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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 14 
liehen Akten zu. Die meisten anderen Stücke wurden von den 
bekannten Antiquariatsfirmen Quaritch, Magg und Sothe- 
ran erstanden. 
Heraldik. 
(Vorschlag eines neuen deutschen Reichs 
wappens.) Wie die „Familiengeschichtlichen Blätter“ mit- 
teilen, hat der bekannte,Heraldiker Dr. Kekule von Stra- 
donitz einen Vorschlag für das Wappen des neuen 
Freistaates Deutschland gemacht, wobei er sich von der Ab 
sicht leiten ließ, Landesfarben und Wappen in Einklang zu 
bringen, letzteres von allein unnatürlichen Beiwerk zu be 
freien, um ein wahrhaft volkstümliches, schlichtes und gerade 
darum stolzes Wahrzeichen der Staatshoheit zu schaffen. 
Vorgeschlagen wird ein einköpfiger, ungekrönter, rot be 
wehrter, schwarzer Adler in goldenen Schilde. Aus dem tief 
in der Volksseele verwurzelten Bedürfnis nach’einem solchen 
Staatshoheitszeichen haben sich alle neuzeitlichen Frei 
staaten Staatswappen geschaffen, die leider meist weder 
den ästhetischen noch den wissenschaftlichen Anforderungen 
des Wappenwesens genügen. Diese Fehler vermeidet der 
Vorschlag Kekulcs, und es wäre dringend zu wünschen, daß 
bei der Festsetzung eines Wappens für den deutschen Frei 
staat: die Vorschläge erfahrener H eraldiker weitgehend berück 
sichtigt werden, um uns vor einem „Monstrum heraldicum“ 
zu bewahren. 
Philatelie. 
(NeueMarken in Deutschösterreich.) In der nächsten 
Zeit erscheinen in Deutschösterreich neue Briefmarken. 
Zunächst werden folgende Werte ausgegeben : a) Briefmarken 
zu 3, 5, 6, 10, 12, 20, 25, 30, 40, 45, 50Heller und zu 1 Krone; 
b) einfache Postkarten zu 10 Heller und Doppelpostkarten 
zu 10X10 Heller; c) Kartenbriefe zu 20 Heller; d) Post— 
auftragskarten zu 10 Heller. Die. Marken tragen dreierlei 
Bilder: Die Marken zu 3, 6 und 12 Heller die Abildung eines 
Posthorns, die Marken zu 5, 10, 25, 45 Heller und zu einer 
Krone die Abbildung des deutschösterreichischenStaatswappens 
und die Marken zu 20, 40 und 50 Heller eine allegorische 
Darstellung. Alle Marken tragen in einem halbkreisförmigen 
Bogen, der dasMarkenbild nach oben abschließt, dieAufschrift 
, .Deutschösterreich“. Die Originalentwürfe rühren vom 
akademischen Maler Josef Franz Renner her, dessen Name 
am unteren Rande der Marke angebracht ist. Sämtliche 
Hellerwerte sind auf weißem Papier, die Marken zu einer 
Krone auf gelbem Papier in folgenden Farben gedruckt: 
3 Heller blaugrau, 5 Heller saftgrün, 6 Heller orangerot 
10Heller karminrot, 12Heller bläulichgrün, 20Heller dunkel 
grün, 25 Heller blau, 30 Heller braun, 40 Heller violett, 
45 Heller olivgrün, 50 Heller dunkelblau und 1 Krone rot. 
(Die Weimarer Erinnerungsbriefmarken.) Vor 
einigen Tagen sind in Weimar die zur Erinnerung an die 
Nationalversammlung hergestellten Briefmarken im Werte 
von 10, 15 und 20 Pfennig ausgegeben worden. 
Plaketten. 
(Wettbewerb für Plaketten). Behufs Erlangung von 
künstlerischen Modellen zu Plaketten für die auf den all 
jährlichen großen Kunstausstellungen der Berliner Künstler 
vereinigungen mit einem Ehrenpreise der Stadt Berlin aus 
gezeichneten Künstler war im Juni 1914 ein Wettbewerb unter 
den in Deutschland ansässigen Künstlern ausgeschrieben worden. 
