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MAK

Full text : Jahrgang 10 (1918) (7)

Nr.  7

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  59

Man  gibt  ihnen  also  ein  Kunstwerk  mit  nach  Hause,  leihweise,
,,auf  Probe“.  Der  störrische  Käufer  wird  sich  langsam  an
das  Bild  „gewöhnen“,  wird  sich  innerhalb  vier  Wochen  in
den  Wahn  hineingelcbt  haben,  es  gehöre  ihm.  Und  am  Ende
wird  er  erklären,  er  wolle  das  Bild  behalten.  Und  das  Bild
ist  verkauft.  So  denkt  sichs  wenigstens  der  Kunstverein.
(Ein  palästinensisches  Amulett.)  Die  Abteilung  der
Bildwerke  der  königlichen  Museen  in  Berlin  hat  ein  Amulett
aus  dem  frühen  Mittelalter  erworben,  das  von  der  Sinaifront
stammt  und,  wie  in  dem  Märzheft  der  „Amtlichen  Berichte
aus  den  königlichen  Kunstsammlungen“  ausgeführt  wird,
manche  jetzt  im  Vordergrund  der  ikonographischen  Forschung ­
  stehende  Frage  beleuchtet.  Die  Vorderseite  zeigt
Gott-Christus  als  Reiter,  der  das  Böse  in  Gestalt  einer  Frau
besiegt,  die  Rückseite  wieder  Christus  in  Halbfigur  mit  einer
Fackel,  die  auf  die  antike  Gleichsetzung  von  Christus  und
Helios  zurückgeht.  Diese  syrische  Darstellung  ist  für  die
synkretistischen  Strömungen  des  früheren  Mittelalters  im
Orient  bezeichnend  und  macht  die  Errichtung  der  Helios-Christus-Säule
  in  Byzanz  durch  Konstantin  den  Großen  erst
recht  verständlich.

Museen.
(Die  Museen  und  die  Versteigerung  Kaufmann.)
Den  Mitteilungen  des  Verbandes  des  Deutschen  Kunst-  und
Antiquitätenhandels  entnehmen  vir  die  folgenden  Daten  über
die  Versteigerung  Kaufmann:  Das  Gesamterträgnis  der  Auktion
belief  sich  auf  M  11,828.055.  Die  Ankäufe  aus  Deutschland
betrugen  M  8,581.005,  die  aus  Österreich-Ungarn  M  2,147.950
die  aus  Dänemark,  Schweden,  Norwegen  und  den
Niederlanden  M  1,099.100.  Von  den  Museen  wurden  erworben: ­
  Nr.  16,  Italienischer  Meister  (14  Jahrli.),  Flügelaltar,
Reliquienbehälter:  Folkwang-Museum  (Hagen);  Nr.  68,  Niederländischer ­
  Meister  (um  1440),  „Madonna“:  Kaiser  Friedrich-Museum
  (Berlin);  Nr.  83,  Colin  de  Coter,  „Trauernde  Magdalena“: ­
