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MAK

Full text : Jahrgang 12 (1920) (14)

Nr.  14

Internationale  Sammler-Zeitung

Seite  109

(Der  Altar  der  Brüder  van  Eyck.)  Am  4.  Juli  sind
die  Flügel  des-  Center  Altars  der  Brüder  van  Eyck  und
des  Löwener  Altars  des  Dirk  Bouts  aus  dem  Berliner  Kaiser
Friedrich-Museum  in  Brüssel  eingetroffen.  Die  Bilder  wurden
von  ihren  Transportleitern,  dem  Direktor  für  bildende  Kunst
Verlaut,  und  dem  Genter  Kunstgelehrten  und  Eyck-Forscher
Hulin  de  Loo,  ins  Brüsseler  Museum  gebracht  und  dort
identifiziert,  wobei  sie  in  gutem  Zustande  befunden  wurden.
Sie  werden  nun  mit  den  übrigen  Altarteilen  aus  Gent,  Löwen
und  den  gleichfalls  ausgelieferten  aus  München  zusammengestellt ­
  und  mit  anderen  Werken  der  großen  Alt-Niederländer
in  Brüssel  zu  einer  Ausstellung  vereinigt  werden.  Dann  sollen
die  Altäre  wieder  ihre  ursprünglichen  Plätze  in  der  Genter
S.  Bavo-Kathedrale  und  in  der  Löwener  Peterskirche  einnehmen. ­

(Klinger-Ausstellung  im  Berliner  Museum.)  Im
Ausstellungssaal  der  Bibliothek  des  Berliner  Kunstgewerbemuseums ­
  hatte  Geheimrat  Jessen  schon  vor  Wochen  eine
kleine  Schau  von  Klingers  graphischem  Werk  eingerichtet,  in
die  nun  Emil  Orliks  Bildnislithographie  als  lebendige  Erinnerung ­
  an  den  heimgegangenen  Meister  eingeführt  wurde.  Jetzt
hat  das  Kupferstichkabinett  im  Neuen  Museum  mit
seinem  soviel  reicheren  Besitz  eine  Auswahl  des  Besten  und
Bleibenden  unter  den  Radierungen  Klingers  ausgestellt.  Dazu
fügte  die  Nationalgalerie  ihre  Handzeichnungen  des  Meisters.
Von  den  ersten  Radierversuchen  des  Berliner  Akademieschülers ­
  bis  zum  letzten  Selbstbildnis  die  allerersten  Drucke,
oft  mit  Klingers  eigener  Bleischrift  —-  das  Schönste  aus  den
Folgen  ,,Vom  Tode“,  „Ein  Leben"  aus  der  „Brahms-Phantasie“, ­
  die  Intermezzi,  der  „Fund  eines  Handschuhs“,  aus  den
„Ovidischen  Opfern“  und  die  großen  Einzelblätter
(Die  dritte  Frankfurter  internationale
Messe.)  Die  dritte  Frankfurter  internationale  Messe  wild
