Seite *?4
internationale Sammler-Leitung
Nr. lO
3. für inländisches gemünztes Bargeld, ausländisches Bar
geld, andere ausländische Zahlungsmittel, sonstiges gemünztes
sowie ungemünztes und unverarbeitetes Edelmetall und
Luxusbesitz. Jede physische Person, die im Inlande ihren
Wohnsitz hat oder sich seit 1. Jänner 1918 im Inlande auf hält;
II. bezüglich der im Auslande befindlichen Vermögen-
schaften:
2. für Wertpapiere, inländisches gemünztes Bargeld, aus-
ländis ches Bargeld, andere ausländis cheZ ahlungsmittel, so nstige s
gemünztes sowie ungemünztes und unverarbeitetes Edel
metall, Luxusbesitz. Jede physische Person, die im Inlande
ihren Wohnsitz hat oder sich seit 1. Jänner 1918 im Inlande
aufhält.
Die Anmeldung kann auch durch Bevollmächtigte
geschehen; der Haushaltungsvorstand gilt für die zu seinem
Haushalt gehörigen Familienmitglieder als bevollmächtigt.
8. Wo und innerhalb welcher Frist ist die Anmeldung zu
erstatten?
Als zuständige Anmeldestelle gilt im allgemeinen die Steuer
behörde erster Instanz, und zwar a) in der Regel jene,
in deren Sprengel sich der Wohnsitz (Sitz) des Anmeldepflich
tigen am 13. März 1919 befunden hat; oder b) wenn er sich
während der Anmeldefrist nicht an seinem Wohnsitz aufhält,
jene, in deren Sprengel sich sein Aufenthalt befindet; oder
c) wenn er im Inlande keinen Wohnsitz (Sitz) oder Aufenthalt
hat, jene, in deren Sprengel sich die anzumeldenden Vermögen-
schaften befinden.
An Orten, in denen sich keine Steuerbehörde erster Instanz,
aber ein Steueramt befindet, kann die Anmeldung bei diesem,
an Orten, in denen auch ein Steueramt fehlt, bei allenfalls von
der Steuerbehörde erster Instanz errichteten besonderen An
meldestellen oder im Falle der Anmeldung von Bargeld und
Edelmetallen nach Muster D auch bei dem nach dem Wohnsitz
(Sitz) oder Aufenthalt des Anmeldepflichtigen zuständigen
Postamte erfolgen.
Die Anmeldefrist beginnt am 22. April und endet im all
gemeinen mit 31. Mai 1919, Bei in Schrankfächern oder
geschlossenen Depots verwahrten Vermögenschaften kann
die Anmeldung innerhalb von 14 Tagen nach Freigabe des
Schrankfaches oder geschlossenen Depots erfolgen, auch wenn
die angeführte Frist schon abgelaufen ist.
7. Wie ist die Anmeldung durehzuführen
Die Anmeldung erfolgt im allgemeinen unter Benützung
des bei den Anmeldestellen erhältlichen Musters B, und zwar
nach dem Stande vom 13. März 1919.
Bei Luxusbesitz sind Zeitpunkte und Art der Er
werbung sowie der Kaufpreis oder der Wert, zu dem die
Übernahme bei anderer Erwerbsart erfolgt ist, anzugeben.
Bei umfangreicheren Sammlungen genügt che Angabe der
Art und Zahl der Stücke. Sofern sich unter dem Luxusbesitz
(mit Ausnahme der ungefaßten Edelsteine und Perlen) Gegen
stände befinden, die als Erinnerungszeichen oder aus
ähnlichen Gründen für den Besitzer einen Wert der beson
deren Vorliebe haben, ist dies in der Anmeldung aus
drücklich anzuführen. Nicht kursierende alte Münzen
und Denkmünzen sind nach den für Luxusbesitz geltenden
Vorschriften anzumelden.
Das Muster B ist vom Anmeldepflichtigen oder seinem
Bevollmächtigten in dreifacher Ausfertigung auszufüllen,
zu unterfertigen und bei der Anmeldestelle zu überreichen.
