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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 6 
Kommandeur der 8. Armee in Landau eine eigenartige Aus 
stellung veranstaltet. Sie besteht aus allerlei geschichtlichen 
Schriftstücken und Bildern, die der Pfalz beweisen sollen, daß 
sie zwei Jahrhunderte lang ander Geschichte und dem „Ruhme" 
Frankreichs beteiligt gewesen sei. In erster Linie werden Por 
träte gezeigt: jenes von Vauban, dem Feldherrn Ludwigs XIV., 
neben einem Plan der durch den französischen Marschall be 
festigten Stadt Landau aus dem Jahre 1697; ferner das Bildnis 
des Marschalls Tallard aus einem Almanach vom Jahre 1704 
und die Köpfe von Pichegru und Hoche. Eine Bekannt 
machung von Custine vom 18. Oktober 1793 ist ebenfalls zu 
sehen; sie enthält unter anderen folgende Worte, die die Fran 
zosen natürlich auf die heutige Zeit beziehen: „Der freie Mensch 
zeigt sich niemals größer als unter schwierigen Verhältnissen. 
Mißgeschick kann ihn treffen; er kann Rückschläge erfahren 
und Boden verlieren, doch die Freiheit geht nie zugrunde. 
Sie überwindet spielend alle Anstrengungen der gekrönten 
Räuber." Die Ereignisse von vor hundert Jahren sind durch 
Bilder von Ep in al vertreten, die „Die städtische , Schar' von 
Landau während der Belagerung im Jahre 1814“ darstellen; 
außerdem ist die Fahne ausgestellt, die im Jahre 1815 „der 
tapferen Nationalgarde“ von den Damen der Stadt gewidmet 
wurde. 
(Ausstellungen in der Galerie Goltz.) Die Galerie 
Neue Kunst Hans Goltz in München veranstaltet folgende 
Ausstellungen: im März: Das graphische Werk von Richard 
Seewald. Graphik von Kogan und Reiffenstuel. Im April: 
H. M. Davringhausen, Gemälde und Graphik. Graphik von 
Walter Gramatte. Im Mai: Georg Schrimpf, Gemälde und 
Graphik. Im Juni: George Grosz. Im Juli: Albert-Bloch. 
(Indianische Kunstkalender.) Das Museum für Natur 
geschichte in New-York hat kürzlich eine Ausstellung von in 
dianischen „Kunstkalendern“ veranstaltet. Diese merkwürdi 
gen, für die Kultur der Indianer sehr lehrreichen Erzeugnisse 
stammen von den Sioux aus Dakota und bestehen aus einem 
Systeme von Bilderniederschriften auf Büffelhäuten, die zu 
einer Reihe vereinigt sind und von denen jeder das vorüber- 
gegangenc Jahr näher kennzeichnet. Die Bezeichnung der Jahre 
geschah bei den Indianern nicht durch Jahreszahlen, sondern 
in der Weise, daß ein bedeutendes im Winter vorgefallenes 
Ereignis zur Bezeichnung des Jahres angewandt wurde. Die 
Indianer selbst nennen diese Kalenderführung die „Winter 
zählschrift“. Derartige indianische „Kunstkalender“ zählen 
zu den Seltenheiten, das New-Yorker Museum hat aber jetzt 
eine Chronik dieser Art vollständig und Teile von zwei anderen 
in seinen Besitz bringen können. Manche dieser Chroniken 
reichen weit zurück, eine zum Beispiel bis auf 117 Jahre. In 
solchen alten Kalendern sind Spuren der amerikanischen Ge 
schichte wahrzunehmen, wie sie sich den Indianern dargestellt 
hat. So sind die Jahre 1779 bis 1781 bezeichnet durch ihre 
Pockenwinter. Ein Jahr, in dem eine Sonnenfinsternis sich 
ereignete, erscheint als der Winter, wo „Stern mit lautem 
Lärm“ vorbeiging. Als der Präsident der Vereinigten Staaten 
den Gesetzesbeschluß unterschrieb, durch den Mordtaten an 
Indianern für gesetzwidrig erklärt wurden, da spricht die 
Chronik von einem Winter, wo „Großvater ihre Ermordung 
nicht Gesetz" anerkennt. Die Ermordung des Präsidenten 
McKinley im Jahre 1902 wurde aufgezeichnet als „Urgroßvater- 
ermordet-Winter“, und vom Jahre 1911, das die Erbauung 
einer Eisenbahn in der Nähe der Sitze der Ogalala-Indianer sah, 
heißt es betrübt „Ogalala-Eisenbahn und tötet sie-Winter“. 
Ein Dakota-Indianer wird, wenn man ihn nach seinem Geburts 
jahre befragt, nicht etwa 1853, sondern das „Jahr des tiefen 
Schnees“, und nicht 1889, sondern das „Jahr der Mondfinster 
nis“ angeben. 
