Nr. 10
Internationale Sammler-Zeitung
Seite 75
lungen des Königs Karl I. von England übergegangen
ist.
Von Bildern Österreichischer Künstler wären zu
nennen: Josef Schmidt (Kat.-Nr. 43) mit dem Bildnis
des Dichters Ladislaus Pyrcker, weiters Kat.-Nr. 44,
die für Wien hochbedeutsame Skizze zu dem Gemälde
der Kreuzigung in der Savoy-Kapelle im Stefansdom
zu Wien von Johann Ender, signiert ,,ad majorem Dei
gloriam Joannes Ender pinxit 1853", Kat.-Nr. 45 und
46, Dobyaschofsky mit der Darstellung des Rosen-Reich
vertreten ist auch das Kunstmobilar. Wir
heben nur hervor Kat.-Nr. 657, ein Rokokokasten,
Kat.-Nr. 669, eine große geschweifte eingelegte Kommode,
Kat.-Nr. 670, einen hohen Schreibschrank, eine
schöne österreichische Schreinerarbeit.
Uber 400 Nummern umfaßt die Japonicasammlung.
Bekanntlich zählte Graf Poettickh zu den gediegensten
Kennern japanischer Kunst. Er hatte auch
die gründlichsten Studien über den Kultus und die
Kultur Japans gemacht, seine umfassende Bibliothek
Fig. 1. Rosalba, Selbstporträt.
Wunders der hl. Elisabeth und der Maria Immakulata
von Führich. An historischen Porträts finden sich vor
Kat.-Nr. 48, Maria Gabriele Fürstin Lobkowitz und
Feldmarschall Fürst Czartoryski von Lampi dem
Älteren.
Kostbar ist. die Sammlung an Arbeiten in Edelmetall.
Nebst Bijoux stoßen wir auf Dutzende von
Bischofs- und Prälatenringen und Brustkreuzen, Arbeiten
aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Die Ringe und
Pektoralien sind mit seltenen und schönen Halbedelsteinen
verziert. Außerdem finden sich vor: Vermeille-Bestecke,
Waschbecken, Toiletten, Kassetten, alte
Wiener Silberarbeiten, Uhren usw.
befindet sich gegenwärtig als Legat in Klagenfurt.
Zur Auktion kommen nicht weniger als 286 Stichblätter
(Tsuba), neben vielen einfachen neueren Arbeiten alte
wertvolle Stücke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert,
ferner ein vollständiger japanischer Pferdepanzer,
Schwerter, Dolche und Lanzen. Unter den Textilien
sind herrliche Kimonos, viele Seiden- und Bi okatdecken
sowie große, figural gestickte Fahnen vorhanden.
Schön ist die Kollektion der Lackarbeiten sowie die
der Inros und Netzukes. Kake- und Makimonos bilden
den Abschluß der über 1200 Nummern enthaltenden
Sammlung, die an Vor- und Nachmittagen in der Zeit
vom 20. bis 24. Mail. J., unter den Hammer kommen wird.
®©8@©8©©8©©8©©8©©8©©8©(s8©©8©©8©©8©©8®©8©©
Die Autographensammlung
Die Autographensammlung des Komponisten und
Theaterintendanten Hans Bronsart von Schellendorf,
die das Antiquariat von Leo Liepmanssohn
in Berlin jetzt zur Versteigerung bringt, spiegelt die
Musikverhältnisse wider, die in der zweiten Hälfte
des vorigen Jahrhunderts herrschten.
Bronsart von Schellendorf.
Besonders interessant sind in dieser Beziehung
die zum Teile noch ungedruckten Briefe Hans von
Bülows, der sich mit seltenem Freimut über sich
selbst und andere äußert. So schreibt er am 6. November
1856: „Frl. v. Justi .... war etwas zu Ohren
gekommen von meiner Zukunftsheirath, und sie er-