Nr. 8
Internationale Sammler-Zeitung
Seite öl
chinesischer Tempellöwe, K 950; Nr. 975, Bronzerelief, 18. Jh.,
K 500; Nr. 976, Bronzegruppe, bezeichnet L. Hujer, K 360;
Nr. 977, Bronzegruppe, Elephant trompetend, bezeichnet
C. Wollek, K 340; Nr. 978, Schale, Wien 1821, K 300; Nr. 979,
Frühstückservice, Empire, K 330; Nr. 980, Desgl. aus Wiener
Porzellan, 1807, K 500; Nr. 982, Altarvase, Silber, 1744, K 800;
Nr. 983, Henkelkrug aus CloissonneemaU, chinesisch, K 850;
Nr. 984, Deckelvase, Silber, K 460; Nr. 985, Solitär-Frühstück
service, Wiener, 1788, K 400; Nr. 986, Deckelvase, chine
sisches Porzellan, K 400; Nr. 992, Holzschnitzerei, bezeichnet
H, Klotz, K 480; Nr. 994, Holzrelief, bezeichnet H. Klotz,
K 440; Nr. 995, Büste eines kleinen Knaben, bezeichnet Her
mann Klotz, K 500; Nr. 996, Büste eines kleinen Mädchens,
bezeichnet H. Klotz, K 750; Nr. 997, Desgl., K 680; Nr. 998,
Zwei musizierende Kinder, bezeichnet H. Klotz, 1889, K 5100;
Nr. 1001, Bronzestatuette Kaiserin Maria Theresia von Kaspar
Zumbusch, K 2700; Nr. 1003, Zwei silberne Leuchter, 1839,
IC 370; Nr. 1004, Deckelschale, Wien, 1824, K 520; Nr. 1007,
Zuckerdose aus vergoldetem Silber, 1855, IC 880; Nr. 1008,
sechs Schalen, Wien 1841, IC 580; Nr. 1009, Teeflakon aus Glas,
1840, IC 360 und Nr. 1010, Zuckerdose aus Silber, Wiener
Beschau Zeichen 1838, IC 1000. (Schluß folgt.)
Enteignungen in Ungarn.
Aus Budapest wird uns geschrieben:
Im Zuge der Enteignungen hat die ungarische
Räteregierung auch schon auf den privaten Kunstbesitz
gegriffen. Eine Kommission unter der Führung der
Sachverständigen Koloman Pogany und Friedrich
Anta fährt-im Automobil von Palais zu Palais und be
schlagnahmt die Vorgefundenen Kunstschätze.
Den Anfang machten die Sammlungen von Baron
Franz Hatvany, Baron Leopold M. Herezog, Marcell
Nemes, Graf Julius Andrassy und Julius Bischitz.
Überall wurden Protokolle aufgenommen, ferner mußten
die Besitzer eine schriftliche Erklärung abgeben,
daß sie keine sonstigen Kunstgegenstände besitzen,
worauf je zwei militärische Wächter (Matrosen) zurück
gelassen wurden, um zu verhindern, daß das Gemeingut
irgendwie beschädigt oder verschleppt werde. Auch
in der Provinz wmrde bereits mit der Enteignung der
Kunstschätze in den verschiedenen Schlössern begonnen.
In allen Budapester Palästen wurden wertvolle
Objekte gefunden, nur in den 150 Zimmern des Palastes
Josefs von Habsburg fand die Kommission nicht
ein einziges Stück von irgend welchem künstlerischen
Wert. Der ungarische staatliche Kunstbesitz wurde
durch die Enteignungen besonders der Sammlungen
Hatvany, Herezog und Nemes um Werke der besten
niederländischen Meister und um einige Hauptwerke
der französischen Impressionisten vermehrt. Die Kom
mission beschlagnahmte:
6 Bilder von Manet,
5 von Renoir,
8 von Courbet,
5 von Corot,
2 Daumier,
2 Cezanne,
2 Ingres,
2 Delacroix,
ferner Bilder von Degas, Monet, Gauguin,
Sisley, Pissaro, Millet, Rodin, Menzel und
Leibi.
Von alten Meistern sind mit Hauptwerken in dem
neuen Staatsgut vertreten: Lukas Cranach, Holbcin,
Memling, David Gerard, Palma Vecchio, P.>r-
denone, Ter Borch, Ostade, Van der Velde,
Van Goycn, Gainsborough und Raeburn.
Eines der wertvollsten der so „gewonnenen“ Bilder,
ist ein wunderbares jugendliches Selbstbildnis Rem-
brandts, aus dem Besitze des Grafen Andrassy, von
ebendort stammt auch ein berühmter Rubens. Bei
Baron Herezog wurden acht weltberühmte Grecos
und vier Goyas enteignet. Natürlich sind auch die
alten und neuen ungarischen sowie eine Reihe öster
reichischer Meister, darunter Waldmüller, Danhauser
Canon, Füger und Hans Makart vertreten. Die ent-
eigneten Kunstschätze wuiden zum Teile schon in
die Kunsthalle im Stadtwäldchen befördert.
In den nächsten Tagen wird die neue Sammlung
für jedermann ausgestellt. Jeder Proletarier hat freien
Zutritt zu der Ausstellung, aber auch die Bourgeoisie
wird von dem Kunstgenuß „nicht ausgeschlossen“
werden. Der Bürger wird die Ausstellung nach Bezahlung
eines Eintrittspreises von K 2-— besichtigen können.
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Chronik.
Bibliophilie.
(Briefe an Elisa von der Recke, die Prof. Dr. Otto,
Clcmen in der Museurnsbibliothek in Mitau gefunden hat
gibt der Geelhrte jetzt bei Würtz in einem Bande der Bal
tischen Bücherei heraus. Viele der angesehensten Männer um
1800 wenden sich da voll hoher Verehrung an die menschen
freundlich edle, unermüdlich reisende und schreibende Kur-
länderin.
(Neuerwerbungen der Freunde der Berliner
Staatsbibliothek.) Der Verein überwies der Berliner Staats
bibliothek ein im alten Einband erhaltenes Kölner Brevier von
etwa 1485, von dem nur noch ein weiteres Exemplar bekannt
ist, das sich aber mit dem vorliegenden nicht ganz deckt. —•
Als ein wertvolles Geschenk von Frau Lilli Lehmann erhielt
die Musikabteilung der Bibliothek 25 eigenhändige an sie
gerichtete Briefe Richard Wagners.
Bilder.
(Klimts „Medizin" und „Jurisprudenz".) Wie wir
hören, hat die Staatsgalerie in Wien Gustav Klimts „Medizin"
und „Jurisprudenz" erworben. Die Kolossalgemälde, die der
Künstler für den Festsaal der Wiener Universität geschaffen
hatte, aber auf den Protest eines Teiles der Professoren zurück
zog, wurden seinerzeit von einem Wiener Kunstfreunde ange
kauft, der dieser Tage starb. Nun hat sie dessen Witwe der
Staatsgalerie käuflich überlassen.
(Erwerbung eines Frans Hals für Schweden.)
Der während des Krieges beträchtlich gewachsene Bestand
an alten Kunstwerken in schwedischem Besitz hat dieser Tage
eine neue wertvolle Bereicherung erfahren. Aus einer englischen
Privatsammlung ist ein schönes Bild Frans Hals in schwe
dischen Privatbesitz übergegangen. Es ist die Darstellung
eines die Flöte spielenden jungen Menschen mit lachendem
.Gesichte, eines Typus, wie ihn Frans Hals ja oft und meisterlich