  Museum  der  bildenden  Künste  (Budapest);  Nr.  101,
Breughel,  „Schlaraffenland“:  Pinakothek  (München);  Nr.  103,
Hieron.  Bosch,  „Ausstellung  Christi":  Städelsches  Institut
(Frankfurt);  Nr.  125,  Spanischer  Meister  (um  1470),  Altarflügel: ­
  Kgl.  Museum  (Kopenhagen);  Nr.  128,  Böhmischer
Meister  (um  1360),  „Kreuzigung“:  Kaiser  Friedrich-Museum
(Berlin);  Nr.  139,  Hans  Schuchlin,  „Kreuztragung  Christi“:
Germanisches  National-Museum  (Nürnberg);  Nr.  143,  Holbein
der  Ältere,  „Martyrium  des  hl.  Bartholomäus“:  Gemäldegalerie
(Dresden);  Nr.  148,  Elans  von  Kulmbach,  „Bildnis  eines  jungen
Mannes":  Kaiser  Frieclrich-Museum  (Berlin);  Nr.  160,  Cranach
der  Ältere,  „Geburt  Christi“:  Gemäldegalerie  (Dresden);
Nr.  164,  Cranach  der  Ältere,  „Bildnis  eines  Mannes“:  Gemäldegalerie ­
  (Dresden);  Nr.  319,  zwei  Leuchtercngel,  Holz,  bemalt,
Niederbayern  (um  1530):  Kaiser  Friedrich-Museum  (Berlin);
Nr.  394,  Gürtelhaken,  Silber,  deutsch  (2.  Hälfte  16.  Jahrli.):
Knopf-Museum  (Prag);  Nr.  410,  Bronzefigrr  eines  knienden
Engels  (13.  Jahrh.):  Städelsches  Institut  (Frankfurt);  Nr.  412,
Mantelschließe,  Kupfer,  italienisch  (13.  Jahrh.):  Knopf-Museuni
  (Prag);  Nr.  417,  Kniender  Engel,  Bronze  vergoldet,
deutsch  (2.  Hälfte  15.  Jahrh.):  Germanisches  National-Museum
.(Nürnberg);  Nr.  419,  Meßkelch,  Kupfer,  vergoldet,  süddeutsch
(2.  Hälfte  15>.  Jahrh.):  Kunstgewerbe-Museum  (Beilin);
Nr.  422,  Hostienmonstranz,  Kupier,  deutsch  (Ende  15.  Jahrh.):
Folkwang-Museum  (Hägen);  Nr.  451,  Tischuhr,  Bronze,  vergoldet, ­
  Venedig  (Anfang  16.  Jahrh.):  Museum  (Gotha);  Nr.  463,
Gelbgußleuchter,  deutsch  (15.  Jahrh.):  Kunstgewerbe-Museum
(Berlin);  Nr.475,  Kußtafel,  Limoges  (nach  1500):  Kunstgewerbe-Museum
  (Budapest);  Nr.  482,  Kompaß,  Bronze,  Limoges,
(16.  Jahrh.):  Gemäldegalerie  (Dresden);  Nr.  491,  Anhänger,
Niello,  italienisch  (15.  Jahrh.):  Kunstgewerbo-Museum
(Berlin);  Nr.  498,  Glasmalerei,  deutsch  (1.  Hälfte  16.  Jahrh.):
Kunstgewerbe-Museum  (Berlin);  Nr.  499,  Glasmalerei  deutsch
(1.  Hälfte  16.  Jahrh.):  Kunstgewerbe-Museum  (Berlin).

