Nr. 21
Internationale Sammler-Zeit
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die mit fünf Millionen Franken Jahreswert den zweiten
Rang einnehmen. Die Industrie der Perlenimitation,
die von den Chinesen bereits im 13. Jahrhundert be
trieben wurde, bedient sich aneinander gereihter Peil-
mutterkügelchen, die in die lebende Auster eingeführt
werden, damit sie diese mit Perlensubstanz überzieht.
Der Preis der echten Perlen bestimmt sich nach dem
Gewicht bei gleichbleibender Rundung und Feinheit
Zwei Gemälde von
Unter den Barockmalern des 18. Jahrhunderts
tritt uns die Gestalt des Martino Altomonte, dessen
Namen irrigerweise vom deutschen „Hohenberg" ab
geleitet wurde, als eines der fruchtbarsten und be
deutendsten Talente entgegen. Von seinen Schöpfungen
erzählen die Mauern von St. Stephan in Wien, das
Belvedere des Prinzen Eugen von Savoyen, die
Kirchen von Lambach, Salzburg, Heiligenkreuz und
andere.
Altomontes Tätigkeit ist von ungefähr 1709 bis fast
in die Mitte des 18. Jahrhunderts— er starb hochbetagt
am 14. September 1745 zu Heiligenkreuz — durch eine
schier lückenlose Kette von Schöpfungen festzulegen,
nur das Jahr 1727 unterbrach die Reihe seiner Werke.
Daß er in diesem Jahre gefeiert haben sollte, schien
nicht recht plausibel, und so war denn die Forschung
seit langem bemüht, aufzuklären, welche Bedeutung
1727 im Leben des Künstlers spielte. Das Verdienst
nun, in dieser Richtung einen sehr wertvollen Anhalts
punkt entdeckt zu hüben, gebührt dem unseren Lesern
vorteilhaft bekannten Wiener Kunsthändler Herrn
August Johannes Schelle, der zwei außerordentlich
interessante Gemälde von der Hand des Meisters
zustandegebracht hat, die sich in die vorhandene
Lücke ein fügen.
In einem versteckten Winkel Ober Österreichs stieß
Herr Schelle auf die beiden Bilder, die er bald als
Werke des Martino Altomonte agnoszieren konnte.
Das eine zeigt Sohn und Tochter des Künstlers, das
andere ist von komplizierterer Gestaltung. Drei lebens
volle Figuren treten dem Beschauer entgegen. Links
ung
des Schmelzes; immerhin gilt dies nur bis zu einer ge
wissen Größe, da unser Zeitalter die kleinen Perlen
den Riesenstücken, wie sie für Broschen und Diademe
getragen wurden, vorzieht. Eine Perle von 50 bis 60
Gran stellt sich teuerer als eine solche von 120 Gran
Gewicht, es sei denn, es handle sich um ein berühmtes
(birnenförmiges) Exemplar wie die „Perigrina“ oder
die „Regente“.
Martino Altomonte.
das Porträt des Meisters selbst, geradeausblickend,
das Auge leuchtend, den Mund zu einem bitteren
Lächeln leicht geöffnet; die Linke umklammert die
Palette, während die rechte Hand von der Arbeit ruht.
Rechts vom Beschauer gewahrt man die Gattin des
Künstlers, zwischen beiden eine allegorische Figur,
allem Anschein nach die Muse der Musik. Zwei Noten
bänder schlingen sich um die Gestalten. Auf dem
Bande links ist zu lesen: Se il mio core arde, con gelose
il timore son io. (Wenn mein Herz in treuer Liebe
glüht, fühl ich Furcht Vor Eifersucht.) Von dem Bande
rechts blicken die Worte entgegen: Cono quäl uno
Martino Altomonte. 27. (Kennt jemand einen Martino
Altomonte. 27.) Sowohl Altomonte als auch seine Frau
sind in Bettlergewändern dargestellt, was wohl die
Armseligkeit drastischer zur Geltung bringen soll.
Ein Künstler, der an sich, irre geworden zu sein scheint,
der glaubt, daß er von den Zeitgenossen schon ver
gessen ist.
Die Mitwelt ist Altomonte gerecht geworden, auch
die Nachwelt wird seine Befürchtung nicht wahrmachen.
