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Nr. 18
Internationale Sammler-Zeitung
2000 Jahre alt sind und aus denen demzufolge liervorgeht,
daß die Britannien besetzt haltenden römischen Legionen
auch Pferde über See mitgeführt haben müssen.
Museen.
(Museumsbilder in die Schulen!) Für bessere Ausschmückung
der Schulräume, besonders der Festsäle, macht
Geh. Rat Conwentz im neuesten Hefte der „Heimatschutz-Chronik“
einen Vorschlag, der bereits im ehemaligen Königreich
Sachsen mit bestem Erfolg zur Anwendung gebracht
worden ist. Die staatlichen Kunstsammlungen, die aus Raummangel
genötigt sind, immer mehr Werke von Künstlern zu
magazinieren, sollen Gemälde als Leihgaben an höhere Schulen,
Lehrerbildungsanstalten usw. auf deren Wunsch abgeben.
Die Gemälde müssen nach Möglichkeit, den Bestrebungen
der Anstalt entsprechend, ausgewählt werden; sie sollen von
den Provinzial- und Bezirkskonservatoren in bestimmten
Zeiträumen besichtigt und auf ihren Zustand geprüft werden.
Die Abgabe erfolgt auf Widerruf; die entstehenden Kosten
werden von den entleihenden Anstalten getragen. Auf diese
Weise wäre es möglich, den Schulen einen ihnen vielfach noch
fehlenden schönen Schmuck zu verschaffen und zugleich
wichtige Lehrmittel für die Kunsterziehung beizustellen.
(Die Kupferstichsammlung der ehern. Wiener Hofbibliothek)
verzeichnete in letzter Zeit eine Reihe von Neuerwerbungen,
deren Kenntnisnahme nicht nur für den Kunstgelehrten,
sondern für den Liebhaber von Wichtigkeit sein
dürfte. Von größeren Sammelwerken und Mappen seien genannt:
L. H. Jungnickels „Tiere der Fabel“, O. Kokoschkas „O Ewigkeit,
du Donnerwort“ und „Hiob“, L. Kasimirs „Dolomiten
1916“, A. Kolbs „Aus den Karpathen“, A. Kubins „Prophet
Daniel“, H. Meids „Radierungen zur Bibel“. Hiezu kamen
neuestens die „Faust-Impressionen“ von Oskar Baske und die
„Lithographien“ von Johannes Itten. An Reproduktionswerken
verdienen die neue Klimt-Nachlaßmappe und insbesondere
die Publikationen der Marees-Gesellschaft (Cezannts-Aquarelle,
Shakespeare-Visionen usw.) Erwähnung. Von neuen
periodischen Publikationen, die graphische Originale bringen,
seien „Marsyas" (Zweimonatschrift) und „Die Schaffenden"
(Verlag Kiepenheuer) hervorgehoben. An Einzelblättern finden
sich unter den neuerworbenen Radierungen Arbeiten von
Baske, Liebermann, Michalek, Munch, Orlik, Renoir, Schmutzer,
Teschner, Thoma, Toulouse-Lautrec, unter den Lithographien
von Brömse, Corinth, Delacroix, Fragonard, Jungr.ickel, Puvis
de Chavanne, Schiele, Sterrer, Toorop, unter den Holzschnitten
von Dr. Junk und Fr. Marc vor. Die Sammlung von Theaterdekorationsskizzen
wurde durch eine Reihe interessanter
Blätter aus dem Kreise Galli-Bibiena vermehrt. In fortlaufender
Eigänzung befindet sich die kunstgeschichtliche Literatur und
die Zeitschriftensammlung, wovon die Publikationen über die
moderne expressionistische Bewegung (Scheffler, Buigei, Grautoff
usw.) aas meiste Interesse finden dürften.
(Ein deutsches Theatermuseum.) In Stuttgart
wird, in den nächsten Tagen ein von Professor Dr. Pazaurek
in mehrjähriger stiller Arbeit vorbereitetes deutsches Theatermuseum
der Öffentlichkeit übergeben werden.
(Umwandlung des Schlosses Kaudnit z in ein
Museum.) Aus Prag wird gemeldet: Schloß Raudnitz des
ehemaligen Fürsten Lobkowitz wurde von einer Kommission
des Ministeriums für öffentliche Fürsorge besichtigt. Es wird
wahrscheinlich in ein Museum umgewandelt werden.
