1800 Nummern umfassenden Kataloges 
bilden Antiquitäten, Skulpturen, Möbel, alte Gemälde und 
Miniaturen. Unter den Porzellanen sind zwei Meißner Gruppen 
aus der Mitte des 18. Jahrhundeits —- Zentaur und Amor — 
besonders bemerkenswert; die Stücke stammen aus der Samm 
lung Dr. Fr. Clemm. Daneben sind die Manufakturen Berlin, 
Nymphenburg und Wien in mannigfaltigen Produkten ver 
treten. Glas bietet in Formgläsern des 17. und 18. Jahrhun 
derts, meistens sächsische und böhmische Erzeugnisse, einigen 
Glasscheiben und verschiedenen Hinterglasmalereien aus der 
Mitte des 19. Jahrhunderts, reiche Auswahl. Unter den Ar 
beiten in Metall findet man vor allem Silbergefäße des 18. Jahr 
hunderts, verschiedene Bronzen und ein hübsches Oberlicht 
gitter des 17. Jahrhunderts. Die bemerkenswertesten Stücke 
der Figural- und Kleinplastik sind eine spätgotische 
Apostelgruppe, ein Gottvater mit der Weltkugel aus dem 
17. Jahrhundert und ein St. Sictus im Ölkessel von 1750—1760, 
gute bayerische Arbeiten. Das Möbel besteht, abgesehen von 
einem Nürnberger Renaissanceschrank und einigen kleinen 
Stücken des 17. und 18. Jahrhunderts, meistens aus hübschen 
Einrichtungsstücken des frühen 19. Jahrhunderts. Eine reiche 
Kollektion von Miniaturen, darunter ein Herrenbildnis von 
Chereau, das Brustbild eines Mädchens von Foulard, ein 
Brustbild Shakespeares, bildet zusammen mit Gemälden 
des 16. und 18. Jahrhunderts, meist Arbeiten deutscher und 
holländischer Meister, den Schluß des ersten Teiles. Unter 
den prähistorischen Funden sind Stücke der Bronzezeit, 
einige La Tene-Fibeln und Pfahlbaunadeln von Cortaillod am 
Neuchateler See. Die antiken Ausgrabungen bestehen 
zum vorwiegenden Teil aus apulischer Keramik des 2. bis 
3. Jahrhunderts vor Christi. Unter den antiken Plastiken 
sind besonders bemerkenswert eine Serapisbüste des 1. Jahr 
hunderts vor Christi, ein weibliches Köpfchen — beide ägyp 
tisch-hellenische Arbeiten, ein paar Tanagrafigiirchen und eine 
große Terrakottafigur „Klagende Frau“ —; das Gegenstück 
befindet sich in der Sammlung Castellau im britischen 
Museum. Anschließend daran bringt der Katalog ostasiatisches 
und orientalisches Kunstgewerbe. Ersteres zeigt neben 
zahlreichen Porzellanen einige hübsche Bronzen und Cloisonne- 
arbeiten, vor allem aber eine reiche Anzahl von Netzkes und 
Inros in Lack, Ellenbein und Porzellan; daran schließen sich 
ostasiatische Textilien, neben Wandbehängen, Decken und 
Teppichen in reichster Seidenstickerei, Kleidungsstücke und 
Brokatstoffe. Unter den graphischen Arbeiten befinden sich 
eine Kakemono der Okyo-Schale, eine Gebirgslandschaft 
von Kano Tanga (1601 bis 1674) und zwei achtteilige Wand 
schirme, Ansichten von Kyato, wohl Kopien nach Tasa Aritsrr 
Yostsu (1688 bis 1704). Den Schluß bildet die altorientalische 
Waffensammlung August Diez. Sie besteht aus wert 
vollen persischen Rüstungen des 17. und 18. Jahrhunderts, 
japanischen, persischen und türkischen Dolchen und Schwer 
tern, Streitäxten und Streitkolben, Gewehren, Pistolen und 
Pulverflaschen. Anschließend daran folgen noch einige Stücke 
orientalischen und ostasiatischen Kunstgewerbes. Die Sammlung 
ist in der Galerie Helbing in München, Wagmüllerstraße 15 
am 12., 13. und 14. September zur Besichtigung ausgestellt. 