Heibei hat der Anmeldende seine Identität durch amtliche
Ausweispapiere (Heimatschein, Paß, Tauf- oder Geburtsschein,
amtliche Legitimation usw.), seinen Wohnsitz oder Aufenthalt
durch den Meldezettel und allenfalls seine Vollmacht zu er
weisen und den letzten. Zahlungsauftrag über die Einkommen
steuer mitzubringen.
Der Anmeldungspflichtige erhält nach vollzogener An
meldung eine Ausfertigung des Musters B als Beleg zurück;
diese ist sorgfältig aufzubewahren.
Besonderes Augenmerk legen wir auf die Be
stimmung, daß der 13. März 1919 als Stichtag
gilt: Gegenstände, die nach diesem Tage erworben
wurden, unterliegen also nicht der Anmeldungs
pflicht, auch wenn sie einen Wert von 2000 Kronen
übersteigen.
©:*2S>
Die Sammlung des Grafen Poettickh-Pettenegg.
In den Tagen vom 16. bis 19. Mai gelangt im Doro
theum in Wien der Nachlaß des in Friesach verstor
benen Großkapitulars des Deutschen Ritterordens,
Titularerzbischofs von Damiata Grafen Poettickh-
Pettenegg, zur Ausstellung und an den darauffolgenden
vier Tagen zur Versteigerung.
Dem geistvollen und feingebildeten Manne war
wenig Sammelbares fremd. Seine Liebhaberei erstreckte
sich auf Gemälde, auf kunstgewerbliche Arbeiten aller
Art, Ringe, Uhren, Möbel, Japonica und anderes. Er
sammelte mit Verständnis, und da es ihm auch nicht an
Mitteln gebrach, so hinterließ er eine große, überaus
wertvollle Sammlung.
Unter den Gemälden Pocttickhs wären zunächst die
alten Meister verschiedener Schulen hervor zuheben.
Da ist (Kat.-Nr: 50) eine Verspottung Christi, eine
ausgezeichnete Arbeit, die dem Kreis Adrian van der
Werffs zugeschrieben wird. Nr. 52, eine Madonna mit
dem Jesusknaben, ist ein gutes Werkstättenbildnis
Lucas Cranachs des Älteren, Nr. 53, eine Original
arbeit Sassoferratos, eines seiner charakteristischen
Madonnenbildnisse, Nr. 54, das Tondo Maria und der
kleine Johannes, das Christuskind anbetend, war nach
der Meinung des Vorbesitzers eine Arbeit Filippo
Lippis. Ist diese Ansicht auch nicht haltbar, so geht
man doch nicht fehl, wenn man in dem Bilde ein gutes
Werk der Florentiner Schule um 1500 sieht. Katalog-
Nr. 55, ein vorzügliches Pastell, ist das von uns repro
duzierte Bildnis der Carriera Rosalba (Fig. 1). Es ist
prächtig im Ton und von selten schöner Erhaltung.
Das Interesse der Sammler wird auch eine Vision
des hl. Dominicus (Kat.-Nr. 57) hervorrufen, eine
Arbeit, die etwas von der Art des Rubens an sich hat.
Man denkt bei ihrem Anblick auch sofort an den großen
Vlämen. Der Katalog nennt als Autor Abraham van
Diepenbeck, einen Schüler Rubens, der sich mit be
sonderem Geschick die spätere Helldunkelmanier seines
Meisters zu eigen machte. Bilder von Diepenbeck
findet man in der Münchener Pinakothek,.in der Dresde
ner Galerie, in den Berliner Museen und im großherzog
lichen Schloß zu Mannheim.
Ein Werk von seltenem Reiz ist das große Obst- und
Gemüsestilleben mit der Piazetta und der Piazza von
San Marco im Hintergründe (Kat.-Nr. 58).
Die Kollektion Poettickh ist auch reich an Bildnissen
historischer Persönlichkeiten. So erscheinen unter den
Kat.-Nr. 63 bis 66 vier Bildnisse der Patrizierfamilie
Jabach in Köln, darunter auch das des Eberhard, des
größten Kunstsammlers der zweiten Hälfte des 17. Jahr
hunderts, in dessen Besitz ein großer Teil der Samm-