vom  3.  bis  9.  Ok!ober  abgehalten  weiden.  Wie  für  die
zweite  Messe  wird  das  Meßamt  in  Verbindung  mit  den
Fachausschüssen  für  die  verschiedenen  Branchen  auch  diesmal ­
  die  Anmeldungen  sichten,  um  so  weit  wie  möglich  die
Gewähr  dafür  übernehmen  zu  können,  daß  Elemente  ferngehalten ­
  weiden,  die  nicht  die  Solidität  der  Geichäftsgebarung
  verbürgen,  die  für  eine  Wiedergesundung  des
deutschen  Wirtschaftslebens  Voraussetzung  ist.  Über  die
organisatorische  Gliederung  der  nächsten  Frankfurter  Messe
wird  an  dieser  Stelle  demnächst  näheres  mitgeteilt  werden.
Die  Vorbereitungen  für  die  dritte  Messe  sind  im  vollem
Gange,  und  zwar  sind  sie  auf  allen  in  Frage  kommenden
Gebieten  aufgenommen  worden  und  werden  in  den  nächsten
Monaten  so  gefördert  werden,  daß  alle  berechtigten  Wünsche
von  Ausstellern  und  Besuchern  der  dritten  Messe  auf  Erfüllung ­
  rechnen  können.  Zu  allen  Auskünften  ist  das  Meßamt ­
  Frankfurt  gerne  bereit.
(„Kind  und  -  Kunst.")  Die  Leitung  der  städtischen
Kunsthalle  in  Mannheim  ist  mit  den  Vorbereitungen  zu
einer  Ausstellung  beschäftigt,  die  auch  über  den  lokalen
Rahmen  hinaus  von  allgemeiner  Bedeutung  zu  werden  verspricht. ­
  Gegenstand  der  Ausstellung  ist  das  vieldeutige
Thema  „Kind  und  Kunst“.  Die  Ausstellung  wird  voraussichtlich ­
  in  drei  Teile  zerfallen.  Der  er.rte  Teil  soll  eine
erlesene  Schau  künstlerischer  Hervorbringungen  von
Kindern  der  verschiedenen  Altersstufen  bringen,  wobei
neben  dem  psychologischen  vor  a'len  Dingen  der  rein
künstlerische  Gesichtspunkt  maßgebend  sein  soll.  Der  zweite
Teil  w.rd  da'tun,  welche  Möglichkeiten  und  welche  Grenzen
.der  künstlerischen  Durchbildung  der  Formen  in  der  unmittel-baven
  Lebens  Umgebung  und  dem  Betätigungskreis  des
Kindes  gegeben  sind.  Der  dritte  Teil  soll  in  einem  ähnlichen ­
  Sinne  der  Erziehung  des  Kindes  zur  Kunst,  im
wesenf  liehen  also  den  F:  agen  des  künstlerischen  Zeichen-Mal-
  und  Modellerunterrichts  auf  den  verschiedenen  Altersstufen ­
  "gewidmet  sein.  Für  das  Zustandekommen  der  Ausstellung ­

