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T nternationale Sammler-Zeitung
Nr. 21
PHILATELIE.
(Ausstellungsbriefmarken in Deutschland.) Das
Deutsche Reichspostministerium hat sich entschlossen, aus
Anlaß der Deutschen Gewerbeschau München 1922 besondere
Ausstellungsbriefmarken herauszugeben, über deren
künstlerische Ausführung die Verhandlungen noch schweben
VOM KUNSTMARKT.
(Übersiedlung.) Wie wir erfahren, ist das altbe
kannte Antiquitätengeschäft der Firma Simon Dorn heim
Söhne, Wien, I., Spiegelgasse 8, nach Spiogelgasse 13
üfcersiedelt und w'rd von den Söhnen des Inhabers weiter
geführt. Die während des Krieges sequestriert gewesene
Pariser Filiale der Firma dürfte gleichfalls, und zwar
in der ersten Hälfte des nächsten Jahres, wieder eröffnet
werden.
(Rekordpreise für Rudolf Alt-Aquarelle.) Bei der
am 22. Oktober bei Gilhofer & Ranschburg in Wien ab
gehaltenen Versteigerung wurden Rekordpreise für Aquarelle
von Rudolf v. Alt erzielt. Man zahlte für: Nr. 1, Der Platz
Am Hof, K 540.000; Nr. 2, Das Arsenal, K 15.000; Nr. 3,
Budapest, K 410.000; Nr. 4, Ofen, vom Kasino gesehen,
K 510.000; Nr. 5, Alte Kirche in Eisenerz, K 180.000; Nr. 6,
Der Hauptplatz in Linz, K 400.000; Nr. 7, Ansicht von Mar
bach a. d. Donau und Märia-Taferl, K 120.000; Nr. 8, Außen
ansicht und Hof des Geburtshauses des Malers J. Neugebauer,
K 200.000; Nr. 9, Passau, K 145.000; Nr. 10, Das Capitol,
K 770.000; Nr. 11, Rom, K 470.000; Nr. 12, Salzburg, K 100.000,
Nr. 13, Partie aus Schönbrunn, K 530.000;' Nr. 14, Spalato,
K 410.000; Nr. 15, Stein a. d. Donau, K 500.000; Nr. 10,
Der Südbahn-, der Ostbahnhof mit dem Direktionsgebäude,
K 200.000; Nr. 17, Triest, datiert 1893, K 1,200.000; Nr. 18,
Gartenpalais des Fürsten Liechtenstein, I< 155.000; Nr. 19,
Ballhausplatz, K 320.000; Nr. 20, Kaffeehaus im Volksgarten
K 225.000; Nr. 21, Figurenstudie, K 135.000. Die Aquarelle
von Jakob Alt brachten folgende Preise: Nr. 22, Stift Admont,
K 75.000; Nr. 23, Baden, K 39.000; Nr. 24, Berchtesgaden,
K 120.000; Nr. 25, Der Grundlsee, K 90.000; Nr. 26, Ansicht
von Preßburg, K 90.000; Nr. 27, Interieur (Salon der Fürstin
Esterhazy), K 31.000; Nr. 28, Der alte Karlskettensteg über
den Donaukanal von Franz Alt wurde um K 70.000 losge
schlagen. Zu diesen Preisen kommt noch der 20%ige Aufschlag.
(Han.dzeichnungen und Graphik) Am 28. November
gelangt bei Hans Goltz in München eine wertvolle Sammlung
von Plandzeidhnungen und Graphik vorwiegend des
19. Jahrhunderts zur Versteigerung. Der Haupteil dieser
Sammlung stammt aus der Vente Roger Marx, die 1914 in
Paris stattfand. Von Handzeichnungen seien genannt: Bottini,
Boudin, Carpeaux, Carracci, Charlet, Decamps, Dore, Forain,
Gauguin, Gericault, Millet, Monnier, Regnault, Th. Rousseau,
die beiden Tiepolo, Troyon, Willette. Die Graphik umfaßt die
wichtigsten Namen hauptsächlich französicher Künstler des
19. Jahrhunderts, so: Bejot, Besnard, Bonnard, Bottini,
Brangwyn, Carriere, Daumier, Fantin-Latour (26 Blatt),
Gericault, Goya, Haden, Jaque, Meryon, Redon, Rodin,
Rops (66 Blatt), Legrand (19 Blatt), Legros, Mc. Laughlan,
J. B. Tiepolo, Toulouse-Lautrec (25 Nummern, darunter
das ganze Cafe-Konzert und einige Zustandsdrucke). Der
illustrierte Katalog erscheint am 10. November.
(Kunstauktion bei Hermann Abels in Köln.)
