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internationale Sammler-Zeitung
Nr. 13
Bestellungen unter Einsendung des Betrages und eines
frankierten Retourkuverts nimmt das Gemeindeamt
entgegen.
Die Gemeindevertretung Aurach, Bezirk Vöckla
bruck (OberÖsterreich), hat beschlossen, Gutscheine zu
10, 20 und 50 h in (doppelter Farbe) in der Ge
samthöhe von K 40.000 zur Ausgabe zu bringen, die
Drucklegung derselben wurde der Salzkammergut-
Druckerei in Gmunden übertragen. Die Entwürfe
wurden vom keramischen Maler Plasser in Gmunden
.hergestellt; auf jeden Gutschein ist eine andere An
sicht des schön gelegenen Ortes 'Aurach angebracht.
Chronik.
BILDER.
(Eine interessanteGrünewald-K opie.)Wiedie,, Kunst -
chronik" meldet, wurde im Mai dieses Jahres aus der fürst
lichen- Fürstenbergschen Schloßkapelle in Wolfach in die Ge
mäldegalerie Donaueschingen ein 156 cm hohes und
76 cm breites Leinwandbild eingeliefert, das bereits
Wiiigenroth (Kunstdenkmäler Badens, Kreis Offenburg) als
das Werk eines Grünewald-Nachahmers erwähnt hat. Nach der
Reinigung des Bildes ergab sich aber, daß hier unzweifelhaft
eine Kopie nach einem Gemälde des Meisters selbst vorliegt,
und zwar anscheinend nach einem Altarflügel, wie aus dem
ungewöhnlich hohen und schmalen Format hervorgeht. Die
Mitte und fast die ganze Höhe des Bildes nimmt der Leichnam
Christi, im Profil nach links, ein. Der Kreuzstamm und eine
angelehnte Leiter füllen den Raum rechts des Crucifixus.
Links zu Füßen des Toten kauert die klagende Magdalena
mit weit geöffnetem Münde. Die naturalistische Bildung des
Kreuzstammes und des schräg gesehenen Querholzes, an das
die Arme genagelt sind, das zerschlissene Lendentuch, der
furchtbar entstellte Leichnam, der düstere Hintergrund, all
das spricht selbst durch die Kopie hindurch unverkennbar
für Grünewald. Die Herkunft der Kopie läßt sich durch das
rechts oben aufgemalte Wappen mit der Jahreszahl 1648 be
stimmen.
(Dürer-Miniaturen ?) Wir haben von der in der Bücher
stube des Herrn Leo S, Olschki in Genf gemachten Ent
deckung des bekannten Monogramms Albrecht Dürers auf
einer Reihe von Miniaturen Mitteilung gemacht. Der Genfer
Konservator FI. Delarue, dem die Ehre gebührt, diesen Fund
getan zu haben, äußert sich nun in der Genfer Pages d’Art über
den Fund, wie folgt: Es handelt sich um die handgeschriebene
Kopie einer Passion, die im 15. Jahrhundert bei Anton
Sorgund Joh. Schönsperger in Augsburg mehrfach im Druck
erschien. Das Werk, in einem kalbsledernen Einband des
18. Jahrhunderts gebunden, trägt den Titel „Der Passion".
Der mittelmäßige bildliche Schmuck des Titelblattes, der mit
den Textillustrationen nichts zu tun hat, zeigt die Heilige
Dreifaltigkeit in einem Blumenrahmen auf mattem Goldgrund.
Auf der letzten Seite des Manuskripts steht von der Hand des
Kopisten zu lesen: „Anno domini 1521 jar an Saut Frannzciscus
tag ward volpracht disser passion ym weinirtonat," Weiter unten
stand offenbar der jetzt weggekratzte Name des Kopisten,
dessen Adresse: „pey Sant Lorennzen wohnhaft", erhalten blieb.
Die Zusammenstellung des Buches weist nach Delarue insofern
eine Eigentümlichkeit auf, als der Kopist, entgegen dem all
gemein üblichen Vorgehen, den Platz für den illustrativen
Schmuck nicht auf den Textseiten aussparte. Die 23 Miniaturen
der Illustration sind vielmehr für sich, auf eigene, ganze Seiten
gemalt und wurden erst nachträglich dem Text eingefügt,
zweifellos aber sofort nach der Beendigung der Kopie. — An
den 23 Miniaturen, die in freier Übertragung Dürers „Kleine
Passion" wiedergeben, haben Verschiedene Hände gearbeitet.
