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MAK

Full text : Jahrgang 13 (1921) (21)

Nr.  21

Internationale  Sammler  -Zeitung

Seite  229

von  macht  freilich  das  berühmte  Non  Nobis  des  Palazzo
Vendramin.  Anders  aber  die  deutsche  Renaissance,
welche  den  mittelalterlichen  Gebrauch,  auch  Häuser
und  Wohnungen  mit  solchen  Sprüchen  zu  schmücken,
nicht  aufgegeben  hatte.  Es  ist  dies  ein  charakteristischer
Zug  des  Deutschen,  ein  geistiges  Vertiefen  in  das  Transzendentale ­
  gegenüber  der  freudigen  Auffassung  der
reinen  Formschönheit  bei  dem  Südländer.  Wohl  sind
wir  berechtigt,  darin  eine  Nationaltugend  zu  sehen,
aber  es  liegt  darin  auch  eine  Klippe  verborgen,  an  der
nicht  selten  manche  unserer  besten  Künstler  scheitern.
Der  allzu  häufige  Gebrauch  von  .Inschriften,  Sprüchen,
Versen  in  der  dekorativen  Kunst  ist  daher  auf  ein
Minimum  zu  beschränken,  und  dann  bleibt  immer
deren  richtige  Wahl  das  Entscheidende.  Um  diese  kann

Die  Sammlung
Die  Versteigerung  der  Sammlung  Jakob  Schröffl,
die  Leo  Schidlofs■  Kunstauktionshaus  vom  17.  bis
19.  Oktober  durchführte,  erbrachte  K  31,664.900,  mit
dem  20%igen  Aufschlag,  der  nun  eingehoben  wird,
K  37,997.880.
Das  Erträgnis  übertrifft  weitaus  die  Erwartungen
und  findet  letzten  Endes  seine  Erklärung  in  der  Flucht
vor  der  Krone.  Noch  nie  vielleicht  ist  in  Wien  mit
solcher  Largheit  gesteigert  worden,  wie  hier:  Sprünge
von  10-,  20  und  auch  50.000  Kronen  waren  gar  nichts
Seltenes.  Die  Schätzungspreise  wurden  fast  durch
gehends  um.  ein  Vielfaches  überboten,  so  zum  Beispiel
wurde  Everdingens  „Große  Gebirgslandschaft“  von
K  200.000  auf  K  780.000,  Wouwermanns  „Aufbruch
zur  Rast“  von  K  100.000  auf  460.000,  Louis  Roberts
„Italienerin“  von  K  40.000  auf  340.000  K  hinauflizitiert.
  Die  größte  Überraschung  aber  bildete,  daß
eine  Landschaft  von  Camille  Roqueplan,  die  auf
K  80.000  geschätzt  war,  K  950.000  erzielte.  Als  Käufer
wird  ein  Holländer  genannt,  der  sich  beim  gegenwärtigen
gtand  seiner  Valuta  so  etwas  allerdings  leisten  darf.
Nachstehend  die  erzielten  Preise:
Gemälde.
Nr.  1,  Steirische  Schule  um  1500,  Märtyrerinnen,
K  80.000;  Nr.  2,  Niederländisch  um  1560,  Männliches  Porträt,
K  110.000;  Nr,  3,  Niederländisch  um  1581,  Der  Affe,  K  34.000;
Nr.  4,  Gillis  Mostaert,  Gastmahl,  K  180.000;  Nr.  5,  Ambr.
Boschaert,  Blumenstilleben,  K  85.000;  Nr.  6,  Niederländisch
um  1600,  Christus  als  Gärtner,  K  42.000;  Nr.  7,  Leonard
Bramer,  Christus  am  Ölberg,  K  1,80.000;  Nr.  8,  Art  des
Essaias  van  de  Velde,  Landschaft,  Iv  55.000;  Nr.  9,  Allart
van  Everdingen,  Große  Gebirgslandschaft,  K  780.000;
Nr.  10,  Ders.,  Landschaft,  K  290.000;  Nr.  11,  Jan  Wejnants,
Waldlandschaft,  K  320.000;  Nr.  12,  Ders.,  Landschaft,
K/670.000;  Nr.  13,  Cornclis  Geritsz  Decker,  Kanallandschaft,
K  460.000;  Nr.  14,  Roelof  van  Vries,  Landschaft  K  340.000;
Nr.  15,  Gerrit  van  Hels,  Landschaft,  K  300.000;  Nr.  16,
Gerrit  Berck-Heyde,  Italienische  Landschaft,  K  600.000;
Nr,  17,*  Johann  Lingelbach,  Heimkehrende  Reiter,  K  370.000;
Nr.  18,iTClaes  Pieter  Berchcm,  Italienische  Landschaft,
K  310/000;  Nr.  19,  Wouwermann,  Aufbruch  von  der  Rast,
K  460.000;  Nr.  20,  Herrn.  Saffleven,  Rheinlandschaft,
K  180.000;  Nr.  21,  Jan  van  der  Heyde,  Marktplatz,  K  800.000;
Nr.  22,  Holländisch,  17.  Jh.,  Waldlandschaft,  K  80.000;
Nr.  23,  Willem  van  Diest,  Marine,  Tv  160,000;  Nr.  24,  Pieter
Neefs  d.  J.,  Kircheninterieur,  K  310.000;  Nr.  25,  Houckgeest,
  Architekturstück,  K  600.000;  Nr.  26,  Pieter  Vereist,
Bauernschenke,  K  550.000;  Nr.  27,  Egbert  van  Heemskerk,
Der  Geruch,  K  260.000;  Nr.  28,  Gerrit  Lundens,  Bauernhochzeit, ­
  K  850.000;  Nr.  29,  Rieh.  Brakenburg,  Die  Weinprobe, ­
  K  210.000;  Nr.  30,  Holländisch,  17.  Jh.,  Art  des  Pieter

