Nr. 10
Internationale Sammler-Zeitung
Seite 115
westgotischen Königs Suintila, der in den Jahren 622 bis 631
in Spanien herrschte. Sie wird aus zwei massiven Goldreifen
gebildet, die einen Durchmesser von 22 Zentimeter und eine
Höhe von 6 Zentimeter haben, und die am oberen Rand drei
goldene, mit Perlen und Saphiren geschmückte Rosen tragen.
Die Krone hat außerdem vier Ketten, jede mit vier Ringen ver
ziert, die Birnenblät er aus wundervoller Arbeit darstellen.
Es wurden außerdem verschiedene Bruchstücke gestohlen.
Wenn es nicht gelingt, die westgotische Krone bald zurück
zuerhalten, muß man damit rechnen, daß das 1300 Jahre alte
gotische Kronjuwel im Schmelztiegel ein unrühmliches Ende
gefunden hat.
(Gestohlene Düre.rblätter.) Der Wiener Architekt Alois
Klee hatte vor etwa zwei Monaten einem Spediteur zwei
mit Kunstgegenständen gefüllte Kisten, darunter auch sechs
von Albrecht Dürer herrührende Kupferstiche, im Werte
von K 300.000 zum Abtransport nach Zürich übergeben.
Für die Sendung hatte das Bundesdenkmalamt, das in dieser
Beziehung eine auffallende Liberalität an den Tag legt, die
Ausfuhrbewilligung erteilt. Zu seinem Erstaunen entdeckte
Architekt Klee vor wenigen Tagen bei Antiquitätenhändlern
Gegenstände, die aus einer dieser Kisten stammten. Die
polizeilichen Erhebungen ergaben, daß der ehemalige Beamte
der betreffenden Speditionsfirma Robert Ott die Kisten
durch betrügerische Manipulationen an sich gebracht hat
und die Kunstgegenstände in der inneren Stadt bei ver
schiedenen Antiquitätenhändlern tief unter ihrem Werte ver
kauft hat.
aufe Brillanten
speziell
|
ferner Perlenschnüre, Smaragde,
Saphire und antiken Schmuck
jeder Art, Porzellan etc.
KARL POLITZER
Wien, I., Lobkowitzplatz 1.
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VOM KUNSTMARKT.
(Vierte Kunstauktion Wahlis.) Die vierte
Wahlis-Auktion nahm bei reger Beteiligung von Samm
lern und Händlern . einen recht flotten Verlauf. Nam
hafte Preise ergaben: Nr. 6, Anreiter, Junge Dame
mit Rosen im Haar, K 28.000; Nr- 25, Diaz, Waldinneres
mit holzklaubenden Mädchen, K 55.000; Nr. 32, Führich,
Allegorische Szene, K 150.000; Nr. 38, Hanseh, Wasserfall
in den Alpen, K 39.000; Nr. 74, Pilgheim, Frau Aug. Kaul-
bach, K 101.000; Nr. 80, Hubert Robert, Ruinenlandschaft,
K 40.000; Nr. 219, Monument aus weißglasiertem Porzellan,
,,August R^x“. darstellend, auf Socjcel, I\ 21.000; Nr. 274,
Gobelin, Französisch, um 1700, K 205.000; Nr, 348, Chinesische
Jagdschüssel, K 27.000; Nr. 360, Salon-Rollscb reibtisch,
französische Kopie nach einem berühmten Schreibtisch m
Versailie, K 125.000; Nr. 380, Sekretär, Nußholz mit Bronze
beschlägen, um 1820, K 34.000; Nr. 405, Bicdermeiersalon-
garnitur, lichtes Nußholz, um 1820, K 72.000; Nr. 409, Uhr
aus grauem Marmor mit massiven Bronzebeschlägen, 1780,
K 39.500; Nr. 415, Bronzeuhr, feuervergoldet, Knabe • als
Faun mit Schlangenring in der Rechten, K 31.000; Nr. 500,
Schmuckgarnitur, Schweizer Arbeit, 85 g Gold, m Etui,
1840, K 43.000; Nr. 502, Perlenschnur, 135 Stück, zirka
130 Gramm. K 145.000; Nr, 505, Kassak, K 25.000; Nr. 513,
Afghan, 310x255cm, K 70.000; Nr. 516, Afghan, 254X lSOciit,
K 30.000; Nr. 517, Sumak, 310x172 cm, K 31.000; Nr. 520,
Schiras, 480x 200 cm, K.90.000; Nr. 523, Ferahan, Teppich,
Iv 70.000; Nr. 527, Afghan, Teppich, K 46:000; Nr. 536,
Beluds'chistan, 265x 183 cm, K 56.000; Nr. 539, Bocchara,
125x100, K 40.000; Nr. 540, Seidenanatol, 180x120 cni.
K 43.000; Nr. 567, Runder Goldanhänger mit Perlen, Dia
manten und Rubinen, K 19.500; Nr. 388, Zwei Stühle, reich
geschnitzt, mit Verbindungssteg, Leder bezug, tim 1700.
