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Internationale Sammler-Zeitung 
Nr. 2 
ehrenvollen Prozeß mit der Familie der Herzogin von Hamilton 
\ erwi ekelt; die Verhandlung vor dem Tribunal de l 9 instance 
verschaffte Sehr, den Genuß, das größte Rednertalent des 
heutigen Frankreich, den Legitimisten Burger, plaidieren 
zu hören. Dr. Koreff ist eine Art hebräischer Faust; in seiner 
Wohnung wimmelt es von allerhand zauberhaften Apparaten; 
dazu wohnt er ganz allein in einem kleinen Flause am Bou 
levard. Heine ist einer der liebenswürdigsten, aber zugleich 
charakterlosesten Menschen, die es gibt; Bemerkungen über 
die Feinheit und Durchdringlichkeit des Geistes und des 
Gefühles Heines; über dessen Reizbarkeit. Verteidigt Heine 
gegen den Vorwurf der Immoralität des Lebenswandels. 
Heines Unglück ist seine Umgebung, ein Mischmasch von 
politischen Flüchtlingen, Dichterlingen und Abenteurern 
aller Art, meistens Juden. Französische Zelebritäten hat 
Sehr, noch nicht besucht, da Marmier, auf den er als Führer 
rechnete, in Dänemark ist. Wird in wenigen Tagen die Häupter 
der modernen Literatur Frankreichs aufsuchen. — Sehr 
unangenehm war ihm, daß seine Affäre mit Braunthal in die 
hiesigen Blätter gedrungen ist. Der ,,Temps“ hatte zuerst 
eine schmeichelhafte Notiz über sein Hiersein gebracht; 
ein paar Tage darauf enthielt Galignanis „Messenger" eine 
entstellte Erzählung seiner Schritte gegen B., die in „Siöcle", 
„Temps", „Commerce“, „Presse" usw. überging. Zitiert die 
betreffende Stelle im „Temps". Will keine Berichtigung mehr 
einsenden. — Er lebt hier angenehm und behaglich ein poten 
ziertes Wienerleben; hat sich sehr gerne daran gewöhnt, daß 
man hier öffentlich und ungeniert von Dingen spricht, über 
die man dort schweigen muß. —• Dr. Savoie, dessen Name in 
den rheinbayrischen Unruhen eine fatale Bekanntheit erlangt 
hat, beabsichtigt, von Neujahr 1838 an ein Journal „Panorama 
de 1‘Allegmane“ herauszugeben, das mit Vermeidung der 
Klippen, woran Börnes „Balance" gescheitert ist, Frankreich 
mit Deutschland bekannt machen soll. Derselbe wünscht einen 
verläßlichen Korrespondenten aus Wien. Sehr, hat Adr. 
vorgeschlagen. Die Aufsätze werden deutsch eingesandt und 
hier übersetzt. Adr. möge annehmen, da er an keinen Termin 
gebunden ist. Politik ist (als Hauptgegenstand) ausgeschlossen. 
— Erkundigt sich nach der Ziehung des großen Hauses Nr. 847 
in Wien am 21. Oktober. — Bittet, bei Braumüller zu bestellen; 
Sommers und Hormayers Taschenbuch für 1838; „Rom im 
Jahre 1833", Stuttgart, Cotta; die Zeitschrift „Le Voleur“, 
Paris, 1838; Lenaus „Faust“ und „Savonarola“; Hoffmann 
von Fallersleben „Altdeutsche Gedichte“; Grüße an den 
wackeren Mann. — Bleibt bis Neujahr hier und geht dann 
auf kurze Zeit nach I.ondon. Adresse hier: Bankierhaus Pillet 
Will & Co., Chaussee d’Antin. —• Grüße an alle gemeinschaft 
lichen Freunde; Empfehlung an Herrn Zahlbruckner, — 
Adr. möge Zedlitz sagen, daß Sehr, in Apponyis Hause ver 
kehrt. — Nachschrift: Chevalier Mani (v. Neuwall) grüßt Adr. 
und Adolf (Herz). 
In dieser, des Guten zu viel tuenden Weise geht es 
fort; wenn hie und da ein Zusammenhang im Inhalt zu 
fehlen scheint, so findet es seine Erklärung darin, daß 
Übergänge, die an sich belanglos waren, weggelassen 
wurden. Auch sind ja in Briefen, die sich auf Vielerlei 
beziehen, Gedankensprünge nicht selten, die zwar dem 
Schreiber und Adressaten, nicht aber einem Dritten 
verständlich sind. 
Die Brauchbarkeit des Bandes wird noch wesentlich 
durch ein Namensverzeichnis erhöht, das über 1800 
Namen aufweist. Wir wollen hoffen, daß diesem Band 
in rascher Folge die weiteren sich anschließcn werden; 
Forschern und Bibliophilen zum Nutz, der Wiener 
Stadtbibliothek zur Ehr', die sich damit ein Denkmal, 
dauernder als Erz, schafft. 
@©8@©8@©8©©8@©8©©8@©8@©8©©8@©8@©8^)©8@©8@® 
Der Nachlass Johann von Glowackys. 
