Seile 126
I n t o r n a l i o n a 1 e Sammler-Zeitung
Nr, 11
Nr. 823, Hvalithflakon, um 1820, K 4000; Nr, 824, Becher
glas, Biedermeier, K 1300; Nr, 825, Uranbecherglas, Bieder
meier, K 4000; Nr. 826, Bcoherglas, K 1100; Nr. 827, Flakon,
K 2000; Nr. 828, Uranbechcrglas, Biedermeier, J\ 3300;
Nr. 829, Hyalithbecherglas, Biedermeier, K 11.000; Nr. 830,
Flakon, S hksisch, Biedermeier, K 2200; Nr. 831, Hyalith-
becherglas, Biedermeier, K 7500; Nr. 832, Deckelpokal,
Spätempire, K 9500; Nr. 833, Bscherglas, Biedermeier, K 1000;
Nr. 834, Empireglas, K 4200; Nr. 835, Flakon in Form eines
stehenden Vogels, Biedermeier, K 7500; Nr. 836, Becheinrilch-
glas, Biedermeier, K 3000; Nr. 837, Empire glas, Art des Koth-
gasser, K 5000; Nr. 838, Glasstutzcn, Biedermeier, K 6500;
Nr. 839, ß; eherglas. Biedermeier, K 2400; Nr 840, Stengelglas,
Biedermeier, I\ 3400; Nr. 841, Empire glas. K 5200; Nr. 842,
Uranglasbceher, Biedermeier, K 7200; Nr. 843, Becherglas,
um 1820. K 3200; Nr. 844, Flakon, Biedeimeier, K 1200;
Nr. 845, Becherglas, Biedeimeier, K 2000; Nr. 840, Desgl.,
K 6800; Nr. 847, Desgl., K 1100; Nr. 848, Bechermilchglas,
Biedermeier, 1\ 9000; Nr. 849, Becherglas, Biedeimeier,
K 12.000 und Nr. 850, Gold zwischen gl as, Böhmisch, um 1730
K 43.000.
Chronik.
AUTOGRAPHEN. BILDER.
(Ein unbekannter Brief Melanchthons.) - Der
große alte Bestand von Autogrammen Melanchthons in
der Sächsischen Landesbibliothek zu Dresden ist neuerdings
durch einen Brief vermehrt worden. Er fand sich in einem
Stammbuch des niedersächsischen Historikers Heinrich Mai-
bom vom Jahre 1575. Das Schreiben bezieht sich auf die
wegen der Pestgefahr notwendige Verlegung der Wittenberger
Universität nach Torgau im Jahre 1552, ist aber ohne Jahres-
an gäbe.
BIBLIOPHILIE.
(Taaffe Memoiren.) Eine der ersten Publikationen,
mit denen der neugegründete Ricola-Verlag in Wien in
die Öffentlichkeit treten wird, werden, wie wir hören, die
Memoiren des verstorbenen österreichischen Ministei Präsidenten
Grafen Ed uard Ta a f 1 e st in.
(Zehn Millionen für eine Shakespeare-Ausgabe.)
Der höchste Preis, der je für ein Exemplar der ersten Folio-
aüsgabe der Werke Shakespeares gezahlt worden ist, wurde
auf einer der letzten Londoner Versteigerungen erreicht.
Das Wunderbuch wurde für die Riesensumme von 4200 Pfund
Sterling, was einem Werte von weit über eine Million Mark,
beziehungsweise zehn Millionen Kronen entspricht, nach
Amerika verkauft. Das Exemplar, das der Sammlung des
Hauptmanns Ulifford entstammt, ist in verhältnismäßig
gutem Zustand; es enthielt das Bild Shakespeares von Droes-
hout, Titel und Verse Ben Jonsons und die Widmung. Die
Auflage dieser ersten Ausgabe der Werke Shakespeares, die
1623 erschien, soll 500 Exemplare betragen haben. Davon
erfreuen sich noch etwa 200 des .Daseins. 80 befinden sich in
den Vereinigten Staaten. Das vollendetste Exemplar, das wir
kennen, ist die sogenannte Burdett-Coutts-Foliante,
die 1864 682 Guineen brachte. 1899 kam ein Exemplar von
Belgien nach London und wurde für 1700 Pfund versteigert.
Das Exemplar der van Antwerp-Bibliothek, das 1907 in London
verkauft wurde, brachte 3600 Pfund.