Die Modelle sollten bis 1. November 1914 an die städtische 
Kunstdeputation eingercicht werden. Mit Rücksicht auf den 
Kriegszustand war es später veröffentlicht, daß ein neuer Ter 
min festgesetzt werden würde. Dieser neue Termin ist jetzt auf 
den 1. September 1919 festgesetzt. Für diesen Wettbewerb 
sind Preise von M 3000 bis M 1000 (im Gesamtbeträge 
von M 8000) ausgesetzt worden. Die Wettbewerbsbedingun 
gen sind unentgeltlich von der städtischen Kunstdeputation 
in Berlin zu beziehen. 
Porzellan. 
(Auktion der Sammlung R. M. Wood.) Aus London 
wird berichtet; Die bei Christie stattgefundene Versteigerung 
der kleinen Porzellansammlung R. M. Wood, die fast durch - 
gehends aus Stücken englischer Manufakturen bestand, brachte 
L 25.19P12. Rekordpreise erzielten: Zwei Bow-Figuren 
(Herr und Dame mit Blumen) L 3980, Chelsea-Gruppe (Apollo 
und die Musen) Modell von Koubilliac L 2625, Chelsea, Schäfer 
und Schäferin L 1522'10, Chelsea, Eule auf einem Baumstumpf 
L 472'10 und Longton H all-Gruppe, Liebespaar I, 210. 
Verschiedenes. 
(Die amtliche Textausgabe des deutschen Frie 
densvertrages) erschien unmittelbar nach der Ratifikation 
durch die Nationalversammlung in einer im Aufträge des Aus 
wärtigen Amtes herausgegebenen Volksausgabe bei der Deut 
schen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Charlotten - 
burg im Buchhandel. Die Ausgabe umfaßt den deutschen, 
englischen und französischen Text nebst den Karten der feind 
lichen Originalausgabe sowie das in der Geschäftsstelle des 
Auswärtigen Amtes für die Friedensverhandlungen bearbeitete, 
zirka 150 Seiten umfassende ausführliche Sachregister. 
(Neuer Kunstsalon.) Unter dem Namen Kunstsalon 
Ritthaler wurde in München (Leopoldstraßc 56) ein neuer 
Kunstsalon eröffnet. 
(Eine archäologische Entdeckung in Terni.) In 
der durch ihren Wasserfall berühmten Stadt Terni ist un 
längst eine bemerkenswerte archäologische Entdeckung ge 
macht worden. Bei Erdarbeiten für die Fundamente eines 
neuen Hauses kamen drei römische Gräber ans Tageslicht, 
die ans Ziegeln erbaut und mit einem schrägen Dache ver 
sehen waren. Das Innere war voll von schmieriger Erde, und 
es fanden sich darin einige wenige Überreste von schlecht 
verbrannten Knochen, dagegen keine Totenbeigaben, weshalb 
die Bestimmung des Zeitpunktes dieser Gräber unmöglich war. 
Nur ganz wenige Spuren eines großen Topfes waren aufzu 
finden, und ebenso muß ein Gefäß von grünlichem Glase 
dagewesen sein, das die ungeschickten Arbeiter leider nur 
noch in Bruchslücken beibringen konnten. Diese Gräber, die 
nordsüdlich gerichtet und in einer Entfernung von etwa acht 
Metern voneinander angelegt sind, wurden in einer Tiefe von 
2-40 m aufgefunden. Bei der Fortführung der Grabungs 
arbeiten fand sich 27 m weiter ein anderes Grab, das 
ganz aus Travertinblöcken hergestellt war. Hier wurde im 
Inneren, und zwar ganz an der N ordseite des Grabes, eine 
marmorne Aschenurne in Form einer römischen Hütte vor 
gefunden, die mit Eisenhaken verschlossen war. Die Ab 
messungen der Urne sind . 38:20:37 cm. Als sie ge 
öffnet wurde, fanden sich einige Aschenreste, eine Bronze 
münze und ein 15 cm langer Nagel, dessen Oxydation 
auch die Münze angegriffen und so weit zerstört hat, daß 
ihre Bestimmung nicht mehr möglich war. Die Urne ist ein 
fach, im übrigen aber an Form und Durchführung ausge 
zeichnet. In Terni sind in der dortigen vorgeschichtlichen 
und römischen Totenstadt wohl zahlreiche Gräber mit reicher
	        
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