MAK
Nr. 5 
Inter nationale Sammler- Zeitung 
Seite 37 
Chronik. 
Autographen. 
(Autographen von Rousseau.) Die Genfer Uni 
versitätsbibliothek hat bei der Versteigerung des letzten Teiles 
der berühmten Autographensammlung Alfred Morrison in 
London Briefe und ein wichtiges Manuskript Rousseaus 
erworben. Acht Briefe sind an Madame de Waren s, einer an 
Therese Levasseur, die sechs anderen an verschiedene Per 
sonen gerichtet. Das Manuskript ist ein Fragment aus einer 
ersten durchgestrichenen und verbesserten Abfassung der,,Nou- 
velle Heloise“, die für die Arbeitsweise des Verfassers charak 
teristisch ist. Das Ganze hat 3250 Franken gekostet. Sehr 
billig wurde namentlich das Manuskript der Neuen Heloise 
gekauft, und zwar dank der sehr mangelhatten Ausarbeitung 
des Verkaufskat. logs. Das Manuskript war nämlich unter 
dem Namen J. B, Rousseau rubriziert und von einer phan 
tastischen Beschreibung begleitet. Der Genfer Rousseau- 
Forscher Theophile Dufour, der vor einigen Jahren das Manu 
skript in den Händen gehabt, hat es sofort wiedererkannt und 
die Genfer Universitätsbibliothek darauf aufmerksam gemacht. 
Die anderen Liebhaber hatten keine Ahnung davon, und so 
erwarb es die Genfer Bibliothek für neun Pfund. Die Societe 
Rousseau hat zum Kaufpreis beigesteuert, wofür ihr 
das Recht eingeräumt wurde, diese Dokumente zum erstenmal 
in ihren „Annales“ zu veröffentlichen. 
Bibliophilie. 
(Die Auktion bei Malota in Wien.) Weiters er 
zielten: Nr. 1008, Goethe, Wahlverwandtschaften, 1. Aus 
gabe, Kl60; Nr. 1010, Ders., Westöstlicher Diwan, 1. Aus 
gabe, K 300; Nr. 1010, Dcrs., Neue Lieder, in Melodien gesetzt 
von Bernh. Theodor Breitkopf, Leipzig 1770, K 650; Nr. 1030, 
Goethes Briefwechsel mit einem Kinde, Berlin 1835, K 120; 
Nr. 1016, Riemer, Mitteilungen über Goethe, K 250; Nr. 1030, 
Jacobsen, Ges. Werke, 1. Ausgabe, K 100; Nr. 1060, Rückert, 
Liebesfrühling, 1. Ausgabe,. K 130; Nr. 1062, de la Sale, Die 
15 Freuden der Ehe, K 430; Nr. 1066, Joh. Secundus, Die 
Küsse des Johannes Secundus, K 700; Nr. 1076, Waiblinger, 
Phaeton, K 120; Nr. 1093, Wilde, De Profundis, K 100; 
Nr. 1094, Ders., Das Gespenst von Conterville, K 160; Nr. 1095, 
Dcrs., Die romantische Renaissance, K 220; Nr. 1096, Ders., 
Der Priester und der Ministrant, K 320. 
Illustrierte Bücher. Nr. 1126, AIlers und Kraemer, 
Unser Bismarck, K 100; Nr. 1129, Die Bibel, gedruckt durch 
Hans Lufft, 1556, K 270; Nr. 1131, Böcklin, Auswahl der 
hervorragendsten Werke, K 1350; Nr. 1136, Deisch, Danziger 
Ausrufer, K 310; Nr. 1144, Hirth, Das deutsche Zimmer der 
Gotik, K 1059; Nr. 1145, Ders., Kulturgeschichtliches Bilder 
buch, K 340; Nr. 1146, Drei original-japanische Schulbücher, 
K 400; Nr. 1148, La Galerie Comique du DixNeuvienne Siede, 
K 240; Nr. 1150, Die deutsche Napoleon-Karikatur, K 80; 
Nr. 1190, Münchener Bilderbogen, K 100; Nr. 1193, Graf 
Pocci, Alte und neue Kinderlieder, K 110; Nr. 200, Weiß, 
Kostümkunde, K 150; Nr. 201, Leander, Träumereien an 
französischen Kaminen, K 360; Nr. 1202, Mell, Geschichte 
des k. k. Blindeninstituts in Wien, K 100; Nr. 1203, Monument 
du costume physique et moral de la fin du XVI! I. siede de 1776, 
K 900; Nr. 1204, Aldovrandi, Ulyssis, K 300; Nr. 1206, 
Fitzinger, Bilderatlas, K 610; Nr. 1207, Rösel, Insekten- 
Belustigungen usw., K 3100; Nr. 1216, Nansen, In Nacht 
und Eis, K 120; Nr. 1220, Stanley, Im dunkelsten Afrika, 
M 95; Nr. 1223, Schiller-Galerie, gez. von Friedr. Pecht und 
Arthur von Bamberg, K 140; Nr. 1224, Schoeller, Die Kunst 
im deutschen Buchdruck, K 160; Nr. 1243, Simplicissimus, 
1. bis 13. Jahrg., K 1360; Nr. 1245, Vanity Fair, A weckly 
shon Politicae usw., K 220. 
