Nr. 24
Internationale Sammler-Zeit
Seite 185
(Eine Sammlung schweizerischer Münzen und
Medaillen.) Aus dein Nachlasse des im Herbst vorigen Jahres
verstorbenen st. gallischen Botanikers Theodor Schiatter
ist dem Historischen Museum in St. Gallen eine reiche
Sammlung schweizerischer Medaillen und Münzen zugekommen,
die in 280 Nummern über 700 Stücke umfaßt, darunter m nches
Stück von hervorragendem Wert.
Philatelie.
(Marken aus Rußland.) Für Briefmarkensammler ist
Rußland jetzt eine Quelle aller möglichen neuen Briefmarken
arten geworden. Aus dem bolschewistischen Rußland kommen
freilich keine Marken, weil dort die Briefe unentgeltlich be
fördert werden, aber in den antibolschewistischen Staaten
werden fortwährend neue Marken gedruckt. So hat die Re
gierung von Georgien (Transkaukasien) neue Marken mit
ihrem Wappen, über dem der Name ,,La Georgie“ prangt,
herausgegeben. Die Republik der Donkosaken verwendet
die alten kaiserlichen Marken, die mit neuen Wertbezeich
nungen überdruckt sind. Die Marken der Ukraine zeigen den
heiligen Leuchter aus der Sophienkathcdrale in Kiew. Die
lettischen Marken tragen das Landeswappen: drei Kornähren
und einen Sonnenstrahl. Infolge des großen Papiermangels
sind diese Marken auf allerlei Material gedruckt worden, die
erste Ausgabe auf der Rückseite deutscher Generalstabskarten,
die zweite Ausgabe auf liniertem Papier und die dritte auf
Zigarettenpapier. Die litauischen Marken sind mit einem
Bilde des heiligen Michael, der den Drachen tötet, verziert.
Finnlands Marken zeigen einen Löwen, der das russische
Schwert zertritt.
(Großer Markendiebstahl.) Bei einem Briefmarken
händler inMünchen erschien; wie uns von dort gemeldet wird,
kürzlich ein Mann, der wertvolle ukrainische Briefmarken
sowie Briefmarken von Ententeländern, die einen Kennerwert
von K 800.000'—• hatten, für M 6000'—■ zum Kauf anbot. Der
Geschäftsinhaber, der von einer Wiener Markenfirma davon
unterichtet war, daß kürzlich in Österreich Marken im Werte
von über einer Million Kronen entwendet worden seien, ver
ständigte die Polizei. Diese stellte fest, daß der Verkaufsver-
mittler ein Student in Freising war. Die F'rcisinger Polizei
ermittelte diesen Mann und stellte auch den Verkäufer der
Marken fest, der verhaftet wurde. Es ist dies der Kaufmann
Anton Meier aus Bludenz. Bei dem Verhafteten fand man
noch Marken im Werte von K 250.000'—. Er gab an, daß er
die Marken von seinem Bruder in Bludenz erhalten habe.
Eine weitere Vernehmung ergab, daß Meier im Einvernehmen
mit seinem Bruder im September ein Wertpaket, das von
Bludenz nach Wien aufgegeben war und die Briefmarken ent
hielt, in Bludenz gestohlen hatte.
Waffen.
(Dubletten aus den staatlichen Sammlungen
in Dresden.) Im Anschluß an die Dubletten der Porzellane
aus den staatlichen sächsischen Sammlungen versteigerte
Rudolph Lepke in Berlin auch die von dort beigestellten
Dubletten an Waffen. Nennenswerte Preise brachten:
Nr. 543, Reitschwert, Klinge bez. Mailland und Marke Z,
um 1590, M 1530; Nr. 544, Reitschwert, Klinge bez. J. H. B.,
Ende 16. Jh., M 1450; Nr. 545, Reitschwert, Klinge bez.
J. H. S., Ringform, Angelschutz, Ende 16. Jh., M 1520;
Nr. 546, Reitschwert Klinge bez. Sebastian Hernantes, Ende
16. Jh., M 1530; Nr. 547, Reitschwert Klinge bez. Mailland
und die Schlangenmarke, M 1420; Nr. 548, Reitschwert, zweite
Hälfte 16. Jh., M 1550; Nr. 549, Reitschwert, Drei Schmiede
marken, Ende 16. Jh„ M 1500; Nr. 552, Reitschweit, Angel
ung
der dachförmigen Klinge mit Marke um 1590, M. 2000;
Nr. 553, Reitschwert, Klinge vierkantig, 1580lisl600, M2100;
Nr. 554, Reitschwert, Klinge vierkantig, Ende 16. Jh.
M 1570; Nr. 555, Reitschwert, Vierkantige Klinge mit Marke
um 1590, M 1700; Nr. 556, Desgleichen, M 1610; Nr. 557,
Reitschwert, Vierkantige Klinge mit Marke_+. um 1600, M 1610;
Nr. 558, Reitschwert, Klinge mit Blivtrinne, spanisch, Ende
16. Jh., M 1620; Nr. 559, Reitschwert, Klinge bez. Johannes
Horn (Solingen), zweite Hälfte 16. Jh., M 1630; Nr. 561,
Reitschwert, Auf der Klinge zweimal Joani, spanisch, Ende
16. Jh., M 1710; Nr. 562, Reitschwert, auf der Klinge das
Wort Granada z. T., abgekürzt Solingen, um 1590, M 1620;
Nr. 573, Reitschwert, Klinge trägt viermal die Marke A. u. d,
Mohrenkopf des Peter M'unsten, Solingen, die Blutrinne bez.