(Neuordnung der Florentiner Museen.) Im Zusammenhang
mit der Zurückschaffung der Kunstwerke, die
während des Krieges zum besseren Schutz gegen Fliegergefahr
entfernt worden waren, ist eine völlige Neuordnung der Florentiner
Museen in Aussicht genommen. In den Uffizien
soll eine streng zeitlich geordnete übersieht über die Entwicklung
der Florentiner Malerei von Cimabue bis Michelangelo
geboten werden; zu diesem Zwecke werden die Primitiven
und die Meister des Quattrocento aus der Akademiegalerie
nach den Uffizien übersiedeln. Während der lange Gang
im oberen Stockwerk mit Gobelins geschmückt werden soll,
will man in der „Tribuna“, in der bisher die größten Meisterwerke
vereinigt waren, nur Statuen und Bilder von dekorativem
Werte aufstellen, um die architektonische Wirkung' des
Raumes nicht zu beeinträchtigen. Im Erdgeschoß der Accademie
delle Belli Arti werden die Werke der bisher weniger
beachteten Epochen der Florentiner Kunst, des ausgehenden
Cinquecento sowie des Sei- und Settacento vereinigt werden.
Das Kloster von San Marco soll ganz dem Schaffen des Fra
Angelico geweiht sein, so daß auch dessen Werke aus der
Akademie und den Uffizien hierher gebracht werden. Im Skulpturenmuseum,
dem „Bargello“, wollen vor allem die Werke
Donatellos besser aufgestellt werden; die „Judith“, die man
von der Loggia dei Lanzi nach ihrem ursprünglichen Platz
am Eingang zum Palazzo Vecchio versetzt hatte, wird mit
den anderen Werken Donatellos im Bargello vereinigt. Die
bedeutenden Sammlungen angewandter Kunst, die im Bargello
untergebracht sind, werden einer gründlichen Neuordnung
unterzogen. Nur die Pitti-Galerie soll ihr früheres Aussehen
behalten.
(Im Museum von Tours) sind dieser Tage zahlreiche
Kunstwerke gestohlen worden, ohne daß man von den Tätern
die geringste Spur hätte. Zumal zwei Bilder von erheblichem
Werte sind entwendet worden: das eine, das man auf mindestens
100.000 Franke o schätzt, stammt von Delacroix und
stellt Komödianten und “fahrendes Volk dar, das andere,
„Die Braut“, ist das Werk eines spanischen Malers. Im Erdgeschoß
wurden alle Glasbehälter zerschlagen, die wertvolle
Emaillen und seltene Steine enthielten. Schließlich fehlen
eine sehr teure Bronze und ein altertümliches Schwert.
Vom Kunstmarkt.
(Leo Schidlofs Kunstauktionshaus.) Herr Leo
Schidlof teilt uns mit, daß er sein bisher in der Krugerstraße
Nr. 18 befindliches Antiquitätengeschäft in das neuerhaute
Auktions- und Kunsthaus, Wien, I., Tuchlauben Nr. 8
(Schöbrunner-Haus), Mezzanin, verlegt habe. EinjTeil der Säle,
die auf das vornehmste ausgestattet sind, dient einer permanenten,
täglich von fl bis 6 Uhr geöffneten freihändigen Verkaufsausstellung,
die übrigen Räume sind für die Auktionen
reserviert, deren erste am 20. Oktober stattfindet. Sie wird
bedeutende Arbeiten holländischer Meister des 17. Jahrhunderts,
erstklassige Werke Altwiener Künstler sowie hervorragende
ausländische und Wiener Miniaturen aus dem Besitze eines
bekannten Wiener Sammlers umfassen. Herr Schidlof hat
auch gemeinsam mit einer der ältesten und bedeutendsten
Schweizer Firmen, dem Antiquitätenhause Dreyfus in Genf,
ein Internationales Auktionsinstitut unter der Firma Schidlof
& Dreyfus, Vcntcs publiques, Geneve, gegründet.
(Gr a phikauktion bei Hollstein & Puppel in Berlin.)
Das Kunstantiquariat Hollstein & Puppel in Berlin
versendet den Katalog einer schlesischen Graphiksammlung,
die sie vom 6. bis 8. Oktober zur Versteigerung bringt. Die
Sammlung umfaßt 1598 Blätter, Kupferstiche, Holzschnitte,
Radierungen, Schabkunstblätter und Farbendrucke des 15. bis
18. Jahrhunderts, darunter Namen wie Aldegrever, Hans
Baidung gen. Grien,Bartolozzi, Beliam, Boucher, Pieter Breughel
(die sehr seltene Folge der Tugenden), Chodowiccki, Debuconrt,
Dürer (Blatt 74, Die Melancholie in einem Exemplar von
außerordentlicher Qualität), van Dyck, Gainsborough, Claude
Lorrain, Angelica Kaufmann, Adrian van Ostade, Rembrandt
(Blatt 22, Rembrandt zeichnend), Ridinger, Rugendas, John
Smith, Watson und andere. Gut vertreten sind speziell die