MAK
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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 13 
fiel zuerst die Gipsmaske eines interessanten Kopfes auf. — 
Kulo-Jansky beabsichtigt im Laufe des Sommers zu längerem 
Aufenthalte in Prag einzutreffen. 
Museen. 
(Die Tafeln zum Genfer Altar und vier Dierk 
Bouts.) Nach dem Friedensvertrag wird die Münchner Alte 
Pinakothek zwei ihrer edelsten Juwelen, zwei Bilder von 
Dierk Bouts, herausgeben müssen. Vom Kaiser Friedrich- 
Museum in Berlin wird die Auslieferung der Tafeln zum 
Genfer Altar und die Herausgabe zweier Dierk Bouts 
verlangt. 
(Die Venus von Milo). Eines der ersten Kunstwerke, 
das man im September 1914 in Paris vor den „Boches“ in 
Sicherheit brachte, war die „Venus von Milo“, die in Kisten 
wohlverpäkt, nach Toulouse transportiert worden war. Von 
dort wurde sie vor nicht allzu langer Zeit wieder nach Paris 
zurückgebracht und an den gewohnten Platz im Louvre auf 
gestellt. Man sprach davon, daß sie unter dem Transport stark 
gelitten habe, daß der linke Nasenflügel des Bildnisses beschä 
digt worden sei usw. Um der Wahrheit auf den Grund zu kom 
men, schickte die „Excelsior“ einen Gewährsmann in den 
Louvre, damit er sich überzeuge, ob diese Gerüchte begründet 
sind. Der Gewährsmann konnte feststellen, daß die welt 
berühmte Statue in keiner Hinsicht durch den Transport ge 
litten habe und keine Veränderungen gegen früher aufweise. 
Neben den schon bekannten Defekten des Kunstwerkes, dem 
beide Arme und das linke Bein fehlen, wozu noch einzelne ober 
flächlichere Verletzungen des Marmors an der linken Schulter, 
an der Büste und in der Beckengegend kommen, ist keine neue 
Beschädigung wahrzunehmen. 
(Das neue Museum von C-hui.) Wir lesen in der „Neuen 
Züricher Zeitung“: Chur ist um eine Sehenswürdigkeit bereichert 
woiden: in aller Stille ist das neue Museum in der ehemaligen 
Villa Planta eröffnet worden, in der nun die naturhisto 
rischen Sammlungen und eine kleine Gemäldegalerie 
untergebracht sind. Das prächtige Gebäude liegt in einem 
schönen Garten, ganz in der Nähe des Bahnhofes. Tn zwei Stock 
werken gruppieren sich die Zimmer um eine helle Oberlichthalle. 
Sie enthalten manch wertvolles Stück, das einen Besuch wohl 
lohnt. Wir nennen nur die seinerzeit im Nationalpark aufgc- 
funden.cn Reste des Steinbockes, des ausgestorbenen Wappen 
tieres von Bünden, und das prächtige Hirschgeweih aus 
Arosa. Ein kleines Zimmer enthält eine sehr wertvolle und reich 
haltige Sammlung bündnerischer Käfer und Schmetterlinge 
und die berühmte Molluskensammlung Am Stein. In einem 
andern Zimmer ist unter anderem eine Conchyliensamm- 
lung (über- 1000 Nummern, größtenteils exotische marine 
Arten) aufgestellt. Im obern Stockwerk interessiert uns vor 
allem die Mineraliensammlung (vorwiegend bündnerische 
Stufen, unter anderem eine reiche Kollektion Titanite und ge 
diegenes Gold vom Calanda). Hier sind auch die Herbarien 
der Bündner Forscher Moritzi, Brügger, Theobald und 
Lorez untergebracht. Daß die Gemäldesammlung nicht über 
gangen wird, dafür bürgen schon Namen wie Giovanni Segan- 
tini, Giovanni und Augusto Giacomctti, Ohr. Conradin; 
dann E. Stückelberg, Hans Widmer, Widmann, P. Alt 
herr, Otto Wyler u. a. m. Auch Brühlmanns Entwurf zu 
einem Fontanadenkmal und zwei Originalgipsmodelle von 
Kißling für das Fontanadenkmal verdienen Beachtung. So wird 
wohl jeder in diesen Sammlungen etwas von Interesse finden und 
sein Churer Aufenthalt wird nur allzu schnell vorüber sein. 
(Ein unbekannter Dürer im Britischen Museum.) 
Wie aus London gemeldet wird, hat das Britische Museum 
eine Federzeichnung Dürers „Christus als Mann der Trauer“ 
erworben. Dieses Bild war bisher unbekannt. Es wird nirgends 
in der Dürerliteratur erwähnt. 
