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MAK

Full text : Jahrgang 10 (1918) (20)

Nr.  20

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  171

Der  Hildesheimer  Silberfund.

Es  war  am  9.  Oktober  ]868,  a’s  einige  Soldaten,  die  auf
dem  fiskalischen  Terrain  der  Schießstände  am  Fuß  des  Galgenberges ­
  der  alten  Bischofsstadt  Hildesheim  mit  Erdarbeiten
beschäftigt  waren,  plötzlich  in  einer  Tiefe  von  etwa  drei  Meter
auf  einen  Schatz  stießen,  der  sie  nicht  wenig  überraschte.
Es  blinkte  ihnen  plötzlich  silbern  entgegen,  und  so  wurde
von  diesen  preußischen  Soldaten  nach  und  nach  jenes  silberne
Tafelservice  zutage  gefördert,  das  seither  als  der  „Hildesheimer ­
  Silberfund“  berühmt  geworden  ist  und  im
Berliner  Museum  seine  Aufstellung  gefunden  hat.
Der  reiche  Schatz,  der  an  Kunstwert  dem  berühmten  Silberschatz ­
  von  Boscoreale  bei  Pompeji  nicht  nachsteht,  ist  seitdem
Gegenstand  mannigfachen  wissenschaftlichen  Streites  geworden.
Daß  es  sich  bei  dem  Fund,  der  im  ganzen  74  Stücke  umfaßte
mit  einem  Gesamtgewichte  von  über  107  Pfund  '  Silber  und

eine  Tafelausrüstung  für  drei  Personen  darstellte,  Teller,
Schüsseln,  Schalen,  Milchgefäße,  Trinkbecher,  Tiegel,  einen
Dreifuß,  ein  Salzfaß  usw.,  um  Tafelgeschirr  eines  vornehmen
Römers  handelte,  war  klar;  doch  sind  Römer  niemals  in  der
Gegend  von  Hildesheim  gewesen.  Man  nahm  daher  zunächst
an,  daß  sie  wahrscheinlich  als  Beutestücke  aus  der  Teutoburger ­
  Schlacht  hierhergelangt  waren.
Später  überzeugte  man  sich,  daß  einzelne  Teile  des  kostbaren ­
  Tafelgeschirrs  zweifellos  aus  späterer  Epoche  kommen
mußten,  etwa  aus  der  Zeit  der  Julischen  Kaiser,  der  besten  des
römischen  Kunsthandwerks.  Vermutlich  hat  diesen  Schatz
irgendein  vornehmer  Sachse  zusammengebracht  und  ihn  vielleicht ­
  bei  einem  feindlichen  Einfall  vergraben.  Da  einige  Stücke
von  hervorragender  Schönheit  sind,  hat  der  Gesamtfund  auch
einen  sehr  ansehnlichen  materiellen  Wert.

Wiener  Gemäldeauktion.