uns  nicht  bange  sein,  denn  ein  reicher  Schatz  in  unseren
deutschen  Volksliedern,  in  unserer  Titeratur  steht  uns
zu  Gebote,  wenn  es  gilt,  für  .einen  guten  Gedanken
eine  schöne,  dabei  aber  auch  knappe  und  bestimmte
Ausdrucksform  zu  finden.
Ein  guter  Geschmack  bei  der  Wahl  ist  natürlich
auch  hier  notwendig,  soll  der/  Beschauer  des  Kunstobjektes ­
  beim  näheren  Eingehen  in  dessen  Einzelheiten ­
  die  Freude  haben,  außer  der  stilgerechten  Behandlung ­
  und  völlig  zweckentsprechenden  Anordnung
aller  Teile  für  den  Gebrauch,  was  ja  immer  Hauptzweck ­
  jeder  Komposition  bleiben  muß,  eine  Anregung
für  sein  Nachdenken,  sein  Gemüt,  durch  einen  sinnig
angebrachten  Spruch  zu  finden.

Jakob  Schröffl.
Quast,-  Bauernschenke,  K  380.000;  Nr.  31,  Palamedesz
Reiterschlacht,  K  300.000;  Nr.  32,  Abrali.  van  Beyeren
Fischstilleben,  K  170.000;  Nr.  33,  Pieter  Claesz,  Stilleben,
K  850.000;  Nr.  34,  Desgl.,  I<  750.000;  Nr.  35,  Quirin  Brekelenkam,
  Stilleben,  K  55.000;  Nr.  36,  F.Iias  Vonck,  Stillleben, ­
  K  170.000;  Nr.  37,  Jakob  Gillig,  Fischstilleben,
K  220.000;  Nr.  38,  Art  des  Michael  Miereveld,  Mädchenbildnis,. ­
  K  380.000;  Nr.  ‘39,  Schule  Rembrandt,  Männlicher
Studienkopf,  K  160.000;  Nr.  40,  Wybrand  Simonsz  de  Geert,
Herrenbildnis,  K  460.000,  Nr.  41,  Ders.,  Frauenbildnis,
K  780.000;  Nr.  42,  Caspar  Net  sclier,  Männerporträt,  K  700.000;
Nr.  43,  Gerard  Jan  Palthe,  Männliches  Bildnis,  K  290,00;
Nr.  44,  Konst.  Netscher,  Bildnis  eines  Malers,  K  300.000;
Nr.  45,  Holländische  Schule  des  17.  Jh.,  Herrenpcrträt,
K  70.000;  Nr.  46,  Schule  des  van  Dyck,  Madonna,  Iv  160.000;
Nr.  47,  Lucas  van  Uhden  und  David  Teniers  d.  J.,  Landschaft, ­
  K  420.000;  Nr.  48,  Bonaventura  Peeters,  Marine,
K  270.000;  Nr.  49,  Gerard  Thomas,  Ungleiches  Liebespaar,
K  36Ö.000;  Nr.  50/Boudewins  und  Peeter  Bout,"Landschaft
K  170.000;  Nr.  51,  Flämisch,  17.  Jh.,  Madonna  im  Blumenkranz, ­
