MAK
Nr. 19 
Internationale Sammler-Zeitung 
Seite 213 
Kunstantiquariat C.G. Boerner 
8. bis 10. November 
Versteigerung einer berühmten 
KupfersticHsammlung 
alter u. moderner Heister 
Umfangreiche und kostbare Sammlungen von Dürer 
und Goya, fast vollständige Werke von Aldegrever 
und Altdorfer. Ferner erstklassige Blätter von 
Rembrandt, den Kleinmeistern, Ostade, deutsche 
Holzschnitte usw. - Kostbare Frühdrucke von 
Klinger, Menzel, Meryon, Whistler, Zorn usw. 
11. bis 12. November 
Jagdsammlung alter 
Graphik 
Originalzeichnungen des 15. bis 19. Jahrhunderts, 
alte Graphik,\umfangreiche Sammlung kostbarer 
farbiger englischer Blätter des 18. und 19. Jahr- 
derts von Morland, Ward, Alken, Wolstenholme 
usw., persische Miniaturen usw. 
Katalog der Kupferstichsammlung mit Textillustrationen und 
45 Licht druck tafeln Mk. 40 —, Katalog der Jagdsammlung mit 
5 Farben- und 67 Lichtdruck- und Autotypietafeln Mk. 50’— 
HANDSCHRIFTEN. 
(Ausstellung von Dante-Handschriften.) Die be 
rühmten Dante-Manuskripte aus der Bibliothek des Carl of 
f.eicester, die als die erlesenste Privatsammlung ihrer Art gilt, 
sind gegenwärtig zum erstenmal der Öffentlichkeit in einer 
Ausstellung zugänglich, die in London gelegentlich des sechs 
hundertjährigen Dante-Jubiläums eröffnet worden ist. Es 
sind sieben Handschriften, von denen sechs Teile die ,,Göttliche 
Komödie“ und eine das ,,Convivio“ enthalten. Seit ihrer Er 
werbung wurden sie dem Britischen Museum und der Univer 
sitätsbibliothek Cambridge nur leihweise zu Studienzwecken 
überlassen. 
druck: „Pasing, 1. April 1920“ versehen; den Stempel 
hatte er sich bei einem Stempelfabrikanten anfertigen lassen. 
Wieviel Marken bereits abgesetzt : sind, konnte nicht fest- 
gestellt werden. 
(Eine kostbare Briefmarkensammlung gestohlen.) 
Aus der Wohnung eines Bureauvorstehers in Arnstadt wurde 
eine Briefmarkensammlung im Werte von einer halben Million 
Mark gestohlen, 
(Der erste Briefmarkensammler) war ein Pariser 
Ziseleur, Auguste Manci.n. Seit der Entstehung der ersten 
Postwertzeichen im Jahre 1840 quälte er ihm befreundete 
Angestellte um neu auftauchende Marken. Das trieb er 15 Jahre 
lang, dann erkrankte er an Tuberkolose und um sich die letzten 
Arzneien zu beschaffen, entschloß er sich, seine Sammlung 
zu verkaufen. Seine Manie hatte auch schon andere ergriffen ; 
man zählte damals drei Briefmarkenhändler in Paris; einer 
von ihnen, der freigebigste, bot ihm 100 Franken für seine 
Sammlung, die heute ein Vermögen wert wäre. Daß das Brief 
markensammeln anfangs als lächerliche Manie, nicht als ernst 
hafter Sammelsport aufgefaßt wurde, zeigt eine Notiz aus dem 
Tagebuch des französischen Juristen Henri Da bot vom 
1. Mai 1863: „Seit etlicher Zeit ist eine neue Narrheit dem Hirn 
der Pariser entsprungen; sie sammeln — was wohl ? Alte'Stahl 
federn ? Nein. Hosenknöpfe ? Nein. Beschmierte, gebrauchte 
Briefmarken!“ 
VERSCHIEDENES. 
(Einbruch in die Staatsbibliothek in Weimar.) Wie 
aus Weimar gemeldet wird, wurde von der Parkseite aus in 
die Kunstkammern der Staatsbibliothek ein Einbruch verübt. 