Der Katalog, dem 21 Abbildungstafeln beigegeben sind, ist 
durch dieselbe Firma zu beziehen. 
Ausstellungen. 
Berlin. Sezession. Berliner Bildnisse 1848 bis 1898. 
■— Kunstsalon Mathilde Rabl, Potsdamerstraße 134 C. 
60 Werke Rud. Schicks. 
Leipzig. Museum. Ausstellung von Arbeiten Nürnberger 
Künstler. 
München. Galerie „Neue Kunst“, Hans Goltz. 
Sammelausstellung. 
— Bücherstube am Siegestor. Das graphische Werk 
Hans Meds. 
Warschau. Baryckihaus. Polnische Malerei vom 18. Jahr- 
hundert bis zur Gegenwart. 
Zürich. Kunstsalon Wolfsberg. Alte Kunst. 
Auktionen. 
16. September. Berlin. Paul Graupe. Moderne Graphik 
und Handzeiclmurigen. 
2. Hälfte September. München. Galerie Helbing. Anti 
quitäten, alte Möbel, antike Funde, ostasiatisches Kunst 
gewerbe, orientalische Waffen aus verschiedenem Privatbesitz. 
23. September. Berlin. Martin Breslauer. Bücherver 
steigerung. 
24. und 25. September. Frankfurt a, M. Rudolf Bangel. 
Gemälde, Möbel, Antiquitäten und Kunstgegenstände. 
24. bis 28. September. Wien. Dorotheum. Ölgemälde, 
Aquarelle, Zeichnungen und Antiquitäten. 
Ende September. München. Gälerie Helbing. Sammlung 
von Antiquitäten, Möbeln, Kunst- und Einrichtungsgegen- 
ständen, Gemälden aus Schloß Mindelburg (Bayern), 
30. September bis 5. Oktober. Wien. Dorotheum. Brief 
marken. 
3. bis 5. Oktober. Wien. Dorotheum. Ostasiatisches Kunst- 
gewerbe, Ägyptische Ausgrabungen. 
16. bis 18. Oktober. Wien. Dorotheum. Gemälde alter 
und neuer Meister, Miniaturen. 
19. November. Frankfurt a. M. Kunstverein. Nachlaß 
des Malers Carl Morgenstern. Gemälde. 
Herbst. Köln. Math. Lempertz (P. Hanstein & Söhne). 
Nachlaßsammlungen Thekla von Düsseldorf (Koblenz): 
Schnitz- und Antarsienmöbel, Silber, Porzellane usw. Dr. Wan- 
germann (Aachen): Mobiliar und Kunstgewerbe, Silber und 
Eisen. O. Bolten (Schwerin): Kupferstiche. 
Literatur. 
* Das Berliner Zoologische Museum. Von Geh. Regierungsrat 
Prof. Dr. Willy Kükenthal. Vossische Zeitung Nr. 416 vom 
16. August 1918. 
* Eine Olmützer Goldschmiedwerkstätte des 16. Jahr 
hunderts. Mitteilungen des Erzherzog Rainer-Museums zu 
Brünn. Nr. 5/6 1918. 
Briefkasten. 
Graf M. Graf Bienerth sammelte vorzugsweise Briefmarken. 
„Musica.“ Eine Brucknerplakette hat Josef Tautenhayn 
geschaffen. 
Oldenburg. Wert zirka M 5000. Der Zeitpunkt wäre für den 
Verkauf sehr günstig. 
X. Y. Nr. 8 erzielte M 380, Nr. 77 M 910 und Nr. 243 M 300.
	        
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