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1 n i et n *tion aie Sammler -Zeitung
Nr. 22
Philatelie.
(Neuheiten.) Oie nunmehr zur Ausgabe gelangenden
Kronenwerte Deutschösterreichs sind in zweifarbigem
Kupferdruck auf weißem gefaserten Papier hergestellt und
in folgenden Farben gehalten: K 2.-— Rahmen orange, Bild
schwarz; K 3.— Rahmen blau, Bild dunkelbraun; K 4.—
Rahmen rot, Bild schwarz; K 10.— Rahmen olivgrün, Bild
dunkelbraun. Die Marken zeigen im Mittelfelde das Wiener
Parlamentsgebäude. Der Rahmen trägt zwischen reichen Verzierungen
weiß auf farbigem Grunde oben die Aufschrift
„Deutschösterreich'', im unteren, zwischen den Wertziffern
das Wort „Kronen". Die neuen Portomarken in den Wertstufen
zu 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40, 50, 80 Heller, K 1.—, 5.—
und 10.— sind in Buchdruck auf weißem Papier hergestellt.
Die Hellerwerte tragen innerhalb eines Rahmens von der Form
eines Kranzes den Wertbetrag und das Wort Heller in dunkler
Farbe auf weißem Grund. Der Kranz ist oben durch die Aufschrift
„Deutschösterreich'', unten durch das Wort „Porto“
in weißer Schrift auf dunklem Grunde enthalten. Die Kronenwerte
tragen im Mittelschilde nur die Betragsziffer; das Wort
„Krone“ oder „Kronen" ist im Kranze dort angebracht, wo
bei den Hellerwerten das Wort „Porto“ steht. Die Hellerwerte
sind in hellroter, die Kronenwerte in hellblauer Farbe
gedruckt.
In Polen sind nunmehr definitive Portomarken erschienen,
Siezeigen keine Wertangabe, sind für das Krakauer Gebiet in
dunkelblau gehalten und gelten hier als solche für Kronen
und Heller; in Warschau sollen demnächst solche in gleicher
Zeichnung, jedoch in roter Farbe, verausgabt werden, hier
also Mark und Pfennige vorstellen. Es existieren bisher folgende
Werte: 2, 4, 5, 10, 20, 30, 50, 100 und 500 (Heller).
Verschiedenes.
(Gefälschte Schmetterlinge.) Laut einer englischen
Zeitschrift wird ein schwunghafter Handel mit gefälschten
Schmetterlingen betrieben, auf den schon mancher Sammler
und Zoologe hereingefallen sei. Die Fälscher gehen in der
Weise vor, daß sie einen ganz gewöhnlichen Schmetterling
„präparieren“ seine Flügel mit einer dünnen Gummischicht
überziehen und dann Farbenstaub, genau so geordnet, auftragen,
wie die Flügel seltener Varietäten und Arten gefärbt
sind, um so besonders seltene Varietäten oder ganz neue Arten
vorzutäuschen und weniger kundige oder allzu oberflächlich
prüfende Liebhaber in Tausch oder Handel recht empfindlich
zu übervorteilen.
(Diebstähle.) Aus der Magistratsbibliothek des Berliner
Rathauses wurde eine wertvolle Bronzefigur gestohlen.
Sie stellt Franz von Sickingen dar, ist eine Nebenfigur von
einem Lutherdenkmal und etwa 40 cm hoch. —■ Aus einer
Kunstausstellung in München wurde ein Ölbild, darstellend
eine Gebirgslandschaft (25:30 cm), von Prof. Georg Graef,
im Werte von 1000 Mark entwendet. — Aus dem Wartezimmer
eines dortigen Arztes wurde ein Ölgemälde von Förg, ein
auf einem Dreifuß sitzendes Kind darstellend, entwendet.
Vom Kunstmarkt.
(Versteigerung von russischen Kronjuwelen.) In
London findet dieser Tage die Versteigerung eines Teiles der
russischen Kronjuwelen statt, die vor Ausbruch des Umsturzes
nach Paris und London gebracht worden sind. Der tatsächliche
Wert der Juwelen beträgt etwa eine halbe Million Pfund Sterling,
doch erwartet man, daß viel mehr erzielt werden wird.