2,548,051 Kronen! In dieser auch jetzt noch im 
posanten Summe drückt sich das Ergebnis der Auktion 
des Nachlasses Johann von Glowackys aus, dessen 
erster Teil am 11. und 12. v. M. im Wiener Dorotheum 
unter den Hammer kam. An diesem Riesenresultate 
partizipieren in erster Linie die Gemälde, um die sich 
ein lebhafter Kampf entspann. Viel Anklang fanden 
auch die antiken Stöcke, die denn auch sehr gute 
Preise erziehlten. 
Nachstehend die Ergebnisse der Versteigerung. 
Alte Meister. 
Nr. 8, Deutsch, um 1820, Bildnis eines Herrn, K 1300; 
Nr. 10, Niederländisch, um 1700, Landschaft, K 3500; Nr. 14, 
Niederländisch, Mann mit Mühlsteinkragen, K 1000; Nr. 18, 
Deutsch, um 1700, Wasserfall, K 1400; Nr. 19, Niederländisch» 
um 1700, Landschaft, K5100; Nr. 20, Deutsche Schule, Bauer 
mit zwei Pferden am Fluß, K 1600; Nr. 21, Deutscher Maler, 
um 1700, Landschaft mit Figuren, K 2100; Nr. 22, Nieder 
ländisch, um 1650, Landschaft mit Fluß, K 1800; Nr. 23, 
Deutscher Barockmaler, Die heilige Familie, K 1800; Nr. 25, 
Holländischer Maler des 18. Jh„ Uferlandschaft, K 2100; 
Nr. 28, Deutsch, um 1730, Landschaft, K 1500; Nr. 29, Franzö 
sisch, um 1830, Ruine in Landschaft, K 3500; Nr. 31, Deutsch, 
um 1700, Bildnis einer alten Frau, K 1700; Nr. 32, Nachahmer 
des Teniers, Landschaft mit Herde und Hirten, K 4800; 
Nr. 33, Niederländisch, um 1700, Rauchende Bauern, K 1500; 
Nr. 34, Deutsch, um 1720, Flußlandschaft mit Ruine, K 1500; 
Nr. 35, Italienisch, um 1600, Studienkopf eines alten Mannes, 
K 1050; Nr. 37, Vollerdt, Landschaft mit Schloßruine, 
K 8500; Nr. 38, Österreichischer Maler, um 1750, Josef II. 
als Kronprinz, K 1300; Nr. 40, Italienisch, 17. Jh„ Kleopatra, 
K 1050; Nr. 41, Schinnagl, Landschaften, K 2700; Nr. 44, 
Niederländisch, um 1650, Stilleben, K 10.000; Nr. 45, Nieder 
ländisch, um 1700, Bäuerin mit Krug und Glas, K 3000; Nr. 46, 
Niederländisch, um 1650, Am Strand, K 7500; Nr. 47, Öster 
reichischer Barockmaler, Tod des heiligen Josef, K 2500; 
Nr. 48, Wiener Maler, Venus von spielenden Amoretten um 
geben, K 6100; Nr. 49, Bourguignon, Art des, Reitergruppe, 
K 1900; Nr. 50, Thiele, Zwei lgemälde, K 5000; Nr. 51, 
Französisch, um 1720, Damenbildnis, K 9000; Nr. 52, Nieder 
ländisch, Ende 17. Jh., K 5000; Nr. 53, Italienisch, um 1630, 
Büßende Magdalena, K 3800; Nr. 54, Italienisch, Mitte 17. Jh., 
Anbetung der Hirten, K 1650; Nr. 55, Janneck (?), Zwei 
Bauern und eine Frau zechend, K 4600; Nr. 56, Italienisch, 
17. Jh., Stilleben, K 8000; Nr. 57, Deutsch, um 1750, Aufbruch 
zur Jagd, K 9500; Nr. 58, Art des Hendrik Beijeren, Fischer 
mit Beute am Strand, K 1100; Nr. 59, Niederländisch, Anfang 
18. Jh., Beim Mittagstisch, K 16.000; Nr. 60, Paudiss, Art 
des, Kopf eines alten Mannes, K 9000; Nr. 61, Niederländisch, 
um 1650, Zechende Bauern, K 7000; Nr. 62, Niederländisch, 
um 1700, Kühe von Hirten getrieben, K 8800; Nr. 63, Norbert 
Grund, Landschaft mit Teich, K 9000; Nr. 64, Niederländisch, 
um 1650, Marine, K 8000; Nr. 65, Venezianisch, um 1580, 
Maria mit dem Kinde und der heiligen Katharina, K 12.500;" 
Nr. 66, Niederländisch, um 1650, Landschaft mit Fischern am 
Strand, K 12.000; Nr. 67, Niederländisch, um 1650, Aktäon 
überrascht Diana, K 4600; Nr. 68, Italienisch, um 1700, Moses 
schlägt Wasser aus dem Felsen, K 12.000; Nr. 69, Französisch, 
um 1750, Vollksfest in der Rokokozeit, K 18.000; Nr. 70, 
Italienisch, um 1650, Stilleben, K 5500; Nr. 71, Maulpertsch’ 
Entwurf zu einem Altarbild, K 4000; Nr. 73, Bioemen, Reiter 
gruppe aus dem Siebenjährigen Kriege. K 7000; Nr. 74, Nieder 
ländischer Romanist, um 1650, Die heilige Familie und die
	        
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