(Eine zeitgemäße Ausstellung) bereitet das Erfurter 
städtische Museum zur Erinnerung an das Erfurter Deutsche 
Unionsparlament von 1850 vor. Ein umfangreiches Material 
an Stadtansichten, Bildnissen und Spottblättern, Druck- und 
Handschriften, Flugblättern und dergleichen mehr wurde zu 
sammengetragen, an der Hand dessen ein übersichtliches Bild 
über die politischen Ereignisse der Zeit von 1848—4850 ge 
geben werden soll. Anschließend daran wird die Kultur der 
damaligen Zeit durch Zusammenstellung eures Wohnraumes 
im Stil der Zeit, durch Vorführung von Modeblättern, Hand 
arbeiten und anderem Berücksichtigung finden. Es steht zu 
erwarten, daß die Ausstellung, durch manches historisch wert 
volle Geschenk (Bismarck-Erinnerungen) bereichert, gerade 
jetzt während der Tagung der Nationalversammlung im be 
nachbarten Weimar, besonderem Interesse auch über Erfurt 
hinaus begegnen wird. 
(Kunst in Genf.) Wie man uns mitteilt, begann vor 
kurzem in der Galerie Moos in Genf eine große franzö 
sische Ausstellung mit Werken Corots, Manets, Degas, Pissaros, 
Renoirs, Sisleys, Van Goghs, Vuillards, Bonnards, Matisse usw., 
mit Plastiken von Rodin und Maillol. An der damit verbundenen 
Ausstellung dekorativer Kunst nehmen folgende Künstler 
teil: der Keramiker Bonifas, Demole, Emailmaler Bolle, Holz- 
schnitzler, und Fräulein Barblan, Dekorationsmalerin. 
Museen. 
(Richard Bergh.) Im Alter von 60 Jahren starb in 
Stockholm der Maler und Kunstschriftsteller Richard Bergh, 
seit 1915 Oberintendant des dortigen Nationalmuseums. Sein 
Spezialgebiet war die Porträtmalerei, wo seine hervorragende 
Persönlichkeit in der Kraft der Charakterisierung zur Geltung 
kam. In jüngeren Jahren ein Rufer im Streit gegen die alte 
Richtung, war Bergh in den beiden letzten Jahrzehnten eine 
der führenden Persönlichkeiten im Kunstleben Schwedens. 
(Ein Museum moderner Meister.) Aus Berlin wird 
uns geschrieben: Die Regierung geht mit dem Plan um, das 
Prinzessinnenpalais Unter den Linden in ein Museum um 
zuwandeln. Es soll hier eine Sammlung moderner Kunst 
gegründet und der Grundstock für diese neue Galerie durch die 
Werke moderner Meister gelegt v'erden, die die Nationalgalerie, 
unter deren Leitung und Verwaltung das neue Museum stehen 
wird, seit dem Jahre 1880 erworben hat. Ferner wird der Ankauf 
moderner Kunstwerke geplant, der ja heute nicht mehr durch 
allerhand Rücksichten und höfische Interessen beeinflußt und 
behindert ist. Endlich geht man mit der Absicht um, im Prin 
zessinnenpalais vorübergehende Ausstellungen zu veran 
stalten, um auf diese Weise das Interesse für die moderne 
Kunst zu beleben und Kunstwerke, die für die neue Sammlung 
geeignet erscheinen, zu erwerben. Vorläufig hat allerdings dieser 
Plan der Regierung noch keine feste Form angenommen. Bisher 
haben lediglich über die Möglichkeit der Errichtung einer 
solchen Sammlung Besprechungen zwischen dem Ministerium 
und dem Direktor der Nationalgalerie, Professor Dr. Justi, 
stattgefunden. Rein äußerlich würden sich der Verwirklichung 
des Projektes insofern keine großen Schwierigkeiten hindernd 
in den Weg stellen, als Umbauten im Prinzessinnenpalais zum 
Zwecke der Umwandlung in ein Museum nicht notwendig sind. 
Vom Kunstmarkt. 
(Versteigerung im Dorotheum.) Die im Gang befind 
liche Auktion des Dorotheums verläuft sehr gut. Bisher 
wurden Bilder moderner und alter Meister sowie Miniaturen 
versteigert. Es kommen noch interessante Waffen, Antiqui 
täten aller Art, Porzellane, Textilien, orientalische Teppiche, 
Seidenbrokate, Stickereien, Arbeiten in Holz, Luster, Stand- 
und Wanduhren sowie Kunstmobiliar unter den Hammer. Wir 
werden über die Versteigerung in der nächsten Nummer aus 
führlich berichten. 
(Wiener Auktionen.) Die Kunsthandlung Albert Kende 
bringt in ihrer 49. Kunstäuktion eine außerordentlich schöne 
Kollektion aus Wiener und auswärtigem Privatbesitz zur Ver-
	        
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