Die  Befürchtung,  daß  die  dermaligen  politischen
Verhältnisse  eine  ungünstige  Rückwirkung  auf  den
Kunstmarkt  üben  werden,  hat  sich  erfreulicherweise
nicht  erfüllt;  S.  Kende  und  Leo  Schidlof,die  am
22.  und  23.  Oktober  in  Wien  eine  Versteigerung  von
Gemälden,  Aquarellen  und  Miniaturen  durchführten,
hatten  ihr  Unternehmen  keineswegs  zu  bedauern.
Ihre  Auktionsräume  waren  so  gefüllt,  wie  in  der  vorigen
Saison,  und  auch  die  Kauflust  blieb  nicht  hinter  ihren
Erwartungen  zurück.  Die  zweitägige  Auktion  schloß
denn  auch  mit  einem  Ergebnis  von  zirka  einer  Million
Kronen  ah.
Nachstehend  die  erzielten  Preise:
Ölgemälde  alter  und  moderner  Meister:  Nr.  1,
Anonymer  Künstler,  erste  Hälfte  des  19.  Jh.,  Die  heil  Barbara,
K  900;  Nr.  3,  Beaume,  Entenjagd,  K  600;  Nr.  4,  Nicolas
Berchem,  Porträt  einer  Dame,  K  17.000;  Nr.  5,  Bertzik,
Edelfräulein  in  altdeutscher  Tracht,  K  600;  Nr.  6,  Biscaino,
Anbetung  des  Jesukindes,  K  7500;  Nr.  7,  Eugen  v.  Blaas,
Junge  Venezianerin,  K  4800;  Nr.  8,  Tina  Blau,  Partie  aus
Haslau  K  1200;  Nr.  9,  Dieselbe,  Hof  eines  Bauernhauses,
K  1350;  Nr.  10,  Bloemart,  Auferweckung  des  Lazarus,  K  1150;
Nr.  11,  Bologneser  Meister  des  17.  Jh.,  Rebbeka  am  Brunnen,
K  7000;  Nr.  12,  Bonifazio  Veneziano,  Christus  und  die
Samariterin,  K  4000;  Nr.  13,  Paris  Bordong,  Porträt  eines
Edelmannes,  K  31.000;  Nr.  14,  Brancaccio,  Ansicht  von
Pompeji,  K  1700;  Nr.  15,  Alex.  Calame,  Schweizer  Landschaft, ­
  K  2200;  Nr.  16,  Hans  Canon,  Alter  Bauer,  K  12.000;
Nr.  17,  Derselbe,  Porträt  einer  jungen  brau,  K  8000;  Nr.  18,
Derselbe,  Porträt  eines  Mannes,  K  13.000;  Nr.  19,  Caracci,
Herkules  tötet  die  Hydra,  K  8000;  Nr.  20,  Caravaggio,
Demokritus  und  Heraklitus,  K  20  000;  Nr.  21,  F.  Cherie,
Kühe  in  einer  Landschaft,  K  3700;  Nr.  22,  Cignagio,  Maria
mit  dem  schlafenden  Jesus,  K  15,000;  Nr.  23,  Corone,  Heilige
Magdalena,  K  8500;  Nr.  24,  Richtung  des  Antoine  Coypel,
Auffindung  Moses,  K  2000;  Nr.  25,  Gaspar  de  Crayez,  Madonna
mit  Jesukind,  K  23  000;  Nr.  26,  Danhauser,  Kopf  eines
bärtigen  Mannes,  K  3400;  Nr.  27,  Delaroche,  Mater  Dolorosa, ­
  K  3200;  Nr.  28,  Deschwanden,  Madonna  mit  Kind,
K  2400;  Nr.  29,  Deutscher  Klassizist  um  1800,  Auffindung
des  Romulus  und  Remus,  K  800;  Nr.  30,  Deutscher  Meister
um  1750,  Porträt  einer  Dame,  K  3400;  Nr.  31,  Deutscher
Maler,  18.  Jh.,  Prophet  Elias,  K  700;  Nr,  32,  Deutscher
Schlachtenmeister,  Anfang  des  18.  Jh.,  Schlachtenszene,