Der bekannte Kunstsalon Hermann Abels in Köln tritt in
die Reihe der Kunstauktionsfirmen. Die erste Versteigerung,
die er vom 15. bis 17. November im Isabellensaal des Gürzenich,
Quaterimarkt 2 — 4, veranstaltet, bringt eine hervorragende
Sammlung von Kupferstichen, Holzschnitten, Radierungen,
Schabkunstblättern und Farbendrucken des 15. bis 18. Jahr
hunderts, sowie Handzeichnungen und Aquarellen. Im Mittel
punkte stehen die rund 200 Blätter von Dürer und 40 von
61. KUNSTAUKTION
von
ALBERT KENDE
WIEN, l.,Y Kärntnerstraße 4
TELEPHONNr.;65-67.
Aus dem Nachlasse f eines bekannten
Wiener Sammlers und aus aristokra
tischem Besitz.
Freitag, den 4., und Samstag, den
5., November 1921
ab 3 Uhr nachmittags
VERS rEIGERl/NG
von Gemälden alter und moderner Meister,
Aquarellen, Miniaturen, Antiquitäten (Alt-
Wiener Porzellan, 1 Doppelglas, 3 gotische
Holzskulpturen, Silber usw.), Teppichen,
Waffen, Kupferstichen, Lithographien usw.
Q. Achenbach, Fr. und R. v. Alt, J. F. Boschey,
E. und J. v. Blaas, K. v. Blaas (Hauptwerk), J. Ch.
Brand, Fr. Casanova, H. Darnaut, C. Dusart, J. J. Eeck-
hout, J. v. Führich, F. J. N. Geiger, K. Goebel, J. Hamza,
Ch. Hoguet, Sir E. H. Landseer, B. Luti, F. Meyerheim,
K. Marko d. Ä., G. Palizzi, J. G. Palthe, A. Rotter,
J. H. Schindler, A. Schönn, H. Schwaiger, A. Strass-
gschwandtner.Th. vanThulden, C.Vernet, C.Zewyusw.
AUSSTELLUNG
Wien, I., Kärntnerstraße 4, vonTSonntag, den
30. Oktober, bis inklusive Donnerstag,•'den 3. No
vember 1921, von 10 bis 6 Uhr.
Preis des illustrierten KatalogesIKf 150’-.
Rembrandt. Dürers ,,Apokalypse des Evangelisten
Johannes“ ist vollständig in ausgezeichneten frühen Abdrucken
vertreten, ebenso das „Marienleben'', von dem die Blätter
einzeln ausgeboten w r erden. Rembrandt ist unter anderem
mit dem Hundertguldenblatt in einem außergewöhnlich
schönen tiefen Abdruck des zweiten Zustandes, mit dem große i.
„Ecce homo“ und der „Großen Kreuzabnahme“ vertreten.
Von dem Rembrandt-Nachfolger T. G. Van Vliet sind die
Folge der Handwerker, Die Passion, Die Taufe des Eunuchen
und die Porträts im Geschmack Rembrandts zu nennen. Der
niederländische Kupferstich ist Weiters durch Lucas van
Leyden, Lucas van Udcn und Simon de Vliegen glänzend
repräsentiert. Von den deutschen Kleinmeistern marschieren
auf: Aldegrever, Altdorfer, Beham, Baidung, Cranach, Hol
bein usw. Unter den Handzeichnungen und Aquarellen ragen
Namen wie Boucher, Gustave Dore, Paul Gavarni, James
Duffield, Harding, Hans Makart, Josef Roos (Rosa), Franz
Snyders, Spitzweg, H. J. Terry und Vernet hervor. Der mit
20 Tafeln geschmückte Katalog ist vom Kunstsalon Abels,
Köln, Hohenzollerring 50, zu beziehen.
(Sammlung Geheimrat Dormagen:) Vom 8. bis
II. November versteigert Math. Lempertz in Köln die erste
Abteilung der Sammlung Geheimrat Dormagen (Köln),
die hauptsächlich die Kleinkunst Ostasiens und euro
päischen Fayencen begreift. Eine stattliche Reihe von
Netzukes in Elfenbein und Holz (zirka 350 Nummern) er
öffnet den Katalog, darunter Stücke hohen Ranges, wie sie
heute auf dem. Markte selten geworden sind. Es folgen Schwert-
stichblätter in Eisenschnitt und Tauschierung sowie mehrere
Kollektionen von Kashiras und Fuchis. Hervorzuheben sind
dann einige frühe chinesische Budhen aus Bronze, wie nicht
weniger unter der keramischen Abteilung eine Anzahl famille
rose-Gefäße. Ganz herliorragend ist die Abteilung der
deutschen und Delfter Fayencen des 18. Jahrhunderts,