Skip to main content Jump to sidebar
MAK

Full text : Jahrgang 13 (1921) (18)

Seite  20A

Internationale  Sammler-Zeitung

Nr.  18

%  Millionen,  die  Spezialauktion  an  4  Millionen  und
die  Briefmarkenauktion  742.000  Kronen.  Die  Schätzungspre’se
  wurden  um  das  drei-  bis  vierfache  überboten, ­
  und  das  trotzdem  das  große  Ausland  durch  seine
Abwesenheit  glänzte.  Als  Kuriosum  sei  erwähnt,  daß
die  paar  Amerikaner,  die  zur  Brillantenauktion  erschienen, ­
  die  Preise  zu  —  hoch  fanden  und  nicht
mitboten.
Es  ging  also  ohne  Engländer  und  Amerikaner,
wenn  es  natürlich  det  Messe  zustatten  kommen  wird,
daß  Engländer  und  Amerikaner  da  sein  werden  —
und  das  ist  für  die  nächste,  die  Frühjahrsmesse  1922,

zu  erwarten.  Die  Altkunsthändler  Wiens  hat  es  nicht
entmutigt,  daß  ihre  Bemühungen  nicht  den  vollen,
verdienten  Erfolg  hatten,  schon  geben  sie  den  Entschluß
kund,  im  März  kommenden  Jahres  mit  einer  Ausstellung
in  großem  Stile  auf  den  Plan  zu  treten.  Hoffentlich
gelingt  es  bis  dahin,  alle  Kunst-  und  Antiquitätenhändler
unter  einen  Hut  zu  bringen,  alle  in  dem  Plane  zu  einen,
dem  Auslande  ein  Bild  von  dem  hohen  Stande  des
Wiener  Kunst-  und  Antiquitätenhandels  zu  geben.  Die
„Internationale  Sammlerzeiturg“  werden  sie  stets  an
ihrer  Seite  finden,  ihre  dahingehenden  Bestrebungen
zu  unterstützen.

Der  Münzfund  von  Hainburg  a.  d.  Donau.

Am  17.  Juli  stießen  Ausflügler  (Ignaz  Roubal
und  Frau,  Anton  Kutserich  und  Mizzi  Kutschera)
auf  dem  Plateau  des  südlich  der  Straße  Hamburg  an
der  Donau—Deutsch-Altenburg  sich  erhebenden
Hundsheimer  Hexenberges.  nahe  des  Weges  durch
einen  Schlag  auf  einzelne  Münzen  aus  dünnem  Blech,
die  sie  —  wie  es  so  oft  geschieht  —  zunächst  für
Flaschenkapseln  hielten  und  wieder  wegwarfen.  Einem
Teilnehmer  kamen  die  Blättchen  aber  doch  nicht  so
wertlos  vor  und  die  Nachschau  unter  den  in  der  Erde
nahe  bei  einem  größeren  Felsblock  künstlich  aufgeschichteten ­
  Steinen  ergab  ein  Depot  von  Silberstücken. ­
  Das  Museum  Carnuntum  sowohl  als  das
staatliche  Münzkabinett  wurden  von  dem  Funde
unter  Vorlage  einzelner  Typen  in  Kenntnis  gesetzt.
In  überraschend  kurzer  Zeit  gelang  es,  dank  des  großer
Entgegenkommens  der  Finder,  den  Gesamtfund  im
Münzkabinett  zur  wissenschaftlichen  Bearbeitung  zu
sammeln,  beziehungsweise  für  die  staatliche  Sammlung
zu  erwerben.
Dar  Fund  von  Hainburg  ist  der  erste  nachweislich
auf  niederösterreichischem  Boden  gehobene  Schatz
von  Münzen  der  ersten  Hälfte  des  12.  Jahrhunderts.
Zur  Klärung  der  schwebenden  Fragen  einer  Münztätigkeit ­
  der  Babenberger  schon  als  Markgrafen  in
Krems  a.  d.  D.,  beziehungsweise  der  von  den  Äbten
und  später,wahrscheinlich  in  Gemeinschaft  mit  diesen
auch  von'  den  Grafen  von  Formbach-Pütten  ausgegangenen ­
  Pfennigen  zu  Neunkirchen  ist  dieser  Fund
in  ganz  hervorragendem  Maße  beizutragen  geeignet.
Zeitlich  füllt  er  die  Lücke  zwischen  dem  Funde  von