  K  75.000;  Nr.  52,  Callot,  Hl.  Familie,  K  40.000;Nr.  53,
ünd  54,  Neopolitanisch,  17.  Jh.,  Stilleben.  K  250.000;  Nr.  55,
Römische  Schule,  2.  Hälfte  des  17.  Jh.,  K  21.000;  Nr.  56,
Italienisch,  17/  Jh.,  Der  Herbst,  K  55.000;  Nr.  57,  Italienisch,
18.  Jh.,  Ruinenlandschaft,  K  80.000;  Nr,  58,  Art  dps  Francesco
Guardi,  Venezianische  Ansicht,  K  220.000;  Nr.  59,  Italienische
Art,  18.  Jh.,  Hl.  Bischof,  K  35.000;  Nr.  60,  Kremser  Schmidt,
Der  kranke  Königssohn,  K  400.000;  Nr.  61,  Maulpertsch,
Kreuztragung  Christi,  K  30.000;  Nr.  62,  Josef  Roos,  (Rosa),
Heimtrieb  der  Herde,  Iv  50.000;  Nr.  63,  Ermels,  Italienische
Landschaft,  K  120.000;  Nr.  64  und  65,  Abraham  Drentwet,
Mondscheinlandschaften,  Iv  25.000;  Nr.  66,  Deutsch,  18.  Jh.,
Galante  Szene,  Iv  35.000;  Nr.  67,  Reynolds  zugeschr.,
Knabenbildnis,  K  400.000;  Nr.  68,  Wiener  Schule  um  1830,
Mädchenbildnis,-  K  40.000;  Nr.  69  und  70,  Prager  Scliule  des
19.  Jh.,  Studienköpfe,  Iv  95.000;  Nr.  71,  Remi  van  Haanen,
Winterlandschaft,  Iv  90.000;  Nr.  72,  Hans  Makart,  Blondei,
K  200.000;  Nr.  73,  Leo  Reiff  enstein,  Studienkopf, ! K  80.000;
Nr.  74,  Engenie  Munk,  Alte  Frau,  K‘95.000;  Nr.  75,  Dies,,
Mönch,  K  80.000;  Nr.  76,  Ford,  de  Braekeler,  Der  Gelehrte,
K  310.000;  Nr.  74,  Louis  Leop.  Robert,  Italienerin,  und
Nr.  78,  Italienischer  Brigant,  Iv  340.000;  Nr.  79,  Watteau,
Don  Quixote  und  Sancho  Pansa,  K  1Ö0.00Ö;  Nr,  80,  B’rascassa
  t,  Zwei  Kühe,  Skizze,  K  100.000;  Nr.  81,  Descamps  (?),
Scherenschleifer,  K  260.000;  Nr.  82,  Camille  Roqueplan,
Landschaft,  Iv  950.000.
Miniaturen.
ül§  Nr.  83,  Altwien  um  1840,  Damenporträt,  K  16.000;  Nr.  84,
Desgl.,  Kinderbildnis,  K  32.000;  Nr.  85,  Bemmel,(Landschaft,
K  20.000;  Nr.  86,  Deutscher  Miniaturist  des  15.  Jh.,  Initiale.
B  mit  König  David  und  Gott  Vater,  K  50.000:  Nr.  87,  Deutsche
Schule,  Mitte  17.  Jh.,  Ludwig  Baron  Hart  v,  Freyberg,  K  32.000;
            
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