Zahlreiche Kostbarkeiten von unersetzlichem Wert fielen den 
offenbar mit den Lokalitäten vertrauten Tätern in die Hände, 
so kostbarer Elfenbeinschmuck, viele Münzen aus Edelmetall, 
auch der mit Edelsteinen besetzte Degen Bernhards des Großen 
von Weimar. 
(Ausstellung in der neuen Pinakothek.) Aus 
München wird uns berichtet: Die Graphische Sammlung in 
der Neuen Pinakothek gibt in einer neuen Ausstellung weiteren 
Kreisen Gelegenheit, die Hauptstücke einer wertvollen Privat- 
sammlung von Zeichnungen und Aquarellen kennen zu lernen, 
die demnächst im Antiquariat E. Hirsch in München zur Ver 
steigerung gelangen soll. Die kostbaren Blätter, zumeist Werke 
des 19. Jahrhunderts, unter denen Genelli, Schwind, Rottmann, 
Kaulbach, Schnorr von Carolsfeld, Steinle, Richter, Feuerbach 
besonders gut vertreten sind, entstammen dem ehemaligen Be 
sitze der Fürstin Karoline Sayn-Wittgenstein, die im 
künstlerisch angeregten Weimarer Kreise Franz v. Liszts eine 
rege Sammeltätigkeit entfaltet hatte. 
NUMISMATIK. 
(Notgeld.) Die Grazer Notgeldsammlervereinigung hat 
dem Münzenkabinett des dortigen Johanneums eine faßt voll 
ständige Sammlung des seit dem Umsturz in Steiermark er 
schienenen Notgeldes zum Geschenke gemacht. 
PHILATELIE. 
(Das 50j ährige Jubiläum der ungarischen Marke.) 
Anläßlich des 50 jährigen Jubiläums der ungarischen Briefmarke 
hat der „Erste Vaterländische Verein der Briefmarkensammler“ 
in Budapest eigene Gedenkmarken herausgegeben, die von der 
Postexpositur in den Vereinslokalitäten mit einem besonderen 
Poststempel mit der Inschrift „Magyar postabelyeg emlek- 
kiällitäs Budapest 1871—1921“ abgestempelt wurden. 
(Briefmarken mit falschen Stempeln.) Aus 
München wird uns geschrieben: Die Polizei nahm einen 
Privatgelehrten fest, bei dem gestempelte Briefmarken, die 
am 1. April 1920 außer K,ürs gesetzt worden sind, im Werte 
von Mk. 4000 — gefunden wurden. Der Privatgelehrte hatte 
die Marken ungestempelt gekauft und sie-selbst mit dem Auf- 
MUSEEN. 
(Ein Schloßbergmuseum in Graz.) Auf dem Glocken- 
türm des Grazer Schloßberges wurde ein Museum eröffnet. Das 
Museum befindet sich im zweiten Stockwerk der „Liesl“, im 
sogenannten Nadasdyzimmer, in dem einst der Bischof Nadasdy 
gefangen saß. Das kleine Museum ist zur Aufnahme verschie 
dener Schloß bergdenkwürdigkeiten bestimmt und soll dem 
Besucher des Schloßberges von heute einen Blick tun lassen 
in die wechselvolle, historisch interessante Geschichte der alten 
Bergfestung. Derzeit enthält es das große Modell der alten 
Schloßbergfestung und der angrenzenden Stadtteile, das Altar 
bild der alten Thomaskirche, die seinerzeit neben dem Glocken 
turm gestanden ist, sowie eine große Anzahl von Gemälden 
und Stichen des Schloßberges aus vergangenen Jahrhunderten. 
(Hans v. Marees in der Dresdner Galerie.) Für die 
Dresdner Gemäldegalerie sind zwei wertvolle Werke Hans von 
Marees erworben worden: Das Bildnis der Frau Schaeuffelen, 
der Mutter der vor kurzem verstorbenen Gattin Adolf v. Hilde 
brands, und die römische Landschaft. Jenes Bild stammt aus 
dem Jahre 1872, dieses aus dem Jahre 1868.
	        
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