K  3700;  Nr.  33,  Diziani,  Anbetung  der  Könige,  K  4600;
Nr.  34,  Ducis,  Das  Liebespaar,  K  500;  Nr.  35,  L.  Durand,
Straßenszene,K  1900;  Nr  36,  Ducreux,  Porträteines  Kavaliers
K  2400;  Nr  37,  Fasolo,  Porträt  einer  venezianischen  Edeldame, ­
  K5700;Nr  38,  Feisthamel,  Landschaft  mit  Bauerngehöft, ­
  K  850;  Nr  9,  Ferraresische  Schule,  16  Jh.,  Anbetung  der
heil,  drei  Könige,  K  2500;  Nr.  40,  Peti,  Heilige  in  Verzückung,
K  5600;  Nr.  41,  Florentiner  Meister  um  1840,  Madonna  mit  Jesus, ­
  K  5800;  Nr.  42,  Französischer  Meister  um  1710,  Kavalier
in  Rüstung,  K  4200;  Nr  43,  Französische  Schule,  Werkstätte
Poussier,  Auffindung  Moses,  K  4600;  Nr  44,  Französische
Schule,  18.  Jh.,  Die  Rosenkönigin,  K  1600;  Nr  45  und  46,
Desgleichen,  Zwei  llirtcnszenen,  K  3700;  Nr.  47,  Französischer
Künstler,  19  Jh  ,  Gebirgslandschaft,  K  460;  Nr.  48,  Französische. ­
  Schule  Anfang  des  19  Jh  ,  Mater  Dolorosa,  K  460;
Nr  49,  Französische  Schule,  19  Jh  ,  Junge  Wäscherin  mit
Kind,  K  750;  Nr  50,  Desgleichen,  Forträt  Ludwig  XV  ,  K  4000;
Nr  51,  Desgleichen,  Porträt  der  Marie  Lescinska,  K  2000;
Nr  52,  P.  Gauermann,  Landschaft,  K  8000;  Nr  53,  Jak.
Gauermann,  Landschaftsstudie,  K  2600;  Nr  54,  Genuesischer
Meister,  17  Jh  ,  Szene  aus  dem  Altertum,  K  3800;  Nr  55,
Luca  Giordano,  Der  Hemdflicker,  K  3800;  Nr  56,  Groppoli,
Stilleben,  K  8000;  Nr.  58,  Harlow,  Porträt  einer  jungen  Dame,
K  4000;  Nr.  59  Haudebourt-Lescot,  Szene  aus  „Gilblas“,
K  4200;  Nr.  60,  Derselbe,  Die  Verlassene,  K  3400;  Nr.  61,
Van  der  Heist,  Porträt  eines  Edelmannes,  K  7500;  Nr.  62,
G.  Hesse,  Junges  Mädchen,  K  2500;  Nr  63,  J.  Hill,  Dame
in  Balltracht,  K  4600;  Nr  64,  Hondecoeter,  Hahnenkampf,
K  16,000;  Nr.  65,  Horemans,  Interieur,  K  1100;  Nr  66,
Theodor  v.  Plörmann,  Motiv  bei  Fontainebleau,  K  2800;
Nr.  67,  Italienischer  Meister,  16.  Jh.,  Madonna  mit  Jesus
und  Johannes,  K  4000;  Nr.  68,  Italienische  Schule,  17.  Jh.,
Maria  mit  dem  Kinde,  K  500;  Nr.  69,  Desgleichen,  Porträt
einer  Prinzessin  von  Orleans,  K  700;  Nr.  70,  Italienische  Schule,
19.  Jh.,  Alter  Mann  mit  kleinem  Kind,  K  1200;  Nr.  71,  Desgleichen, ­
  Interieur  einer  Kirche,  K  950;  Nr  72,  Desgleichen,
Teilansicht,  von  Rom,  K  1350;  Nr.  73  und  74,  Jauneck,
Zwei  biblische  Szenen,  K  6000;  Nr.  75,  Werkstätte  des  Jakob
Jordaens,  Gastmahl  in  Emaus,  K  6000;  Nr  76,  Köninck,
Anbetung  der  Plirten,  K  11.000;  Nr  77,  J.  Koppay,  Porträt
der  Königin  Christine  von  Spanien,  K  1700;  Nr.  78,  Derselbe,
Porträt  der  Kaiserin  Alexandra  von  Rußland,  K  5000;  Nr.  79
A.  Kosarek,  I^ndschaft,  K  2800;  Nr.  80,  Lampi  d.  Ä.,
Porträt  einer  Dame,  K21.000;  Nr.  81,  Lampi  d.J.,  Porträt
            
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