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Internationale Sammler-Zeitung
Nr. 12
Fabrik hat uns »auf 'jeder Ausstellung' mit kleinen
Rätseln überrascht, mit doppelwandigen oder durchbrochenen
Gefäßen, mit Deckeln in beweglichem
Charnier und ähnlichen Kunststücken. . . Ungarn
sollte unseres Erachtens mehr aus der Fabrik machen.
Bei der unvergleichlichen Geschicklichkeit, welche sie
erreicht hat, könnte sie dem Lande als Nationalanstalt
die gleichen Dienste leisten und die Stellung
einnehmen,, wie sie einst in ihrer Zeit Meißen und Wien
inne hatten." v
Der Wink Falkes wurde aber nicht befolgt. Der
„ungarische Palissy“ muß dem großen Krache zum
Opfer fallen. Im Jahre 1876 mußte Fischer — der
unterdessen den Adel mit dem, Prädikate Farka.shgzy
erhielt seine Fabrik einer Aktiengesellschaft abtreten
und starb nach vier Jahren, den Verfall seines
■ Unternehmens noch erlebend, als 80jähriger Greis.
Sein Enkel Jenö v. Farkashazy ist in unseren Zeiten
bestrebt, eine neue Blüte der Fabrik zu erreichen.
Zuletzt müssen zwei Charakterzüge des jetzt wieder
erwachenden großen ungarischen Keramikers hervorgehoben
werden. Erstens vereinigte er in einem einzigen
Menschenleben alle ’ die Etappen, die andere Industriellen
seines Faches erst in mehreren Generationen
erreichten, zweitens ist es beispiellos, wie er mit Vernachlässigung
der materiellen Interessen — der Erzeugung
der „Commerce-Ware“ — in erster Reihe
nur auf Hervorbringung des Künstlerisch-Monumentalen
bemüht gewesen. • Darin sind auch die Gründe seiner
Tragik zu suchen.
Die Sammlungen des Erzherzogs Ludwig Viktor.
Die erste große Kunstversteigerung aus dem Nachlasse
des Erzherzogs Ludwig Viktor, über deren
Beginn wir schon in unserer Vorigen Nummer berichteten,
endete nach fünftägiger Dauer mit. dem
imposanten Ergebnis von K 53,454.100, beziehungsweise
bei Berücksichtigung des 1714% igelt Zuschlages
mit K 62,808.775. Die fast tropische Hitze, die just
in Wien herrschte, hat der Teilnahme an der Auktion
keinen Eintrag zu tun vermocht ; vom ersten bis zum
letzten Tage war der große Versteigerungssaal von
Sammlern und Kunsthändlern dicht gefüllt, die sich
jedes ausgebotene Stück streitig zu machen suchten.
So kam cs denn, daß die Preise oft das Fünf- bis Sechsfache
des Schätzungswertes betrugen. Am heißesten
war der Kampf um die Bildteppiche, deren Preise
sich zwischen K 145.000 und K 2,220.000 bewegen.
Dagegen, haben die' Prunkstücke .aus dem .Besitze
Napoleons nur die allerdings sehr Hohen' Schaf zungspreise
erreicht; das Reisenecessaire Maria Luisens,
der zweiten Gemahlin des Kaisers, K 3,000.000, das
Schreibzeug Napoleons mit der Isabey-Miniatur
K 1,500.000.
Den Patrioten wifd .es gewiß Genugtuung bereiten,
daß die meisten Gegenstände in Wien bleiben; manches
Stück, das einen gewissen Familienwert für sie hatte,
hat. die Fürstin Elisabeth Windischgrätz, die Enkelin
des Kaisers Franz Josef, erstanden.
Viel Bewunderung fand der prachtvolle Katalog,
der. vom Leiter der Kunstabteilung Direktionsrat
Dr. .Buberl und dem Direktor des Troppauer Museums
Dr. Bräun aufs sorgfältigste bearbeitet wurde.
Der ersten großen Kunstversteigerung folgen außer
der inr Gange befindlichen Auktion des ersten Teils
der Bibliothek,des Erzherzogs Ludwig Viktor,im Juli
bereits.eine Auktion in Baden und inr Herbst neben
zwei Fortsetzungen der Bibliotheksversteigerung noch
eine zweite große Kunstauktion.
Im nachstehenden veröffentlichen wir die Ergebnisse
der ersten großen Kunstversteigerung:
Ölgemälde und Aquarelle.
Nr. I, Albrecht Adam, Nach der Schlacht, K 30.000;
Nr. 2, Benno Adam, Zwei Wachtelhündchen, K 19.000;
Nr. 3, Bers., Bernhardiner und King-Charles-Hündchen,
I\ 27.000; Nr. 4, A. Altmann, K 13.000; Nr. 5, Alt-Wiener
Meister, Erzherzogin Maria Christine, K 62.000; Nr. 6, Jac.