  wird  die  Mitwirkung  aller  sachlich  interessierten  und
zuständigen  Kreise  erbeten.  Int  besondere  ergeht  auch  an
Eltern  und  Erzieher,  welche  bemerkend,  wi  rte,  daß  heißt
selbständige  und  für  das  kindliche  Vorstellen  charakteristische
Leistungen  ihrer  Pflegebefohlenen  aufweisen  zu  können
glauben,  die  Bitte  um  Übersendung  ihres  Materials.  —  Der
Gedanke  des  Unternehmers  erinnert  an  die  erste  Ausstellung ­
  dieser  Alt,  die  unter  dem  (damals  entstandenen)
Namen  „Die  Kunst  im  Leben  des  Kindes“  im  Frühjahr
1901  im  eisten  Heim  der  Berliner  Sezession,  neb.n  dem
Theater  des  Westens,  stattfand.  Seitdem  hat  man  gerade
den  Fragen  ui  d  Problemen,  die  dort  behandelt  wurden,  lebhaf
  ts  Interesse  entgegengebracht,  die  Forschung  hat  sich
vielfach  damit  beschäftigt,  und  eine  erneute  systematische
Duri  harbeitung  des  weitechichtigen  Materials  wild  unzweifelhaft ­
  gerade  heute  auf  allgemeine  Beachtung  rechnen  können.
(Eine  Schöneberger  Stadtaussteil  ung,)
In  der  Ausstellungshalle  des  neuen  Schöneberger  Rathauses
soll  am  1.  Oktober  eine  kommunalpolitisch«  Ausstellung
eröffnet  werden.  Der  Magistrat  hat  bereits  ein  Rundschreiben
an  die  Akademie  der  Künste  und  die  Künstlerkorporationen
erlassen,  durch  das  er  zunächst  die  Künstler  bittet,  alle  solche
Werke,  welche  sich  auf  Alt-Schöneberg  beziehen,  dem  Vorstande ­
  der  Ausstellung  zu  überlassen,  Aber  auch  an  alle
Schöneberger  Bürger  ergeht  die  Bitte,  Bilder,  Aquarelle,
Zeichnungen  oder  andere  Dokumente  dieser  Art  der  Ausstellurgskommission
  zur  Verfügung  zu  stellen.  Vorsitzender
dieser  Kommission  ist  der  Maler  Hans  Baluschek.  Das
Bureau  der  Ausstellung  steht  unter  Leitung  des  Obeistadtsekretärs ­
  Feige.-(Die
  Gulasch-Galerie  für  50.000  Kronen.)  Wir
lesen  in  der  „Berliner  Zeitung  am  Mittag":  Reichtum  verpflichtet. ­
  Das  dachte  auch  der  während  des  Krieges  reich  gewordene ­
  Privatmann  Jacobsen  in  der  schönen  Kopenhagener
Vorstadt  Hellerup.  Nachdem  er  sehr  viel  Geld  verdient  hatte,
wollte  er  es  Seinem  großen  Namensvetter,  dem  Brauer  Jacobsen,
dem  Begründer  der  Ny  Carlsberg-Glyptothek,  gleichtun  und
Kunstmäcen  werden.  Zu  diesem  Zwecke  brachte  der  angehende
Mäeen  viel  Geld  mit,  aber  kein  Kunstverständnis.  Er  begab
sich  daher  in  die  sichere  Obhut  eines  selbstlosen  Kunsthändlers,
der  sich  bereit  erklärte,  dem  Gönner  der  schönen  Küpste
für  50.000  Kronen  eine  einzig  dastehende  Sammlung  von
Meisterwerken  der  Malerei  zusammenzustellen.  Es  dauerte
nicht  lange,  so  hatte  der  reiche  Mann  seine  Villa  mit  einer
an  Stücken  überaus  zahlreichen  Sammlung  schönster  Gemälde
tapeziert.  Die  Namen  der  berühmtesten  dänischen  Künstler,
wie  Kröyer,  Zahrtmann,  Marstrand  u.  a.,  waren  in  dieser  neuen
Glypthotek  vertreten.  Allerdings  standen  diese  berühmten
Namen  nicht  auf  den  Gemälden  selbst,  sondern  nur  auf  den
Rahmen.  Aber  das  störte  Jacobsen  II.  nicht.  Er  hatte  seine
Galerie  und  freute  sich  ihres  Besitzes.  Eines  schönen  Tages
bei  einem  Diner  im  Hause  des  neugebackenen  Krösus  war
auch  ein  Mann  geladen,  der  von  der  Malerei  noch  mehr  verstand
als  der  Gastgeber,  und  dieser  Gast  war  undankbar  genug,
nach  dem  guten  Essen  zu  behaupten,  daß  die  sämtlichen
Bilder  nicht  nur  Kopien,  sondern  sogar  wertlose  Kopien  seien.
Dieser  Ausdruck  groben  Undanks  für  das  genossene  Essen
führte  natürlich  sofort  zu  einer  Entzweiung  zwischen  dem  Gast
und  dem  Gastgeber.  Aber  der  letztere  war  nun  doch  mißtrauisch
geworden  und  wandte  sich  an  den  Direktor  des  staatlichen
Kunstmuseums  und  dieser  Fachmann  kam,  sah  und  sagte,
daß  jedes  der  Bilder  mindestens  einen  Wert  von  etwa  10  Kronen
habe.  Jetzt  ist  der  Untersuchungsrichter  damit  beschäftigt,
festzustellen,  wer  sich  eigentlich  strafbar  gemacht  hat,  der
Kunsthändler  gegen  die  Gesetze  oder  der  Käufer  gegen  den
heiligen  .Geist  der  Kunst!
(Ausgrabungen  in  Veji.)  Auf  dem  Gebiete  der  alten
Etruskeistadt  Veji,  die  im  Jahre  396  v.  Chr.  zerstört  wurde,
sind  in  den  Kriegsjahren  Ausgrabungen  vorgenommen  worden,
            
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