(Der Dogenpalast als Museum.) Die italienische Presse 
bespricht den Plan, den Dogenpalast in Venedig zu einem 
Museeum venezianischer Kunst zu machen. Bis jetzt haben ihn 
die städtischen Behörden inne. Man denkt daran, den Haupt 
bestand den Museums Correr in den Dogenpalast zu über 
führen. Ein anderer Plan geht dahfli, diejenigen Museums 
schätze, die früher den Kirchen Venedigs entnommen wurden, 
wieder an ihren ursprünglichen Ausstellungort zurückzubringen 
Vom Kunstmarkt. 
(Kunstauktionshaus S. Kende und Leo Schidlof.) 
Wir erhalten folgende Mitteilung: „Die Auktionatoren S. 
Kende und Leo Schidlof, die im Laufe der letzten Jahre eine 
Reihe von Kunstauktionen in ihrem Lokal in der Rotenturm- 
straße Nr. 14, veranstalteten, haben die gemeinsame Firma 
aufgelöst. Jeder der genannten Herren eröffnet zur kommen 
den Saison ein eigenes Auktionsinstitut.“ Dem Wiener 
Kunstmarkt kann aus dieser Zweiteilung nur Vorteil erwachsen; 
wenn jeder der beiden, bei den Wiener Sammlern wohl ak 
kreditierten Herren auch — und daran ist ja wohl nicht zu 
zweifeln — in Zukunft dieselbe Rührigkeit entwickelt, wie bis 
her, so haben wir in der Herbstsaison eine bedeutende Ver 
mehrung der interessanten Auktionen zu erwarten. 
(Versteigerung moderner Gemälde.) In der Galerie 
Helbing in München gelangt im Anschluß an die bereits ge 
meldete Versteigerung des Nachlasses Georg Nicklas (Berlin) 
am 9. Juli eine kleine Sammlung moderner Gemälde vorwiegend 
aus süddeutschem Besitze zur Versteigerung. Es sei hier ganz 
besonders auf die bis in die frühen Epochen zurückreichenden 
Arbeiten in Öl und Stift von Charles Schuch aufmerksam ge 
macht. Von Spitzweg ist ein bedeutendes Werk „Die Schar 
wache“ vorhanden. Aus der Nazarenerzeit sind Olivier und 
Overbeck zu nennen. Außerdem sind mit durchwegs guten 
Arbeiten vertreten: Baisch, Sechstem, Bürkel, W. v. Diez, 
Damberger, Feldbauer, Futterer, Habermann, Hartwich, 
Hennig, A. v. Keller, Marr, Papperitz, Sperl, Voigt, Vollz, 
Willroider, Wopfner und Weißgruber. Also eine günstige Ge 
legenheit für Sammler ihre Bestände zu ergänzen. Der mit neun 
Illustrationen ausgestattete Katalog ist zum Preis einer Mark 
durch die Galerie Hclbing in München zu beziehen. 
(Die Auktion Neumann-Weeber.) Die von Franz 
Malota in Wien durchgeführte Auktion der Sammlung des 
ehemaligen Wiener Kunsthändlers Neumann und des künst 
lerischen Nachlasses des Wiener Malers Eduard von Weeber 
ging sehr flott von statten. Bemerkenswerte Preise erzielten: 
Sammlung Neumann: Nr. 7, V^asquez, Ansichten 
und Pläne von Wien, K 620; Nr. 23, Schütz, Der Kohlmarkt, 
K 320; Nr. 32, Ders., Stock im Eisenplatz, K 720; Nr. 47, 
Ziegler, Gebäude der Hungar. Noble-Garde und fürstl. Auers- 
pergischen Garten, K 270; Nr. 217, 6 Wiener Volkshandzeich 
nungen, K 320; Nr. 391, Ansicht des Fellnerschen Schlosses 
in Hainburg (Artaria), K 280; Nr. 392, Kloster Heiligenkreuz, 
Jos. Koll del. et sculp., K 300; Nr. 469, Badhaus zu Rodaun, 
(Janscha-Ziegler), K 300; Nr. 477, Bergscbloß Sternberg 
(Janscha-Postel), K 300; Nr. 501, Diorama von Berlin (Dör- 
mann, Hosemann und Stefeck), K 300; Nr. 556, Kaiser Maxi 
milian von Mexiko und seine Eltern, 6 Blätter, K 320; Nr. 628, 
Der Mensch und sein Beruf, 24 Blätter, (Schmutzer, Geiger 
usw.), I< 250. 
Aquarelle, Handzeichnungen, Ölgemälde. Nr. 677, 
Alt-Wiener Meister um 1840, Brustbild eines jungen Mannes, 
K 200; Nr. 684, Defregger, 3 Blätter, Bleistiftzeichnungen; 
Tiroler Dirndln häkelnd und drei Bauernburschen, K 360, 
Nr. 702, Goebel, Bauernmädchen, K 720; Nr. 707, Haßl- 
wander, Dorf und Stadt, K 1500; Nr. 729, Lanzedelli sen.,
	        
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