K 19.000; Nr. 397, Barockfauteuil, um 1750, K 18.000; Nr. 234,
Zwei gedeckelte Vasen mit Untergestell, bemalt nach Zorbeno,
K 12.500; Nr. 371Mahagonivitrine, um 1820, K 15.000.
(Versteigerung der Sammlung Busch.)'Am 3. und
4. Mai würde im Hause der Firma Josef Baer & Co. (Frankfurt)
die Sammlung Rudolf Büsch, (Mainz) unter reger Beteiligung
versteigert. Die Direktoren der wichtigsten deutschen Museen
und zahlreiche Sammler, darunter auch einige des Auslandes,
waren anwesend. Am ersten Tage wurden die Kupferstiche und
Holzschnitte versteigert, besonders die Graphik Dürers und
Rembrandts; von Dürer wurde ein vollständiges Exemplar
der Kupferstichpassion mit M 35.000, der heilige Hubertus mit
M 4'?.000, Apollo und Diana mit M 32.000, zwei Exemplare der
großen Fortuna mit M 44.000 und 37.000 bezahlt; der „Ritter,
Tod und Teufel“ brachte.M 65.000. Ein Ornamentblatt,des
M :isters E. S. erzielte 42.000. Von den Rembrandt-Blättern
sind folgende hervorzuheben: „Der Triumph des Mardochäus“
M 51.000. das Hundertguldenblatt im zweiten Zustande
M- 198.000, der große heilige Hieronymus M 34.000, der heilige
Franziskus M 58.000, die „Landschaft mit den drei Bäumen"
M 150.000, die „Landschaft mit der Hütte bei dem großen
Baum“ M 51.500, „Faust“. M 91.000, „Ephraim Bonus'
M 33.000. Die nächste Sitzung begann mit d4r Versteigerung
der Manuskripte, von denen: wir folgende Hauptstücke er
wähnen: Ein Psalterium des 13. Jahrhunderts mit 21 franzö
sischen Miniaturen M 55.000, ein „Roman de la Rose“, ebenfalls
französischer Provenienz, mit 28 Miniaturen: M 100.000, ein
flämisches Stundenbuch vom Ende des 14. Jahrhunderts mit
18 Miniaturen M 68.000, ein deutsches Fabelhuch aus dem
Jahre 1453 mit 84 Miniaturen M 65.000, ein füj die Diözese
Cambrai i geschriebenes Stundenbüch mit 39 Miniaturen
M 55.000, das Hauptstück der Sammlung, das Gebetbuch der
Katherina d’Armagnac mit 13 Miniaturen von JeanXBourd i-
chon M 190.000, ein italienisches Offizium aus dem Jahre 1498,
geschrieben von Sismondo de Sismondi, mit zahlreichen
Miniaturen M 58.000, eine Bibel-Handschrift mit 6 flämischen
Miniaturen aus dem. Anfang des 16. Jahrhunderts M 50.000.
Die Einzelminiaturen erreichten fast durchwegs mehr als das
Doppelte der Schätzungspreise. Wir erwähnen ein Blatt aus
dem Arenberg-Psalter von 1239, das mit M 46,000 bezahlt wurde
und eine große Initiale mit der Geburt Christi (Florentiner
Arbeit ^us der ersten Hälfte des 15. Jahihunderts), die M 36.000
erzielte. Das Gesamtresultat der Versteigerung ist M 3, 453:000
(Kupferstichversteigerung bei Amslcr &■ Rut-
hardt.) Den großen Kupferstichversteigerungen bei Boerrer,
Baer und Prestel reiht sich würdig die bei Amsler & Röt
hardt in Berlin an, die vom 23. . bis 28. Mai stattfirdet.
Auch hier eine Auslese der prachtvollsten Blätter des 15. bis
19. Jahrhunderts, Kostbarkeiten, wie sie nur selten auf den
Kunstmarkt kommen. Dazu eine Reihe von Pracht werken,
von allergrößter Seltenheit, so zum Beispiel die Beschreibung
des Festes der weißen Rose, das nur für Fürsten und Mit
glieder des Hofadels bestimmt war und nicht in den Handel
kam, die „Illustrations pour les Oeuvres de Frederic le Grand“,
das nur in 300 Exemplaren hergestellt wurde usw. Wir empfehlen
Sammlern den prachtvoll ausgestatteten Katalog zum Studium.
AUSSTELLUNGEN.
Berlin. Graphisches Kabinett J. B. Neumann. Öster
reichische Graphiker..
—• Staatsbibliothek. Urkunden zur Geschichte
der Naturwissenschaften.
.—’ Sezession. Frühjahrsausstefhmg':
Bremen. Kunsthalle. Das moderne Aquarell und die
moderne Kleinplastik.
Wien. Würthle' & Sohn Nachfolger. Graphisches
Kabinett. Max. Pdllak. Bis 1. Juni. Ab 18. Mai im Saale
l und 2 Ausstellung moderner Händzeichmingen.
.re, Kühstsalon Max Hevesi. Kollektivausstellung Rega
•Krei dl. ... • . t .