Nr. 12
Internationale Sammler-Zeitung
Seite 91
Notgeld.
Aus Berndorf (NiederÖsterreich) wird uns ge
schrieben: Die Kruppsche Metallwarenfabrik .hat
Notgeld aus Meta.ll ausprägen und herausgeben lassen.
Es sind dies 50 h-Münzen.
Die Stadtgemeinde Marchegg wird Notgeld aus
geben. Sammler wenden sich an die Stadtgemeinde.
— Die Marktgemeinde Ulmerfeld gibt demnächst
Notgeld zu 10, 20 und 50 h aus. Sammler wenden sich
unter Beischluß eines frankierten Kuverts an das Bür
germeisteramt. — Die Gemeinde Traismauer gibt
Notgeld aus. Die Entwürfe, welche historische Bauten
(Römerzeit) zeigen, stammen von Ingenieur W. Päsl.
Besteller wenden sich an Franz Pröglhöf, Traismauer.
Eine Serie K 2‘—-exklusive Rückporto. — Das Notgeld
der Marktgemeinde Traiskirchen gelangt Ende Juni
zur Ausgabe und w T ird den Bestellern sofort nach Er
scheinen übersendet werden. —■ Das Notgeld der Ge
meinde Ulrichsberg (Ober Österreich) zu 10, 25,
50 und 75 h erscheint demnächst; die Entwürfe stammen
vom Maler Karl Maus. Bestellungen an das Gemeinde
amt. — Die Gemeinde Waldhausen (Oberösterreich)
teilt mit, daß infolge technischer Schwierigkeiten mit
der Ausgabe des Notgeldes erst in drei bis vier Wochen
begonnen werden kann. Sammler wollen sich zwecks
Vormerkung an Gemeindesekretär Köttdorfer wenden
und fremdes Notgeld zum Umtausch einsenden. —
Die Gemeinde Altenmarkt, Bezirk Liezen in Steier
mark, hat als erste ein handschriftliches Notgeld aus
gegeben und das Beispiel hat vielfache Nachahmung
gefunden. Hierdurch werden die bedeutenden Druck
kosten erspart. —• Die Gemeinde St. Nikola an der
Donau hat mit der Ausgabe ihres Notgeldes begonnen.
Bestellungen nimmt die Gemeindevorstehung entgegen.
— Die Gemeinden Altenmarkt, Ysper und Sankt
Oswald geben in nächster Zeit Notgeld zu 50, 20 und
10 h heraus. Bestellungen übernimmt in Altenmarkt
Kaufmann Johann Reicher, in Ysper Gastwirt Josef
Brandtner, in St. Oswald Gastwirt Ignaz Schreiner.
Preis der Serie Iv 2 —. — Die Gemeinde Mitterndorf
im steirischen Salzkammergut gibt demnächst Notgeld
zu 50, 20 und 10 h aus. Bestellungen übernimmt Lehrer
Ferdinand Sulzbacher in Mitterndorf.
Die Gemeinde Rottenbach gibt Notgeld zu
50, 30 und 20 h aus. Bestellungen übernimmt Ober
lehrer Karl Binna,. — Die Gemeindevorstehung Bi
schofstetten gibt Notgeld zu 10, 20 und 50 h aus.
Ein Satz kostet K 2 —; frankiertes RückkuVert. —
Die Gemeinde Christofen gibt Notgeld zu 10, 20 und
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50 h heraus. Für Sammler per Serie K 1'—. Die Stadt
Retz gibt s it 15. d. M. Notgeld zu 10, 20 und 50 h aus.
Sammler wenden sich an das Bürgermeisteramt. Per
Serie K 2—; frankiertes Kuvert beischließen. —
In Melk gibt die Präzisionsbolzengesellschaft Notgeld
aus (Entwurf Maler Prinz 1); ebenso der Gasthof „zum
goldenen Hirschen“ (Entwurf Maler Alex. Prantl).
— Die Gemeinde Altmünster bei Gmunden gibt dem
nächst Notgeld aus. Entwurf stammt von Architekt
Leo Christofory (Ybbs). Sammler wenden sich an
die Gemeindevorstehung. — Die Gemeinde Dimbach
gibt Gutscheine zu 20 h mit dem Marktwappen, zu
30 h mit dem alten Wallfahrtsbilde und zu 50 h mit
einer Ansicht Von Dimbach heraus. Dieses Notgeld
wird in Grein gedruckt und gegen Mitte Juli .heraus
gegeben werden.