(Lovis  Corinth  in  der  Berliner  National-Galerie.)
Die  Berliner  National-Galerie  hat  von  Professor  Lovis  Corinth,
dem  Präsidenten  der  Berliner  Sezession,  der  bisher  in  der
Sammlung  nicht  vertreten  war,  zwei  Werke  erworben.  Es
sind  die  „Alte  Kiefer“  von  1892  und  eine  weibliche  Halbfigur,
die  1909  gemalt  ist.

Vom  Kunstmarkt.
(Große  Antiquitäten  Versteigerung  in  Berlin.)  Am
9.  April  und  den  folgenden  Tagen  findet  in  Rudolph  Lepkes
Kunst-Auktionshaus,  Berlin  W.  35,  Potsdamerstraße  122  a/b,
eine  große  Antiquitätenversteigerung  statt,  der  eine  mehrere
hundert  Stück  umfassende  Krugsammlung  von  seltener
Erlesenheit  aus  ausländischem  Privatbesitz  angeschlossen  ist.
Der  erste  Tag  bringt  eine  große.  Auswahl  von  Möbeln  aller
Stilarten,  unter  denen  vor  allem  viel  Empire-  und  Biedermeier-Einzelstücke ­
  sich  finden.  Neben  den  zahlreichen
Arbeiten  in  Bronze,  Eisen  und  anderen  Metallen  ist  seht
beachtenswert  eine  Sammlung  von  besonders  schönen  Silbergeräten ­
  deutscher,  englischer  und  schwedischer  Herkunft,
meist  Service-  und  Tafelgeschirrteile  des  18.  bis  Anfang
19.  Jahrhunderts.  Unter  den  Porzellanen  herrschen  die
europäischen  Manufakturen  vor.  Einige  Gobelins,  zahlreiche ­
  antike  und  neuere  Orienttepiche  sowie  viele  Stoffe
und  Kirchengewänder  bilden  die  Textilienabteilung.  Unter
der  Kleinkunst  des  18.  Jahrhunderts  sind  erwähnenswert
sehr  gute  Miniaturen  und  Dosen,  Kleinskulpturen
und  Gläser.  Der  ganze  letzte  Tag  ist  der  Fayence  und
dem  Steinzeug  gewidmet.  Hier  hat  die  Führung  ein  wundervoller ­
  schwarzer  Pynacker-Krug.  Im  übrigen  fehlt  kaum
eine  Manufaktur,  so  daß  diese  Versteigerung  für  sich  allein
einen  Überblick  über  die  ganze  europäische  Kruggattung  vom
16.  bis  in  das  19.  Jahrhundert  zu  geben  vermag.  Der  die
Nummer  1802  führende  Katalog  hat  15  Abbildungstafeln
und  wird,  wie  uns  die  Firma  Lepke  mittcilt,  auf  Wunsch
kostenlos  versandt.
(Der  2.  Teil  der  Auktion  Lobmeyr.)  Der  zweite  Teil
des  Nachlasses  Ludwig  Lobmeyrs,  den  C.  J.  Wawra  in  Wien
vom  11.  bis  13.  März  zur  Versteigerung  brachte,  ergab  einen
Ertrag  von  über  %  Millionen  Kronen.  Bemerkenswerte
Preise  erzielten:  1.  Gerahmte  Aquarelle,  Handzeichnungen  und
Ölstudien.  .Nr.  1,  Andr.  Achenbach,  Marine,  K  570;  Nr.  2,
Eugen  Adam,  Vor  Paris,  K  300;  Nr.  3,  Franz  Alt,  Ans  Salzburg, ­
  Iv  750;  Nr.  4,  Jakob  Alt,  Die  Schießstätte  in  Mähriscli-Ostrau,
  K  1000;  Nr.  5,  Ders.,  Ansicht  von  Graz,  K  980;  Rudolf
v.  Alt:  Nr.  6,  Ansicht  aus  Wien,  K  4300;  Nr.  7,  Das  k.  Schloß
Livadia,  K  21.50;  Nr.  8,  Die  Ruinen  von  Sebastopol,  K  1500;
Nr.  9,  Sebastopol,  K  620;  Nr.  10,  Boulevard  in  Odessa,
K  3100;  Nr.  II,  Aus  Aluschta,  K  1200;  Nr.  12,  Aus  dem  Hafen
von  Sebastopol,  K  580;  Nr.  13,  Der  innere  Hafen  von  Sebastopol,
K  700;  Nr.  14,  Einfahrt  in  den  Hafen  von  Sebastopol,  K  520;
Nr.  15,  Ruinen  von  Sebastopol,  K  420;  Nr.  16,  Baumgruppen,
K  2100;  Nr.  17,  Sebastopol,  K  1500;  Nr.  18,  Haremsgärtcheii,
K  3300;  Nr.  19,  Partie  aus  Baktschissaiai,  K  1250;  Nr.  20,
F'ürstlich  Lichnowskysches  Schloß  in  Grätz,  K  2100;  Nr.  22,
Hindutempel  in  Agourre,  K  1050;  Nr.  23,  Amerling,  Zwei
Kompositionsskizzen,  K  360;  Ni.  24,  Ant.  Amon,  Aus  Weißenkirchen, ­
  K  200,  Nr.  26,  Marie  Arnsb  urg,  Gärtchen,  K  340;
Nr.  27,  Landschaft,  K  160;  Nr.  28,  Bauemgärtchen,  K  400
Nr.  29,  Herrn.  Baisch,  Motiv  aus  Niederbayern,  K  150;  Nr.  30,
Rud.  Bernt,  Aus  Japan,  K  460;  Nr.  31,  Aug.  Beyer,  Ziehbrunnen, ­
  K  180;  Nr.  32,  Johannes  Bildeis,  Waldsaum  am
Haager  Busch,  K  290;  Nr.  33,  Ed.  Bitterlich,  Raub  der
Proserpina,  Entwurf  für  einen  Fries,  K  350;  Nr.  34,  Tina  Blau,
Motiv  bei  der  Rotunde,  K220;  Nr.35,  Dies.,  BeiNaßwald,  K170;
Nr.  36,  Dies.,  Figurenstudie,  K  100;  Nr.  37,  Jul.  Bormi,  Am
Weg  zur  Serenade,  K  320;  Hans  Canon:  Nr.  38,  Zwei  Kopfstudien, ­
  K  560;  Nr.  39,  Männl.  Akt,  K  430;  Nr.  40,  Männer-
            
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