Bildnisse. Nr. 1251, Der Michaelsplatz, nach der 
Natur gezeichnet von Rudolf Alt, K 110; Nr. 1253, Das alte 
Burgtheater, Heliogravüre nach Heinr. Lefler, K 65, Nr. 1261, 
Fanny Elssler, Lithographie von Kriehuber, K 130; Nr. 1268, 
Das Cafe Griensteidl in Wien, Lithographie von E. Graner, 
K 110; Nr. 1278, Lewinsky, Menükarte für seine Jubiläums 
feier in der Anzengruber-Gesellschaft, K 200; Nr. 1289, Rai 
mund, Alpenkönig und Menschenfeind, Schoeller del Zinkl se., 
K 240; Nr. 1367, Revolution 1848, 33 salir. Blätter, 
K 360; Nr. 1368, Szenen aus Wien, 26 Blatt Schoeller, K 210; 
Nr. 1373, Ansicht von Wien, Aquarell von Kropallik, K HO; 
Nr. 1397, Porträts geschichtlich interessanter Persönlichkeiten 
des 16. und 17. Jli., 183 Blatt Kupfeistiche, K 400, Nr. 1398, 
Rops, Das erotische Werk, K 3000. 
Medaillen. 
(Neue Arbeiten) B. H. Mayers Prägeanstalt in 
Pforzheim Versandte eine Neujahrs-Glückwunschplaketle für 
1920, die einen Putto mit Grabscheit und Eichensprößling 
zwischen Biene und Füllhorn zeigt. — Henri Droppy in 
Paris hat eine Medaille zur Erinnerung an den Einzug der 
französischen Truppen in Straßburg ausgeführt. 
Numismatik. 
(Notgeld.) Die Gemeinde Traisen in Niederösterreich 
gibt, wie uns von dort geschrieben wird, Notgeld zu 50, 20 
und 10 Hellern aus. Die Scheine sind fortlaufend numeriert 
und mit dem Gemeindesiegel geprägt. Sammlern werden 
die verlangten Mengen gegen vorherige Einsendung des Be 
trages ben itwilligst zugeschickt. 
Philatelie. 
(Schleichhandel mit Briefmarken.) Da es seit 
dem Jahre 1858 in Österreich keine geschnittenen Briefmarken 
gab und die gegenwärtige Ausgabe geschnittener Postwert 
zeichen nur ein durch technische Schwierigkeiten hervor 
gerufenes Provisorium ist, sucht sich der Schleichhandel 
dieser Briefmarken zu bemächtigen, um sie zu gegebener 
Zeit als philatslistische Seltenheit um ein Vielfaches des gegen 
wärtigen Preises zu verkaufen. Die Post Verwaltung hat diesen 
Bestrebungen einen Riegel vorgeschoben, indem sie die Post 
dienststellen anwies, auffallend große Ankäufe Privater, die 
offenbar nicht zur Befriedigung des Bedürfnisses des Post 
verkehres dienen, nicht zu vollziehen. Als Ursache der Ausgabe 
eines Teiles der Postwertzeichen mit ungelochtem (ungezähntem) 
Rande wurden in der amtlichen Verlautbarung Schwierig 
keiten bei der Beschaffung der Rohstoffe und Hemmnisse 
im technischen Betriebe der Staatsdruckerei angegeben. 
Gegen Briefmarkenhamsterer, die noch vor den vorbeugenden 
Maßnahmen der Post Verwaltung ungezählte Briefmarken 
aufkauften und sie mit großem Gewinn weiterverkauften, 
wurden von verschiedenen Seiten unter Hinweis auf diese 
unzulässige Verteuerung durch unbefugte Zwischenhändler 
Strafanzeigen erstattet. 
(Neue bayrische Marken.) An die Stelle der seit 
Umgestaltung der Staatsform in Bayern aushilfsweise ver 
wendeten Freimarken, Dienstmarken und amtlichen Wert 
zeichenvordrucke treten neue Postwertzeichen. Vorgesehen 
ist die Ausgabe von Freimarken zu 5, 10, 15, 20, 30, 40, 50, 60 
und 75 Pf. sowie zu 1, 1%, 114, 2%. 3, 5, 10 und 20 Mark, 
von Dienstmarken zu 5, 10, 15, 20, 30, 40, 50, 60, 70, 75, 80 
und 90 Pf. sowie zu 1, 1)4, 1)4, 2)4, 3 und 5 M, von Post 
karten (einschließlich Dienstpöstkarten) zu 10 und 15 Pf., 
Postkarten, des allgemeinen Verkehrs mit Antwortkarte zu 
10 plus 10 Pf. und 15 plus 15 Pf., von Kartenbriefen zu 20 Pf,
	        
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