(Gemälde neuzeitlicher Maler aus rheinischem
Privatbesitz.) Am 9. Oktober versteigerte das Kunstauktionshaus
Math. Lampertz in Köln eine Sammlung
neuzeitlicher Meister aus rheinischem Privatbesitz, wobei
folgende bemerkenswerte Preise erzielt wurden: Nr. 1
A. Achenbach, Holländischer Haien, M 4500; Nr. 6, A. Askevold,
Norwegischer Fjord, M 3600; Nr. 9, M. Clarenbach,
Sonniger Herbsttag, M 2000; Nr. 10, C. F. Deiker, Keiler und
Hund, M 2400; Nr. 12, L. Dill, Landschaft bei Ponte San
Andrea (Chioggia), M 5600; Nr. 13, L. C. Duval, Bretonische
Fischerfamilie, M 17.500; Nr. 23, E. v. Gebhardt, Auferweckung
von Jairi Töchterlein, M 5000; Nr. 24, Ders., In der
Dorfschmiede, M 5000; Nr. 25, Ders., Christus am Ölberg,
M 1800; Nr. 28, E. Harburger, Sieben allegorische Gemälde:
Die Baukunst, Die Maler- und Bildhauerkunst, Das Kunsthandwerk,
Die Wissenschaften, Musik und Gesang, Poesie,
Patrizierfrau, M 27.500; Nr. 34, S. Jacobsen, Bauemgehöft
bei der Dämmerung, M 4400; Nr. 35, Ders., Bauernhof im
Schnee, M 4400; Nr. 42, A. Ka mpf, Der Austernesser, M 5400:
Nr. 46, L, Knaus, In der Dorfschmiede, bez. Kopie nach
F. Diel,isiann, M 9500; Nr. 50, E. Leutze, Liebeswerben,
M 3950; Nr. 51, C. Mücke, Holländisches Kü eben inneres,
M 7500; Nr. 52, M. Müller, Norwegischer Fjord, M 5000;
Nr. 59, F. v. Schennis, Römischer Park im Herbst, M 6800;
Nr. 64, W. Schreuer, Malerischer Stadtwinkel, M 4100;
Nr. 71, Wilh. Sohn, Weibliches Bildnis, M 3800, und Nr. 78,
F. Voltz, Vieherde auf der Weide, M 3800.
(Auktion bei Lepke in Berlin.) Am 25. und
26. November bringt Rudolph Lepke in Berlin
Gemälde alter Meister und Antiquitäten aus einem
schlesischen Schlosse sowie die Porzellansammlung des Herrn
Dr. Heinrich Rose (Wiesbaden) zur Versteigerung. Der Katalog,
wie immer sehr geschmackvoll zusammengestellt, ver
zeichnet Originalgemälde von Huet, Jordaens, Tintoretto,
(die Erweckung des Lazarus), Lucas Cranach (Brustbild
einer sächsischen Prinzessin), Adriaen van Ostade (Bauern -
sclienke), Bronzino (Bildnisse eines Edelmannes), J. Adr.
Bäcker (Männliches Bildnis), Jodocus de Momper. (Felspartie
aus der Umgebung von Tivoli bei Rom), Paolo Veronese (Die
Entführung der Europa) u. a. Unter den Porzellanen sind
alte deutsche Manufakturen, am stärksten Meißen, mit Prachtstücken
vertreten. Bei den Möbeln dominieren die französischen
des 18. Jahrhunderts. Die Sitzmöbel tragen Bezüge von
Manufakturen von Arras und Beauvais, nach Kartons von
Huet und Fragonard; eine Seidendamastgarnitur weist die
Signatur von Guörin auf, die Kommoden mit den pompösen
Bronzen sind bezeichnete Arbeiten von Oeben, Ghevaliere und
Dubois. Unter den Teppichen ist besonders ein großer
italienischer Renaissance-Wandteppich mit dem Wappen des
Herzogs Emanuel Filiberto von Savoyen hervorzuheben, der
drei Dichter mit Lorbeerkränzen zeigt, die vor einem freien
Säulenportal stehen. Die Gewänder sind aus Seide mit Gold
und Silber sowie Ornamenten und Blumen durchwirkt. Der
Teppich gehört in den Kreis jener unter dem Namen „Arrazi“
berühmten Arbeiten, die ursprünglich für den Papst Leo X.
angefertigt wurden. Unter den Bronzen befindet sich eine
Arbeit des Valerio di Lincone Ciole, eine Porträtfigur
P. Barbinos, des Hofnarren Cosimo I. darstellend. In der
Rechten hält Barbino einen Stab, in der erhobenen Linken
ein Gefäß. Wertvolle Arbeiten in Holz und Stein, Gläser und
Uhren vervollständigen den Katalog, der die wichtigsten
Stücke auf 68 Bildtafeln vorführt.
(Die Dezember-Versteigerung des Kölner Kunstund
Auktionshauses.) Die am 3. und 4. Dezember im
Kölner Kunst- und Aulctionshause zur Versteigerung
gelangende Sammlung von etwa 500 Handzeichnungen alter
und neuerer Meister aus dem Besitz des Geheimrates Dr. Gustav
Koenneckein Marburg ist in jahrzehntelanger Sammelarbeit
allmählich entstanden. Ihr Besitzer, in Fachkreisen bekannt
als feinsinniger Kunstkenner und als Schöpfer des Marburger
Museums, hat, deutsche und niederländische Meister bevorzugend,
die mit guten, und zum Teil vorzüglichen Blättern
vertreten sind, auch die Zeichenkunst der übrigen Länder
Europas in den Kreis seines Interesses gezogen. In stattlichen