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Internationale Sa mm 1er - Zeitung
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niemals ausgestellt gewesen ist. zählt rund 200.000 Marken.
Sie befindet sich zurzeit noch in Paris, angeblich in der öster
reichisch-ungarischen Botschaft. Die französischen Brief
markensammler geben sich alle Mühe, die Regierung zu ver
anlassen, die Auslieferung der Marken unter irgendeinem Vor
wände zu verhindern. Es ist nicht ausgeschlossen, daß zu diesem
Zweck ein Sondergesetz eingebracht wird.
Plakate.
(Preisausschreiben.) Zur Erlangung von Entwürfen
für ein Gedenkblatt, das für die Zeichner der achten deutschen
Kriegsanleihe bestimmt ist, veranstaltet das Bankhaus Gebr.
Arnhold (Dresden) einen öffentlichen Wettbewerb. Als
Preise stehen insgesamt M 2500 zur Verfügung, darunter ein
erster Preis von M 1000, ein zweiter von M 500 und ein dritter
von M 300. Die Entwürfe, die bis zum 20. Februar eingereicht
sein müssen, sollen später in Dresden öffentlich ausgestellt
werden. Das Preisgericht besteht unter dem Vorsitz des Stadt-
baurates Professor Poelzig (Dresden), aus den Herren: Maler
Professor Leonhard Fanto (Dresden), Bildhauer Professor
K. Groß, Direktor der königlichen Kunstgewerbeschule zu
Dresden, Maler Geh. Hofrat Professor O. Gußmann, Schrift
steller Julius Meier-Graefe (Dresden), Schriftleiter Pro
fessor Paul Schumann (Dresden) und einem Inhaber des
Bankhauses Gcbr. Arnhold. Die Bedingungen sind durch das
oben genannte Bankhaus erhältlich.
Verschiedenes.
(Deutscher Kalender 1018.) Aus München wird uns
berichtet: Das neue Jahr brachte uns einen zeitgemäßen
Kälendei, einen Abreißkalender, der für jeden Tag kraftvolle
kluge Worte unserer Dichter und Denker, Staatsmänner und
Soldaten, unserer Erzieher, Führer und Helden, widergibt,
damit sie stets von neuem unser Herz mit Stärke erfüllen,
unsere Seele mit Zuversicht und Mut entflammen. Was unser
Volk befähigte, im Verteidigungskampfe gegen die ungeheure
Übei zahl der Feinde sich siegreich zu behaupten, Kraft und
Gewissen, zieht als leitender Gedanke durch die Sinnsprüche
und findet auch seinen Ausdruck im Bilde. Das in den deutschen
Farben gehaltene Kalender-Wandbild stellt Kriegsarbeit an der
Front und in der Heimat dar, zur Rechten einen deutschen
Reitersmann in der vom Krieg zerstörten Gegend, zur Linken
eine deutsche Bauersfrau mit ihrem Kinde bei der Arbeit
auf dem Felde inmitten des Friedens der deutschen Land
schaft; vermittelnd über beiden steht der deutsche Schutz
patron Michael in schirmender Wehr als Sinnbild von Ge
wissen und Kraft. Der „Deutsche Kalender“ wird heraus
gegeben vom Bayerischen Landesausschuß der Nationalstiftung
für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen; ihr fließt
der ganze Erlös zu. Der Preis beträgt M 3— bei portofreier Zu
sendung einschließlich Verpackung M 3-50. Der Kalender
kann bei der Geschäftsstelle München, Salvatorstraße 19,
bezogen werden, er wird gegen Voreinsendung des Betrages
an die königl. Filialbank München, Konto „Deutscher Ka
lender“ kostenfrei zugesandt.
(Diebstahl.) In der zurzeit im Kunstsalon Wawra
in Wien stattfindenden Ausstellung des Dürerbundes wurde
eine Holzplastik von Franz Sauter, „Erwacht“ betitelt,
gestohlen. Der Wert ist mit K 800 angegeben.
Vom Kunstmarkt.
(Eine Dosensammlung unter dem Hammer,) Nach
langer Zeit wird Wien wieder eine Dosenauktion haben.
Am 4. und 5. Februar bringen S. Kende und Leo Schidlof
neben einer Kollektion seltener Altwiener Porzellane aus
altadeligem Besitz eine hervorragende Budapester Dosen-
sammlung zur Versteigerung. Unter den 238 Nummern,. die
die Sammlung vereinigt, finden wir aparte Arbeiten aller
Epochen in edlen und unedlen Metallen, Achat, Jaspis, Ame
thyst, Porzellan, Elfenbein, Horn, Schildpatt und allerhand
künstlich erzeugten oder eigentümlich präparierten Materia
lien. Das älteste Stück mag eine muschelförmige Silberdose
mit einer Jagddarstellung sein, deren Beschauzeichen auf
einen Augsburger Meister des 17. Jahrhunderts hinweist;
ungefähr aus derselben Zeit stammt eine spindelförmige,
italienische Tabakdose aus Kokosnuß,. die auf. dem Deckel
eine fig.urenreiche Ritterszene.ini Hochrelief, auf dem Boden
eine ähnliche Darstellung aus der römischen Geschichte zeigt.