I. H. S., Ende 16. Jh., M 1450; Nr. 574, Reitschwert, ebenso,
M 1400; Nr. 575, Reitschwert, auf der Klinge die Buchstaben
i.H.S,, auf der Angel eine spanische Marke, Sabastian Her-
nandez, Toledo, Ende 16. Jh., M 1430; Nr. 579, Schwert,
Klinge mit Marken des Solingers Peter Mnnsten, um 1600,
M 1900; Nr. 583, Schwert, Ende 16. Jh., M 1910; Nr. 588,
Schwert, Angel mit Schlangenmarke, Mailand oder Spanien,
Ende 16, Jh., M 1800; Nr. 589, Desgleichen, M 2500; Nr. 590,
Schwert, Marken der Angel, spanisch, 1580 bis 1600, M2500;
Nr. 591, Schwert, Märken der Angel, spanisch, Ende 16. Jh.,
M 2250; Nr. 592, Reitschwert, Angel mit Jagdhornmarke des
Peter Wirsberg, Solingen, um 1600, M 2400; Nr. 593, Reit
schwert, Klinge mit Solinger Märken, Ende 16, Jh., M2050;
Nr. 602, Zweihänder, auf der Klinge Reichsadler und Passauer
Wolf tauschiert, Anfang 15. Jh., Gesamtlänge 192 cm,
M 2050; Nr. 603, Zweihänder, Klinge mit Reichsadler und
gekreuzten Doppelhaken, 1500 bis 1520, M 2200; Nr. 604, Zwei
händer, Klinge mit Reichsadler und Passauer Wolf, an der
Angel eine Weinranke punziert, Anfang 16. Jh., M 2400;
Nr. 605, Zweihänder, Klinge mit Reichsapfel und eine Maske
Münchener Familie Ständler?, Anfang 16. Jh., M 2250;
Nr. 606, Zweihänder, auf der Angel mehrfach die Buchstaben
S. D.*I. O., auf den Parierhaken I. H. S. und eine Schmiede-
marke, Mitte 16. Jh., Länge 195 cm, M 3500; Nr. 609,
Zweihänder, Angel mit der Zahl 8, auf der Klinge Reichsapfel
tauschiert. Mitte 16. Jh., M 2200; Nr. 630, Dolch, dazu
Scheide, um 1600, M 2600; Nr. 632, Dolch, dazu Scheide,
Erde 16. Jh., M 2400; Nr. 632, Dolch, Scheide mit Marke
des Dresdener Goldschmiedes Wolf Pallcr und Dresdener
Beschau, Zweite Hälfte 16. Jahrh., Länge 42cm M 5200;
Nr. 633, Dolch, Scheide mit Märke des Dresdener Goldschmiedes
Wolf Paller und Dresdener Beschau, 1560 bis 1580, M 5500;
Nr. 638, Sturmhaube der sächsischen Trabanten unter Kur
fürst Christian L, Ende 16. Jh., M 23.000; Nr. 639, Morion
der sächsischen Trabanten unter Kurfürst Christian L, M 18.000,
Nr. 651, Helmbarte, 1602, M 2200; Nr. 652, Desgleichen, M 1900;
Nr. 653, Partisane der polnischen Nobelgarde, zum Teil ver
goldet, Anfang 18. Jh., M. 1810; Nr. 654, Desgleichen, M 1250;
Nr. 665, Radschloßmuskete, 1590, M 2100; Nr. 666, Radschloß-
muskete, 1590, Schmiedemarke I. R. M 2050; 667 Lunten
schloßmuskete, Anfang 16. Jh., M 1350; Nr. 668, Desgleichen,
M 1350; Nr. 670, Ein Paar Faustrohre, Schästermarke G. P.;
Lauf bez. M. S. 1610, M 1680; Nr. 671, Ein Paar Fäustrohre,
Lauf mit Märke H. S. (Hans Stockmann, Dresden), Anfang
17. Jh., M 1500; Nr. 672, Ein Paar Faustrohre, Laut mit
Marke H. S., Anfang 17. Jh„ M 1750; Nr. 673, Ein Paar
Pistolen (Puffer), Lauf mit Jahreszahl 1588, Buchstaben
N. F. H. u. d. Schmiedemarke J S und Herz, M 1350; Nr. 675,
Ein Paar Pistolen (Puffer), Lauf mit Buchstaben H. R. und
Schmiedemarke, Ende 16. Jh., M 1400; Nr. 677, Ein Paar
Pistolen (Puffer), Lauf bez. D. R. m. der Schmiedemarke und
1591, M 1410; Nr. 678, Ein Paar Pistolen (Puffer), Lauf mit
Schmiedemarke und 1591, M 1500; Nr. 681, Radschloßbüchse,
Lauf bez. Hans Stifter (Prag), 1671 mit Marke, 1670, M 2250;
Nr. 682, Radschloßbüchse, Lauf bez.. Hans Stifter, Prag, 1671,