Die beiden Gemälde, die Herr Schelle der Kulturwelt
wieder gewonnen hat und die man jetzt in dessen Kunst
salon, Wien, I„ Michaelerplatz 6, sehen kann, sind
nur ein neuer Beweis von der unzerstörbaren künstleri
schen Wirkung, die von den Schöpfungen Martino
Altomontes ausgeht. Jeder Kunstfreund kennt und
würdigt Altomonte, und es wird gewiß nicht lange
dauern, und auch diese zwei Werke des Künstlers
werden irgend ehr Museum oder die Galerie eines
Sammlers schmücken.
Preise für Porzellan.
(Schluß *)
Chinesisches Porzellan.
Nr. 239 und 240, Zwei Vasen, um 1700, M 3700: Nr. 241 bis
243, Drei Seladonflaschen, M 5800; Nr. 244 und 245, Zwei
Desgl., M 12.300; Nr. 246, Eine Desgl., M 3700; Nr. 247 und 248,
Zwei Flaschen, M 4650; Nr. 24!) und 250, Zwei Deckeldosen,
M 7200; Nr. 251 und 252, Zwei Schalen, M 4100; Nr. 253 und
254, Desgl. M 4750; Nr. 255 bis 257, Drei braune Fläschchen,
M 250; Nr. 258 bis 260, Drei Desgl., M 310; Nr. 261 und 262,
Zwei schwarzglasierte Fläschchen, M 810; Nr. 263 und 264,
Desgl., M 1050; Nr. 265 und 266, Zwei Täßchen, M 330; Nr. 267
und 268, Zwei kleine liegende Hunde, M 1500; Nr. 269 und 270,
Zwei kleine Papageien, M 1600; Nr. 271 und 272, Gruppe von
zwei sitzenden Hohos, M 2600; Nr. 273 und 274, Zwei Schalen,
M 1500; Nr. 275, Stehende weibliche Figur, M 2000; Nr. 276
und 277, Zwei kleine Papageien, M 2800; Nr. 278 und 279,
Zwei kleine Löwen, M 620; Nr. 280, Große Schale der Rosa.
Familie, M 47.500; Nr. 281 und 282, Zwei schwarze Kugel
flaschen mit Gold bemalt, M 42.000; Nr. 283 und 284, Zwei
große Schalen in Rot und Gold, Marke Blume, M 72.000;
Nr. 285 und 286, Zwei kobaltblaue Balustervasen, M 40.000;
*) Siehe Nr. 20 der „Internationalen Sammlerzeitung“.
Grüne Familie.
Nr. 287 und 288, Zwei Tassen, M 1950; Nr. 289 und 290,
Zwei Teller, M 3100; Nr. 291, Tiele Schale, Marke Blume,
M 3100; Nr. 292 bis 294, Drei Untertassen, M 500; Nr. 295
bis 297, Desgl., M 550; Nr. 298 und 299, Zwei Teller mit Fisch
im Grunde, M 3400; Nr. 300 und 310, Zwei vierkantige Flaschen,
M 16.000; Nr. 302 und 303, Zwei Deckeltassen mit Untertassen,
M 4000; Nr. 304 bis 306, Drei Tassen mit Untertassen, M 620;
Nr. 307 bis 309, Desgl., M 660; Nr. 310 bis 311, Zwei Tassen,
M 450; Nr. 312 und 313, Zwei Tassen mit Gold, M 800; Nr. 314
und 315, Zwei Schalen, Marke Insekt, M 2250.
Rote Malerei mit Gold.
Nr. 316 und 317, Zwei zylindrische Vasen, M 1900; Nr. 318
bis 323, Sechs tiefe Schalen, M 2350; Nr. 324 bis 329, Desgl.,
M 2500; Nr. 330 und 331, Zwei Teller, M 5600; Nr. 332 und 333,
Zwei Kugelflaschen, M 5800; Nr. 334, Kleiner Vasensatz,
M 1650; Nr. 335, Tasse mit Untertasse, M 300.
Blau-rot-goldenes Geschirr.
Nr. 336, Zuckerstreuer, M 1350; Nr. 337, Desgl., M 1350;
Nr. 338,*Satz von fünf Deckelvasen, M 12.000; Nr. 339, Deckel-