Alt, Schloß , Sclipnbrunn, bez., K 18.000: Nr, 7, Fr. Alt,
Schloß Pillnitz, K 30.000; Nr. 8, Ders., Löwelbastei—Paradeisgartl,
K 60.000; Nr. 9, Monte Carlo, K 26.000; Nr. 10, Ders.,
Nizza, K 36.000; Nr. 11, Ders., Zimmer des Erzherzogs Ludwig
Viktor, K 58.000; Nr. 12, Ders., Salon des Erzherzogs Ludwig
Viktor, K 78.000; Nr. 13, Ders., Zimmer des Erzherzogs Ludwig
Viktor, K 50.000; Nr. 14, Ders., Neapel, K 46.000; Nr. 1,5,
Ders., Das goldene Dachl in Innsbruck, K 100.000; Nr. 16,
Ders., Burgplatz in Wien, K 65.000; Nr. 17, Ders., jKapuzinerkiiche
in Wien, K 70.000; Nr. 18, Ders., Salon der Maria
Antoinette, K 90.000; Nr. 19, Ders., Salon des Erzherzogs
Ludwig Viktor, K 150.000; Nr. 20, Desgleichen, K 125.000;
Nr. 21, Ders., Judengasse in F-ankf. r K 60.000; N:. 22
Ders., Braunschweig, K 58.000; Nr. 23, Ders., Dom zu Freiburg,
K 40.000; Nr. 24, Ders., Rathaus in Braunschweig,
K 42.000; Nr. 25, Ders., Residenzschloß in Braunschweig,
K 40.000; Nr. 26, Rudolf v. Alt, Bocche von Cattaro, K 100.000;
Nr. 27, Ders., Treppenhaus, San Rocco, I\ 135.000; Nr. 28,
Ders., Schönbrurih, Südfront, K 215.000; Nr. 29, Ders., Schönbrunn
mit Gloriette, K 180.0Ö0; Nr. 30, Ders., Nordfront
Schönbrunn, K 58.000; Nr. 31, Amerling, Studienkopf,
K 135.000; Nr. 32, Angeli, Erzherzogin Maria Theresia,
I< 22.000; Nr. 33, Bayeri eher Maler, Brustbild Maximilians,
K 22.000; Nr. 34, Bqinke, Bauernwitwe, K 38.000; Nr. 35,
Fr .Bischoff, Der Nußesser, K 110.000; Nr. 36, E. v. Blaas,
Brustbild, K 64.000; Nr. 37, Ders., Italienerin, K 120.DÖ0p
Nr. 38, Bommel, Dordrecht; K 62.000; Nr. 39, Ders., Amsterdam,
K 84.000; Nr. 40, Bühlmayer. Gosausee, K 24.000;
Nr. 41, Bürkel, Waldschmiede, K 120.000; Nr. 42, De.s.,
Heuwagen, K 95.000; Nr. 43, Canon, Bildnis, K 95.000:
Nr. 44, Ders., Brustbild, K 40.000; Nr. 45, Champagne,
Junge Dame, K 440.000; Nr. 46, Chaudet.-Die Milchsuppe,
K 100.000; Nr. 47, A. Dallinger, Junger Bauei, K 90.000;
Nr. 48, Ders., Rinderherde, K 56.000; Nr. 49, Defregger,
Tiroler Dirndl, K 150,000; Nr. 50, Deutscher Meister, um 1780,
August III., K 48.000; Nr. 51, Deutscher Meister, um 1790,
Bildnis, K 66.000; Nr. 52, Deutscher Maler, um 1810, Brustbild,
K 22.000; Nr. 53, Desgl., Brustbild, K 36.000; Nr, 54,
Desgl.; Brustbild, K 28,000; Nr. 55, Carlo Dolci, Johannes
der Täufer, K 15O.QO0; Nr. 56, Fr. Dürck, Brustbild, K 42.000;
Nr. 57, Ders., Der schlechte Musikant, K 110.000; Nr. 58,
Egloffstein, Mutterglück, K 50.000; Nr. 59, A. Einsle,
Bildnis, Franz Joseph I., K 50.000; Nr. 60, Th. End er,
Ausblick, K 72.000; Nr. 61a, A. Enzingei, Hirschkuh,
K 30.000; Nr. 61b, Ders., Hirsch, K 30.000; Nr. 62, Ders.,
Gefleckter Hirsch, K 30.000; Nr. 63, Ders., Hirschkuh,
K 15.000; Nr. 64, P. Fendi, Mönch und die Kreuzfahrer,
IC 60.000; Nr. 65, „Ders., Mohrensklavin, K 62.000; Nr. 66,
Frans Francken d. J., Geburt Christi, K 140.00Ö; Nr. 67,
Ders., Zwei galante Szenen, IC 70.000; Nr. 68, Französische
Schule, um 1670, Familienbilclnis, K 82.000; Nr. 69, Desgl.,
um 1680, Bfustbild, K 42.000; Nr. 70, Desgl., Bildnis, IC 145.000;
Nr. 71, Desgl., K 150.000; Nr. 72, Fr. Friedländer, Invalide,
K 40.000; Nr. 73, Fr. Gauermann, Traünkirchen, IC 310.000;
Nr. 74, Ders., Hirsche, K 380.000; Nr. 75, Gcnnisson,
S. Jacques in Antwerpen, IC 260.000; Nr. 76, Gerard, Bildnis,
K 190.000; Nr. 77, Geselschap, Der Großmutter Bilderbibel,
K 52.000; Nr. 78, Goebel, Kathedrale in Valencia,
K 10.000; Nr. 79, Ders., Toledo, K 13.000; Nr. 80, Guerard,
Brustbild, K 18.000; Nr. 81, A. Han sch, Hochgebirgslandschaft,
K 31.000; Nr. 82, Hardorff, Strandbild, IC 23.000;