MAK
I n11;r na.t u)n aIc Sammler -Zeitung 
Nr. 3 
Seite 20. 
leiste anfertigen, die die hl. Maria, Petrus und Paulus und die 
Patrone Rupert und Virgil zeigt ; 1603 wurde sie abermals ver 
schönert. Der Verfertiger des Holzschnittes war der Mono 
grammist G. E. Dieser Stock wird lange verwendet und erst 1623 
durch eine Kupferplatte ersetzt, die, von Kilian in Augsburg 
gestochen, eine Modernisierung der Anordnung und außer den 
vorgenannten noch die Heiligen Augustin und Martin aufweist. 
Später aber kehrt man wieder zur dauerhafteren Holzschnitt 
technikzurück. Große Abwechslungen bringt die Regierungszeit 
Max: Gandolfs, der Kalender mit den Wappen aller Bischöfe und 
Erzbischöfe seit Rupert, dann solche mit allen Salzburger 
Heiligen' und den wuchtigsten Begebenheiten der Salzburger 
Geschichte in den einzelnen 11 Jahrhunderten auflegen ließ. 
Seit Johann Ernst ist auch das Porträt des Erzbischofs und eine 
Ansicht der Stadt Salzburg auf den Kalendern zu sehen. Der 
Typus mit den Jahrhundertbildern erhält sich bis zur Säkulari 
sation, wenn auch um 1736 durch P. Bernhard Stuart eine neue 
Zeichnung gemacht wird und die abgenützten Platten einige 
Jahrzehnte später überarbeitet werden mußten. Der Hauptteil 
wurde alljährlich verwendet, während die Wappen der Dom 
herren eingeklebt wurden. Eine Illuminierung (Kolorierung) 
kommt im 18. Jahrhundert nicht mehr vor. Auch Kurfürst Fer 
dinand ließ 1804 einen Kalender auflegen, der statt der Wappen 
der Domherren die Bilder der Monate mit darauf bezüglichen 
Versen enthält. 
Reben diesen Einblattkalendern gab es auch Buch 
kalender. Der älteste ist uns von 1602 erhalten und war 
„Schreibkalender", später vorübergehend Kirchenkalender“- 
genannt. Die Zusammenstellung besorgte ein meist auswärtiger 
Kalendermann (Mathematiker, Astrologe), der im Anhänge 
eine ,.Practica" mit medizinischen und astrologischen Lebens 
regeln gab, die sich lange und auch dann noch fortschleppte, als 
die Menschen über diese Weisheit längst hinausgekommen 
waren. Seit 1663 trägt das Titelblatt die Stadtansicht, seit zirka 
1674 das Gnadenbild von Maria Plein und seit der gleichen Zeit 
enthält der Kalender auch Angaben über die Post und die 
Boten, Messen und Jahrmärkte, später auch ein Kochbuch. 
Seit zirka 1720 erschien auch ein Hofkalender (Staatsschema 
tismus) . 
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Chronik. 
Bilder. 
(Der Kolmarer Rembrandt.) Wieder „Temps" meldet, 
ist der während des Krieges aus der Kolmarer Galerie verkaufte 
Rembrandt „Die Dame mit dem Hund" in Toronto (Kanada) 
aufgefunden worden. Auf Betreiben des deutschen Bürger 
meisters der Stadt Kolmar hatte der Stadtrat eingewilligt, 
das Gemälde (das um 1665 angesetzt wird und doch wohl nicht 
zu des Künstlers Meisterwerken gehört), einem Münchener 
Kunsthändler zu verkaufen, um mit dem Erlös die Sammlung 
des Altelsässers Spetz (antike Möbel und Skulpturen), die 
beschlagnahmt worden war, zu erwerben. Der Münchner 
Kunsthändler hatte für das Bild M 400.000 geboten. Der 
Rembrandt wurde abgeschickt, in der Zwischenzeit aber trat 
der große Umschwung ein, und die Sammlung Spetz fiel ohne 
weiteres wieder an die natürlichen Erben des Sammlers zurück. 
Die französische Regierung reklamierte wegen Rückerstattung 
des Rembrandt vergeblich bei den deutschen Behörden, 
das Gemälde hatte die Reise nach Amerika angetreten. Ein 
reicher Mann von Toronto, Frank Wood, erwarb das Gemälde 
von .einem New Yorker Kunsthändler. Gegenwärtig ist es in 
Toronto ausgestellt, erkannt und identifiziert worden. 