Was die Werkstatt anbetrifft, der sie zur Ausführung über
tragen wurden, so läßt die Bezeichnung der elf besten Blätter
mit dem klassischen A D kein Zögern zu. Die Miniaturen sind
in mattgoldene Renaissancesäulenrahmen gefaßt und messen
65 x95 mm.
(Ein Grazer Tizian-Roman.) Die Grazer Polizei
bemüht sich um die Aufhellung einer Affäre, in der ein angeb
liches Werk Tizians die Hauptrolle spielt. Ein österreichischer
Oberleutnant übergab während der Kämpfe an der Südwest
front der in Villach bediensteten Marie Winkler ein Bild zur
Aufbewahrung, das von Tizian stammen und einen Wert von
80 Millionen Kronen haben sollte. Das Mädchen sah den Offizier
niemals wieder und erzählte ab und zu Bekannten, darunter
nach ihrer Übersiedlung nach Graz dem Grazer Bureauinhaber
W., von dem Schatze, den sie auf bewahre. Der Mann entdeckte
daraufhin seine Liebe zu der Winkler und versprach ihr die Ehe.
Er fuhr mit ihr nach Wien, wo er sich mit einem Freunde,
angeblich zwecks Einholung eines Gutachtens, ins Staats
denkmalamt begab. Alle drei reisten sodann nach Villach, um
das Bild zu holen; die Winkler war aber inzwischen mißtrauisch
geworden und übergab das Bild der Polizei. Der verhaftete W.,
der übrigens Verheiratet ist, behauptet nun, der Chef des Wiener
Denkmalamtes, Regierungsrat Schubert, habe das Bild auf
zwei bis fünf Millionen Friedensfranken geschätzt, und er habe
für die „Sicherstellung" des Gemäldes nur eine Prämie be
kommen wollen. Wie wir hiezu erfahren, handelt es sich bei
dieser romanhaften Geschichte keineswegs um einen Tizian,
sondern um eine wertlose Kopie des bekannten Gemäldes
Von Bonifazio Veneziano „Das Mahl des reichen Prassers“,
was Regierungsrat Schubert an der Hand einer Photographie
sofort feststellen konnte. Der W. hatte tatsächlich im Staats
denkmalamt Vorgesprochen, jedoch bloß gefragt, was ein
Tizian wert: ein könne. Er erzählte dabei von einem in Kärnten
aufbewahrten Werke dieses Meisters, das mit „Tizzian" signiert
sei, ohne jedoch eine Photographie des Bildes Vorzuweisen.
Man erklärte ihm sofort, daß es sich um kein Werks Tizians
handeln könne, da dieser seinen Namen nie mit zwei ,,z“ unter
zeichnet habe. Ein Bild von Tizian in der angegebenen Größe
von 3 x2 1 / 3 m hätte allerdings einen Millionenwert in Friedens
währung.
NUMISMATIK.
(Fund mittelalterlicher Silbermünzen.) Einen
reichen Fund mittelalterlicher Silbermünzen machten Wald
arbeiter bei Bautzen. Wieviel sie gefunden haben, läßt sich
nicht angeben, weil jeder seinen Schatz zu Hause treu verwahrt.
Schätzungsweise können es an 300 Silbermünzen sein, und zwar
handelt es sich um aus dem 17. Jahrhundert stammende, noch
sehr gut erhaltene sächsische Silbertaler. Sie sind mit Ver
schiedenen Aufschriften und Bildern versehen. Unter anderem
liest man die Jahreszahlen 1605 bis 1657 und den Namen
Johann Georg II. und Johann Georg der Große.
Den Schatz dürfte in früherer Kriegszeit ein dortiger Ein
wohner aus Furcht vor dem Feinde vergraben haben.
PHILATELIE.
(Neue österreichische Zeitungsmarken.) Wie uns
mitgeteilt wird, werden anläßlich der mit 1. Juli eintreten
den Erhöhung der Zeitungsversendungsgebühren neue Zeitungs
markenwerte zu 5, 6 und 10 h ausgegeben werden. Die
bisherigen Zeitungsmarken zu 20 und 60 h bleiben im Ver
kehr. •
(Freistaat Danzig.) Am 14. Juni, dem Tage der Er
öffnung der verfassungsgebenden Versammlung in Danzig, ist
mit dem Verkauf der neuen Freistaatbriefmarken (deutsche