Nr. 21
Internationale Sammler-Zeitung
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und John Smart bezeugen den toten Stand dieser Abteilung.
Als ganz besonders vorzügliche Arbeiten seien ein Damen-
bildnis von Smart, ein Herrenbildnis von G. Englehaert
und das Bildnis des Dichters und Politikers Sheridan von
J. C. D. Engleheart hervorgehoben. In der französischen
Schule steht ein Damenporträt auf Email von Petitot zeit
lich an, der Spitze. Arbeiten in gleicher Technik sind auch
aus dem 18. Jahrhundert, darunter Emails von Courtois mit
n
Fig. 3. Madame H ai ngnerlot. Französische Miniatur um 1800.
Weyler vorhanden. Neben einer großen Anzahl Miniaturen
unbekannter Meister, hauptsächlich der Revolutionszeit von
delikater Farbe und schlagender Charakterisierung sind be-
zeichnete Werke folgender Meister angeführt: Aubry, Boilly,
Gealut mit einem Damenbildnis in bekannter Sceaumalerei,
Daverton, ein früher Isabey, Hoin, der Belgier Evrard, Le
Roy, Perin, Sau vage, der in Paris ansässige Sachse Kanz mit
einem der schönsten Kinderbildnisse, Soiron und Parent
mit Miniaturen aus dem Napolconkreis, Villon und der
Modemaler Passot. — Diese kurze Aufzählung bekräftigt
das Urteil des bekannten Kenners der englischen Miniature
C. Williamson, der über die Sammlung Lehmann in seinem
großen Miniaturwerke das Urteil fällt, daß sie außerordentlich
ausgewählte Stücke englischer und französischer Schule ent
halte. Den Schluß bilden einige indische Miniaturen, Fürsten
porträts und eine kleine Sammlung der gebräuchlichsten
Fig. 4. Shelley: Lady Sinclair.
Werke über englische und französische Miniaturmalerei. —
Der von Dr. Buchheit verfaßte Katalog mit 95 Abbildungen
auf 20 Tafeln ist zum Preis vom M 6'—• durch die Galerie
Heibing in München zu beziehen.
In Reproduktionen führen wir vor:
Fig. 1. Jean Franc Soiron: Kaiserin Josefine von
Frankreich.
Fig. 2. Joseph Le Roy: Kapitän Louis Prevost.
Fig. 3. Madame Haingnerlot: Französische Miniatur
um 1800 und
Fig. 4. Samuel Shelley: Bildnis der Lady Sinclair.
Chronik.
Bibliophilie.
(Versteigerung in München.) Am 18. und 19. November
kommt in der Bücherstube am Siegestor in München eine
größere Büchersammlung, die zum Teil aus dem Nachlaß
von Rudolf von PöJInitz, dem früheren Leiter des Insel-
Verlags, stammt, zur Versteigerung. Die früheren Drucke des
„Insel“ und verwandter Verlage sind fast vollständig in kost
baren Einbänden vertreten. Von den wertvollen Zeitschriften
wie Insel, Sturm, Hyperion, Jugend sei ein vollständiges
Exemplar des Simplicissimus mit der fast stets fehlenden
Nummer 32 des dritten Jahrganges erwähnt. Unter den Erst
ausgaben sind Goethe, Schiller, Dehmel, George, Hofmanns
thal, Wedekind ■— letzterer mit einem unbekannten Erstlings
werk „Prolog zur Abend Unterhaltung der Kantonsschüler“
von 1884 — von den großen Illustratoren Beardsley, Klinger,
Menzel, Richter usw. besonders reich vertreten. Der Katalog
umfaßt 1086 Nummern.
(Die Auktionen bei Oswald Weigel.) Die bei Oswald
Weigel in Leipzig stattgehabten Versteigerungen der philo
sophischen Abteilung der Bibliothek des verstorbenen Leip
ziger Schriftstellers Franz E. Willmann und die Versteigerung
der Bibliothek des Anglisten Professor Ivoeppel (Straß
burg i. E.) haben zu bemerkenswerten Ergebnissen geführt.
In der philosophischen Literatur waren die Bücher des Psycho
logen Neumann außerordentlich begehrt, wie das „Archiv für
die gesamte Psychologie“, die „Zeitschrift für angewandte
Psychologie“, die Werke des Leipziger Philosophen Wilhelm
Wundt, ferner ein vollständiges Exemplar der Diederichschen
Zeitschrift „Die Tat“. Die Abteilungen Kindererziehung und
Volksbildung, Bildungsmittel und Bildungswege, sowie Schul-
und Universitätswesen erfreuten sich ungewöhnlicher Teil
nahme, namentlich hat die Leipziger Comenius-Bibliothek
ihre Bestände außerordentlich bereichern können, Bücher und
Zeitschriften über Studentenwesen und ebenso über Gelehrten
geschichte fanden wie immer willige Abnehmer. Die Bibliothek
des Anglisten K o e p p e 1 wandte sich ganz besonders an wissen
schaftliche Kreise und zeigte, wie begehrt gegenwärtig die
fremdländische Literatur infolge Mangels an Verkehr
mit den fremden Ländern ist. Es wurden eine Reihe von be
merkenswerten Preisen erzielt, so für die „Anglia“ M 180,
„Englische Studien“ M 345, Wrights „English dialect dictionary