Die  Grazer
Aus  Graz,  17.  d.  M.,  wird  uns  geschrieben:
Von  den  im  Rahmen  der  Grazer  Messe  zur  Durchführung
gelangenden  Sonderausstellungen  wurde  heute  als  erste  die
Steirische  Kunstschau  im  neuen  Museum  in  der  Neutorgasse ­
  eröffnet.  Die  außerordentlich  zahlreiche  Beteiligung  an
dem  Eröffnungsakt  zeigte  von  dem  großen  Interesse,  das  man
in  weiten  Kreisen  der  Öffentlichkeit  dieser  in  ihrer  Art  völlig
neuen  Kunstveranstaltung  entgegenbringt.  Ein  weihevoller
Bläserchoral,  vorgetragen  vom  Reinholz-Quartett,  leitete  die
Feier  ein.
Präsident  Kommerzialrat  Einspinner  führte  in  seiner
Begrüßungsrede  aus:  Mit  der  Steirischen  Kunstschau  beginnt
die  Grazer  Messe.  Die  Messe  soll  einen  vollständigen  Ausschnitt ­
  aus  dem  Schaffensleben  unseres  Landes  darstellen,
und  da  wäre  eine  Lücke  geblieben,  wenn  die  bildende  Kunst
übersehen  worden  wäre.  Wie  unseren  anderen  wichtigen  Berufsschichten, ­
  der  Industrie,  dem  Handel,  dem  Gewerbe  und
der  Landwirtschaft,  durch  die  Messe  Gelegenheit  gegeben  ist,
hren  derzeitigen  Leistungsstand  vor  einer  großen  Öffentlichkeit ­
  auswertend  zur  Geltung  zu  bringen,  so  sollte  durch  diese

Rackwitz  (zirka  1140)  und  den  Funden  von  Gran  (1147),
Zombar  und  Reichenhall  (bis  1162).  1145  dürfte  das
ungefähre  Bergungsjahr  schon  deshalb  am  nächsten
treffen,  weil  die  einzige  fremde  Beimengung  aus
18  wohlerhaltenen  Denaren  König  Geiza  II.  von  Ungarn
(1141  -  1162)  C.R.  H.  63  besteht.  Die  Mitte  der  vierziger
Jahre  des  12.  Jahrhunderts  brachte  zahlreiche  Kampfhandlungen ­
  an  der  österreichisch-ungarischen  Grenze
aus  Anlaß  der  Thronstreitigkeiten  in  Ungarn,  Eroberung ­
  Preßburgs  und  Rückeroberung  durch  Geiza
sowie  dessen  Einbruch  in  Österreich  und  Sieg  an  der
Fischa  über  Heinrich  II.  Jasomirgott.
Ist  auch  der  Typenreichtum  des  Fundes  von  Hainburg ­
  nicht  gerade  so  groß  als  erwünscht  zu  bezeichnen,
so  bringt  er  doch  an  Neuem  ein  bisher  unbekanntes  Gepräge ­
  (Zwillingsfadeukreuzmann  auf  F’isch  (?)  reitend),
ferner  das  im  Funde  von  Binzwangen  als  Unikum*)
auf  getauchte  Gepräge  mit  einer  Stadt  und  einem
bewehrten  Reiter,  in  zahlreichen  Varianten,  wie  überhaupt ­
  gerade  in  letzterer  Hinsicht  auch  bezüglich  der
bereits  aus  dem  Fund  von  Rakwitz  bekannten  Typen
ein  bemerkenswerter  Zuwachs  zu  verzeichnen  ist.
Von  Wichtigkeit  ist  auch  das  Vorkommen  von
Halb-  und  Viertelstücken  als  neuerlicher  Beweis,
daß  man  die  Herstellung  kleinerer  Nominale  durch
Teilung  der  Ganzstücke  vornahm,  auch  dort,  wo  nicht
durch  das  Münzbild  unmittelbar  Teilungsstriche  vorgezeichnet ­
  waren.
*)  Dieses  Unikum,  wie  einzelne  andere  Stücke  des
Fundes  würden  an  Sammler  abgegeben  werden.

Kunstschau.
Kunstschau  den  steirischen  Künstlern  eine  geeignete  Möglichkeit ­
  geboten  sein,  ihren  Leistungsstand  vor  den  Messegästen
aus  der  Ferne  ebenfalls  aufzuzeigen.  Jene  Künstler,  die  den
Zweck  und  Wert  dieser  Veranstaltung  erkannt  und  zur  Veredlung ­
  der  Messe  beigetragen  haben,  mögen  unserer  aufrichtigen ­
  Anerkennung  und  unseres  herzlichen  Dankes  versichert
sein;  warmer  Dank  sei  auch  den  kunstfördernden  Körperschaften ­
  und  Kunstanhängerri  ausgesprochen,  die  sich  um  den
Aufbau  dieser  Kunstschau  verdient  gemacht  haben.
Professor  Dr.  Suida  schilderte  in  großen  Zügen  das
Wesen  und  die  Bedeutung  der  Steirischen  Kunstschau,  die
den  Gästen  aus  nah  und  fern  gewissermaßen  einen  Querschnitt
durch  den  gegenwärtigen  Stand  der  Kunst  in  Steiermark
bieten  solle.  Die  Absichten  der  Veranstalter  wurden  leider
durch  zwei  Umstände  behindert.  Man  wollte  auch  die  im  Ausland ­
  lebenden  Künstler  zu  Wort  kommen  lassen,  doch  war
die  Beteiligung  wegen  der  außerordentlich  hohen  Transportkosten ­
  begreiflicherweise  recht  gering.  Die  auswärts  lebenden
Steirer  sind  aber  durch  ihre  Werke  in  der  Bildergalerie  vertreten, ­
  so  daß  sich  ein  fast  lückenloses  Bild  des  steirischen
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.