Diesen Stücken reihen sich alte französische, englische, Wiener
sowie Schweizer Arbeiten an, durchgehend wahre Prachtstücke,
unter denen den Sammlern die Wahl wohl sehr schwer fallen
wird. Überwiegend sind Tabatieren, doch fehlt es auch nicht
an Bonbonnieren, Reliquienbüchsen, Nadelbüchsen usw.;
bei den kostbareren Stücken findet sich noch ein tadellos
-erhaltenes Spielwcrk. — Unter den Porzellanen sind besonders
ein farbiges Porzellanbild auf Altwiener Platte mit der Ansicht
von Perchtoldsdorf (eingepreßte Marke W, Jahreszahl 1828,
nebst dem Modelleur Zeichen F in einem Dreieck), die von
.Kaspar Dondl modellierten Altwiener Figuren, eine von
Dionysius Pollion modellierte Altwiener Gruppe (Liebespaar
unter einem Baum) . sowie eine Altwiener, vom Golddessin
maler Johann Goerg Gment dekorierte Tasse hervorzuheben.
(Antiquitätenauktion in Berlin.) Am 19. Februar
und den folgenden Tagen findet in Rudolph Lepkes Kunst-
Auktionshaus, Berlin W. 35, Potsdamerstraße 122 a/b, eine
Versteigerung von Antiquitäten statt. Der eine dreitätgige
Auktion umfassende Katalog enthält unter anderem zwei
wertvolle Nachlässe, den der schon vor Jahren verstorbenen
Frau Anna Neumann, deren gute Kollektion von Silber
geräten und Arbeiten in Bronze vor allem Erwähnung ver
dient; der andere Nachlaß ist der eines Grafen Potocki
und enthält gute Möbel, Kleinkunst, Spitzen und „objets
de vitrine“ aller Art. Den beiden Hauptkollektionen sind wert
volle Einzelbeiträge aus verschiedenem Privatbesitz ange-
gliedert, unter denen wiederum hervorragende Einzelmöbel
aller Stilarten, Fayencen, Porzellane und Gläser besonders
hervorzuheben sind. Willkommen dürfte die sehr große Samm
lung antiker und moderner Orientteppiche und Gobelins sein,
die. von alten feinen Ispahans des 17. Jahrhunderts bis zu
großen modernen Gebrauchsteppichen aller Arten eine große
Auswahl bietet. Unter den Gobelins verdient ein ungewöhn
lich großer und schöner Aubusson-Teppich besondere Be
achtung. — Der Antiquitätenauktion voraus geht eine kleine
Kollektion von 21 Gemälden alter Meister aus Hamburgischem
Privatbesitz (Katalog 1798 a), unter denen ein Rombouts,
Flinck, Denner, Salvator Rosa, Bramer, Roos das 17. Jahr
hundert gut repräsentieren. — Aus dem Nachlaß des Grafen
Potocki sind erwähnenswert eine ganze Anzahl polnischer
Königs- und Adelsporträts. Die Ausstellung ist von Sonnabend,
den 16. bis Montag den 18. Februar von 10 bis 2 Uhr geöffnet.
Der Antiquitätenkatalog führt die Nummer 1798.
(Moderne Meister.) Bei der am 1. Dezember in der
Galerie Helbing in München durchgeführten Auktion mo
derner Meister wurden erzielt: Nr. 6, Defregger, Tiroler
Mädchen am Tisch sitzend, M 1950; Nr. 7, Ders., Tirolerin,
Brustbild, M 330; Nr. 9, W. von Diez, Weg am Hügel, M 110;
Nr. 11, H. A. Eckert, Fluß mit anlegenden Frachtschiffen,
M 460; Nr. 14, W. von Gegerfelt, Aus den Marschen, M 720;
Nr. 17. Heinrich Gogarten, Winterabend, M 135; Nr. 19 a,
Karl Hagemeister, Winterstimmung, Bemooste Bäume,
M 1500; Nr. 22, Karl Ileffner, Englische Küste, M 920;
L. Hofelig: Nr. 50, Aus den Isarauen, M 360; Nr, 53, Alt
wasser mit Auenwald, M 290; Nr. 56, Blühende Disteln am
Waldesrand, M 240; Nr. 77, Am Starnberger See, M 700; Nr. 109,
Im Moor, M 340; Nr. 124, Erdinger Moos, M 470; .Nr. 125,