(Courbets „Atelier") ist, wie aus Paris gemeldet wird, 
vom Louvre angekauft worden. Auf diesem Großbild, das an 
Ausmaß das „Begräbnis in Omans“ noch übertrifft, hat sich 
Courbet selbst zusammen mit seinen Modellen und Freunden, 
.sowie mit den charakteristischsten Figuren seiner Gemälde 
dargestellt. Dieser neue Schatz des Louvre ging vor einiger 
Zeit um Fr 600.000 aus Privatbesitz an einen bekannten 
Kunsthändler über. In der Meinung, daß ein Werk von dieser 
Bedeutung Frankreich erhalten bleiben müsse, eröffnete dieser 
Patriot eine Subskription, die denn auch Fr 150.000 eintrug 
und zusammen mit dem Angebot des Louvre von Fr 550.000 
die geforderte Summe ausmachte. 
(Maria Stuart im Bilde.) Der in Paris verstorbene 
Herzog von Pomar, ein Spanier, hat der National Portrait 
Gallery in Edinburg eine einzigartige Sammlung von Bildnissen, 
Miniaturen, Stichen und Werken vermacht, die alle die Königin 
Maria Stuart darstellen oder ihr einst gehört haben. 
Numismatik. 
(Notgeld.) In Horn (N.-Ö.) hat die Stadtgemeinde 
Kassenscheine zu zehn, zwanzig und fünfzig Heller mit sechs 
monatiger Laufzeit ausgegeben. 
(Einziehung der Silbermünzen in Deutschland.) 
Aus Berlin wird gemeldet: Infolge der ganz außerordentlichen 
Steigerung der Silberpreise ist der Metallwert der Silbermünzen 
weit über den Nennwert gestiegen. Da sie tatsächlich als Zah 
lungsmittel keine Verwendung finden, besteht, w r ie amtlich 
bekanntgemacht wird, die Absicht, sämtliche Reichssilber 
münzen in allernächster Zeit außer Kurs zn.setzen. Um diese 
Außerkurssetzung der Münzen dem deutschen wirtschaftlichen 
Leben nutzbar zu machen, kaufen auf Anordnung des Reichs- 
bankdirektoriums die Reichsbankhaupikasse und die sämtlichen 
Zweiganstalten die Silbermünzen schon jetzt zu einem dem 
Marktpreis des Inlandes entsprechenden Preis, und zwar 
werden für ein Einmarkstück 6 Mark 50 Pfennig, die anderen 
Markstücke sowie für die Silberstücke zu 20 Pfennig die ent 
sprechenden Werte gezahlt. Für einen alten Taler w r erdenauf 
Grund seines höheren Feingehaltes 21 Mark 50 Pfennig bezahlt. 
Philatelie. 
(Abstimmungsmarken.) ■ Zu den Kriegs-,. Wohltätig- 
keits-, Revolutions-, Friedens- usw.-Marken tritt eine neue, 
bisher unbekannt gewiesene Spezialität: die „Abstimmungs 
marke“. Wir hören, daß in den nach dein Friedensvertrag 
von Versailles der Volksabstimmung unterworfenen deutschen 
Gebieten von Eupen und Malmedy, von Nord.schleswrig 
und von Oberschlesien neue Postwertzeichen vorbereitet, 
beziehungsweise bereits ausgegeben werden, die für die Zeit 
der Besetzung durch Ententetruppen und der Abstimmung 
Umlaufswert haben werden. 
(Versteigerung.) Vor kurzem hielt das Marken- und 
Ganzsachenhaus G. m. b. H." in Berlin eine größere Ver 
steigerung von Briefmarken ab, die zeigte, daß die Nachfrage 
nach seltenen Postwertzeichen unvermindert stark anhält. Es 
wurden denn auch teilweise ganz ungewöhnlich hohe Preise er 
zielt, besonders für die sogenannten klassischendeutschenMar- 
nen. So brachte ein Dreierstreifen Baden Ein. 1851, 1 Kr. bräun 
lich, M 1125 (Katalogwert für die einzelne Marke je M 85.—), 
Baden Em, 1853 12 Kr. gelb, M 7300 (Katalogwert M 2500), 
Bayern Em. 1849, 1 Kr. tiefschwarz, M 1400 (M 225), Bayern 
Em. 1879, 1 Mark rötlich lila, Wasserzeichen: wagrechte Wellen 
linien, M 1025 (M' 350), Deutsch-Kamerun Em. 1914, 5 Mark 
schwarz und rot, auf Briefstück M 4300 (M1200), Braunschweig 
Em. 1864, bogenförmig durchstochen, % Silbergroschenschw r arz 
auf grün M 4700 (M 1200). Einzelne Bergedorf-Marken erzielten 
Preise zwischen M 1200 und 6800 (höchster Katalogpreis Früh 
jahr 1919 M 1000), Bremen-Marken bis zu M 5600, letzteres für
	        
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