In der Gemeinde St. Willibald bei Raab kommt
noch im Juni ein interessantes Notgeld zur Ausgabe.
Die 50h-Scheine zeigen in sehr hübscher Ausführung
die durch ihren mächtigen Turm berühmte Pfarrkirche,
die 20h-Scheine die Galgenwiese mit dem im 14. Jahr
hundert von den österreichischen und bayrischen
Kriminalbehörden errichteten Hochgericht. Die 10 h-
Scheine zeigen die auf einer alten keltischen Kultus
stätte im 12. Jahrhundert errichtete Jakobskirche
mit dem durch die Heilkraft seines Wassers bekannten
Jakobsbrunnen. Außerdem tragen alle Scheine das aus
dem Jahre 1765 stammende Wappen, das das einstige
bayrische Mauthaus, den jetzigen Pfarrhof, zierte,
mit der Inschrift: „Churfürstliche Granitz pey Mauth
und wegg Zoll, dann Landschaftlich aufschlagambt,
pey welchen sich all ausnahm und bei schwerster
Straf zu melden hat.“ Die Zeichnungen stammen vom
Baumeister Dobermeier in Peuerbach. Bestellungen
sind an die Gemeindevorstehung und gegen Umtausch
an die Schulleitung St. Willibald zu richten.
Vom Preßvereins-Notgeld in Linz erscheint
demnächst ein zweiter Satz, prachtvoll ausgeführt
in Dreifarbendruck, vier Serien nach künstlerischen
Entwürfen, je 10 Stück in einer Serie; eine
Serie kostet K 3'50, alle vier Serien, jede verschieden
farbig ausgeführt, K 14'—. Bestellungen gegen Vorher
einsendung des Betrages und adressiertem Retour
kuvert an die Buchhandlung Preßverein Linz. —
Der erste Satz ist vergriffen und wird demnächst in
neuer Auflage, alle vier Serien zu K 10'—, eine Serie
zu K 2 1 50 erscheinen.
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Chronik.
BIBLIOPHILIE.
(Gesellschaft der Freunde der Deutschen Bü
cherei.) Aus Leipzig wird uns geschrieben: Die Gesellschaft
der Freunde der Deutschen Bücherei hielt ihre Jahresver
sammlung in Leipzig ab. Aus dem vom Vorsitzenden Hofrat
Linnemann erstatteten Jahresberichte wäre besonders die
Schenkung einer Sammlung von Revolutionsschriften und
Drucksachen aus dem Jahre 1848 durch den Generalmajor
von Bern ui h, dem Sohne des damaligen Berliner Polizei
präsidenten, hervorzuheben. Den Bemühungen des General
sekretärs der Gesellschaft, Korvettenkapitän a. D. Graeve,
ist es gelungen, der Deutschen Bücherei eine große Zahl Revolu
tionsdrucksachen, die Jahrbücher des Kaiserlichen Jachtklubs
Kiel von 1903 an und eine sehr wertvolle Sammlung von See
karten zuzuführen. Diese Sammlung, zurzeit 1500 Stück,
ist so umfangreich, wie sie keine andere deutsche Bibliothek
besitzt. Für die künstlerische Ausschmückung der Deutschen
Bücherei sind wieder einige wertvolle Stücke zugegängen,
eine Marmorbüste von Friedrich Halm von Hans Schwethe,
gestiftet von Kommerzialrat Karl Prochaska in Teschen,
eine Marmorbüste von Ludwig Anzengruber von Hans
Scherpe, gestiftet von Wilhelm Wollbrück in Wien, eine
Marmorbüste von Emil du Bois-Reymond von Melchior von
Hugo, gestiftet von Verlagsbuchhändler Otto von Halem,
Veit & Co. in Stuttgart. Die Jahresgabe von 1920 wird die
beiden nun endlich im großen Lesesaale der Deutschen Bücherei
angebrachten Monumentalgemälde von Ludwig von Hofmann
behandeln. Es ist beabsichtigt, in dem Werke die Gemälde
zu reproduzieren und als Beiheft eine wissenschaftliche und
künstlerische Studie von Professor Minde-Pouct unter Ver
wendung der Skizzen Hofmanns herauszugeben.