(Die Weltkriegsbücherei in Stuttgart.) Auf dem
Schloß Rosenstein in Stuttgart-Berg fand im Beisein des
Staatspräsidenten die feierliche Eröffnung der von dem Groß
industriellen Franck ins Leben gerufenen , .Weltkricgs-
bücherei“ statt, die 1915 in Berlin begonnen worden ist. Die
Weltkriegsbücherei stellt als Kriegssammlung, Revolutions-
sammlnng und Sammlung der Nachkriegszeit, die Bücherei
einer ganzen Zeitwende dar und dürfte in ihrer Vollständigkeit
von keiner anderen Sammlung iibertroffen werden.
(Ausstellung „Das Deutsche Buch" in Berlin.)
Die Ausstellung „Das Deutsche Buch", die im vorigen jahre
in Frankfurt a. M. mit ungewöhnlichem'Erfolg veranstaltet
wurde, wird im Herbst in Berlin von der Lessinghorhschule,
unterstützt von der Leipziger „Deutschen Gesellschaft für
Auslandsbuchhandel", in neuer Anordnung wiederholt werden.
Die ehemalige Königliche Hausbibliothek wird sich mit einer
Sonderausstellung der Bibliothek Friedrich des Großen und
der Königin Luise beteiligen.
(Das letzte Bildnis Wielands.) Dem Direktor
des Goethe-Nationalmuseums ist es gelungen, das letzte
während seiner Lebenszeit angefertigte Bildnis Wielands
zu erwerben und der Bildnissanimlung des Goethehauses
einzuverleiben. Es handelt sich um eine reizvoll übermalte
Silhouette, die den Dichter sitzend, in den Pelz gehüllt, das
typische Käppchen auf dem Kopf, darstellt. Das Bildnis ist
erwiesenermaßen das letzte nach der Natur gefertigte des
Dichters und entstammt dem Wielandschen Familiennachlaß.
(Ein unbekanntes Selbstbildnis von Philipp
Otto Runge).fand in der Hamburger Kunsthalle jetzt seinen
Platz. Das Bild zeigt Runge, mit den Merkmalen seines
1,ungenlei den s gezeichnet, auf einem Stuhle sitzend, das
Haupt dem Beschauer /.»gekehrt.
(Durchleuchtung von Gemälden mit Röntgen
strahlen.) Unsere Zeit, die neugierig alle Geheimnisse zu er
gründen sucht, ist den alten Gemälden und Büchern mit den
Röntgenstrahlen zu I,eibe gegangen und hat da merkwürdige
Entdeckungen gemacht, worüber in „Bockmans Journal"
berichtet wird. So durchleuchtete man zum Beispiel ein altes
holländisches Gemälde, an dem man die Mitarbeit einer fremden
Hand vermutete, mit den Strahlen. Es gab an dem Bild eine
Stelle, die Gewand und Stola eines Mönches darstellte, von
der man annahm, daß sie nicht zu dem ursprünglichen Bilde
gehöre. Es stellte sich nun ganz deutlich heraus, daß das Bild
an dieser Stelle wirklich übermalt worden wai, und als man auf
Grund des Ergebnisses durch die Röntgenphotographie eine
Reinigung vornahm, kam die ursprüngliche Zeichnung zum
Vorschein. Das Bild konnte restauriert werden und erhielt da
durch einen viel höheren Wert. Man glaubt, daß verschiedene
verlorene Manuskripte entdeckt werden könnten, wenn man die
alten Buchdeckel mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Bekannt
lich sind in alter Zeit Pergamente und alte Manuskripte zum
Buchbinden verwendet worden, und man hat bereits durch
Zufall in alten Buchdeckeln kostbare Handschriften gefunden,
die uns wertvollste Bereicherung für unsere Kenntnis der alten
Liteiaturen brachte.
HANDSCHRIFTEN.
(Die Mannesische Liederhandschrift.) Der Direktor
des Inselverlages, Prof. Kippenberg, hat sich in letzter Zeit
mit dem Gedanken getragen, die unschätzbar wertvolle
Mannessische Liederhandschrift, das Prunkstück der
Heidelberger Bibliothek, völlig originalgetreu und farbengetreu
zu vervielfältigen und rechnete anfänglich für die Drucklegung
mit einer Kostensumme von einer Million Mark. Das Wagnis
wäre einigermaßen für einen mutigen Verleger möglich gewesen
in Anbetracht der amerikanischen .Dollarvaluta und bei dem
Interesse, das er bei solchem Werk in der ganzen gebildeten
Werk voraussetzen konnte. Nun hat aber, wie man uns aus
Heidelberg schreibt, in den letzten Tagen unter Hinzu
ziehung eines Photographen eine neuere Prüfung ergeben,
daß die Kosten sich weit höher, nämlich auf 2(4 Millionen
Mark, belaufen würden. Unter diesen Umständen müssen
leider die sehr verdienstvollen Bestrebungen des Inselverlages